Montag, 15. April 2013

Oberhof Bericht Teil 1

Nach Ostern war endlich wieder Oberhof-Zeit. Für mich endlich die Chance etliche Neuheiten unter die Lupe zu nehmen. Mit eigenem Verlag kommt man sonst kaum mehr dazu, sich einen Überblick zu verschaffen. Neben all den bekannten Gesichtern, ging es vor allem ums Spielen:

La Boca
Bauen mit wechselnden Partnern, das ist bei La Boca angesagt. Eine Aufgabenkarte wird in die Ausbuchtung der Spieleschachtel gesteckt und nun bauen 2 Spieler so schnell wie möglich die vorgegebene Figur. Je schneller das klappt, umso mehr Punkte erhalten beide. Hat jeder einmal mit jedem gebaut, endet die Partie. Es gibt noch Karten mit schwereren Aufgaben.
Erinnert frappierend an Make’n’break? Bedingt... Durch das Paarspiel und die andere Aufgabenstellung besitzt La Boca ein Alleinstellungsmerkmal. Das trickreiche Versteckenmüssen mancher Steine sorgt für zusätzliche Spannung. Leider trägt der Ablauf nicht allzulang und nach ein paar Durchgängen wird man der Aufgaben müde. Außerdem ist dem Spiel nicht unbedingt zuträglich, dass die “Nichtbauer” zuschauen müssen (Zeit messen und Punktechips verteilen zähle ich jetzt mal nicht zu hochtrabenden Aufgaben).
Kann ein paarmal Spaß machen, aber mehr steckt nicht dahinter.


Augustus
Bingo mit Thema - war der erste Satz des Erklärers und das trifft es dann auch. Wir haben stets 3 Aufträge vor uns liegen. Ein Spieler zieht Symbole unterschiedlicher Häufigkeit aus einem Sack und sagt diese laut an. Jetzt dürfen alle Spieler einen Legionär auf dieses Symbol stellen (falls sie überhaupt so ein Symbol auf ihren Aufträgen haben. Wurden alle Symbole eines Auftrages abgedeckt, ruft der Spieler Bin... äh - Ave Caesar und nimmt sich einen neuen Auftrag aus der Auslage. Es gibt Bonustafeln für bestimmte Sorten Aufträge und hat ein Spieler den siebten Auftrag erfüllt, endet die Partie.
Viel ist es wirklich nicht, was Augustus inhaltlich zu bieten hat, aber ähnlich wie bei 7 Wonders sind auch hier alle Spieler immer im Geschehen und es entsteht ein geselliges Miteinander. Die taktischen Momente sind dünn gesät und trotzdem: verdammt, das Teil macht einfach Spaß will man mal nicht 2 Stunden über dem Spielbrett grübeln.


Via Appia
Die Römische Prachtstraße will errichtet werden. Es gibt auf dem Plan 3 Bauabschnitte, die nacheinander fertigzustellen sind. Dafür braucht man Baumaterial, das man sich besorgt und auf einem Wagen lagert. Sind Teile der Straße fertiggestellt, bewegt man seine Figur in Richtung des nächsten Stadtteils... für all das gibt es Punkte und das klingt auch absolut wenig aufregend, wenn da nicht das absolute Highlight des Spieles wäre: der Schieber! Viele werden sicher die Geldautomaten kennen, die man mit Münzen füttert und wenn es der Dauerschieber gut mit einem meint, fallen auf der anderen Seite am besten mehr Münzen über die Kante. Das Ganze ist hier in einer genialen Konstruktion nachgebildet.
Wir hatten gleich mehrfach großen Spielspaß und Schadenfreude, wenn der Schieber mal nicht so will, wie geplant. Oft profitiert der Hintermann vom Unvermögen des Vorgängers, aber so ist das nunmal. So hätte ich gesagt: tolles Spiel! Allerdings gibt es eine Konstellation, die den Spielfluss zum Stocken bringt: wenn auf einem Staßenabschnitt nur noch eine Straßenplatte zu bauen ist und keiner mehr Interesse daran hat. Für dieses Problem sorgt die Tatsache, dass man für den Bau von 2 Straßenplatten auf einmal eine Münze zusätzlich erhält und die will man möglichst immer abgreifen. So bleibt doch ein fader Nachgeschmack zurück.


Qwixx
Würfelspiele haben schon länger Hochkonjunktur. Auch Qwixx schlägt in diese Kerbe. Wie bei Würfelbohnanza sind alle Spieler immer im Geschehen und können das Würfelergebnis mitnutzen. Man will möglichst viele Zahlen der Reihen von 2-12 ankreuzen, allerdings darf man die Reihen per Vorgabe nur in einer Richtung (Aufsteigend oder Absteigend) erwürfeln. Das sorgt für schöne Zwänge. Vermeiden will man immer einen Fehlwurf (=Minuspunkte), aber das lässt sich gerade gegen Ende nie ausschließen, schließlich entscheidet überwiegend der Würfel.
Was für Augustus gilt, gilt auch hier: es geht nicht um viele taktische Finessen, es geht um das gemeinsame Spielerlebnis und der Spielspaß stimmt bei Qwixx einfach. Schnell genug hat man eine Partie durchgerockt und lässt gerne eine Weitere folgen.


Pelican Bay
Der Nachfolgeverlag der Drei Magierspiele legt mutig los: Pelican Bay schaut sehr hübsch aus und ist so etwas wie ein Wolf im Schafspelz. Das niedlich-schöne Äußere richtet sich an den taktisch orientierten Spieler. Mit 2 Plättchen auf der Hand versucht man möglichst clever ein großes Gebiet zu vergrößern oder eventuell sogar eines abzuschließen, was einen Doppelzug ermöglicht und eine Pelikanfigur bringt. Gezählt werden die Punkte ganz altmodisch mit Stift und Papier.
In der Theorie liegt der Trick darin, große Gebiete so zu vergrößern, dass nachfolgende Spieler schwierigkeiten haben, ebenfalls von diesem Gebiet zu antizipieren. Leider bleibt es bei der Theorie, denn mit nur 2 Plättchen auf der Hand sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. Gegen Ende verfällt das Ganze dann noch in eine Grübelorgie - so funktioniert Spielspaß nicht. Viel gewollt, aber gescheitert.


Kakerlakak
Die Spielschachtel wird zum Spielfeld umfunktioniert. Darauf befinden sich Wege, die mittels beweglicher “Tore” variabel gestaltet werden können. In der Mitte... und jetzt kommt der Clou, wird eine kleine Kakerlake freigelassen. Diese birgt eine kleine Batterie und vibriert, wenn man den Schalter betätigt. Durch das Vibrieren sucht sich die Kakerlake den Weg über das Spielfeld, bis es ein Spieler schafft, sie in seine Falle locken. Wer das 5x geschafft hat gewinnt. Auf sehr unterhaltsame Weise wird hier die gesamte Familie an den Tisch gebracht und mit einer tollen, frischen Spielidee überrascht. Die Kakerlake ist der Eyecatcher und sorgt alleine schon für Aufforderungscharakter. Ob der Spaß länger anhält, lässt sich bezweifeln. Glücklicherweise hält sich der Lärm, den das Getier verursacht in Grenzen und so schont man die Nerven seiner Umgebung.


Voodoo Mania
Oh je, ein Hektikspiel... dachte ich zuerst, aber als es losgeht, ist man sofort mit allen Sinnen dabei. Man bekommt einen Stapel Karten ausgeteilt, von denen man immer 3 auf der Hand hält. In der Mitte liegt eine Karte aus. Auf den Karten befinden sich 4 von 5 verschiedenen Gegenständen in 4 von 5 verschiedenen Farben. Nun will man so schnell wie möglich eine seiner Handkarten loswerden, die genau das fehlende Teil zeigt und so weiter. Noch besser wird es, wenn man eine Karte legt, auf der genau das fehlende Teil auch fehlt. Dann ruft man “Voodoo Mania” und jeder Spieler bekommt eine Strafkarte. Wäre das nicht schon verzwickt genug, muss man erwähnen, dass die Karten auch noch eine Rückseite mit farbigen Gegenständen aufweist. Diese kann man ebenfalls inspizieren.
Der Druck ist enorm und der Spielspaß ebenso, obwohl es nicht meine Art Spiel ist. Aber das Spiel hat es geschafft, die Spieler auch zu später Stunde wieder so wachzurütteln, dass danach ohne Probleme noch eine 3-Stundenpartie Terra Mystica durchzuhalten war.

Neue Kinokritik zu Hai-Alarm am Müggelsee gibts hier

Donnerstag, 11. April 2013

Durchzechte Nächte...

...gab es nicht ganz bei der Spielewoche in Oberhof, aber trotzdem wurde intensiv bis tief in die Nacht gespielt.
Zurück in der Heimat mit reichlich Spiel-Lust ging es den Montag wieder zum Autorentreffen. Rolf testete sein "Recyclingspiel", denn Mario arbeitet ja bei der BSR (Berliner Stadtreinigung) Und für die soll das Werbespiel gedacht sein. Nach wie vor fluppte es locker dahin und ist schier perfekt für die nichtspielende Zielgruppe. Mario hat es zu weiteren Tests und grafischer Überarbeitung mitgenommen.
Nach den letzten Änderungen und dem Test am letzten Tag von Oberhof kristallisierte sich heraus, dass Pandora Titania jetzt in die richtige Richtung voran geht. Der Test heute in der Spielwiese bestätigte das nach weiteren kleinen Änderungen. Allerdings habe ich mich jetzt entschieden, das Spiel nicht bis zur Messe im Oktober übers Knie zu brechen, sondern aus einem ordentlichen Spiel ein sehr gutes haben zu wollen.
Was dann bis Oktober aus dem Hut gezaubert wird? Das werden sich treue Leser sicher die nächsten Wochen denken können. Auf jeden Fall ein weit weniger anspruchsvolles Spiel, das aber viel mehr taktischen Tiefgang besitzt, als man zunächst annehmen sollte. Jetzt gilt es noch aus den Varianten die Beste auszutesten.
Testberichte aus Oberhof starten dann nächste Woche!

Dienstag, 26. März 2013

Übervolle Hütte

Nachdem wir letzte Woche nur zu zweit waren, sollte uns heute sogar der große Tisch nicht reichen. Johann und Rolf warteten schon und wir starteten mit Johanns neuem Spiel, das er für die Schülerzeitung entworfen hatte. Leider merkte man schnell, dass die Elemente in der Form nicht funktionieren wollten. Aber das ist ja oft so, dass Theorien in der Praxis Scheitern.
Inzwischen war Michael Menzel vor Ort, der Donnerstag in der Spielwiese die Neue Andor-Erweiterung vorstellen möchte zusammen mit Thorsten "Schmidt" Gimmler, Mario Coopmann und einem neuen Autor blieben die Vier eigentlich für sich. Jeff und Peer gesellten sich dazu und ich wollte meine neuen Änderungen zu Pandora Titania testen. Auch hier zeigte sich schnell, dass Theorie nicht gleich Praxis ist. Meine Änderungen gingen in die falsche Richtung und wir brachen nach 3 Runden ab.
Jeff hatte sein Early Bird etwas vereinfacht, allerdings hakt es noch immer bei einer"Familiengerechten" Wertung. Ich denke, das bekommt er aber noch in den Griff.
Kleine Änderungen hatte ich auch bei Pelagos vorgenommen. Das Plättchenverteilen ging nun flotter, aber es könnte noch mehr Zug bekommen. Zum ersten Mal endete die Runde mit einem Sieg durch Erreichen aller Häfen. Kleinigkeiten gibt's trotzdem noch zu tun.

Freitag, 22. März 2013

Zweisam

Nachdem wir montags zuletzt keine Probleme hatten, eine größere Runde zusammenzubekommen, sollte mich Rolfs Absage nicht schocken.
Da dann aber Walter gleich wieder nach Hause zog, weil er sich nicht gut fühlte, war ich dankbar, dass mit Till ein neu zugezogener Bremer Neuautor vor Ort war.
Er zeigte mir seine beiden Projekte: beim Ersten ging es darum, seine Handkarten loszuwerden. Die Karten zeigen Kunstwerke. Beim Ablegen geht es darum Gemeinsamkeiten der Bilder zu definieren. Das fördert die Phantasie und die Kommunikation. Kleines Problem stellt die letzte Runde Dar, aber vom Grund her ist das Spiel schon recht fertig und auf jeden Fall originell.
Mein Pelagos wollte zu zweit getestet werden. Der Neue Plättchenteilmechanismus kam hier wenig zum Tragen, da er zu zweit nicht viel anders war, als zuvor. Till hatte schnell Probleme den Windgott milde zu Stimmen, sodass ich ihn in den letzten Runden in der Richtung ärgern könnte. Ich weiß noch nicht, ob das so nicht zu krass sein wird. Ich muss auf jeden Fall noch größere Testrunden konsultieren.
Dann versuchten wir Tills zweites Projekt. Es geht darum nachzuweisen, dass man von Karl dem Großen abstammt indem man sich auf dem Stammbaum dementsprechend positioniert. Das funktionierte zwar, machte aber so gut wie keinen Spaß. Es braucht noch eine weitere Ebene und weder alle Informationen offenlegen noch alle Informationen verdecken.
Für einen Zweierspieleabend war das absolut Klasse, trotzdem darf die Runden nächste Woche gerne etwas größer sein.

Montag, 18. März 2013

Wegen Überfüllung geöffnet

Was sich den Tag im Familienzentrum zusammenbraute war enorm. Jeff hatte den Spieletreff weiter publik gemacht und so hatten sich 12 Leute angemeldet. Insgesamt sollten wir dann so 20 Leute werden!

Wir starteten mit Goldland, das ich zwar seinerzeit schon einmal gespielt hatte, aber mich null mehr daran erinnern könnte.
Wir bewegen uns über Wege der ausliegenden Plättchen, decken Neue Plättchen auf und verbessern/vermehren unsere Ausrüstung. Auf einigen Plättchen müssen wir Abenteuer bestehen, sprich bestimmte Gegenstände abgeben und dafür dort ein Camp errichten. Sehr schön gelöst ist die Ablage der persönlichen Ausrüstung: je mehr man trägt, umso weniger Schritte darf man sich bewegen. Gegen Ende will man das Zielfeld anschließen und dort ein Amulett und Münzen abstauben. Danach erhöht sich der Druck auf die anderen Spieler: wer das Feld einmal erreicht hat, erhält fortan eine Münze... sind alle Münzen verteilt, endet das Spiel. Inzwischen weiß ich, warum ich mich an nichts mehr erinnerte. Das Spiel ist einfach sowas von Durchschnittlich: Die Wartezeit ist unerträglich, die Übersicht über die Camp-Mehrheiten schwierig und nervig. Mit zunehmender Spieldauer reduzieren sich die sinnvollen Aktionen, sodass man das Ende herbeisehnt. 2 schöne Elemente machen eben noch kein gutes Spiel.

Danach wollte uns Jeff eine Kinderspielidee zeigen namens Early Bird. Es wird gewürfelt und alle Spieler versuchen gleichzeitig einen Wurm in der gewürfelten Farbe und Größe zu greifen. Natürlich reichen die Würmer nicht aus. Vom Ansatz her wirklich erfrischend, allerdings ist die Wertung nicht ganz zu Ende gedacht, aber das galt es ja zu testen.

Nächstes Spiel war Jeffs kommerziell erfolgreichstes Spiel Aber bitte mit Sahne an der Reihe. Hier sollten sogar gleich zwei Partien anstehen, was ich absolut gut heißen könnte :-)

Weil der Abend noch recht Jung war, ging es an Die Speicherstadt dieses Mal mit dem frisch erworbenen Kaispeicher.
Die Erweiterung fügt einige Zusatzkarten bei. Jede Runde liegen jetzt doppelt so viele Karten aus, wie gewöhnlich, allerdings kann man eine Kartenreihe jetzt direkt mit seiner Figur reservieren. Man zählt eben vermutlich deutlich mehr, wenn man früh reserviert, dafür hat man die volle Auswahl. Neben diesem neuen Element dauert das Spiel vor allem viel länger, was eigentlich dem Grundgedanken der Speicherstadt widerspricht. Wenn ich ein Zweistundenspiel will, dann wähle ich nicht die Speicherstadt.
Komischerweise könnte ich das Spiel gewinnen, obwohl ich ständig das Gefühl hatte total abgehängt zu werden... das ging vor allem über die Feuerwehrleute.
Fazit: Der Kaispeicher muss nicht wirklich sein und schon gar nicht macht er das Spiel besser.

Donnerstag, 14. März 2013

Seefahrt ins Erzgebirge

Da ich vorher was zu erledigen hatte, was schneller ging, als angenommen, war ich der erste. Aber das war nicht schlimm, wollte ich doch noch einen Pelagos-Test mit mir selbst durchführen, bevor es in der größeren Runde Stand halten muss.

Dann trudelten die Leute ein und ich musste 3 mal anfangen zu erklären, bevor wir zu fünft beginnen konnten. Der Teilungsmechanismus der Plättchen ist an Aber bitte mit Sahne oder San Marco angelehnt, aber schnell zeigte sich, dass das Teilen und Auswählen viel zu lange dauert, auch wenn es für einige Spannung sorgt und Möglichkeiten eröffnet boshaft zu sein. Ich war dann auch der Erste, der ausscheiden musste, weil mir der Gott des Windes nicht mehr hold sein wollte. Nach und nach mussten noch andere die Segel streichen, bevor Rolf der letzte war, der übrig blieb, ohne die Zielhäfen zu erreichen. Da gibt es noch einiges zu tun, aber es macht Freude, die Fortschritte zu sehen.

Danach tauchte eine Dame von Spieltz auf und machte Werbung in eigener Sache: es ging um einen Autorenwettbewerb zum Thema "Phantasie". Der Sieger wird dann produziert, aber nicht im herkömmlichen Sinne, sondern nach dem "print on demand" System. Die Spielpläne werden auf robuste LKW Pläne gedruckt... ein tolles Feature. Ansonsten sind noch Standardpöppel, Würfel und Mühlesteine möglich. Na ja - Abgabe ist auch schon am 24. März, also da sollte man schon etwas im Petto haben so man dabeisein will.

Jetzt konnten wir noch Jeffs Erzgebirge Spielen. Es gab keine großen Änderungen und so blieben die Probleme bestehen, auch wenn sie nur Details betreffen. Ob Punkte während des Spiels, oder am Ende bleibt sich letztendlich gleich: Der Punktesalat nervt! Vielleicht fällt Jeff ja noch etwas schöneres ein, denn das Spiel ist wirklich sehr thematisch verpackt und hätte es verdient das letzte Stück abgeschliffen zu werden.

Mittwoch, 6. März 2013

Eine Erkältung zieht auf

Heute sollten wir nur zu dritt sein, auch wenn uns um die Wartezeit auf ihre Leute zu verkürzen noch Sophia verstärkte.

Wir starteten mit Palmyra, das ich nach dem letzten Test fast nicht verändert hatte (mit Ausnahme der Startaufstellung). Ich bin nach wie vor begeistert, auch wenn ich dieses Mal Opfer der während der Runde ausgehenden Punkte war.

Inzwischen war Sophias Truppe eingetroffen und so blieben wir zu dritt. Ich merkte, dass in mir langsam eine Erkältung aufzog, die ich zwar am Wochenende nur schwach gemerkt, aber nun immer mehr zu spüren bekam. Trotzdem wollte ich den Abend noch durchhalten.

Hartmut hatte eine weitere “Abart” seines Finito dabei: Alles i.O. Auf Plättchen stehen bestimmte Persönlichkeiten, die wir dann auf unser Tableau legen müssen. Dabei soll deren Geburtsdatum (steht auf der Rückseite) aufsteigend gelegt werden. Sind alle Plättchen vergeben, kann man in weiteren Durchgängen die fehlerhaften Personen “umlegen” bis man glaubt alles richtig zu haben.
Der “Nimm”-Mechanismus macht Spaß, auch wenn man oft keine Chance hat, die Plättchen korrekt in Reihe zu bringen, denn ein Würfel gibt vor, in welchem Bereich man legen darf. In der vorliegenden Form hat man die Geburtsjahre allerdings schnell zumindest halbwegs drauf, dass man immens viele Personen bräuchte, um dauerhaft Spaß zu haben. Des weiteren sinkt die Spannungskurve, je mehr sich die Tafel füllt, denn zu oft kann man nicht sinnvoll agieren, auch wenn man glaubt das Geburtsjahr zu wissen.

Zweites Spiel von Hartmut war schon etwas älter: Nanga Parbat. Es geht darum, mit seinen Pöppeln verschiedene ausliegende 8000er als erstes zu besteigen. Mit Würfeln kommen die Pöppel vorwärts. Manchmal nur mit bestimmten Zahlen, bestimmten Kombinationen, einer bestimmten Summe.
Hier stellte sich heraus, dass es meist keinen Sinn macht, einen Berg überhaupt zu betreten, auf dem ein anderer Spieler schon ziemlich weit gekommen war. Das Endspiel war ebenfalls wenig prickelnd und nur noch eine Würfelorgie. Hier sollte man früher zum Ende kommen, als alle Berge durchzuspielen. Weiterhin fehlt etwas Varianz und Finesse, die das Spiel wirklich interessant macht.

Für einen Absacker war noch Zeit und inspiriert von Peer’s Blog mit den minimalistischen Spielen hatte ich mir direkt an dem Tag etwas ausgedacht: Pelagos. Wir wollen von Griechenland verschiedene Ziele ansteuern. Wer zuerst alle 5 Ziele erreicht hat, gewinnt das Spiel. Einziges Material sind 14 Spielkarten und ein paar Holzsteine. Allerdings zeigte sich schnell, dass das vorliegende Werk überhaupt keinen Spaß machte. Trotzdem hilft mir der Test, aus dem Spielziel ein besseres Spiel zu machen, wenn auch mit mehr Material, aber mehr Material... das kann ich ja gut!

Gegen Ende wollte die Nase gar nicht mehr aufhören zu laufen und ich war froh, den Nachhauseweg antreten zu können.

Dienstag, 26. Februar 2013

Geschafft und doch nicht geschafft

3 x musste ich anfangen mein Palmyra zu erklären, bis wir zu fünft beginnen konnten. Leider verspätete sich Jeff, aber er fand schnell 2 Mitspieler.

Die letzten Vorschläge hatte ich umgesetzt und vor allem der Vorschlag von Hartmut, alles über eine zentrale Auslage zu Steuern war Gold Wert. Nun hat man endlich eine schöne Interaktion, schöne taktische Möglichkeiten bei kurzer Spielzeit und für meine Verhältnisse überschaubarer Regeln. Die Fragen die sich jetzt noch stellen: hat der Startspieler einen Vorteil, oder gar einen Nachteil? Sollen die Punkte wirklich ausgehen, sobald alle 120 vergeben sind? Rolf hätte noch 5 Punkte bekommen so denn noch welche da gewesen wären und hätte damit gewonnen.

Weil Jeff geistig nicht bei der Sache war, wollte er sich lieber zurücklehnen als bei Pontos Egeo mitzuspielen. An vielen Schrauben habe ich immer wieder gedreht, aber es hakt ständig an anderen Bereichen. Ich denke, dass ich wieder einmal in einer Sackgasse stecke und sollte momentan nicht zu viel Energie in dieses Spiel stecken. Schwebt mir doch schon ein großes Projekt vor, für das ich mir bisher nur einzelne Notizen gemacht habe und bald wird auch Pandora Titania von den externen Testrunden zurück sein, dass das natürlich oberste Priorität besitzt.

Ein paar unserer Mitstreiter am Tisch waren wohl enttäuscht, dass wir uns so zeitig auflösten, aber wenn man früher beginnt, denkt man doch, man hat einiges geschafft.

Dienstag, 19. Februar 2013

Viele kleine Spiele

Heute hatten wir wieder Gäste in der Spielwiese. Die beiden waren aus Belgien für 'ne Woche in der Hauptstadt und da ihre Unterkunft nur einen Katzensprung von der Kopernikusstraße entfernt ist, liegt es nah, dass für die beiden Spielebegeisterten hier das Mekka vorzufinden ist.

Wir starteten mit meinem Palmyra. Aus dem einstigen Kartenspiel hatte ich ein Plättchenlegespiel gemacht. Die Grundprobleme sind allerdings geblieben, wenn auch nicht ganz so stark. Hartmut hatte einen tollen Vorschlag für mehr Interaktion. Freue mich schon, das zu Ändern.

Danach war Hartmuts Spiel Gedrängel an der Reihe: Verschiedene große und kleine Tiere wollen die Arche erreichen, allerdings gibt es von jedem Tier 3 Stück und nur der Erste und besser der zweite erhalten Punkte. Mithilfe von Würfeln wird sich bewegt. Das Steuern der Tiere birgt viel Spannung gepaart mit dem cleveren Punktemechanismus. Einziger Kritikpunkt vielleicht die lange Vorlaufzeit, bis die Spannung ansteigt, ansonsten tolles einfaches Spiel!.

Hartmuts zweites Spiel an dem Abend hieß Finitissimo und ist an Finito angelehnt. Ein zentraler Würfelwurf gilt für alle Spieler. Aus diesen Zahlen bilden die Spieler Zehner und Einer, um sie auf einem Block einzutragen - Immer aufsteigend. Ist das nicht möglich, muss man Felder Streichen, was Punkte kostet. Mein Spiel ist das definitiv nicht, aber es macht in der lockeren Runde Spaß wenn man die nicht vorhandene Interaktion ab kann.

Zum Schluss hatte Rolf noch sein Recyclingspiel dabei. In einem weiteren Test zeigte sich, dass die vielen Verbesserungsvorschläge aus dem letzten Test gar nicht unbedingt nötig sind. Das Spiel ist einfach ein sehr schnelles Spiel, bei dem es mehr auf den Spaß, als auf Einfluss und Gewinnen ankommt. Vielleicht schafft er es einem hiesigen Müllabfuhrunternehmen als Werbespiel schmackhaft zu machen.

Neue Eindrücke zu Hotel Samoa
Neue Kinokritik zu Paradies: Liebe und Die Köchin und der Präsident

Mittwoch, 13. Februar 2013

Elfe rein

Sagenhafte 11 Leute waren wir den Montag in der Autorenrunde. Neben einem Arbeitskollegen von Rolf war auch ein Pärchen aus München vor Ort. Die beiden hatten sich im Vorfeld ihres Berlintouristikbesuchs nach einer Möglichkeit zum Spielen erkundigt - und da waren sie.

Wir starteten mit einem sehr einfachen, neuen Kartenspiel von Rolf. Es geht darum seine Handkarten - sprich Müll in den richtigen Recyclingtonnen unterzubringen. Ob das alles thematisch so korrekt ist, sei dahingestellt, aber der grundsätzliche Ablauf macht Spaß, auch wenn er vom Anspruch her natürlich in der untersten Liga angesiedelt ist. Kleine Änderungen sollten den Startspielervorteil beheben und vielleicht etwas mehr Einfluss zufügen.

Ich hatte nach der letzten Runde Pannonia ein paar Änderungen vorgenommen, die noch mehr Interaktion bringen, und die Abläufe verschlanken sollten. Ersteres war in dieser Form zu heftig und benötigt noch Feinschliff, ebenso die unterschiedliche Stärke der Bonuskarten... es liegt noch viel Arbeit vor mir.

Hätte ich gewusst, dass so viele Leute kommen, hätte ich noch etwas anderes eingepackt, aber so wollte ich "meiner" Tischhälfte ein Pergamemnon näher bringen. Das Spiel hatte ja zumeist nicht so dolle Kritiken bekommen, was vor allem der nicht optimalen Regel geschuldet ist und zum anderen hegt man wohl falsche Erwartungen. Wir hatten hier zu viert ein sehr ausgeglichenes Spiel, das die Römer um ein Haar gewonnen hätten - und ganz ohne Erweiterung! Nur ein zu riskantes Gefecht kurz vor Ende kostete den Sieg und ließ die Ägypter triumphieren. Mit 17:16:16:14,5 hatte ich mit den Hellen nur den letzten Platz. Die 3 stärksten Karten waren ganz unten im Deck und so war die Messe schon gelesen, bevor ich wirklich mal eine schöne Schlacht gewinnen könnte.

Weil PAX wohl verliehen war, könnte ich den Anderen noch Peloponnes vorstellen, das die beiden Münchener nicht kannten. Vor lauter Erklären und Tipps geben reichte es mir auch nur für den letzten Platz, aber der Spaß steht im Vordergrund - und den hatten wir alle.

Jetzt haben sich auch Manuel und seine Freundin verabschiedet. Die beiden gehen zurück in ihre Heimat Freiburg. Schade, war doch gerade Manuel zum festen Bestandteil der Montags- und manchmal auch Freitagsrunde geworden.

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Spieleschmiede spinnt ihr Netz

Diesen Montag war Richard "Histogame" vor Ort, um ein Spiel zu testen, das ihm die Spieleschmiede angeboten hat, unter seinem Verlag zu veröffentlichen und über die Plattform der Spieleschmiede laufen zu lassen. Dazu muss das Spiel allerdings überdurchschnittlich gut sein.
Es geht darum, am Hofe Heinrich des VIII. alle Adligen zu stürzen, dann endet das Spiel und der Spieler mit dem meisten Geld gewinnt. Da man das Geld nur sammelt kommt es Siegpunkten gleich, nur herrscht so etwas Unsicherheit über den aktuellen Stand. Die Mechanismen, wie die Aktionen ausgeführt werden weiß dabei wirklich zu gefallen, allerdings stellt sich schnell heraus, dass die Angelegenheit höchst abstrakt ist und kein thematisches Gefühl vermitteln kann. Wir diskutierten noch eine Weile, ob es sich lohnen würde, da noch mehr Arbeit reinzustecken, aber das muss dann Richard für sich entscheiden.

Da wir mittlerweile zu einer 6er Runde angewachsen sind, zeigte uns Johann eine kleine Kartenspielidee, die allerdings dermaßen banal ist in der Form, dass es noch wenig erbaulich erschien. Gleichzeitiges Blindbieten und hoffen, dass man der Einzige ist, der die betreffende Farbe gelegt hat. Das lässt quasi keine Überlegungen zu. Wenigstens war das in 10 Minuten gegessen.

Alle Leute blieben noch etwas, so könnte ich mein Pannonia in der Maximalbesetzung testen. Ich hatte ein paar Änderungen vorgenommen, die den Startaufbau entschlackte und Bonuspunkte eingeführt. Letzteres war wenig optimal, da man zu sechst wirklich sehr schwer etwas davon erfüllen kann... dazu waren die Bonuspunkte wohl etwas zu hoch. Da muss ich nochmal drüber nachdenken, sowie über andere Vorschläge. Mein Ziel ist es, den Einfluss zu erhöhen, was wohl noch eine längere Aufgabe darstellt.

Neue Eindrücke zu Saga.
Neue Filmkritiken zu More than honey und Weil ich schöner bin.

Dienstag, 29. Januar 2013

An einen Ovalen Tisch passt immer noch jemand ran...

Heute war wieder schwer abzuschätzen, wieviele Leute wir werden würden.
Mit Rolf, Hartmut und mir konnten wir zumindest schon einmal ein neues Spielvon Hartmut testen.
Er benutzt für den Prototyp die Qwirkle Steine - später sollen das wohl Spielkarten werden, wobei hier Plättchen zweckmäßiger wären, da sich einige Auslagen bilden, was viel Platz kostet. Ein Spieler zieht ein Teil mehr, als Spieler teilnehmen aus dem Sack und jeder nimmt sich davon eines. Das Übrige landet in einer Auslage, welche später die Punktevergabe vorgibt. Das Spiel spielt sich sehr leicht runter, erlaubt aber auch einige Überlegungen. Trotzdem spielt man zu Anfang sehr ins "Blaue". Der Mechanismus: ich will eigentlich genau das haben, was ich nicht nehmen sollte ist immer wieder aufs Neue fordernd und macht hier auch Spaß. Nur um den Einfluss sieht es etwas dürftig aus.

Wir freuen uns immer, wenn Neue Leute zu uns stoßen. Dieses Mal Sophie aus Potsdamm und außerdem noch eine ganze Gruppe von 5 Leuten, die gerne Prototypen kennenlernen wollten. Mit Marie, die auch schon öfter dabei war, mussten wir dann 2 volle Runden bilden und das an dem einen großen, ovalen Tisch. Zum Glück hatte Hartmut mehr als nur das eine Spiel dabei.

Wir starteten unterdessen mein Pontos Egeo. Ein paar Änderungen sollten die Geldstrategie erschweren, sie aber nicht gänzlich unmöglich machen. Sophie machte sich das am besten zu Nutze und häufte viel Geld an, ohne aber die Schiffe zu vernachlässigen. Einen Tick muss man hier noch nachbessern.

Übrigens Neue Filmkritiken zu Winterdieb und Django Unchained.
Neue Eindrücke zu VivaJava.

Freitag, 25. Januar 2013

Metropolregion Rhein-Neckar

Ein Besuch in meiner Heimat wurde in letzter Zeit auch immer ein Besuch bei „meinem“ Grafiker Matthias Catrein. Seine Frau und er sind immer tolle Gastgeber und beide genauso Spieleverrückt wie ich. Natürlich war es Zeit, Pandora Titania einem weiteren Test zu unterziehen. Dieses Mal wurde es ein sehr spannendes und enges Match und lässt kaum noch Raum für weitere Verbesserungen. Nun gilt es die Regel noch hieb- und stichfest zu formulieren, bevor es an die externen Testrunden geht.

Die beiden verfügen über eine große Spielesammlung, die gespickt ist mit Neuheiten aus Essen 2012, so kam eine davon auf den Tisch: CO2 Die Spieler schlagen Projekte vor und verwirklichen diese, um in den Kontinenten saubere Energie zu produzieren. Dafür gibt es Punkte. Man muss allerdings immer den Verschmutzungsgrad im Auge behalten, denn es kann sein, dass alle Spieler verlieren, so man es zu ungeschickt anstellt. Grundsätzlich aber ist sich jeder selbst der Nächste. In den 5 Runden haushalten wir mit Geld, verwirklichen unsere Projekte um dafür Punkte zu erhalten und entwickeln unser Wissen in den 5 verschiedenen Bereichen weiter. Dafür erhalten wir dann unser Einkommen, auf das wir immer zu Gunsten von Punkten verzichten können.
Interessante Verschachtelungen besitzt CO2 zweifellos, allerdings verlangt viel Verwaltungsaufwand ständige Aufmerksamkeit und lenkt zu sehr vom eigentlichen Spiel ab. Dafür selbst benötigt man all seine Sinne, um die Übersicht der Verstrickungen zu erhalten... dazu noch eine Endabrechnung (Punkte hier, Punkte da), die diesem unintuitiven Ganzen das letzte stringente raubt.
Hatte mir zweifellos mehr davon versprochen. Ein Spiel der Marke: kann man mal Spielen, muss man aber nicht kennen und vor Allem: muss man kein zweites Mal spielen.

Ich wollte den beiden noch ein weiteres meiner Spiele vorführen: Pontos Egeo. Nach dem neuerlichen Test in der Spielwiese hatte ich ein paar Änderungen vorgenommen. Sie sollten dafür sorgen, dass wieder die Erwerbung von Schiffen im Mittelpunkt steht. Teilweise funktionierte das auch ganz gut, nur gingen die Änderungen noch nicht weit genug. Ich bekam keine Steine in den Weg gelegt, um durch die gewaltige Ansammlung von Geld leicht den Sieg davon zu tragen. Das darf nicht ganz so leicht von statten gehen. Weitere Modifikationen müssen noch folgen.

Da noch genug Zeit war, konnten wir uns an ein weiteres „großes" Spiel von den Essenneuheiten 2012 wagen: Archipelago. Und hier trifft das Wort „groß“ den Kern der Sache sehr gut. Vor allem der Platzbedarf auf dem Tisch ist dermaßen ausufernd, dass das Spiel nah zur Unspielbarkeit wird, aber zuerst einmal Eins nach dem Anderen:
Die Spieler lassen ihre Arbeiter verschiedene Waren produzieren, mit den Aktionsschieben sorgt man für weitere Aktionen, wie Entdecken von Land, Kauf und Verkauf von Waren, Bau von Gebäuden oder Nachwuchs.
Eine Besonderheit sind die unfreien Männer (hier dargestellt mit einem schwarzen Meeple), die nie die Stärke der freien Männer erreichen dürfen, sonst endet das Spiel damit, dass alle Spieler verloren haben. Es sei denn, ein Spieler erhält zu Spielbeginn den verdeckten Auftrag zugelost, dass er in diesem Fall gewonnen hat. So verwaltet man sein Reich, vergrößert es und haushaltet mit seinen Ressourcen.
Leider hat hier keine vernünftige redaktionelle Bearbeitung statt gefunden, sodass in einigen Punkten das Spiel nicht vernünftig spielbar scheint: Die Charakterkarten, die es zu Erwerben gibt sind gerade so für einen selbst lesbar – nicht jedoch über den gesamten Tisch, was jedoch nötig ist, will man fremde Charaktere nutzen. Die Gebäudecounter bedruckt mit bunten Mikrografiken sind auf den Plänen kaum zu erkennen, die Hütten auf den Landplättchen mit der Lupe zu suchen, die Minimünzen kaum zu greifen.
Auf der anderen Seite braucht man auf dem Tisch zwangsläufig viel Platz, denn die Landplättchen sind wirklich groß und es kommt oft vor, dass große Löcher bleiben und die Landmassen sich in alle Richtungen ausbreiten. Dazu noch allerhand Tafeln für die Preise der Waren und die Auslage für die Charakterkarten... Wie so oft in letzter Zeit wurden hier zu viele Mechanismen in zu wenig Spiel gepresst, das in Summe nicht vernünftig spielbar ist. Zu viele Informationen sind nötig, um sinnvoll zu agieren, die für die Spieler nur mit Fernrohr erkennbar sind. Ich halte Archipelago für stärker, als CO2. Hier ist deutlich mehr „Spiel" enthalten, wobei es von einem „außerordentlich gut" noch ein schönes Stück entfernt ist.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Internationales Flair

Irgendwie war nicht abzuschätzen, wer in der Spielwiese aufkreuzen sollte.
So warteten Rolf, Markus und ich noch einen Moment, bevor wir mit Pontos Egeo begonnen. Inzwischen war noch Marie, eine Französin und Hartmut mit von der Partie, sodass wir Vollbesetzung vermelden konnten. Das Spiel hat zwar schon ein paar Jährchen und Entwicklungsstufen auf dem Buckel, aber die Kernmechanismen hatten mich nie losgelassen, sodass das Spiel mal wieder einige Änderungen erfahren hat. Dass nicht alles so absolut funktionieren würde war klar, aber wir schafften es unsere Partie zu Ende zu Spielen.
Leider geriet das eigentliche Ziel, nämlich neben dem Retten der Bewohner das Erwerben von Schiffen aus der Werft etwas in den Hintergrund, aber das lässt sich durch Preisänderungen noch anpassen. Grundsätzlich hat sich der Test absolut gelohnt.

Während der Runde tauchten zwei Finnen auf, die sich nach der Autorenrunde erkundigten. Sie wollten Prototypenluft schnuppern und ihr Wunsch wurde sofort erfüllt:
Markus' Zauberlehrling sollte nach kleinen Änderungen auf den Tisch kommen. Die blinde Auktion wurde durch eine offene ersetzt, die durchaus ihren Reiz hat. Wie zuvor gewinnt nur das Höchstgebot die Punkte und den Zauberspruch, aber alle anderen dürfen ihre gebotenen Karten für Aktionen nutzen. Gerade in der großen Runde lassen sich hier oft spätere Bieter raushauen. Der leicht chaotische Charakter ist geblieben, aber das wurde auch so gewünscht. Ich persönlich bevorzuge weniger Willkür, aber es gibt ja auch eine Menge anderer Spielernaturen.

Besonders schön ist, wenn man sich dann untereinander in Englisch unterhält, damit auch die Gäste alles verstehen... bis auf die deutschen Kartentexte :-)

Neue Filmkritiken zu Gnade und Der Fluss war einst ein Mensch

Sonntag, 13. Januar 2013

Angestaubtes und eine Gurke

Erster Spieleabend im Familienzentrum 2013. Da wir schnell zu viert waren, starteten wir mit Saga, einem Spiel aus 2004 von Wolfgang Kramer mit einem unbekannten Co-Autor, da wir noch Leute erwarteten und Saga in nur 45 Minuten gespielt ist. Jeder Spieler besitzt einen Satz Handkarten unterschiedlicher Werte und Farben. In einer Auslage befinden sich 6 verschiedene Burgen, die jeweils von 2 Truppen bewacht werden.
Eine Aktion ist denkbar einfach: eine Karte Spielen, doch das will gut überlegt werden: Jede Reihe die ich beginne, muss aus unterschiedlichen Farben bestehen, wobei immer die erste Karte die Farbe vorgibt, welche Burg ich beabsichtige zu erobern. Die Burgen bringen Runde für Runde Punkte und manche geben am Spielende bestimmte Vorteile. Schluss ist, wenn ein Spieler all seine Handkarten abgespielt hat.
Gut, es wird keiner erwarten, dass das Thema abgebildet wird, aber die Komposition stimmt. Die Spannungskurve steigt, da man immer stärkere Truppen benötigt, um eine Burg einzunehmen. Viel Interaktion ist geboten durch das häufige Burgen-wechsle-Dich-Spiel und auch das Spielende gilt es gut zu beobachten. Ein schöner Kniff sorgt dafür, dass dieses nicht allzu plötzlich eintritt: wird eine Burg eines anderen Spielers erobert, nimmt dieser seine bewachenden Truppen zurück auf die Hand.

Danach kam mit Dahschur – die rote Pyramide ein neues Spiel auf den Tisch. Das Spiel ist von Mückespiele anlässlich des ausgeschriebenen Autorenwettbewerbs veröffentlicht worden. Auch Jeff und ich hatten dort Vorschläge eingereicht, aber eben nur Dahschur und Peer's Taschkent wurden verlegt. Die sehr positiven Bewertungen haben neugierig auf das Spiel gemacht.
Wir befinden uns in Ägypten, erwerben dort Edelsteine, die wir in der Prachtstraße einsetzen um Punkte zu erhalten. Vor jeder Spieleraktion spielen die Mitspieler eine ihrer Handkarten in die Auslage. Diese bestimmen, wie gut oder schlecht die Möglichkeiten sind, die der aktive Spieler hat. Die Zahl ist wichtig für die Stärke der Aktionen und für die Auslage, die der Spieler damit bilden kann um zusätzliche Boni zu erhalten, oder eine Stadt zu beliefern. Es gibt noch weitere Bereiche, die man so beeinflussen kann bis hin zur Grabkammer, in der man am Ende seine Münzen zu Punkten machen kann.
Alles wirkt sehr verschachtelt und die Möglichkeiten erscheinen tief-strategisch. Schnell stellt sich heraus, dass man sowieso immer den Edelstein bekommt, den man braucht, sowieso immer die Bodenplatten der Prachtstraße bekommt, die man will, sowieso immer in der Prozession aktiv werden kann. Einzig den Bonus kann man eher beeinflussen, wenn man hinten sitzt.
Das vermeintliche Spielerlebnis wird im konfusen unintuitiven Regelwust dermaßen erstickt, dass es weh tut. Ich frage mich, wer dieses Spiel so dermaßen überschwänglich bewertet, oder haben wir nur die wirklichen Möglichkeiten nicht erkannt? Dahschur ist die erste große Graupe aus Essen 2012.

Nach diesem Desaster sollte es Hotel Samoa von White Goblin Games jetzt besser machen. Inzwischen waren wir zu fünft. Lustigerweise lagen dem Spiel Regeln auf Englisch, Französisch und Niederländisch bei. Jeff befasste sich mit der Englischen, Jerome mit der Frazösischen und so kam allmählich Licht ins Regeldunkle. 12 Koffer werden auf dem Tisch ausgelegt. Diese geben vor, wann welche Touristen ins Spiel kommen. Da überrennen uns zum Beispiel Japaner, Deutsche, Briten oder Norweger. Jede Runde gibt es eine bestimmte Zahl an Touristen dieser Nation, die verschiedene Vorteile bieten können. Die Spieler verfügen über ein Hotel mit ein paar Zimmern – dort sollen die Touristen Platz finden. Jede Runde gibt es außerdem 1 oder 2 besondere Plättchen zu erwerben (ein Pool, ein Luxuszimmer oder eine Sonderfähigkeit). Alle Spieler wählen gleichzeitig eine ihrer Handkarten aus und decken gleichzeitig auf. Die Zahlen geben einerseits das Gebot an, zu dem ein Plättchen gekauft werden kann und andererseits das Einkommen, das neue Touristen dem Spieler bringen. Das gemeine dabei ist: man muss hoch bieten, um ein Plättchen zu bekommen (aber dann auch teuer bezahlen) andererseits wollen die Touristen natürlich möglichst billig übernachten.
Hierzu kann man etliche Überlegungen anstellen, aber in unserer Runde zeigte sich wie sinnlos all diese Überlegungen sein können, denn es hat der Spieler gewonnen, der seine Karten zufällig ausgelegt hat!
Ein weiteres Problem des Spiels ist der abfallende Spannungsbogen. Gegen Ende kommt es nur noch auf die Touristen an, weil keine Plättchen mehr zu Auswahl stehen und auch keinen Sinn mehr machen würden. So ist Hotel Samoa für mich nicht ganz zu Ende gedacht und kommt über Mittelmaß nicht hinaus.

Neue Eindrücke zu Qin
Neue Kinokritiken zu Angels Share und Sushi in Suhl

Donnerstag, 3. Januar 2013

and the winner is...

Ich weiß, irgendwie verleiht mittlerweile jeder seinen eigenen Preis, aber ich nehme mir das Recht raus zu allen gespielten Spielen und zu allen gesehenen Filmen jedes Jahr das „Irongame“ und den „Ironmovie“ des Jahres zu kühren.

Bei den Spielen kommen zumeist die Neuheiten aus Essen 2011 noch für 2012 in Frage, weil sich die Spiele meistens erst mindestens ein halbes Jahr später eröffnen.

Hier gab es einige Kandidaten, wobei mich die ganz frisch gespielten Spiele noch nicht so außerordentlich überzeugen konnten. So ist das Spiel, welches mir 2012 am meisten Freude bereitet hat, also das Irongame des Jahres 2012: Trajan

Der „Mancala“ Mechanismus macht irrsinnig Spaß und ja – das Drumherum mag konstruiert wirken, ist aber nötig, um ein forderndes Spielgeschehen auf den Tisch zu bringen, bei dem es an allen Ecken und Enden brennt.

Knapp geschlagen wurde King of Tokyo
Trotz des Fun-Charakters des Spiels, lässt es doch erstaunlich Raum zum Taktieren.

Bei den Kinobesuchen war es ähnlich knapp und lange habe ich überlegt, ob der kürzlich gesehene Schwarz/Weiß Streifen Oh Boy das Rennen macht, oder der schon früh 2012 gesehene Drive.
Verdient hätten es beide, aber der zweitgenannte hat eben doch mehr „drive“ :-)

Ironmovie des Jahres 2012: Drive

Neue Eindrücke zu Oddville

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Radioday

Rolf und ich wollten gerade anfangen, ein Suburbia zu Spielen, als doch noch ein paar Leute eintrudelten.

Mit Jeff und Manuel testeten wir noch einmal Jeffs Erzgebirge. Wie schon einige Male vorher, war wieder einmal ein Radiosender vor Ort. Radio Eins suchte Stoff für den Radioday am 25.12. Da geht es den ganzen Tag ums Spielen. Die Moderatorin machte ein paar Einsprecher und ließ sich von Jeff die Regeln erklären. später fragte sie in die Runde, ob das Spiel gefallen hat... ja hat es! Die neuesten Änderungen haben dem Spiel sehr gut getan. Vor allem das Aktionsrad macht sehr viel Spaß. Jetzt stellt sich vor allem die Frage: soll man die Punkte immer gleich abtragen, oder die Verwaltung entschlacken und erst am Ende Punkte zählen. Es gibt wohl Befürworter beider Möglichkeiten. Mir persönlich macht es überhaupt nichts aus, dass man nicht genau weiß, wer denn gerade in Führung liegt. Ich denke ansonsten liegt jetzt die Hauptarbeit in der ausgewogenen Punktevergabe.

Inzwischen waren mit Markus und 3 weiteren interessierten Leuten so viele Personen am Tisch, dass wir 2 Runden bilden mussten. Während Manuel ein neues, recht komplexes Spiel testete, zeigte uns Markus seine Änderungen des Zauberlehrlings.

Dieses Mal wollten die Abläufe wirklich Spaß machen. Die Zaubersprüche würden ständig eingesetzt und sorgten für Action. Vorschläge, die Versteigerung noch spannender zu machen gab es. Das heißt, es gibt genug Stoff, das Spiel weiter zu verbessern.

Das war’s dann, bevor die Welt sich verabschiedet... wenn nicht, melde ich mich sicher zwischen den Jahren noch einmal.

Montag, 17. Dezember 2012

Kaffee in Fernost

Nach länger Zeit klappte es mal wieder mit Spieletreff bei Peer. Wir sollten sogar 6 Leute werden, aber zunächst zeigte mit Peer ein Spiel von Eggert mit Namen Qin.
Man legt immer eins von 3 Doppelplättchen von der Hand auf den Plan und darf dann, wenn sich ein Gebiet von mindestens 2 Feldern gebildet hat eine Pagode darauf setzen. 5er Gebiete erlauben eine zusätzliche Pagode. Werden Städte erreicht, darf der Spieler mit dem höchsten Nachbarschaftseinfluss eine Pagode darauf platzieren. Ihr merkt schon, es könnte gut sein, seine Pagoden loszuwerden und tatsächlich gewinnt der Spieler, der zuerst seine Pagoden verbraucht hat. Durch Verbinden von Gebieten lassen sich ein paar Gemeinheiten fabrizieren.

Qin ist ein recht schnelles taktisches Spiel wenn, ja wenn man nicht mit zu vielen Leuten spielt. Dann sinkt Einfluss und die Wartezeit kann beträchtlich steigen. Qin kann sehr ungerecht sein, denn es ist wirklich absolut von Vorteil, wenn man viele Doppelplättchen mit nur einer Farbe zieht. Ohne diese hat man kaum eine Chance, wo wir wieder bei der Taktik wären, denn die kann nichts nützen, zieht man schlechte Plättchen. So täuscht der gute Eindruck und weicht einem knapp Überdurchschnittlich, denkt man noch einmal über die Geschehnisse nach.

Zweites Spiel war dann in 6er Besetzung VivaJava, das aus der Crowdfoundingschmiede entstanden ist. Da der nötige Betrag weit übertroffen wurde, kann man sich über tolles Material und etliche Zusatzvarianten und Erweiterungen freuen.
Uns geht es aber zunächst um das Grundspiel. Es gibt verschiedenfarbige Bohnen. Zu Beginn hat jeder Spieler 2 Weiße und eine Gelbe Bohne in seinem Beutel. Später besorgt man sich andere, höherwertige Bohnen, mit denen man einen möglichst guten Kaffee herzustellen versucht. Meistens tut man das mit einem anderen Spieler zusammen. Dazu zieht man Bohnen aus seinem Beutel. In Pokermanier entstehen dann aus 5 gezogenen Bohnen Fünfling, Full House usw. Der Beutel ist so eine Art Deck, das man aus Deckbauspielen kennt. Man versucht den Beutel möglichst sortenrein zu halten und möglichst mit höherwertigen Bohnen zu bestücken. Die hergestellten Kaffeesorten müssen sich dann in einer Reihe einordnen und bringen Runde für Runde Punkte. Allerdings verschlechtern sich bereits komponierte Kaffees auch jede Runde, was bedeutet, dass ein neuer Kaffee meist besser ist, als ein alter.
Erreicht ein Spieler eine bestimmte Punktzahl, oder wurden alle Kaffees hergestellt, endet das Spiel.

Die zunächst komplexen Abläufe beschleunigen sich mit Spielerfahrung deutlich, wobei es wirklich vieles zu beachten gilt. Man merkt dem Spiel allerdings an, dass es keinerlei redaktionelle Bearbeitung erfahren hat, denn einiges ist fürs Spiel hinderlich: die Kaffeebohnen z.B. sind zwar stimmungsvoll realistisch, allerdings lassen diese sich schwer greifen...

Wir brauchten zwar mit Erklärung fast 3 Stunden, aber selbst die möglichen 2 Stunden trägt die Spannung nicht über die ganze Dauer. Originelles Thema, das allerdings über die Zeit doch zum abstrakten Siegpunktesammeln runterreduziert wird. In diesem Spieldauersegment gibt es deutlich stärkere Titel, deshalb doch nur ein solides Mittelmaß, allerdings spricht die mögliche Spielerzahl von 8 Personen dann auch wieder für das Spiel.

Neue Eindrücke zu Ginkgopolis

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Schnee

Die Frage war: wer ist bereit sich durch den Schnee zu quälen, um in der Spielwiese aufzuschlagen.
Nachdem schon Jeff abgesagt hatte, war wenigstens Rolf vor Ort. Wir wollten gerade zu zweit mit Pandora Titania loslegen, da tauchten kurz nacheinander Markus (der Neue Autor, von dem ich den Namen noch nicht kannte) und Manuel mit Freundin auf, sodass wir eine fette 5er Runde starten konnten.

Die letzten Neuerungen kamen prächtig an, auch wenn Rolf nicht so in Tritt kam und Markus etwas brauchte, die Möglichkeiten zu überblicken. Schnell war ich punktemäßig davon gezogen, aber mit zunehmender Spieldauer kamen meine Mitspieler stetig näher. Gut, die Punktequellen müssen noch einmal auf den Prüfstand, aber generell Stimmen mich die Elemente jetzt sehr glücklich.

Danach zeigte uns Markus ein einfaches Kartenspiel namens Zauberlehrling. Jede Runde wird ein neuer Zauberspruch ersteigert, der zusammen mit 5 Zaubersteinen in Besitz des Höchstbietenden gehen. Geboten wird mit Handkarten, wobei vor allem die Kartenanzahl wichtig ist. Da es nur eine Bietrunde gibt, war schnell klar, dass meist der Hintensitzende leichtes Spiel hat. Das Besondere: wer die Versteigerung nicht gewinnt, der erhält für seine eingesetzten Karten bestimmte Sachen.
Das Spiel ging schnell, verlief allerdings wenig spektakulär und könnte in der Form noch nicht überzeugen.

Neue Eindrücke zu Kemet

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Eisen Spiele

Obwohl sich andeutete, dass ich womöglich der einzige in der Autorenrunde sein sollte, machte ich mich in die Spielwiese.
Zu meiner Überraschung schmiss Rainer an dem Abend den Laden. Er saß mit einer Bekannten (Marie) an Alea Iacta Est. Natürlich erklärte ich gerne das Spiel - ein paar Details musste ich auch erst noch nachlesen, zu lange war meine letzte Partie her gewesen.

Während unserer Partie tauchten doch einige Leute unserer Stammrunde auf: Manuel, Mirko, Juma und ein neuer Gast, den ich vor 2 Wochen bereits wahrgenommen hatte. Sie testeten ein neues Spiel von Juma und danach noch Manuels Fischmarktspiel.

Es ergab sich, dass wir unsere eigene Runde beibehielten und da noch andere Spiele von mir verlangt würden, spielten wir als nächstes Zack und Pack, bei dem ich gnadenlos einging und zum Abschluss ein Pax, das die eine Mitspielerin sogar direkt mitgenommen hat.

Ein neuer Test meiner letzten Änderungen bei Pandora Titania konnte zwar nicht statt finden, aber lustig waren die 3 "Eisen-Spiele" schon.

Neue Eindrücke zu King of Tokyo

Freitag, 30. November 2012

Doppeltes Heimatspielen

Seit Mai zum ersten Mal ein paar Tage in der Heimat. Diese nutzte ich unter anderem dazu, mich mit meinem Grafiker zu besprechen und auch, um mein Spiel nach all den Änderungen zu präsentieren. Das Spiel lief nun schon sehr gut, allerdings sind noch Kleinigkeiten nötig. Nachdem er mir seine Arbeiten am PC gezeigt hatte, wollten noch 2 andere aktuelle Spiele gespielt werden:

Riff Raff von Zoch definiert das Genre der Bauklötzchenspiele neu. Die Schachtel mit der Klippe und dem Holzschiff alleine ist schon ein absoluter Hingucker und wirklich genial gelöst, dass man ein schönes Gewackel am Tisch hat. Karten geben vor, wo wir ein Teil platzieren müssen. Was runter fällt muss zurückgenommen werden, was man auffängt, kommt aus dem Spiel. Man kann hier sogar ein wenig taktieren, aber grundsätzlich dominiert natürlich die Geschicklichkeit.

Das nächste Spiel war Oddville, das ich vor kurzem bereits angespielt hatte. Nun sollten gleich 2 Partien gespielt werden. Die sehr attraktiven Mechanismen können dabei wirklich überzeugen, die recht hübsche aber unübersichtliche Grafik mindert allerdings den Spielspaß. Kennt man die Regeln sind 45 unterhaltsame Minuten wie im Flug vergangen, allerdings sind die Sonderkarten und der häufige Wechsel von diesen etwas Spielflusshemmend.

Am gleichen Abend stand bereits der nächste Spieletreff auf dem Programm. Klaus, den ich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte, will für 2013 unbedingt sein Kartenspiel Ebbes selbst veröffentlichen. Im Vorfeld hatte ich ihm schon ein paar Tipps geben können und nun wollte ich das gute Stück natürlich auch kennenlernen. Die Punkteleiste zeigt eine Karte der Pfalz und auch die Motive zeigen Pfälzer Besonderheiten. Der Titel Ebbes kann mit "Etwas" übersetzt werden. Dadurch hat man bei den Pfälzern schon halb gewonnen.
Bei dem Spiel handelt es sich um ein Stichspiel, bei dem sich Trumpf und Punktekarten erst während des Spiels klären. Dadurch ist viel Chaos im Spiel. Wir spielten gleich mehrere Varianten mit Karten drücken usw. Das Chaos bleibt trotzdem jedes mal das gleiche. Grundsätzlich ist das Spiel OK und kann in der richtigen Runde viel Spaß bereiten, aber erfahrenen Spielefreaks wird der Einfluss zu gering sein. Unter normalen Umständen würde ich dem guten Klaus von dem Projekt abraten, aber mit dem Pfälzischen Background des Spiels könnte tatsächlich eine Chance bestehen, das ehrgeizige Projekt auf eine gute Bahn zu lenken. Es blieb danach nur wenig Zeit, mein Pandora Titania zu testen, aber 3 Runden reichten, um die Erkenntnisse des Nachmittags bestätigt zu bekommen. Ich weiß jetzt, was es noch zu tun gibt.
Schää wars...

Mittwoch, 21. November 2012

Gingko oder Ginkgo?

Nachdem Rolf kurzfristig abgesagt hatte, zeichnete es sich ab, dass ich der einzig Übriggebliebene der Autorenrunde sein sollte. Doch das ist mittlerweile auch kein Problem mehr, denn die ebenfalls immer Montags anwesenden 'Couchsurfer' sind mittlerweile keinen Unbekannten mehr und so könnte ich mich einer Runde Ginkgopolis anschließen.

In der Tischmitte gibt es eine Gebäudeauslage, an die kann man entweder anbauen, oder bestehende Gebäude überbauen. Dazu braucht es Karten, welche die Aktion erlauben, Plättchen, auf denen die Gebäude aufgedrückt sind und Markierungssteine, die man sich erst in seinen Vorrat holen muss. Je höher man baut, umso mehr Steine benötigt man. Die Aktionskarten werde in "7 Wonders"-Manier “weitergedraftet”.

Erfolgreiche Aktionen bringen einen Bonus für spätere Aktionen und so sieht man einen schönen Erfolgszuwachs, je länger das Spiel dauert. Manche Karten bringen am Ende noch ordentlich Punkte und auch wenn man viele eigene Steine in den entstandenen Gebieten besitzt, kann das gewaltig Punkten.

Tja - und wie gefällt es? Das Spiel selbst kann weitestgehend gefallen, hat man erst einmal das völlig hanebüchene Thema, das weder gut passt, noch nötig gewesen wäre ausgeblendet.

Leider sorgt die ständige Verwaltungsorgie nach jeder Runde für eine gefühlte Spieldauer jenseits von Gut und Böse, zudem nervt das gewaltig. Die Punkteflut am Ende ist ebenfalls wenig erbaulich. Von Spieleleganz kann bei Ginkgopolis keine Rede sein. So haben wir ein sehr mechanisches Konstrukt, das zwar hübsch anzusehen ist, aber dieser Spielegattung nichts Besonders tolles hinzuzufügen hat.

Danach war die Frage noch ein Spiel anzufangen, oder nicht - nach 2 arbeitsintensiven Spielestunden entschloss ich mich für die zweite Möglichkeit.

Donnerstag, 15. November 2012

Wüstes Erzgebirge

Anfangs warteten wir noch auf Jeff, der sich für etwas später angekündigt hatte. In der Zeit gesellte sich ein Journalist zu uns, der einen Bericht über die Brettspielszene schreiben möchte. Er stellte ein Micro auf den Tisch und fragte uns diverses über die Szene, das Spiele Entwickeln und den gesamten Markt. Mal sehen, wann und in welcher Form der Artikel den Weg in die Zeitschrift findet und ob so ein Artikel in einer ansonsten Computerspielezeitschrift bestehen kann.

In der halben Stunde tauchten immer mehr Leute auf und mit William "Caylus" Attia und seiner Freundin Conny hatten wir auch besondere Gäste. Wir sollten zunächst zu siebt sein, was mit meinem Wüstenspiel Takla Makan machbar ist. Es stellte sich in der Maximalbesetzung heraus, dass die Wartezeiten und die Spieldauer doch ziemlich lange geworden war, ansonsten entwickelte sich ein spannendes Rennen mit einem überraschenden Sieger.

Danach teilten wir uns, denn wir waren mittlerweile sogar zu neunt. Jeff hatte ein paar kleinere Änderungen an seinem Erzgebirge vorgenommen. Die Verknappung der Waren war die positive Erkenntnis, alles andere war zwar schlanker geworden und erforderte etwas weniger Verwaltung, aber es wurde statische und das Thema wurde nicht mehr so gut unterstützt.
Jeff, du hast dir viel Arbeit gemacht...

Montag, 12. November 2012

Ägyptisches Gemetzel

Nur wenige Wochen nach der Spielemesse hat Jeff endlich seine Nieuw Amsterdams von White Goblin Games bekommen. Echt ärgerlich, dass es nur so knapp nach der Messe eingetrudelt ist. Vielleicht verhilft dieser Umstand dem Spiel auch zu etwas mehr Aufmerksamkeit.



Frisch von der Messe versuchten wir uns an Kemet, dem neuen großen Spiel von Matagot, die mit Kyklades im gleichen Schachtelformat ein schönes Pfund veröffentlicht hatten. Kemet sollte in eine ähnliche Kerbe „hauen“.

Absolut beeindruckend das Material: ausgeformte Armeen und Kreaturen, Massen von Plättchen und Karten, Spielertafeln und dazu noch ein großer, beidseitig bedruckter Spielplan – alles sehr gefällig, aber wie schon beim Regelstudium vermutet: ziemlich überladen mit schlecht erkennbaren Symbolen (hier meine ich gerade die Fähigkeitenplättchen).

Man startet in seiner Heimatstadt mit seinen Truppen und einigen von maximal 3 Pyramiden. Diese kann man hochrüsten um bessere Fähigkeiten zu erwerben. Fast alles was man macht kostet Gebetspunkte. Diese erhält man als Einkommen für besetzte Tempel. So ist vorprogrammiert, dass es ein wildes Hauen und Stechen um diese Tempel gibt. Ziel des Spiel sind 10 Punkte, wobei eine schöne Regel dafür sorgt, sich nicht zu verschanzen, sondern das Gefecht zu suchen: es gibt nur dann für den Sieger einen Punkt, wenn dieser auch angegriffen hat.

Die Kreaturen geben der Truppe Vorteile. Aktionen werden mit Aktionssteinen auf dem Spielertableau abgetragen, wobei man gewissen Einschränkungen unterliegt. Für die Erstlingspartie sollte man bestimmt 2 Stunden einplanen (so wie wir zu viert), was aber sicher auch in 60 – 90 Minuten zu schaffen ist.

Was taugt es? Ich muss sagen, dass die oppulente Ausstattung schon eine gewisse Erwartungshaltung schürt, die aber nicht ganz gehalten werden kann - man könnte es auch Figuremblender nennen. Es tut sich zwar viel auf dem Plan und man kann auch eine Wende schaffen, wenn man mal eine schwächere Runde hatte, aber in Summe könnte man sagen: Kemet ist ein wenig „speziell“. Den direkten Kampf muss man mögen, aber das Kampfsystem mit Karten + Zusatzkarten ist weder sonderlich originell, noch lassen sich größere Unterschiede in der Truppenzahl ausgleichen.

Im Gegensatz zu Kyklades (wenn man denn den Vergleich bringen kann), ist Kemet das deutlich schwächere Spiel. Es besitzt keine Eleganz und zu oft einige Wartezeiten, wenn sich andere Spieler gerade prügeln, außerdem erschließt es sich mir nicht, warum man nur mit 3 oder 5 Spielern das Heiligtum der Götter auf dem Plan vorfindet, bei 2 oder 4 Spielern aber nicht??

Danach wurde Dominion gewünscht und da ich bisher nur das Grundspiel kannte, war ich gerne bereit, mir einige andere Karten anzuschauen.

Wir benutzten den Deckgenerator und lie0en uns 10 Karten ausspucken. Ein Dominionneuling war unter uns und dieser nahm sich vor allem Aktionskarten ins Deck, was schon bald für wenig erbauliche Kettenzüge sorgte. Das hemmte den Spielfluss doch gewaltig. Ansonsten machten auch die mir bisher unbekannten Karten zumeist Spaß und 3 der 4 Spieler waren sogar halbwegs dicht beisammen. Sagte ich schon, dass ich Flüche hasse?

Dienstag, 6. November 2012

Katerstimmung

Diesen Montag war irgendwie Müdigkeit Trumpf in der Spielwiese. Michael war gar nicht da, weil seine Frau Geburtstag feierte. Mit Rolf, Manuel und Juma waren wir zu viert.

Wir starteten mit meinem Wüstenreisespiel Takla Makan. Jeff hat dem Spiel Klasse bescheinigt und mich ermutigt, es für eine Vorstellung bei einem Verlag fertig zu machen. Das Spiel lief wie gewohnt rund und flott, allerdings muss ich nochmal über die Entwicklungskosten nachdenken und den hintenliegenden Spielern nicht das Aufholen noch erschweren.

Manuel testete dann mit uns sein Fischmarkt-Kartenspiel. Selbst wollte er nur zuschauen. Der Mechanismus der Aktionen aller Karten eines Stiches ist nach wie vor originell und kann gefallen. Der Rest ist doch zu glückslastig und zu einschränkend. Da muss noch etwas geschehen.

Was tut man an einem freien Montag, wenn man sich auf den Testspielabend vorbereiten will? Man bastelt an seinem Prototypen - hier mit Namen Pandora Titania, nur um dann zu sehen, dass die erwartete Vereinfachung des Handlings eine totale Erschwernis in der Übersicht darstellte. Außerdem war mal wieder (oder immer noch) der Schlusskampf sehr unbefriedigend.

Das hat mich doch im ersten Moment ziemlich ratlos zurück gelassen, aber inzwischen Reifen bereits Ideen in meinem Kopf - was aber auch bedeutet, dass der nächste Montag wieder am Drucker mit Papier und Schere stattfindet.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Erstes nach der Messe

Da sich einige Leute angekündigt hatten, starteten wir mit einem King of Tokyo, das man auch jederzeit abbrechen könnte, falls noch jemand eintrudelt. In Summe waren wir dann zu siebt (Jeff, Richard, Mirko, Rolf und dessen Schwester und Schwager.

Wir teilten uns in 4 und 3 und während die anderen drei Suburbia spielten (ja, direkt nach Essen können es montags sogar fertige Spiele auf den Tisch schaffen) spielten wir zu viert Jeffs Erzgebirgespiel. Seit letztem Mal hatte er es schon deutlich entschlackt und die einzelnen Mechanismen machten Spaß. Leider wäre noch deutlich mehr drin gewesen, wenn es weniger Verwaltung gäbe, wenn die ständige Punktezählerei nicht wäre und wenn Angebot und Nachfrage enger zusammen hängen würden. Über all das haben wir noch anschließend gesprochen und Jeff wird sicher die nötigen Änderungen vornehmen.

Da nicht mehr allzuviel Zeit war, wollten wir ein neues Kartenspiel von What's Your Game namens Oddville versuchen. Die Abläufe Klängen absolut attraktiv, leider waren die Grafiken sehr überfrachtet mit Symbolen, die zudem schlecht zu erkennen waren. Nach ein paar Probedurchgängen stellten wir fest, das wir entscheidendes falsch gespielt hatten und brachen die Sache erst einmal ab. Sicher wird Oddville nicht vergessen und möglicherweise in der Freitagsrunde zum Einsatz kommen.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Zurück von der Messe

Was für eine Spielemesse: wie jedes Jahr, seit ich den Verlag laufen habe vieeeel Stress, aber sehr positiver Stress.

Leider ist durch den Verlag das Spielen der Neuheiten stark in den Hintergrund gerückt und so dauert es sicher Monate, bis es mir gelingt, einen kleinen Überblick zu haben, aber das bin ich ja mittlerweilse gewohnt.

Sehr zufrieden war ich mit der Standteilung mit Histogame. Wir konnten das sehr gut zusammen organisieren, mit einem gemeinsamen Transporter fahren und uns gegenseitig bei Auf- und Abbau helfen, außerdem haben wir uns so viel besser kennengelernt :-) In einem Jahr ohne eigene große Neuheit ist das Teilen eines Standes wirklich sinnvoll. Mit einem großen eigenen Spiel ist das Platzmäßig allerdings kaum zu schaffen.

Die neuen Erweiterungen zu PAX/Pergamemnon und Peloponnes sind sehr gut gelaufen und ich konnte ganz entspannt das Treiben auf den Rankinglisten (Boardgamegeek, Fairplay, Hall9000...) beobachten, wenngleich es schöner ist, auch dort direkt selbst mitmischen zu können.

Aktuell bis zum 15.11. läuft ein "PAX" - Gewinnspiel, das bereits am ersten Tag viele richtige Einsendungen hervorgebracht hat, das hätte ich so nicht erwartet. Deshalb lege ich neben den beiden Hauptpreisen noch 10 x das "goody" der Spielemesse (3 neue Plättchen für Peloponnes) drauf.

Und nun viel Spaß beim Mitmachen.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Kurz vor der Messe

Um halb sieben zur Türe reingekommen, war ich doch tatsächlich zu spät. Johann, Rolf und Mirko waren bereits mitten in Johanns neuem Spiel, das Handeln in der Stadt Lübeck thematisierte. Optisch schon sehr ansprechend gab es wohl offensichtlich große Mängel in der Balance.

Mittlerweile waren auch Manuel mit seiner Freundin Ronja eingetroffen, dass wir eine Sechserrunde Pandora Titania starten konnten. Normal sollte das Spiel ja nur für maximal 5 Spieler ausgelegt sein, aber ich wollte es optional auch für 6 Personen spielbar machen. Soweit funktionerte alles blendend, bis auf die siebente Runde, denn da gingen die Titniumplättchen aus, was dem Spielende nicht zuträglich war. Trotzdem war der folgende Endkampf zu sehr aufgebauscht, aber doch sehr spannend. Hier gibt es noch was zu tun.

Danach blieben wir noch zu dritt, sodass Manuel ein Kartenspiel mit Namen Fischmarkt vorstellen konnte. Es handelt sich um ein Stichspiel und wenn ich das sage, dann muss es schon etwas Besonderes sein, um sich hervorzuheben. In einem kleinen Vorspiel ziehen wir gleichzeitig Fischplättchen und versuchen möglichst schnell 15 bestimmte davon zu ergattern. Die schnellsten Spieler starten mit einem kleinen Startkapital. Wem das nicht liegt, der kann auch einfach die Plättchen verteilen. Das eigentliche Stichspiel beginnt danach. Von 5 Farben erhalten wir jeweils 2 Karten. Nach einem Stich zieht jeder Spieler eine beliebige Karte nach. Das Spiel endet, wenn entweder alle Karten durchgespielt sind oder ein Spieler alle Fische losgeworden ist.
Das Besondere an diesem Stichspiel ist, dass der Gewinner eines Stichs alle Aktionen, die auf den gewonnwonnenen Karten aufgedruckt sind ausführen darf. Das sind aber nicht immer nur positive Sachen. Zumeist darf man Fische für Geld verkaufen. Für ein 20-Minutenspiel geht der geringe Einfluss in Ordnung. Zum Ende hin kann man ziemlich ausgeliefert sein, aber schon jetzt eine Neue Facette von Stichspiel.

Montag, 24. September 2012

Weit entfernt von der Messe

Irgendwie fühle ich die Spielemesse noch ewig weit weg. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass ich dieses Jahr kein großes Spiel am Start habe, das es zu promoten gilt. Aber das Fieber stellt sich sicher noch ein.

Seit Freitag hatte ich kleine Änderungen an Pandora Titania vornehmen können, leider aber optisch nur provisorisch, denn ich hatte vergessen rechtzeitig Druckerpatronen nachzukaufen :-(

Egal - mit Rolf, Johann, Manuel und Juma waren wir zu fünft. Der Hafen wurde jetzt tatsächlich öfter genutzt, aber Juma schaffte es schon in der sechsten Runde alle seine Scheiben loszuwerden, sodass Rolf mit seiner längerfristigen Strategie keine Chance mehr hatte. Möglicherweise sind 5 Scheiben eine zu wenig. Der große Schlusskampf gegen Kronos hat ebenfalls noch nicht den gewünschten Effekt. Nun heißt es weiterarbeiten.

Johann hatte ein neues Kartenspiel, das uns ebenfalls in die Antike führen sollte (sehr löblich!). Man legt eine seiner Handkarten aus und zählt dafür, wobei Wagenkarten verdeckt gelegt werden und Personen/Gebäude offen und nimmt eine Karte aus der Auslage. Ist die Auslage leer, gibt es ein Rennen - äh eine Punktwertung, wobei mich negative Punkte meines linken Nachwarn beeinflussen. Es stellte sich schnell heraus, dass einiges nicht bis zu Ende gedacht ist trotz guter Ansätze. Hier muss noch einiges passieren, soll man dem Spiel nicht völlig ausgeliefert sein.

Ein großes neues Spiel anzufangen lohnte für mich nicht mehr, aber Juma fand noch ein paar Mitspieler für sein Mo Rallye.

Donnerstag, 20. September 2012

Pre-Essen-Party?

Das Familienzentrum wird zur pre-Essen Party! An die 14 Leute fanden sich den Freitag dort ein und es wurden vor allem Prototypen gespielt, denn Jeff möchte die Spielemesse nutzen, um verschiedenen Redakteuren seine Ideen zu präsentieren. Das bedeutet vorher noch: testen, testen, basteln :-)

Wir starteten mit einem neuen kleinen Spiel von Jeff namens Autumn. Laub will zusammengeharkt werden, nachdem es wild auf den Tisch geschüttet wurde. Tolle Idee und funktioniert einwandfrei, solange man nicht mit Spaßbremsen und Erbsenzählern spielt!

Danach, wir waren mittlerweile zu zehnt, hatte Jeff noch ein Würfelspiel, das in Richtung seines Pala geht, man mit den Farben aber Aufträge erfüllt bzw. Mauerteile von der East side gallery bekommt, die man vor sich anlegt. Leider dauert das viel zu lange, bis man etwas erfüllen kann und wir brachen die Partie ab.

Danach mischten wir uns neu und es entstanden 3 Runden: eine Finca-Runde, eine bei der Manuel (der neue Autor von Montag), sein Spiel präsentieren konnte und meine Viererrunde Pandora Titania, nachdem klar war, dass das Spiel 2013 tatsächlich zu realisieren ist und das ganz ohne das von mir sehr kritisch gesehene Crowdfounding.
Die letzten Änderungen wirkten sich nur teilweise positiv aus. Leider wurde immer noch zu wenig verschifft, zu wenig die Händler bedient und zu zu wenig gekämpft. Das Schlussspektakel war dafür wenigstens spannend und warfen mich, punktemäßig weit führend aus dem Spiel, da ich mich nicht genügend vor dem Obertitan geschützt hatte – so waren meine Punkte hinfällig und die andern machten den Sieg unter sich aus.

Was folgte, war eine Spielrunde Die Speicherstadt, das ich bisher leider erst einmal gespielt hatte. Ein wirklich einfaches Spiel mit einem tollen tragenden Auktionsmechanismus. Die Kaispeicher-Erweiterung soll das Spiel sinnvoll erweitern und noch besser machen. Da bin ich wirklich gespannt drauf, wenn sich die Chance ergibt.

Sonntag, 16. September 2012

Erste Autorenrunde nach unserm Inselurlaub

Jeff präsentierte ein neues kleines Würfelspiel mit Namen Dicecream - Klasse Titel!

Die Abläufe erinnern ein wenig an Heckmeck, aber es besitzt genügend Eigenständigkeit. Wir änderten während der Partie mehrfach die Regeln, bis der Ablauf noch flotter und intuitiver vonstatten ging. Wenn die Partie zu lange dauert, setzt man einfach das Punkteziel niedriger an.

Da ich mich mit Richard etwas zwecks Messeplanung unseres gemeinsamen Standes bequatschen wollte, war auch er vor Ort, natürlich nicht, ohne einen Prototypen dabeizuhaben. Es geht historisch um den Dreißigjährigen Krieg.

Wir spielten das Spiel nur an, denn 2 von 10 Runden dauern bereits 2 Stunden. Die prügelten wir aber durch. Es gab natürlich noch deutliche Schwächen, vor allem das Kampfsystem ist zäh und recht gewöhnlich. Dazu verstrickt sich das Spiel in zu vielen Details, sodass es näher am Cosim als am Eurogame liegt. Vielleicht lassen sich die spannenden Aspekte etwas mehr hervorheben und dafür das Micromanagement entschlacken.

An dem Montag war sogar ein neuer junger Autor aus Freiburg dabei (Manuel), der uns seinen Prototypen aber noch nicht vorzustellen traute. Nächstes Mal dann aber bestimmt.

Donnerstag, 23. August 2012

Hitzefrei

Am Montag war es wirklich unerträglich heiß in der Spielwiese, aber was ein echter Spieler ist, der geht natürlich auf keinen Fall ins Freie.

Mit Rolf und Julia waren wir gerade einmal zu dritt - Jeff hatte sich kurzfristig abgemeldet.
Endlich konnten wir Julias Familienbande testen. Seit dem letzten Test hat sich einiges getan. Am Besten wussten die individuellen Personen zu gefallen. Leider kommt zu dritt der Heiratsmarkt nicht wirklich auf Touren und das Spiel dauert mit gut 2 Stunden recht lange - es will ja vieles bedacht werden. Den Siegpunkwahn am Ende halte ich für 'too much'... in Summe wirklich ein gutes Spiel, das allerdings noch Feinschliff benötigt.

In Anbetracht der Hitze machten wir dann schon um 21 Uhr Schluss.

Donnerstag, 16. August 2012

Großer Tisch, kleine Runde

Nach einer Warteorgie an der Real-Kasse war ich gerade noch rechtzeitig, bevor Rolf wieder gehen wollte.

Da sich zunächst niemand mehr einfinden wollte, gab es nun die Chance Pandora Titania auf seine Zweispielertauglichkeit zu testen. Tatsächlich war es lange Zeit spannend und es gab schöne taktische Möglichkeiten den Gegner auszuhungern und Ähnliches. Es gab allerdings auch Sachen, die nicht so gut verliefen: die Verschiffung wurde nie genutzt und aufgrund der großen Unsicherheit wegen der Endschlacht traute sich niemand den anderen während des Spiels (außer einmal am Anfang) anzugreifen. Allerdings sich das beides Punkte, die noch in den Griff zu bekommen sind. Ansonsten zeichnete sich in den letzten beiden Runden ein klarer Sieg für Rolf ab, da er einfach ein sattes Grundeinkommen an wichtigen Ressourcen hatte.

Inzwischen tauchte Antonio auf, der hoffte Jeff zu treffen. Da muss er wohl nächste Woche wiederkommen. Da keine weiteren Spiele zum Testen da waren (mein Spiel möchte ich vorher erst noch Nachbearbeiten), spielten wir eine Partie K2. Ich hatte es erst einmal gespielt und dementsprechend hatte ich die Regeln nur sehr wage im Kopf. Eine kurze Regellektüre schaffte Abhilfe.

Wir spielten die einfache Seite und die Sommerwetterplättchen. Trotzdem schaffte es nur Rolf, beide Teams durchzubringen. Antonio verlor beide Teams und mir wurde der sture Wille, eine Blockade unterhalb des Gipfels zum Verhängnis, dass nur eines meiner Teams übrig bleiben sollte. Fazit: immer noch tolles und thematisch dichtes Spielvergnügen.

Freitag, 10. August 2012

Schulanfang

Zum Schulbeginn sollten wir eine volle Runde werden. Jeff's Vater war dabei (der US-Besuch kommt zur Einschulung der beiden Allers-Zwillinge), Peer, Julia und Rolf... auch Michael ist von seinem Urlaub zurück.

Wir starteten mit Jeff's Modelleisenbahnspiel. Es hatte sich nur eine Kleinigkeit geändert, die allerdings nicht den gewünschten Erfolg brachte. Immer noch ist das Endspiel für chancenlose Spieler gänzlich unspannend. Dazu tragen die Zwänge bei, ganz bestimmte Warenkombinationen zu liefern.

Danach teilten wir uns, denn keine Spiele vertragen 6 Mitspieler und ich wollte gerne sehen, inwieweit Pandora Titania zu dritt ebensogut wie zu viert läuft. Während am geteilten Tisch noch Peers Irlandspiel an der Reihe war.

Wir brauchten etwas länger, auch weil meine Erklärung in Englisch etwas stockend verlief.
Der angekündigte Schlussknaller wurde zu einer Grübelorgie, aber das ist ja nicht das erste Mal, dass etwas nicht so funktioniert, wie gedacht. Hier wird es wohl nötig sein, verdeckte Informationen einzubauen, dass man bestenfalls schätzen kann.

Freitag, 27. Juli 2012

Immer noch Ferien


Nachdem den Montag zuvor wohl nur Johann alleine dagesessen hat, waren wir heute mit Peer, Johann und Rolf zu viert.

Wir starteten mit den letzten Änderungen von Pandora Titania. Mit Erklärung sollten wir in sagenhaften 70 Minuten durch sein. Zum ersten Mal gelang es, das Spiel eine Runde früher zu beenden, auch wenn es mir keinen Vorteil brachte – es sollte einfach mal ausprobiert werden. Grundsätzlich läuft vieles schon sehr rund, einzig der „große“ Schlusskampf löst noch zu wenig Spannung und Emotionen aus. Hier gilt es noch nachzubessern.

Johann hatte angekündigt ein neues Spiel vorzustellen und so war es auch.
Auf einer Ferieninsel nehmen wir Gebäude in Besitz und versuchen möglichst eine bestimmte Zahl Besucher in die Gebäude zu locken, bevor diese Punkte bringen. Das Management mit nur 3 eigenen Pöppeln, die es gilt während des Spiels immer wieder schnell freizubekommen war leider das Einzige, was halbwegs Spannung verspricht. Der Rest war ziemlich belangloses Agieren, ohne wirklichen Einfluss.
Da hat Johann noch reichlich Arbeit vor sich.

Kurz vor Ende spielten wir noch ein neues Kartenstichspiel von Peer an. Es ging darum, dass man Karten auf denen sich ein Wochentag und eine Uhrzeit befindet ausspielt und ansagt, ob nun die Uhrzeit oder der Tag zählen soll. Es stellte sich heraus, dass es doch ziemlich verquert ist, die Übersicht zu behalten und sinnvoll zu agieren – zu schwerfällig kommt es als eigentlich einfaches Stichspiel daher. Bleibt nun Peer überlassen, ob er mit der Grundidee weiterarbeitet, oder diese sterben lässt.

Montag, 23. Juli 2012

Viererbande

Nochmal außer der Reihe Spielen bei Jeff: zu viert (Alfred, Frank, Jeff und ich) sollte noch ein letztes Mal die Pergamemnon Erweiterung getestet werden, bevor die Karten heute Zur Abgabe gehen.

Alfred mit den "schwachen" Römern, Jeff mit den Germanen, Frank mit den Makedonen und ich hatte die Karthager. Sehr lange lief die Partie recht ausgeglichen - wir waren alle recht feige und gaben zumeist entbehrliche Karten verloren, bis gegen Spielende die Kämpfe wichtiger und der Einsatz merklich erhöht wurde. Zuerst lieferten Jeff und ich uns ein vorentscheidendes Gefecht, bei dem alle Handkarten samt beider Anführer zum Einsatz kamen. Ich konnte das knapp für mich entscheiden, was Jeff quasi die Niederlage bescherte und mir half, die Gesamtpartie zu meinen Gunsten zu lenken. Kurz danach sollte ich noch einmal die Oberhand behalten: gegen Franks Makedonen konnte ich nur knapp meinen Anführer retten. So ging die Partie auch deutlich mit 33 Punkten an mich. Lange war’s spannend und auch wenn viele Leute den Zugang zu dem Spiel noch nicht gefunden haben: das sind die Partien, über die man spricht...

Zweites Spiel war noch einmal Jeffs Modelleisenbahnspiel. An den Regeln hatte sich so gut wie nichts geändert, es gab nur eine weitere Möglichkeit zu agieren. Ziemlich früh war klar, dass Frank der Sieg nicht zu nehmen sein wird. Zu suboptimal haben wir anderen drei gespielt und zu perfekt lief es für ihn. Trotz aller Gefälligkeit des Spiels, liegt doch die Schwäche in der überaus niedrigen Interaktion und im recht mühsamen Überblicken der Aktionen. Hier sollte Jeff noch einmal den Hebel ansetzen.

Übrigens, für Pergamemnon gibt es jetzt eine Übersichtskarte, die die Folgen eines Gefechts zeigt (samt der Möglichkeit, welche die Erweiterung bietet). Die Erweiterung wird wohl in 6 Wochen verfügbar sein.

Freitag, 13. Juli 2012

Urlaubsstimmung

... herrschte in der Spielwiese vor. Michael zieht es in die Stille, was aber nicht heißt, dass der Laden verwaist wäre. Dank seiner vielen Helferinnen :-)

Auch Peer nutzte seinen letzten Tag, bevor er Richtung Schottland verschwindet.
Daneben waren noch Rolf, Jeff und ein neuer Autor, der ursprünglich aus Spanien stammt und (natürlich) Antonio heißt.

Wir starteten mit einem neuen Spiel von Jeff: einem Eisenbahnverhandlungsspiel!
Es geht darum Gleise zu bauen und Streckenaufträge zu erfüllen, wobei immer mit den Eignern fremder Abschnitte verhandelt werden muss, ob die Strecke abgefahren wird. Das funktionierte vom Ansatz her gut, allerdings läuft die Bauwut zu ungezügelt ab. Diverse Details benötigen ebenfalls noch reichlich Bearbeitung. Eigentlich eine Gattung Spiel, um die ich einen Bogen mache, weil ich beim Verhandeln einfach zu gutmütig bin.

Danach tauchte ein Pressemensch auf, der für den Tagesspiegel einen Bericht schreiben will. Er machte sich reichlich Notizen, viele Fotos und sprach mit anderen Gästen der Spielwiese, bevor er bei Peers Spiel sogar mitspielte.

Peers Irlandspiel, das schon lange auf Eis lag und nun mit Überarbeitung einen neuen Versuch startete. Jeff befasste sich etwas mit Antonio, der ihm ein abstraktes Spiel zeigte und wir legten zu viert los.
Die Runden gingen ziemlich schnell vonstatten, wird doch einfach nur eine Karte gespielt und eine Aktion ausgeführt, allerdings gibt es vieles zu beachten: Die Reihenfolge und der Bereich, in dem ich mich engagieren will. Das sind oft knifflige Entscheidungen, zumal es diverse Siegbedingungen gibt, die es zu beachten gilt. So hatten wir es, dass 3 Leute hätten gewinnen können... Zufall, oder ausgewogenes Spieldesign? Auf jeden Fall sehr spannend. Vielleicht bekommt er noch die Unübersichtlichkeit auf den Spielplan in den Griff...
Leider war's das dann schon wieder.

Montag, 9. Juli 2012

Spontanspielen

Da wir anfangs noch zu zweit waren, ging es darum, nochmal die neuen Völker der Pergamemnon Erweiterung zu testen. Jeff startete mit den Germanen und hatte keinen guten Stand gegen meine Ägypter. Möglicherweise ist der Mangel an eigenem Charisma doch etwas zu heftig.

Nachdem wir fertig waren, klingelte es auch schon an der Tür und Alex und Nick tauchten noch auf, um unsere 4er Runde zu komplettieren.
Jeff hatte sein Modelleisenbahnspiel (wieder einmal) komplett überarbeitet, nachdem der letzte Test doch eher ernüchternd verlaufen war. Das ließ ihm verständlicherweise keine Ruhe. Diese Änderungen haben bei dem Spiel auf jeden Fall wieder für mehr Tiefgang und interessante Entscheidungen gesorgt. Das konnte wirklich Gefallen und ist möglicherweise jetzt endlich auf dem richtigen Gleis.

Den Abschluss machte mein Pandora Titania, das letztes Mal zwar funktionierte, aber sich von vielen anderen Spielen nicht so abheben konnte, dass das Alleinstellungsmerkmal wirklich gegeben war. Von den vielen Anregungen hatte ich ein paar umgesetzt und siehe da: es war wirklich schon um einiges besser.
Nick fuhr eine perfekte Mischstrategie, bei der auch noch fast immer das Timing stimmte und so sollte er mit ziemlichem Abstand den Sieg holen. Wir anderen 3 bewegten uns innerhalb von 8 Punkten in einem engen Feld.
Einiges an der Verwaltung wurde schon eingestampft und die Grundabläufe scheinen zu passen. Jetzt geht es ums Feintuning... die verschiedenen Bereiche alle attraktiv zu halten und bei den etwas zähen Verschiffungen/Handelskarten für mehr Dynamik und Durchlauf zu sorgen. Grundsätzlich war das sehr zufriedenstellend für den Moment.

Gerade sind die fertig gedruckten Anleitungen zur neuen Ziegenerweiterung für Peloponnes hier eingetroffen, also kann die Erweiterung hier erworben werden...

Dienstag, 26. Juni 2012

EM-Pause

Nach 3 Wochen intensiven EM-Guckens, machten die Kicker mal eine Pause... zum Wohle der Fußball- und Brettspieler.
Endlich bekamen wir mal wieder eine komplette Runde zusammen und mit Ronny, der wie Rolf bei Lookout aushilft, einen neuen wertvollen Mitspieler hinzu. Mit Olaf und Jeff waren wir zu fünft und testeten erstmals eine komplette Runde meines neuen “großen” Brettspiels: Pandora Titania.
Lange hatte ich mit mir selbst Testgespielt und etliches geändert, bis ich es als Reif für einen richtigen Test erachtete. Mir war klar, dass nicht alles perfekt harmonieren konnte, aber generell waren die Abläufe schon flüssig. Der Bruch zwischen den beiden Haupttaktiken wurde bemängelt und auch ein paar Elemente, die nur als “Chrom” bezeichnet werden konnten. Nach gut 90 Minuten inklusive Erklären waren wir durch und nur ein grober Fehler meinerseits bescherte Rolf den Sieg. Wir diskutierten noch eifrig über mögliche Änderungen und einige davon werden tatsächlich noch Einzug halten. Ich bin über die weitere Entwicklung selbst gespannt.
Jeff war ebenso fleißig und hatte sein Modelleisenbahnspiel heftig vereinfacht und gestrafft. Die Holzklötzchen sind weggefallen, sodass jetzt alles mit den Handkarten gespielt wird... was vom Ansatz her ein guter Gedanke ist. Leider war die Interaktion sehr gering... man nimmt nicht teil an den Zügen der Anderen - sie beeinflussen so gut wie gar nicht meinen nächsten Zug... bis auf das Wegkaufen eines Gebäudes kann da nichts passieren. Auch hier diskutierten wir noch eifrig und sammelten Ideen. Jeff wird sicher auch eigene Gedanken haben, damit er hier weiter vorwärts kommt.
Und Mittwoch wieder Fußball gucken :-)

Dienstag, 5. Juni 2012

Berliner Spiele

Ein Spieletreff außer der Reihe sollte das heute sein und wir waren in der perfekten Besetzung zu viert.
Endlich hatte ich die Chance Peers Singapore zu spielen. An den Prototyp damals konnte ich mich quasi überhaupt nicht mehr erinnern.

Rund für Runde wählt man ein bestimmtes Gebäude und bringt es auf den Spielplan. Die Bauplätze werden stets vom punktemäßig hintenliegenden Spieler bestimmt und kosten unterschiedlich viel Geld.
Durch Wege werden die Gebäude verbunden und wenn man dann an der Reihe ist, kann man bis zu 3 Schritte mit seiner Figur laufen und insgesamt 3 unterschiedliche Gebäude nutzen.
Ein schöner Kniff sorgt dafür, dass zwar der Startspieler die erste Wahl bei den Gebäuden hat, aber seinen Zug komplett zu Ende ausführt und somit nicht die neuen Gebäude der anderen Spieler nutzen kann. Ein weiterer schöner Mechanismus ist der „illegale Sack“: jedes mal, wenn man ein illegales Gebäude baut oder nutzt, muss man einen Stein aus dem Sack ziehen. Ist es ein schwarzer Stein, geschieht nichts weiter, bei einem weißen muss der mit den meisten schwarzen Steinen (und gelben Waren) für jeden Stein Geld bezahlen und die Steine zurück in den Sack werfen. Reicht das Geld nicht aus, zahlt man mit Punkten, was empfindlich sein kann.
An Singapore ist das Erstaunlichste, wie wenig Regeln nötig sind und welche Spieltiefe sich dadurch trotzdem entwickelt. Bemängelt wurde von den Mitspielern, dass eine Person alle Bauplätze bestimmt und dass man mit seiner einen Figur sehr eingeschränkt ist im späteren Verlauf, welche Gebäude man noch erreichen kann. Dazu sorgte ein Spielfehler meinerseits dazu, dass der spätere Sieger als einziger eine zweite Figur einsetzen konnte. Ich selbst hatte auch zu früh meine Steine und Geld verbraten, bevor die richtig guten Gebäude auftauchten.
Sicher nicht Peer's bestes Spiel, aber trotzdem interessant genug, um es noch einmal zu probieren und zu sehen, wie es sich da entwickelt.

Zweites Spiel des Abends war Pala von Jeff erschienen auf Cambridge Games Factory – einem kleinen US-Verlag, der lange gebraucht hatte, die Übersichts- und Biettafeln zu produzieren. Jetzt ist es aber endlich verfügbar und weil ich mich gerade dran machen wollte, die Deutschen Regeln dafür zu schreiben, wollten beide Versionen (Pointillism und Impressionism) gespielt werden.
Ich kannte davon nur eine Version und das auch nur im Groben, da der Verlag doch einige Änderungen vorgenommen hat.

Pointillism erinnert doch an andere „Stichansage“ Spiele, wie Wizard und Canyon, allerdings ist der Grundmechanismus des Grundfarben/Mischfarbenspiels gänzlich neu und sehr originell.
Die zweite Version, bei der es darum geht Punkte zu vermeiden war das eigentliche Spiel, das bekannt war. Wir spielten ein paar Durchgänge und schon war die Zeit wie im Fluge vergangen.

Inzwischen ist die Regel übersetzt und das Spiel kann bei mir im Shop erworben werden: http://irongames.de/onlineshop/

Dienstag, 29. Mai 2012

Spielen in der Heimat

Wieder einmal zog es mich nur unweit der Französischen Grenze zum Spielen. Nur überschaubare 3 Leute sollten wir sein, aber das ist nebensächlich. Natürlich wollten die beiden wissen, was ich neues auf Lager habe und wir testeten mein neues Kartenspiel Pannonia. Ich glaube, es sollte das erste Mal sein, dass ich als Sieger vom Tisch gehen könnte. Die Dreierbesetzung ist sicher nicht die Beste, aber das Spiel fand trotzdem großen Anklang. Die neuerliche Absage vom Verlag: wir haben bereits so viele Kartensammelspiele... könnte niemand so richtig nachvollziehen. Da hat der Redakteur wohl nur die ersten 3 Zeilen der Spielregel gelesen.

Im Anschluss musste noch einmal Trajan zeigen, ob es wirklich kein überfrachtetes Spiel ist. gute 2 Stunden rangen wir um Punkte und vor allem mit der optimalen Verteilung der eigenen Steine auf dem Tableau.
Danach war die einhellige Meinung (auch von dem einen Neuling): tolles Spiel!

Weil wir danach nur noch zu zweit waren, ergab sich die gute Gelegenheit Targi zu testen. Wir platzieren unsere Figuren und nutzen damit zum einen die direkten Felder und zum Anderen die Felder der Figurenschnittpunkte. Dabei sammeln wir Waren, erwerben Karten, die Punkte bringen und Vorteile während des Spiels. Weitere Punkte ergeben sich über Tausch und durch komplettieren von 4er Reihen in der Auslage.
Es ergibt sich ein spannendes Ringen um Plätze und Punkte, das vielleicht einen Tick zu lange geraten ist. Für die Kosmos 2er Reihe ein Supervertreter und neben Rapa Nui ein zweiter Volltreffer im aktuellen Spielejahr.

Am nächsten Tag sollte ich meinen Grafiker Matthias Catrein treffen zum einen, um uns über die aktuellen Projekte zu unterhalten (ich bekam vorab wieder einmal phantastische Grafiken zur Pergamemnon Erweiterung zu sehen) und zum anderen die beiden neuen Völker dieser Erweiterung zusammen mit den neuen Fähigkeiten zu testen. Möglicherweise sind die Germanen einen Hauch zu stark und wenn man diese aufgrund ihrer besonderen Fähigkeit nicht angreift, dann ist das weniger optimal.

Nach einem Blick hinter die Kulissen des "Ateliers" zeigte ich Matthias und seiner Frau mein geplantes Projekt womöglich fürs nächste Jahr. Leider war nicht mehr drin außer Anspielen, aber das half mir bereits noch weitere Verbesserungen vorzunehmen.