Montag, 11. April 2011

Schwarzer Mittwoch

Treffen bei Peer bedeutet immer Neuheiten kennen lernen. Heute sollte es zunächst der Schwarze Freitag sein, ein Börsenwirtschaftsspiel, bei dem allerdings das Geld nur Mittel zum Zweck ist. Der Sieg wird über Gold- und Silberbarren entschieden.

Die Aktionen sind denkbar einfach: entweder Aktien (in Form von kleinen Holzkoffer) kaufen, oder verkaufen oder Silberbarren kaufen. Die Kurse der 5 Aktien werden auf einem großen Zahlengitter angezeigt. Preise für Silberbarren, diverse Verkäufe/Käufe in verschiedenen anderen Leisten. Jeder Kauf/Verkauf zieht bestimmte Verwaltungsaufgaben nach sich, die weder intuitiv, noch leicht zu merken sind. Ständig versuchen die Spieler daran zu denken, was denn noch verwaltet werden muss und ob nicht doch noch etwas vergessen wurde... DAS NERVT und zwar gewaltig! Diese vielen kleinen Regeln machen ablauftechnisch zwar Sinn, sind aber eben einfach nur Regeln.

Das Spiel an sich würde wirklich Spaß machen, wenn ein Computer die Verwaltung übernehmen würde. So ist die Geschichte eine abstrakt trockene anstrengende Angelegenheit.

Zweites Spiel war Intrigo von Hazgaard Editions (Frankreich).
Wir repräsentieren eine Adelsfamilie in Venedig und versuchen mit unseren Karten die Nachbarorte so zu beeinflussen, dass wir dafür Gold, oder bestimmte Gegenstände erhalten. Die Orte liegen in einem Rundkurs aus. Zwischen zwei Orte passt immer ein Adliger. Besondere Adlige erlauben ziemlich dreiste Aktionen, das kostet allerdings und wird später immer teurer.
Gewinner ist, wer jeden Gegenstand einmal oder einen Gegenstand 4 Mal sammeln konnte. Den Anfang einer Runde macht ein... Ja was wohl? Natürlich ein Draft-Mechanismus (eine Karte behalten und die anderen weitergeben, bis jeder 4 Karten hält). Dann werden diese Karten reihum ausgespielt.

Anfangs dachte ich: das kann ja nur völlig chaotisch werden mit den ganzen Sonderkarten, hielt sich dann aber doch im Rahmen, dadurch dass Gold knapp ist, die Plätze limitiert und die Sonderkarten teurer werden.

So muss man gerade gegen Ende höllisch aufpassen, wer kurz davor steht zu gewinnen. Das Ganze ist sehr ansprechend gestaltet und dauert nach Rundenzahl 30-45 Minuten. Sehr schöner... Na ja - Geheimtipp.

Leider war’s das schon wieder, weil wir uns mit dem Schwarzen Freitag so lange aufgehalten haben (Abbruch nach Spielregelfehler und Neuanfang).

Dienstag, 5. April 2011

Internationales Flair

Falls jemand einen Blogeintrag von mir vermisst hat: leider hat sich meine Festplatte verabschiedet und man kann sich sicher vorstellen, welcher Aufwand nötig ist, um das wieder hin zu bekommen. Zum Glück werden seit ner Weile alle wichtigen Dateien gesichert :-)

Anfangs waren wir nur zu dritt. Sebastian (Zuspieler) hatte ein eigenes Spiel dabei, welches ihm eine Hochzeitsplanungsagentur quasi bereits abgekauft hat - um dieses einfache Spiel als Giveaway verteilen zu können.

Natürlich müssen auch einfache Spiele getestet werden. Die Spieler bekommen zu Anfang eine Farbe zugelost, die sie aber nicht offenbaren sollen. Durch Bewegungsaktionen geht es dann darum, möglichst seine Farbe weit nach vorne zu bringen. Gibt man sich aber zu früh zu erkennen, bremsen einen die anderen Spieler aus und außerdem kann man einen Tipp abgeben. Dafür erhält man noch die Hälfte der Punkte (sollte der Tipp richtig sein).
Anfangs dauerte es etwas, bis das Spiel Fahrt aufnahm. Hinten raus entpuppte es sich dann doch als relativ spannend. Mit ein wenig Feinschliff sollte das zu machen sein.

Danach hatte Jeff ein neues (altes) Spiel mitgebracht: Iko Iko. Ich erinnere mich noch wage an unsere damalige Testrunde. Gut - dieses hier war ja von Grund auf überarbeitet. Durch Platzieren von Würfeln melden wir Ansprüche auf Plättchen an, die sich in einzelnen Stadtvierteln befinden. Die Plättchen zeigen Teile eines aufwändigen Kostüms, das man möglichst komplettieren soll. Außerdem erwirbt man noch Fähigkeiten (Tanz, Gesang...), um sich mit den anderen Spielern messen zu können. Zudem kann man noch eine Parade abhalten, wodurch man eigene Zuschauer auf den Wegen platzieren kann, was punktemäßig einträglich sein kann. Leider hakte es an mehreren Ecken: Der Plan war viel zu unübersichtlich, der Ablauf zu träge und zäh und die Restriktionen beim Platzieren der Würfel zunehmend anstrengend. Trotzdem gab es auch viel positives, so dass Jeff zuzutrauen ist, den richtigen Hebel anzusetzen.

In der Zwischenzeit wurde es sehr international: Mariano (What's your Game?) tauchte mit Begleitung aus Italien auf und noch ein weiteres Pärchen gesellte sich an unseren Tisch, wo er frisch aus Schweden nach Berlin gezogen ist.

Wir splitteten uns auf für ein weiteres Spiel: mein Partacus, gerade von den externen Tests zurück gekommen sollte einer Dreierrunde standhalten. Es ging vor allem darum zu testen, ob es wirklich zu leicht ist Rom zum Sieg zu verhelfen. Ich spielte gezielt auf Roms Gewinn und sollte in der Tat kaum Probleme haben. Hier wartet noch etwas Arbeit auf mich, das Ganze ausgeglichener zu gestalten.
Mariano hatte auch noch einen zugegebenermaßen recht guten Namensvorschlag für das Spiel, denn Partacus wollte nicht so wirklich gefallen. Ich schlafe mal noch eine Nacht drüber.

Mittwoch, 23. März 2011

Der Gast von der Küste

In einer für Montag ungewöhnlich vollen Spielwiese, hatten wir einen Gast, der direkt aus Rostock gekommen war, um uns sein Spiel vorzustellen.

Ein großes Werk, epischen Ausmaßes. Deshalb mussten wir uns den größten Tisch sichern. Sogar 6 Leute hatte die Autorenrunde dabei und Marvin, so heißt der "Gast", beschränkte sich aufs Beobachten und Anleiten. Der Rat von Andoria heißt sein Werk.
Wir bieten auf zufällig ausliegende Gegenstände, Tiere, Berufe, Werkstoffe, errichten Gebäude, die Einkommen geben und schaffen Wohnraum, um wieder freie Arbeiter zur Verfügung zu haben. Marvin hat sich sichtlich Mühe mit der Gestaltung gegeben, allerdings waren klare Regeln weniger vorhanden. Es gab keine richtige Spielreihenfolge und so war Chaos vorprogrammiert. Eine große Übersichtstafel zeigte Kosten und Nutzen der Gebäude an. Bei Jahreswechsel müssen sich die Spieler einem Angriff von Außerhalb erwehren... Also thematisch sehr dicht... Zu dicht. Das Spiel erinnerte an die Echtzeit PC Spiele wie Siedler, Age of Empires... Es ist klar, dass es sehr schwer ist, so etwas in ein Brettspiel zu packen, ohne die Spieler zu Überfordern und sich in friggeligem Handling zu verlieren. Bei Spielen wie Le Havre oder aktuell Sid Meyers Civilization wurde Ähnliches hervorragend gelöst.

Nach einigen Durchgängen konnten wir Marvin (so hoffe ich) wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Er war auch sehr dankbar und zufrieden, über diesen Test und die konstruktiven Vorschläge.

Ich hatte mein Ikarus von einem Verlag zurück bekommen und ein paar Änderungen vorgenommen; das galt es zu Testen.
Leider versuchte keiner, seinen Motor zu Verbessern, denn das wäre wichtig zu sehen für die Spielbalance. Ansonsten gab es hoch Handlingprobleme und die Sache mit dem dreimaligen Überfliegen der Sehenswürdigkeiten stellte sich als etwas öde heraus. Ich sitze bereits dran, Änderungen vorzunehmen und umzusetzen.

Neue Eindrücke zu K2 gibt's hier

Donnerstag, 17. März 2011

Schmale Autorenrunde

Wenigstens Peer und Jerome wohnten unserer Autorenrunde bei.

Ich hatte mein Aral'sk überarbeitet. Vor allem Jeromes Kritik: I wanna play! Hatte mir zu denken gegeben. Er hatte recht - zu oft findet eine Aktion wegen Überbietens nicht statt, außerdem herrschte durch das Ziehen aus dem Beutel ein zu großes Glücksmoment, was auch dazu führen konnte, dass zwischen 30 Minuten und 120 Minuten jede Spieldauer eintreten kann.
Das alles konnte ich entschärfen und es war bei weitem schon besser. Leider war die "Fischen"-Aktion viel zu mächtig. Das zeigte sich schon nach ein paar Runden. Zudem passierte auf dem Wasser zu wenig. Es war nicht sonderlich wichtig, wann man eine Aktion ausführt. Trotzdem, ich weiß um die Stellschrauben.

Zweites Spiel sollte Peers Viva la Revolution sein. Er hatte das Spiel geschlagene 2 Jahre bei Verlagen unterwegs und nun galt es zu sehen, ob das Spiel noch auf der Höhe der Zeit ist. Das Wählen der Personen in die Ämter, das Intrigieren, das Verteilen der Gelder und das Verhandeln sind auf jeden Fall auf der Höhe der Zeit - mehr noch, es strotzt vor Interaktion und wirkt auch heute noch äußerst originell. Da sollte sich sicher ein Verlag für finden, auch wenn es nicht ganz mein Spiel ist.

Zu guter Letzt hatte auch Jerome etwas Neues fertig. Irgendwie scheint er keine Namen für seine Spiele zu haben, aber was sind schon Namen, wenn die Spiele überzeugen können.
Dieses Mal gilt in jeder von vier Jahreszeiten eine andere "Währung" mit der man auch dann nur in dieser Jahreszeit einkaufen darf. Zur Verfügung stehen diverse Industrien, Gleise, Waren oder Multiplikatoren davon fürs Spielende. Dazwischen sollen die Spieler mit Währungskarten handeln und tauschen. Leider entpuppte es sich als zu leicht, die Industrien etc. zu erwerben, sodass man zu selten Handeln musste. Trotzdem, die Grundgedanken wirkten wieder einmal interessant und überzeugend.

Freitag, 11. März 2011

Wer den Berg besteigen will, muss Opfer bringen

Nach längerer Zeit sollten endlich 2 Neuheiten vor mir auf dem Tisch liegen: Offrandes (Offerings) und K2.
Offerings wurde von einem französischen Kleinverlag Ludonaute veröffentlicht. Dafür besticht es mit tollem Material: Massig Holztiere (Ochsen, Schafe, Ziegen, Hühner und Schweine, die allerdings beim vorliegenden Exemplar fehlten), schöne dicke Plättchen, Münzen, diverse Spielpläne und Standardmarkierungsscheiben.
Es gilt über Versteigerungen in den verschiedenen Bereichen vorwärts zu kommen. Thematisch befinden wir uns in der Antike und wollen den Göttern möglichst viele und wertvolle Tiere opfern, um dafür mit Punkten belohnt zu werden. Die Entwicklungsstufen in den Bereichen bestimmen dann welche und wie viele Tiere ich an welchem Altar opfern darf.
Das ist wahrlich wohldurchdacht, besitzt allerdings null thematisches Flair. Die Versteigerungen bieten sehr viel Grübelpotenzial (was will ich versteigern und wann biete ich wie hoch), so ist es nicht verwunderlich, dass wir anstatt der angegebenen 60 sogar knapp über 120 Minuten lagen. Ein detaillierterer Ersteindruck folgt noch.

Da wir noch Energie hatten, wollte der K2 bestiegen werden.
Die Spieler verfügen über zwei Expeditionsteilnehmer, die sie über Handkarten bewegen und ihre Ausdauer erhöhen können. Wetterkarten sorgen für Modifikationen, allerdings ist immer eingewisses Maß an Tagen vorhersehbar. Ein kleiner Unsicherheitsfaktor bieten Negativplättchen, die der Spieler treffen, der die wertvollsten Karten in einer Runde ausgespielt hat. Man kann zusätzlich ein Zelt errichten, um sich besser zu akklimatisieren. Mit das wichtigste Element sind die Blockaden: es darf immer nur eine bestimmte Anzahl Expeditionsteilnehmer auf einem Feld stehen. Hier muss man zum einen das Mitspielerchaos und zum anderen die Spielreihenfolge bedenken.
Ich hatte mich da etwas zu früh in Richtung Gipfel aufgemacht, sodass mir ein Expeditionsteilnehmer erfroren ist. Der andere sollte es dann aber schaffen. Für den Spielsieg ist es aber wichtig, mit beiden Leuten weit oben im Spiel zu bleiben. Sehr spannend und wirklich gut, thematisch umgesetzt gibt K2 einen hohen Standard für Bergsteiger- und Expeditionsspiele vor, von denen es nur wenige gibt, die allesamt (noch) nicht überzeugen können... Hier rede ich auch von Prototypen, die in der Vergangenheit auf dem Tisch lagen.

Dienstag, 8. März 2011

Journalisten geben sich die Klinke in die Hand

Unser Testmontag stand ganz im Zeichen zweier Interviews, die Jeff und ich geben sollten. Zuerst fragte uns eine Journalistin von der Taz detailliert über das Spieleentwickeln aus (sie schreibt einen Artikel über die Spielwiese mit allen Facetten). Währenddessen kam ein weiterer Journalist hinzu (von der Morgenpost glaube ich), der über mehrere Spielecafes von Berlin berichten möchte, so natürlich auch über die Spielwiese. Hier waren die Fragen etwas anderer Natur, aber es drehte sich dennoch ums Spieleerfinden. Sein fleißiger Fotograf wollte uns dann auch beim Spielen ablichten, woraufhin wir Jeffs Nieuw Amsterdam aufbauten und loslegten. Sicher an die 100 Bilder wurden während unserer ersten Spielzüge geschossen. Da sollte doch was brauchbares bei sein.

Widmen wir uns den beiden Tests: Jeff hatte weitere kleine Änderungen vorgenommen, die das Spiel kaum merklich veränderten, aber im Detail eleganter wirkten und es bestätigte sich, dass man nun mit jedem der drei Wege eine Siegchance zu haben scheint. Ein weiterer wichtiger Test auf dem Weg zum veröffentlichten Spiel bereits diesen Oktober. Man darf gespannt sein!

Jerome arbeitet noch an einem neuen Spiel, wurde aber nicht rechtzeitig fertig und so konnte ich ein brandneues Spiel auf den Tisch bringen, an dem ich vergangene Woche getüftelt hatte.

Sein Name ist Aral'sk und handelt vom austrocknenden Aralsee durch die maßlose Bewässerung von relativ unfruchtbarem Boden, um die Getreide- und Baumwollplantagen zum Gedeien zu bringen. Es war klar, dass das Spiel noch Probleme zeigte - und zwar in allen Bereichten. Die einzelnen Mechanismen aber boten gutes Potenzial für Spielspaß. Nach einigen ersten Anregungen sitze ich bereits wieder an den Änderungen.

Montag, 28. Februar 2011

Oldies but no goldies

Diesen Freitag bei Jeff sollten einfachere Spiele im Fokus stehen, da mit Sarah, einer Praktikantin des Familienzentrums eine etwas unerfahrenere Spielerin mit von der Partie war. Man will ja keinen ausschließen.

Wir starteten mit Fiasko aus dem Jahre 1997: von einem Kartenstapel zieht man immer eine Karte. Alternativ kann man seine gesammelten Handkarten werten, aber nur jede Kategorie einmal. Zu dumm, wenn eine der untergemischten Sonderkarten zum Vorschein kommt, die sagt, dass man all seine Handkarten abgeben muss, oder eben alle anderen Spieler. Welch eine Schadenfreude!

Tja, es gibt einige andere Spiele, bei denen das Risiko (nehme ich noch eine Karte, oder werte ich lieber gleich) sehr schön umgesetzt wurde (Kleine Fische…), aber hier beschränkt sich das Spiel auf teilnahmsloses Hoffen und Bangen.
Kann ja nur besser werden.

Zweites Spiel war Gaunertrio vom fleißigen, aber unterbewerteten Autor Heinz Meister.
Ein Spieler legt eine Gaunerkarte und gibt die Zahl der Übereinstimmungen zu seiner Handkarte (0-2) preis. Die anderen Spieler sollen herausfinden, um welche Handkarte es sich handelt. Entweder man wartet, bis genügend ausliegende Karten, sowie Hinweise die Handkarte zweifelsfrei identifiziert, oder man riskiert etwas, damit man der erste ist, der die Handkarte identifiziert. Das Ganze erinnert stark an Mastermind - wenn das kein "running Gag " ist Herr Meister… Also der Name ist bei allem Wohlwollen hier nicht Programm.

Da Jeff noch ein ungespieltes Der Turmbau zu Babel zu liegen hatte, wollte das einhellig probiert werden. Meine einzige Partie liegt schon Jahre zurück und danach wurde das Spiel als Schwach abgehakt und aus meinem Gedächtnis gestrichen. Man will ja kein Spielverderber sein und gibt dem Ding noch eine Chance.

Das Ringen um die Plätze auf dem Spielplan und das Sammeln von Chips ist zwar mit einigen Zwängen verbunden und gerade das Anbieten von Karten bzw. das Akzeptieren eines Angebots ist mit reiflichen Überlegungen verbunden. Eigentlich spricht einiges für das Spiel und trotzdem wirkt es kalt, trocken und öde - schleppt sich aufs Spielende zu und weiß nicht zu überzeugen. Meine Meinung von damals hat sich durch die neuerliche Runde nicht geändert.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Dreigestirn

Mit Jerome und Jeff sollten wir zu dritt sein.

Nach seinen Änderungen wollte noch einmal Jeff's Niew Amsterdam getestet werden. Die Verschlankungen haben dem Spiel sichtlich gut getan, sodass wir mit auffrischender Erklärung die 120 Minuten halten konnten. Leider hatte eine ungünstige Konstellation Jeff einen leichten Sieg geschenkt, aber man hat nun wirklich das Gefühl, dass jede Gewinnstrategie aufgehen kann.

Ich hatte unter der Zeit ein wenig an einem neuen Würfelspiel namens Economist gebastelt. Die beiden erklärten sich bereit zum ersten Test. Für mich bedeutete das: entweder funktioniert das Spiel zum Großteil bestens, oder es macht sich Langeweile breit. Leider war eher letzteres der Fall. Nun gilt es das Spiel von Grund auf neu zu gestalten und den Kernmechanismus mitzunehmen - das wird seine Zeit benötigen.

Den Abschluss bildete ein weiteres Kartenspiel von Jerome.
Dieses Mal verschlägt es uns in die europäischen Königshäuser des Mittelalters. Unsere Personen wollen verheiratet werden, um beim Tod der Eltern möglichst ein Stück Land zu erben. Wie auch bei Jeromes letzten Kartenspielen, beinhaltet das aktuelle Werk einen Verhandlungsmechanismus. Sodaß dieses Kartenspiel ebenfalls im Kern überzeugen kann. Leider ist die erste Spielrunde noch eine Art Vorbereitungsrunde und der Hauptkritikpunkt ist das unbefriedigende Spielende. Man weiß genau, wann Schluss ist und so platziert man seine Personen nur noch, um bei der Schlusswertung zu Punkten...
Uff - viel zu spät ist es wieder geworden, aber das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen.

Montag, 14. Februar 2011

Braucht man immer eine Überschrift?

Heute Abend bei Jeff - das bedeutet immer Wundertüte, wie viele Leute denn eintrudeln.
Normalerweise ist ja die Freitagsrunde Prototypenfreie Zone, aber weil wir Montag nicht dazugekommen sind, wollten wir heute nachholen Jeffs Niew Amsterdam, das für Essen 2011 angekündigt ist noch mal Probezuspielen.
Es geht darum zu schauen, ob die Möglichkeiten ausbalanciert sind, oder ob eine Strategie bevorteilt ist.
Näheres kann ich hier nicht publik machen, nur soviel, dass es Jeffs anspruchsvollstes Spiel bislang ist und wirklich tolle Mechanismen mit starkem Thema beinhaltet.
Bleibt zu hoffen, dass der Verlag trotz der vielen geplanten Essenneuheiten die redaktionelle Arbeit für die einzelnen Spiele ernst genug nimmt.

Nach dem Eintreffen von Alfred starteten wir auch gleich zu dritt durch.
Danach trudelten doch noch weitere Besucher ein.

Was spielt man aktuell vernünftigerweise in größerer Runde? Na klar - 7 Wonders.
Ich kann wirklich nicht genug davon bekommen und kann Kritiken die den hohen Glücksfaktor bemängeln nicht nachvollziehen. Ein Spiel, das nicht den strategischen Anspruch eines Civilization hat, darf gerne eine Spur seichter sein, wenn es dazu so herrlich downtimelos Spaß bereitet.

Als Absacker versuchten wir uns noch einmal an Pueblo, da Jerome ein bekennender Liebhaber dreidimensionaler Bauspiele ist. Er bemängelte, dass dem Spiel ein Thema übergestülpt wurde, sonst war er genauso angetan, wie wir Rest.

Neue Eindrücke zu Regatta gibt's hier

Mittwoch, 9. Februar 2011

Neues Blut

Nach Jerome, der unserer Montagstruppe nun bereits zum dritten Mal beiwohnte, waren nun wieder zwei neue Spieleautoren vor Ort. Die beiden sind aus Berlin und wollten uns ihr erstes Werk vorstellen. Bereits 5 Jahre feilten sie daran und optisch sehr ansprechend gestaltet wollen wir den Mount Everest besteigen.

Über mehrere Einzeletappen, die lediglich eine Art Vorbereitung sein sollen für den finalen Gipfelsturm.
Nach knappen 2 Stunden brachen wir ab und unterhielten uns über das Spiel.
Thematisch sehr dicht, aber auch mit vielen kleinen Regeln überladen ist das eigentliche Geschehen überwiegend zufallsgesteuert und bietet wenig Raum für echte Entscheidungen. Hier muss man sich die Frage stellen, für wen das Spiel sein soll. Familien sind von der Dauer und Regelflut gewiss überfordert und Freaks sind die Würfel und Karten zu dominant. Man darf gespannt sein, welche unserer Tipps die beiden nun bereit sind umzusetzen.

Jerome hatte danach ein kleines Kartenspiel, das wie auch sein letztes Spiel Raum für Verhandlungen lässt. Es geht darum Beute zu machen und diese mit einem sehr cleveren Mechanismus zu Verteilen. Da man optimalerweise den "Coup" nicht alleine bewältigt, braucht man helfende Mitspieler. Das Verhandlungselement kommt hier viel klarer zum Ausdruck, weshalb das Spiel noch besser scheint, als sein letztes. Einzig das Spielende konnte nicht völlig überzeugen.

Neue Eindrücke zu Asara gibt's hier

Dienstag, 1. Februar 2011

Doppelblog

Heute will ich gleich über beide Treffen (Freitag bei Jeff und Montag in der Spielwiese) berichten.

Wir sollten nur zu zweit sein an dem Freitag. Jeff hatte Pueblo mitgebracht, nach den anderen 3D-Bauspielen den Montag zuvor. Wir spielten gleich 2 Partien, wobei Pueblo immer noch begeistern kann, wenn es auch mit mehr Spielern interessanter ist. Möglicherweise hätten wir die schwerere Variante mit den blockierten Bodenteilen wählen sollen.

Jeff wollte danach noch eine Partie Goa folgen lassen, zu der man mich nie überreden muss. Nach der zweiten Runde kamen noch 2 der "Freeze-Mädels" (wer aufmerksam mitliest, wird wissen, von wem die Rede ist).

Wir brachen das Goa ab und begannen eine 4er Runde Hamburgum. Da meine einzige Partie von der Spielemesse 2007 herrührt und Jeff auch nicht regelfest war, mussten wir uns das Spiel erarbeiten.
Wir hatten beide das Nachsehen hinter diesen beiden cleveren Mädels. Nina gewann mit Riesenvorsprung... Für mich ging es nur darum, vor Jeff ins Ziel zu kommen :-)



Unsere Montagsrunde war dieses Mal weitaus besser besucht: Jerome war wieder vor Ort, Rolf, Peer und auch Sebastian von Zuspieler mit einem Bekannten.
Wir starteten mit meinem Apetito, das schon länger nicht mehr aus meiner Schublade geholt wurde. Das Problem, dass keine Spannung aufkommt und auch kein echter Bluff bestätigten sich. Es gibt aber Ideen, wie man dem Herr werden kann.

Jerome, der letzte Woche mit einem abstrakten Bauspiel aufhorchen ließ, hatte ein Piratenkartenspiel dabei, das Ähnlichkeiten zu Meuterer aufweist. Vielleicht ist es deshalb schon so hervorragend gut, wenn auch etwas zu frei in der Verhandlungs- und Tauschphase. Jerome kannte das echte Meuterer gar nicht, umso höher ist ihm sein Spiel anzurechnen. Er bringt wirklich frischen Wind in unsere Montagsrunde.

Peer hatte sein Rennen zum Südpol wieder belebt. Geblieben sind nur Thema und die Wetterleiste. Der Rest ist total neu - Ein Deckbuilding Mechanismus, der für Vorwärtskommen und Deckverbesserung sorgt, allerdings mit zunehmender Spieldauer für Deckverschlimmbesserung... So kam es, dass wir gar nicht mehr vorwärts kamen und zusammen mit dem ebenfalls schleppenden Start eine sehr zähe Angelegenheit aus dem Rennen wurde, das wir dann abbrechen mussten. Ich denke aber, Peer wird seine Lehren gezogen haben und das Spiel anzupassen wissen, denn gegen das alte Rennen zum Südpol hat die neue Version bei weitem gewonnen.

Dienstag, 25. Januar 2011

ARTE in der Spielwiese

Heute war es soweit: der Fernsehsender Arte war vor Ort, um eine Dokumentation über den Prozess des Spielentwickelns zu drehen. Im Vorfeld wurde bereits bei Jeff zu Hause interviewt und jetzt sollte der echte Test seines Spiels "Würfelburg" (das letzte Woche noch "Siegedice" hieß) gefilmt werden, samt kleiner Diskussionsrunde danach.

Während wir noch auf die Filmleute warteten, zeigte uns Jeff ein kleines neues Partyspiel. Es geht darum, Übereinstimmungen mit anderen Spielern zu bestimmten Aussagen (z.B. Ich gehe meisten auswärts Essen) zu haben. Findet man mehr Leute, die Übereinstimmen, bekommt man Punkte. Es ist dabei von Vorteil, wenn man seine Mitspieler etwas kennt - unbekannte Personen lernt man dadurch vielleicht etwas kennen. Schöne Idee, die zum Ende noch nicht ganz ausgereift war, aber sehr viel Potenzial besitzt.

Inzwischen war das Drehteam vor Ort und rückte uns in gutes Licht.
Zuletzt mussten wir noch ein paar Schachfiguren, Backgammonsteine und "Mädn"-Pöppel bewegen... Quasi zur Einstimmung auf das Thema.
Bin mal gespannt, was die aus dem Material machen.

Danach testeten wir mein Ikarus, bevor es zur Verlagsvorstellung geht. Irgendwie werde ich immer Letzter bei dem Spiel, aber egal. Das Handling ist noch nicht optimal und die Reduzierung der Tankanzeige wird gerne vergessen. Sonst müssen noch ein paar Kleinigkeiten in den Regeln genauer erklärt werden, dann passt es wohl.

Wir hatten einen Neuberliner zu Gast: Jerome aus dem Französischen Teil Kanadas. Er ist ebenfalls Autor und will bestimmt ein Jahr in Berlin verweilen. Er hatte ein sehr interessantes abstraktes Zweierspiel dabei, welches recht hohe Anforderungen an räumliches Denken stellt. Wir hatten noch ein paar Änderungsvorschläge, bevor wir abschließend eine Partie Rumis (nicht ganz von ungefähr) folgen ließen.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Mit dem Segelboot nach Asara

Auch heute war nicht absehbar, wer und ob überhaupt noch jemand zu unserer Montagsrunde kommen sollte. Doch nicht nur Rolf, sondern auch Steffi und Rainer gesellten sich dazu.

Wir starteten mit einem neuen Asmodee Spiel: Regatta.
Jeder Spieler steuert ein Boot über einen vorher frei auf dem Tisch abgesteckten Parcours. Bewegt wird sich mit Bewegungskarten. Die Karten werden tatsächlich vor das eigene Boot gelegt und dann das Boot ans Kartenende (Pfeilspitze) gestellt. Es gibt auch Karten, die erlauben eine weitere Karte zu spielen, oder man kann einen Teil seiner Karten tauschen. Ein überaus amüsantes Spiel, das sehr viele Freiheiten erlaubt und mit ganz wenigen Regeln auskommt. Leider gibt es hier die gleichen Probleme wie mit ähnlichen Spielen (Zauberstauber...): wer das Spiel allzu ernst spielt, der findet keine Freude daran.

Asara vom Erfolgsduo Kramer/Kießling sollte danach für Spannung sorgen.
Man platziert seine Handkarten auf dem Spielplan, um dafür Turmteile zu bekommen (Sockel, Spitzen oder Mittelstücke). Diese sammelt man hinter seinem Sichtschirm, um dann daraus eigene Türme vor sich auszulegen. Dafür gibt es dann Punkte. Die Erweiterung, die gleich im Spiel implementiert ist bietet weitere Möglichkeiten an bestimmte Turmteile zu kommen.
Von der Beschreibung her klingt Asara äußerst unspektakulär. Tatsächlich handelt es sich hier um ein weiteres "Worker placement" Spiel, nur dass man hier Karten einsetzt und die erste eingesetzte Karte in einem Bereich die Farbe für folgende Karten vorgibt. Das macht den Hauptspielreiz aus und sorgt für ein Kribbeln während des Spiels. Der Rest einschließlich Wertung ist sauber designt, aber wenig innovativ (Punkte für höchste und meiste Türme) - trotzdem macht Asara komischerweise Spaß (hätte ich vorher so nicht vermutet).

Rolf wollte dann schon aufbrechen, konnte aber noch zu einer schnellen Runde Bluff überredet werden, wo ich im Endspiel mit meinem einen Würfel keine Chance haben sollte gegen die 4 Würfel von Steffi.

Ganz nebenbei war noch ein Moderator vom englischen Teil der Deutsche Welle vor Ort, der uns zum Spielen befragte, Michael zur Spielwiese und mich persönlich dann noch zum Spiele designen und Spiele Verlegen. Unser Englisch war zwar ein ziemliches Gestammel, aber der Moderator war zufrieden und meldet sich, wenn man sich den Podcast zu Gemüte führen kann (denn wer hört sonst schon Deutsche Welle?).

Montag, 17. Januar 2011

Altes im Neuen Jahr

Nach längerer Zeit war endlich mal wieder Spielen bei Jeff angesagt. Wie viele Leute dort aufkreuzen ist immer eine richtige Wundertüte. Mal waren es 16, mal auch nur 2. Heute bewegten wir uns nahe dem niedrigsten Wert.

Zum ersten Mal gesellte sich eine gewisse Doro zu uns. Da sie offensichtlich nicht so spieleerfahren war, begannen wir mit einfacheren Spielen.

Den Anfang machte Laguna von Queen Games. Ich hatte zuvor noch nie von dem Spiel gehört. Recherchen ergaben, dass das Spiel im Jahr 2000 erschienen ist und seinerzeit wohl wenig Aufmerksamkeit erwecken konnte.

Auf einem Meerstück bewegen wir unsere Flöße, die 6 Aussparungen für Kugeln haben. Manche der Meeresfelder haben Riffe bzw. Richtungspfeile aufgedruckt. Diese sorgen dafür, dass wir entweder unseren Zug beenden, oder eine möglicherweise ungewollte Richtung einschlagen sollen. Während des Zuges dürfen wir unsere Ladung (die immer aus 2 - 4 Kugeln besteht) umsetzen. Warum? Weil wir durchaus über Riffe und Pfeile schippern dürfen - sie müssen eben nur von Kugeln überdeckt und nicht zu sehen sein. In der Meeresmitte ist eine Art Abladeplatz für die Kugeln. Wer zuerst eine bestimmte Anzahl Kugeln abgeliefert hat, gewinnt. Sonst hat man eine Sanduhrlänge (30 Sekunden) für seinen Bewegungszug Zeit.

Originalität kann man Laguna nicht absprechen. Warum es wohl seinerzeit schnell auf Flohmärkten gelandet ist, dazu meine Eindrücke zu späterer Zeit.

Zweites Spiel war Tobago, mit dem man bei Neulingen nicht viel falsch machen kann… zu groß ist der Aufforderungscharakter. Jeff und Doro sollten mit derselben Punktzahl gewinnen. Ich hatte mich in zu vielen nichtseinbringenden Aktionen verzettelt, trotzdem mag ich das Spiel, bis auf die abfallende Spannung, wenn die beiden Flüche bereits durch sind.

Da Doro nun los musste, starteten wir eine Zweierrunde Goa, das Jeff immer noch nicht kannte. 2 spannende Stunden schlugen wir uns die Gewürze um die Ohren… leider viel zu selten gespielt, fand auch Jeff großen Gefallen an dem Spiel.


Neue Eindrücke zu Sobek gibt es hier

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Last before X-mas

So, zum letzten Montagsabend vor dem Weihnachtsfest waren wir zu fünft.

Wir testeten mein Pergamemnon in Vollbesetzung. Einen kleinen Schock hatte ich zu verdauen, als ich die Meldung über das neue Eggert-Spiel Pergamon vernahm – zu ähnlich sind doch beide Namen, allerdings wird das Eggertspiel ja bereits im Frühjahr 2011 erscheinen und zum Anderen geht’s komplett um etwas anderes.

Bedenken gab es vorher wegen der Wartezeiten und tatsächlich, durch die ständig wechselnde Spielreihenfolge sind manche Spieler einfach öfter dran als andere und müssen zudem noch länger warten. Hier wird ein kleiner Kniff noch Wunder wirken.
Was kurios war: die Perser, eigentlich das offensiv stärkste Volk, verloren schon recht früh mit Xerxes ihren Anführer, was eine deutliche Schwächung darstellen sollte und bereits hier klar war, dass der Persien-Spieler keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen wird. Ansonsten war die Geschichte sehr spannend und hätte auch mit einem anderen Sieg, als dem der Römer ausgehen können.

Als zweite Testrunde bestritten wir Jeffs neues Spiel, das letztes Mal noch Dragonmine hieß, nun aber der Drachen entledigt wurde. Einen neuen Namen gibt es noch.
Das Spiel wirkt nun deutlich entschlackt und kann als Familienspiel recht gut gefallen. Zu ändern gibt es vielleicht noch die Endbedingung und das Entrümpeln einiger zu schwacher Karten.

Zum Abschluss wurden noch einmal die Sieben Weltwunder errichtet und zum ersten Mal konnte Michael von der Spielwiese sogar mitspielen – sonst kam ihm immer Kundschaft dazwischen, oder es hat sich einfach nicht ergeben.
Er sollte dann sogar zusammen mit Jeff auf dem Siegerpodest stehen... ein Erlebnis war's wieder, auch wenn die Rote Laterne für mich reserviert war dieses Mal.

Ich wünsche meinen Lesern und all meinen Kunden ein fröhliches Weihnachtsfest und verspielte Festtage.

Ich melde mich möglicherweise noch mal zwischen den Jahren.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Caesar, Cleopatra und die sieben Weltwunder

Da Jeff kurzfristig absagen musste, stand ich zunächst nur mit Rolf am Autorentisch.
Die letzten kleinen Anpassungen eines meiner beiden Kartenspiele wurden nun ausprobiert. Treffend standen sich mit den Ägyptern und den Römern Caesar und Cleopatra gegenüber. Das Spiel entwickelte sich sehr schnell, was allerdings an den Eigenschaften der beiden Völker gelegen hat. Beide verfügen über reichlich Charisma, um die verfügbaren Kreaturen zügig anzuwerben. Das Gemetzel kam dabei etwas kurz. Und so schlug mich Rolf mit 20 : 19 Punkten denkbar knapp. Er bemängelte etwas, dass man nicht genau sieht, wo man punktemäßig steht, also ob man das Spiel verzögern oder beschleunigen soll. Ich finde diese Tatsache nicht unbedingt negativ.

Danach gesellten sich noch Steffi und Rainer (2 meiner Essen-Erklärer) zu uns, um 7 Wonders zu spielen. Die anderen kannten das Spiel alle noch nicht. Jeder war überrascht, wie schnell die Aktionsrunden vergingen und schon waren wir bei der Endwertung. Auch hier schlug mich Rolf mit nur einem Punkt. Trotzdem - für mich immer noch ein klasse Spiel. Ich verstehe nicht ganz, warum manche Leute zur Zeit unken, man hätte keinen Einfluss und die Entscheidungen wären trivial... 7 Wonders will kein Hardcorestrategiespiel sein. Man darf sich ab und zu mal Ärgern, einmal schütteln und schon geht's weiter. Dazu ist 7 Wonders noch so was von sexy - soviel Aufforderungscharakter muss ein anderes Spiel erst einmal haben!

Toll war's...

Neue Eindrücke zu Die Verbotene Insel (forbidden Island) gibt's hier

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Back "in de Palz"

Seit langem mal wieder ein Wochenende in meiner alten Heimat. Das wird natürlich auch zum Spielen genutzt.
Am ersten Abend weilten wir zu viert in SAP-City Walldorf. Ich hatte meine beiden Kartenspiele für 2011 dabei. Das erste wusste ich ja, dass es passt und so war es auch dieses Mal - nur, dass ich mich zu früh und alleine auf die "andere" Seite geschlagen hatte, was ziemlich in die Hose ging. Trotzdem konnte das Spiel auch dieses Mal Punkten.
Danach spielten wir mal wieder Fresko, denn zwei von uns kannten die 3 Zusatzmodule noch nicht, die aber eigentlich Pflicht sind. In der Letzten Runde war ich mit meinen Gedanken woanders, dass der sicher geglaubte Sieg noch verschenkt wurde.
Den Abschluss des Abends machte mein anderes Kartenspiel, bei dem die beiden Völker zum Einsatz kamen, die noch nicht so gut austariert schienen. Es wurde sehr spannend, aber die Perser erschienen doch noch einen Tick zu stark.

Am nächsten Abend sollte es nach Schweigen (nur unweit der Französischen Grenze) gehen.
Zu dritt starteten wir gleich mit Sobek: von einer Kartenauslage nehmen sich die Spieler eine Karte, um gleiche Sorten zu sammeln und auszulegen. Daneben gibt es auch Personenkarten, die mit Sonderfunktionen glänzen. Aus den ersten 4 Karten der Auslage darf man wählen, bekommt aber Strafkarten, wenn man nicht die erste Karte nimmt. Gegen Ende eines Durchgangs (=Kartenstapel) will man seine Handkarten loswerden, denn die kommen ebenfalls zu den Strafkarten. Hier bekommt aber nur der Spieler mit den meisten Karten auch Minuspunkte. Es wird gewertet und der nächste Durchgang beginnt.
Sehr schlank und schnell nehmen sich die Karten auf die Hand. Personen können für etwas Ärger sorgen und gegen Ende jedes Durchganges wächst die Spannung und das Kribbeln steigt. So muss ein schönes Spiel sein, auch wenn sich der Einfluss ziemlich in Grenzen hält.
Danach wollten die beiden meine Kartenspiele kennenlernen. Da ich schon so viel dazu geschrieben habe nur soviel: beide sind irre gut angekommen und ich denke, dass das eine Spiel von dem ich dachte, es wäre einen Tick schwächer, wohl doch in der gleichen Liga spielt, wie das andere... Nur vergleichen kann man beide nicht.
Da einer der beiden Mitspieler jetzt erst Hansa Teutonica erworben hat samt Erweiterung, wollte er das unbedingt kennen lernen. Kein Problem, ist es doch für mich mit Magister Navis eines DER beiden Spiele 2009.
Leider machten wir einen Flüchtigkeitsfehler: wir trugen die Siegpunkte für Cölln sofort ab, was das Spiel natürlich erheblich beschleunigte. Bei der Schlusswertung wurde uns das klar. Trotzdem hat das Spiel Anklang gefunden und es ging ja vor allem um das Kennen lernen. Da die Zeit bereits merklich fortgeschritten war und draußen Niederschläge Unheilvolles verhießen, machten wir uns auf den Nachhauseweg.
Inzwischen bin ich wieder zurück im winterlichen Berlin.

Neue Eindrücke zu Freeze findet ihr hier.

Mittwoch, 24. November 2010

Goblin Supremacy :-)

Jeff und ich, am großen reservierten Tisch? Das ist Platzverschwendung, also fragten wir Tobias am Nachbartisch, ob er joinen wollte. Da ihn sein Partner versetzt hatte, willigte er ein, allerdings wollte er unbedingt (auch) Gosu spielen... Kein Thema!

Den Anfang machte ein neues Familienspiel von Jeff: Die Spieler bewegen eine Lore in einem Stollen und schürfen Edelsteine, um sie dann zu einem möglichst guten Kurs zu verkaufen. Für ein Familienspiel ist es noch zu aufgeblasen und dauert zu lange. Hier muss Jeff noch deutliche Änderungen vornehmen, trotzdem: schöne Mechanismen und Würfel sind auch dabei.

Danach eines meiner beiden Kartenspiele, die für 2011 geplant sind. Das erste Mal hatte ich Erfolg durch bewusstes Spielen auf den Sieg Roms. Die beiden anderen ließen mich auch ziemlich unbehelligt agieren und die Vorzeichen waren ziemlich positive dafür. Tobias hat die Spieldauer etwas überschätzt und rechnete mit noch ein paar Spielrunden. Das Dreierspiel scheint also ausgelotet, jetzt geht's an die anderen Besetzungen.

Wie versprochen, versuchten wir uns jetzt an Gosu, welches in Essen sehr gut aufgenommen wurde. Die Illustrationen sind klasse und sympathisch, aber worum geht's?
Die Spieler legen Karten verschiedener Goblin - Klans aus, die ihnen positive Effekte, aber auch Stärke verleihen. Manche Karten müssen noch aktiviert werden, was in einer Runde 2 x möglich ist. Wenn alle Spieler passen, ist die Runde zuende und der stärkste Spieler erhält einen Siegchip. Wer zuerst 3 Siegchips hat, gewinnt. Ungewöhnlich scheint zunächst, dass man keinen automatischen Kartennachschub erhält. Man muss sehen, wie man Karten bekommt und hier liegt auch das Problem: man neigt dazu sich blank zu spielen und kann die Folgerunde fast nur zuschauen, oder muss warten, bis durch einen Effekt alle Spieler Karten erhalten.
Mir missfallen eigentlich Spiele, bei denen sich zig ausgelegte Karten gegenseitig beeinflussen und hier ganz besonders, denn wer kann schon die kleinen Kartentexte überblicken? Das strengt an und nervt. Taktik wird meines Erachtens nur vorgegaukelt. Man legt eben aus, was die Kartenhand hergibt und guckt, ob es reicht. Dazu kommt ein großes Maß an Willkür, da man völlig frei ist in seiner Entscheidung, wem man eine Karte vernichtet. Ich hätte es gerne gemocht, aber so konnte Gosu nicht meine Gunst gewinnen.

Neue Eindrücke zu den Minen von Zavandor gibt's hier

Mittwoch, 17. November 2010

Mit Spieleneulingen auf die Verbotene Insel

Da sich heute keine weiteren Autoren eingefunden hatten, dafür aber zwei interessierte Spielunerfahrene Damen, machten wir uns daran die Verbotene Insel zu testen. Die Englische Ausgabe ist ja schon eine Zeit alt und nun hat sich Schmidt Spiele der Deutschen Version angenommen mit richtig bemalten Figuren und herrlich stimmungsvollen Grafiken.

Das Spiel lehnt sich nicht von Ungefähr an Pandemie an, ist es doch vom gleichen Autor. Mithilfe von Plättchen wird die Verbotene Insel ausgelegt. Die Spieler starten von bestimmten Feldern. Nach und nach werden immer mehr Felder überflutet oder versinken komplett im Meer. Hier muss man aufpassen, dass man nicht komplett abgeschnitten wird, oder gar selbst rettungslos versinkt, oder der Hubschrauberlandeplatz versinkt, womit wir schon zwei Bedingungen haben, bei denen die Spieler verlieren. Die Spieler gewinnen, wenn sich in 4 verschiedenen Bereichen jeweils 4 Karten sammeln und auf bestimmten Inseln "einlösen" um eines von 4 Elementen zu bekommen. Danach gilt es gemeinsam auf dem Hubschrauberlandeplatz zu stehen und mit der Sonderkarte Hubschrauberflug davon zu fliegen.

Auch in der leichtesten Stufe ein schweres Unterfangen. Wir spielten gleich 2 Runden, da wir die erste recht unachtsam durch das Versinken des Landeplatzes verloren hatten. Das zweite Spiel sollten wir dann ganz knapp gewinnen.

Fazit: tolle Variante von Pandemie - quasi ein Pandemie "light", wenn es mal etwas schneller gehen darf und die Spieler nicht ganz so spielerfahren sind.

Montag, 15. November 2010

Die ersten echten Neuheiten

Als kleiner Aufwärmer starteten wir mit Sh't happens von Queen Games.
Die Spieler setzen ihre Würfel auf bestimmte Felder diverser Karten und erhalten dort entweder sofort einen Gegenstand, oder bei Rundenende Siegpunkte. Es gibt beim Einsetzen diverse Zwänge und so hält sich der Einfluss in Grenzen. Nach 4 Durchgängen in denen alle Kartendurchgespielt sind zählen wir unsere Punkte. Gegenstände punkten nur, wenn wir mehrere davon sammeln konnte. Ein schönes lockeres Familienspiel, allerdings in Summe nichts spektakulär aufregend Neues.

Da es inzwischen voll geworden war im Familienzentrum, mischten wir uns und die zu spielenden Spiele neu:

Was wurde nicht schon alles über dieses Spiel geschrieben? 7 Wonders, der ungekrönte König der Neuheiten 2010 und endlich sollte ich in den Genuss kommen, das Spiel kennen zulernen.

Die Erklärung der Regeln und die Vorbereitung dauert wirklich länger, als das eigentliche Spiel. Durch den „draft-Mechanismus“ der Karten und dem zugleich Auslegen der Karten ist man wirklich ständig an der Reihe. Man muss nur einerseits aufpassen, dass man noch in der richtigen Runde ist und andererseits hat man nicht wirklich die Kontrolle, ob jeder Spieler auch korrekt seine Rohstoffe abrechnet. Das gleiche „Problem“ gab's ja auch bei Peloponnes.

Der Druck nimmt gegen Ende einer Epoche merklich zu... was will ich noch alles machen, welche Karten bekomme ich noch? Und vor allem ist es ärgerlich, wenn man mehrere gute Karten weitergeben muss, weil man nur eine benutzen darf. Hier ist die Ähnlichkeit zu Fairytale gegeben, allerdings ist das 7 Wonders-setting weitaus attraktiver (für mich zumindest :-)).

Die Schlusswertung ist dann noch mal aufwändiger als das eigentliche Spiel, aber man fiebert mit, ob es reicht oder eben nicht.

Wie in anderen Spielegruppen, schoben auch wir eine weitere Runde hinterher, gerade auch weil jetzt die Bedeutung der Icons klarer war und es noch flotter von der Hand ging. Tolles Spiel!

Zweites Spiel des Abends war the Resistance. Der neue Verlag Indie Boards and Cards hat dieses Jahr gleich 3 Kartenspiele aufgeboten: The Resistance, Haggis und Triumvirate.

The Resistance liegt nun vor uns. Im Groben ist es ein kooperatives Deduktionsspiel. Anleihen zu den Werwölfen von Düsterwald sind zwar vorhanden, doch spielt sich the Resistance deutlich weniger rollenspiellastig.

Abhängig von der Spielerzahl gibt es eine bestimmte Anzahl an Verrätern und der Rest sind loyale Gefolgsleute. Jede Runde wird ein Team zusammengestellt, das eine Mission zu erfüllen hat. Erfüllen heißt dabei nichts anderes, als dass keine "scheitern"-Karte gelegt werden darf.
Sobald die dritte Mission gescheitert bzw. erfüllt wurde gewinnen entweder die Resistance- oder die Verräterspieler. Aktionskarten sorgen für zusätzliche Würze und so darf natürlich auch zwischen den Missionen ordentlich angeklagt und diskutiert werden.
Nach und nach kristallisiert sich heraus, wer ein Verräter sein könnte und wer nicht.
Wer sich auf die Diskussionen und das Setting einlässt, bekommt hier ein höchst originelles und gerade für die große Runde sehr schönes Spiel. Auch ruhigere Naturen können bei Kombinieren ordentlich mitwirken und Spaß haben. Für Leute, denen die Werwölfe zu Rollenspielartig sind, ist the Resistance als "Zwischending" absolut geeignet.

Donnerstag, 11. November 2010

Prototypen - keine Neuheiten

Heute waren wir wenigstens zu dritt und wenn nicht plötzlich so ein Ansturm eingesetzt hätte, dann hätte sogar Michael dem Vergnügen frönen können.

Jeff hatte sein neues Spiel Siege Dice dabei. Die Spielschachtel ist hier kunstvoll integriert... Und wie! Man schnippt Würfel von bestimmten Startfeldern, um wiederum bestimmte Felder zu erreichen, oder Ritter "umzuschnipsen". Soweit klingt das nicht viel anders als Tumblin Dice, allerdings kommt es hier weniger darauf an, was die Würfel zeigen, als vielmehr wo sie zu liegen kommen. Eine kleine taktische Komponente kommt hinzu, denn man würfelt zu Beginn seine ganzen Würfel und kann fast nur mit den Würfeln punkten, die man noch nicht zum Schnipsen eingesetzt hat. Von daher... Tolles Spiel und ich kann jedem Verlag, der einfache Spiele mit attraktiver Ausstattung produziert, hier mal anzuklopfen.

Als nächstes war mein neues "P"-Spiel noch einmal an der Reihe, oder besser gesagt gleich zweimal, denn eine kleine Änderung konnte so gleich umgesetzt werden. Die endgültigen Regeln scheinen sich langsam zu verfestigen. Die Hauptaufgabe besteht jetzt darin, das Spiel in jeder Besetzung spannend zu machen. Hier kann ich sehr gut mit mir alleine Testen.
Kurz war's, aber trotzdem hilfreich. Ich freue mich auf erste richtige Neuheiten am Freitag.

Neue Eindrücke zu Derringer

Dienstag, 2. November 2010

(noch) wenig Neues

Nachdem ich leider nur kurz in die "After Essen Party" in der Spielwiese schnuppern konnte (die vergangene Woche hat ihren Tribut eingefordert), war es heute ein sehr ruhiger Montag. Ich konnte mich mit Michael ausgiebig austauschen und sogar mein neues Spiel mit "P" testen. Die Vereinfachungen greifen gut, nur die Spielbalance muss noch optimiert werden.

Tja, die Messe ist nun schon eine Weile vorbei und all die schönen Neuheiten müssen halten, was sie optisch versprechen. Das wird sich in nächster Zeit zeigen. Die Verkäufe von Porto Carthago liegen auf ähnlichem Niveau, wie letztes Jahr Peloponnes und dieses Jahr konnte man noch stärker beobachten, dass die Messe Samstags und Sonntags für den Aussteller kaum noch Laune macht, wenn man nicht ein Familienspiel in Petto hat. Die Freaks sind oftmals gar nicht mehr auf der Messe und Vorbestellungen werden überwiegend gleich am Donnerstag eingefordert.

Da nach der Messe bekanntlich vor der Messe ist, laufen die Planungen bereits jetzt für 2011.
Allerdings erscheint vorher zu Nürnberg das neue Spiel von Jeff und mir, allerdings ist es noch zu früh, um da nähere Details preiszugeben - nur soviel, dass die Grafik schon mal klasse aussieht und das Thema sich nicht im klassischen Mainstream-Mittelalter-Aufbau bewegt.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Zielgerade...

... Zur Spiel 2010 und was tun wir? Prototypen testen natürlich. Heute war es megamäßig voll in der Spielwiese, sodass uns ein halber Tisch genügen musste zu viert.

Die ganze Woche über hatte ich weiter an meiner neuen Spielidee getüftelt und befand das Spiel nun für soweit, dass man es mit Menschen spielen konnte :-). Nachdem ich mich bei Monumento etwas verrannt habe und zuletzt nicht mehr so glücklich damit war (zumindest nicht so, dass es für eine Irongames Veröffentlichung 2011 in Frage kommt), soll es jetzt womöglich das neue Spiel richten. Zum Namen sage ich noch nicht so viel, nur er fängt mit "P" an und das Spiel passt thematisch wieder in die Antike. Die Spieler sind als Sklaven der Römischen Obrigkeit entflohen und scharen für sich nun weitere Unfreie um sich, der Römischen Unterdrückung zu trotzen. Das geht mit eigenen Truppen, Land, Schiffen, einem gewissen Maß an Wohlstand und für den Fall der Fälle kann man sich immer noch als Verräter heimlich wieder Rom zuwenden. Der Sieg hängt dann entscheidend davon ab, wie stark Rom bei Spielende wird. Das Spiel dauert gerade mal 30 Minuten. Es war noch zuwenig Einfluss auf die Macht von Rom vorhanden und die Spielrundenzahl war etwas sehr wenig, also packten wir die Karten für den fünften Spieler ins Deck und testeten noch einmal. Ich war doch überrascht, wie viel Spaß diese frühe Version schon machte. Ein paar Ideen sind noch zu investieren, dann könnte es was werden.

Zweites Spiel des Abends war Jeff's Modelleisenbahn. Ich kann kaum noch aufzählen, die wievielte Version wir heute vor uns haben, aber ich kann schon mal sagen, das ist jetzt das beste Modelleisenbahn ever. Sicher gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten (ich weiß nicht, ob man die Passagiere wirklich braucht...), aber ansonsten läuft die Sache jetzt schon zügiger auf den Punkt.

Danach musste ich mich verabschieden, während die bleibenden sich noch einem Absacker (ein Geschicklichkeitsspiel von Jeff) widmeten.

Für meinen Teil ziehe ich mich jetzt bis nach der Messe zurück und lasse mich auf der "After Essen Party" am 26.10. Wieder sehen.

Neue Eindrücke zu Langfinger

Übrigens (die Erste): Das Vorbestellfenster für Porto Carthago (mit kostenloser Beigabe der Hellas-Erweiterung und der (noch) geheimen Mini-Erweiterung für Peloponnes) ist nur noch bis zum 16.10. geöffnet, also ranhalten!

Übrigens (die Zweite): Seit heute ist der Status für Peloponnes auf "Ausverkauft"!

Dienstag, 5. Oktober 2010

Autorenfreie Zone

Irgendwie scheint es sich einzupendeln: wenn Jeff montags nicht da ist, dann sind auch sonst keine anderen Spieleautoren vor Ort.

Nun ja, dafür sind drei meiner Essen-Erklärer da gewesen und das einzig vorhandene Porto Carthago Muster hat für eine Woche den Besitzer gewechselt.

Ich war zwar die Woche über kreativ und fleißig gewesen, aber meine neueste Kreation ist doch nicht ganz fertig geworden, als dass man sie aufs spielende Volk hätte loslassen können. Zu viele Details waren noch nicht konkret regelrelevant erfasst. Ich hoffe mal, dass es bis nächste Woche klappt.

Was macht man so kurz vor der Messe, wenn noch keine Neuheiten verfügbar sind? Genau - man spielt etwas "Älteres". So geschehen mit Le Havre, das seinerzeit an mir vorbei gegangen ist ob der horrenden Spieldauer (gerade in größerer Besetzung). Heute ergab sich die Chance einer Zweierrunde. Mein Gegenüber besaß bereits viel Le Havre Erfahrung und so war klar, dass ich kein echter Gegner sein kann.

Die Aktionsauswahl scheint ziemlich simpel: von einem Feld alle Ressourcen nehmen, oder ein Gebäude nutzen (das kann auch der Kauf eines neuen Gebäudes sein). Für all das braucht man die wertvollen Güter und später auch die veredelten Güter dazu (aus Eisen wird z. B. Stahl). So werden die verfügbaren Gebäude stärker und man entwickelt sich weiter, hat dadurch auch viel mehr Möglichkeiten. Den Überblick zu behalten, was wann am meisten Sinn macht, das ist die große Problematik. Die erste Spielhälfte ist man vor allem damit beschäftigt, die Nahrungsversorgung sicherzustellen, während man später vor allem wertvolle Gebäude baut und seine Waren veredelt. Nach genau 150 Minuten waren die 14 Runden für uns vorbei und mir schwante Böses, als ich die mindestens 20 Gebäude meines Gegners sah. Trotzdem war das Ergebnis mit 211 zu 238 knapper, als erwartet.

Verdammt viel Spaß hat's gemacht, wenn man sich darauf einlässt und den Alltag völlig ruhen lassen kann. Leider wird sich nicht oft die Chance bieten auf eine solche Runde.

Am Nebentisch ging dann auch die Porto Carthago - Runde zu Ende... klasse zu sehen, dass andere Leute mein Spiel spielen :-)

Samstag, 2. Oktober 2010

Weltpremiere die Zweite

Nach Freeze letzten Freitag folgte nun die erste Partie mit meinem einzigen Vorabhandmuster Porto Carthago.

Hintergrund, warum ich mich an dem Tag vom Autorentisch mit Jeff, Peer, Rolf und Günter abnabeln musste war der, dass vier meiner Essen-Erklärer vor Ort waren, um sich regelfest zu machen. Natürlich lief die Partie schleppend an, bis die Zusammenhänge durchblickt und Entscheidungen zügiger getroffen werden konnten. Einstimmiger Tenor: Porto Carthago ist besser als Peloponnes. Das vermag ich nicht voll zu beurteilen, aber auf jeden Fall besitzt es viel mehr komplexe Spieltiefe. Nach gut 2 Stunden wurde in einem spannenden Finish der Sieger gekürt.

Günter hatte die beiden Spiele dabei, für die er den Vertrieb von Indie Boards and Cards übernommen hat: Triumvirate und Haggis. Auf den ersten Blick sehr hübsch, aber von der Schachtelgröße kleiner als erwartet. Aber es kommt sowieso eher auf die innere Größe an und dazu kann ich noch nichts sagen.

Sonntag, 26. September 2010

"Welt"-Premiere...

… Freeze von Andrea Meyer und natürlich Hans Peter Stoll (den ich noch aus meiner Spielrunde beim Hall9000 Treff kenne).

Aber zunächst, als wir noch zu dritt waren, wurde Fresko mit allen Erweiterungen (natürlich) zum Besten gegeben. Die beiden anderen kannten das Spiel noch nicht und diesen Mangel galt es zu beseitigen. Ganz knapp sollte ich die Oberhand behalten aufgrund meiner größeren Barreserve. Jeff und Alfred waren sehr angetan und ich finde das Spiel immer noch richtig gut, sofern man es nicht allzuoft spielt.


Dann war es soweit: 4 Mädels aus Jeff's Jugendgruppe tauchten im Familienzentrum auf und da das brandneue BeWitched-Spiel gerade frisch konfektioniert wurde, schien es perfekt für die Runde zu siebt.

Worum geht's? Vier der Spieler führen ein kleines improvisiertes Stück auf, wessen Thema zufällig durch eine Karte bestimmt wurde. Zuvor bekommt jeder Mime eine Karte (1-4), welche die Wichtigkeit seiner Rolle ausdrückt und nach dieser Wichtigkeit gilt es möglichst zu agieren. Die anderen Spieler (in unserm Fall 3) schauen sich das ganze an. Nach einer Sanduhrlänge (60 Sekunden) ist Schluss und einer der Zuschauer ruft: “Freeze”. Jetzt müssen alle Mimen in der letzten Stellung innehalten.

Der Punktschlechteste hat zuerst die Chance, das Thema der Szene zu erraten. Dann wird eine bestimmte Wichtigkeitsrolle erwürfelt und jetzt müssen alle Spieler gleichzeitig versuchen den Mimen zu erraten, der diese Rolle ausgefüllt hat. Dafür gibt's Punkte oder eben auch nicht.

Nachdem mindestens ein Spieler 16 Punkte erreicht hat, ist Schluss.

Was soll ich sagen? Im Vorfeld wusste ich: das Spiel stresst mich mehr, als ein komplexer Strategiekracher. Wenn unter den Mimen das Eis erstmal gebrochen ist, schafft es eigentlich jeder, etwas darzustellen. Die Zeit ist so kurz, dass man nicht großartige Dialoge zum Besten geben muss.

Für Hans Peter Stoll, der in seiner Freizeit Improvilationstheater spielt ist diese Idee ein naheliegender Segen. Für Andrea Meyer, die vor allem ungewöhnliche, originelle und vor allem kommunikative Spiele liebt ist Freeze ebenfalls perfekt geglückt. Freeze ist ganz viel Spiel und ganz wenig Mechanik. Bei der Gruppe der 12 – 16 jährigen Mädchen hat Freeze voll gezündet und wollte eigentlich sofort gekauft werden. Bis zu 10 Spieler können am “bewitchten” Improvisationstheater teilnehmen und sorgt in der richtigen Runde für mordsmäßig Gaudi und Spaß.

Klar, dass grübelnde Strategiespieler nicht die richtige Zielgruppe sind, höchstens sie öffnen sich für ein sehr originelles Spielerlebnis.


Nach einer Absackerrunde Reibach & Co traten wir den Nachhauseweg an.

Dienstag, 21. September 2010

Essen wirft seine Schatten

Zunächst waren wir nur zu zweit und so kam nur mein Monumento in Frage. Nach etlichen Änderungen war ich gespannt auf das Ergebnis. Tatsächlich, bis auf den Überfluss zu Spielende wirkt Monumento nun wesentlich organischer, flüssiger und stimmiger. Ein letzter Kick (gerade zu zweit) fehlt noch.

Danach akquirierten wir noch ein Pärchen vom Nachbartisch um Rolfs Hans im Glück zu testen. Er hat nun die Glückssymbole um eines reduziert und den Schluss reformiert. Außer Mängeln in der Übersicht, die allerdings schwerlich zu beseitigen sind hakt nun nichts mehr - eine runde Angelegenheit.

Zum Schluss noch mit den Minen von Zavandor eine Neuheit von Lookout Games. Die Spieler schürfen nach Edelsteinen (Einkommen), um durch verdecktes Bieten Ansprüche auf die ausliegenden Karten zu erheben. Daneben gibt es noch Punkte zu ergattern und seine Errungenschaften aufzuwerten. Man muss schon genau aufpassen, wo sich ein Gebot noch lohnt und wo man eine Karte nicht mehr zu Ende entwickeln kann (= keine Punkte). Ganz Zepter-like kann man mithilfe bestimmter Karten bestimmte Bereiche punkteträchtig aufwerten. In Summe ein wenig kompliziertes Spiel mit schönem Geflecht und Tiefgang. Die Zavandor-Welt ist um einen würdigen Vertreter erweitert. Einzig die Handelsphase untereinander wurde bei uns eigentlich nie genutzt, was aber an unserer "Kommunikationslosigkeit" liegen konnte.

Donnerstag, 16. September 2010

Neues zum Neuen

Nach unserm wohlverdienten Erholungsurlaub geht's jetzt mit Volldampf auf die Zielgerade für die Messe in Essen.

Erste Nachricht: Die Peloponnes Hellas-Erweiterung ist endlich (mit Zweiwöchiger Verspätung) eingetroffen. Vorbesteller der "Expansion only" haben diese bereits, oder bekommen sie in den nächsten Tagen, so die Post will.

Zweite Nachricht: Porto Carthago wird definitiv erst direkt zur Messe präsentiert und den Vorbestellern direkt danach verschickt.

Neue Eindrücke zu Opera gibt's auch
Viele Grüße
Bernd

Mittwoch, 1. September 2010

Jeff ruft... und seine Jünger hören :-)

Total volle Hütte in der Spielwiese. Ob es daran lag, dass Jeff frisch aus dem Urlaub gekommen ist und einen Tag zuvor eine Rundmail geschrieben hat?

Nachdem wir ausgiebig Neuigkeiten ausgetauscht hatten, ging's auch gleich ans erste Spiel: Monumento.
Da wir zu sechst waren, beschränkte ich mich aufs Verwalten und Beobachten.
Eigentlich dachte ich, das Spiel sei fertig, aber wie so oft, wenn man diesen Gedanken hegt, tauchen doch einige Unzulänglichkeiten auf, vor allem die komplizierte Wertung kann so nicht bestehen bleiben.
Es gab allerdings so viele Verbesserungsvorschläge, dass ich den Stift zücken musste und auch gleich an die Arbeit mache.

Da wír inzwischen sogar zu siebt waren, und auch die Spielwiese bis zum letzten Platz gefüllt war (das schlechte Wetter zieht die Leute nach drinnen), schauten wir nun zu zweit zu (Jeff und ich), wie sich sein Modelleisenbahnspiel entwickelt. Ich hatte das Spiel ja bereits in jeder Entwicklungsstufe getestet und deshalb wollte ich den Neulingen den Vortritt lassen.
Irgendwie machten die letzten Änderungen das Spiel weder einfacher, noch schneller. Umso mehr störte in voller Besetzung die nicht vorhandene Interaktion und den geringen Einfluss.
Mir fällt aber momentan auch keine Verbesserung ein, bin aber sicher, dass Jeff da noch was im Hinterkopf hat.
Schwupps, war es auch wieder Zeit den Nachhauseweg anzutreten.

Außerdem mit kleiner Verspätung das Ende der Porto Carthago Entstehungsgeschichte.

Neue Eindrücke zu Freya's Folly

Montag, 23. August 2010

Porto Carthago Cover und Vorbestellungen

Endlich kann ich das Cover von Porto Carthago präsentieren.
Außerdem ist der Onlineshop für Vorbestellungen geöfnet.
... und weitere Eindrücke zu Hansa Teutonica gibt's auch noch.

Mittwoch, 18. August 2010

Tag der "kleinen" Spiele

Zum Glück hat Peer Jörn erreicht, der spontan vorbeikommen konnte, denn Günter war geschäftlich ziemlich eingespannt.

Wir starteten mit Peers Kolibri. Man nimmt von einer Auslage immer zwei Plättchen. Maximal eines davon darf man hinter seinem Sichtschirm sammeln. Mit dem anderen Plättchen versucht man seine "Kolibriart" zu pushen. Das Spiel greift das gerne genommene Dilemma auf: ich will eigentlich etwas sammeln, was ich gleichzeitig pushen möchte. Das Spiel dauert nur 20 - 30 Minuten, weckt allerdings nur wenig Emotionen.

Ganz anders das nächste Spiel, von dem ich den Namen schon wieder vergessen habe (aber das Spiel wird sowieso anders heißen, sollte es noch veröffentlicht werden).
Ich möchte nicht zuviel verraten, aber was Peer hier gezaubert hat, ist wirklich klasse: vom Regelaufwand im Verhältnis zum Spielspaß/Spieltiefe vergleichbar mit dem ebenfalls tollen Big Points. Hier sind nur noch Nuoncen zu glätten... Sehr schön!

Nach gefühlten tausend Testrunden war es einmal mehr Zeit für Pergamemnon. Das Schwierigste, jetzt wo die Regeln nahezu stehen ist das Austarieren der Völker. Zum ersten Mal hatten wir eine Spannung, die offen ließ, wer das Spiel für sich entscheiden sollte. Bei diesen drei Völkern (Hellenes, Egyptians und Carthagians) stimmt die Balance wirklich.

Montag, 16. August 2010

Porto Carthago - Die Geschichte geht weiter...

Die Geschichte geht weiter...

und nächsten Montag wird dann endlich das Cover von Porto Carthago enthüllt :-)

Neue Eindrücke zu Seeland

Mittwoch, 11. August 2010

Französisches TV-Team

Wieder einmal waren wir „nur“ zu dritt. Da Günter für Michael am Tresen Vertretung machte, spielte er zumindest die erste Runde noch mit.

Jeffs Modelleisenbahnspiel sollte es sein. Er hatte bereits im Vorfeld des Autorentreffs in Göttingen einiges modifiziert und danach weitere Änderungen vorgenommen. Trotz aller Versuche das Spiel zu vereinfachen, besitzt es noch etliche Regeldetails – eigentlich zu viele für das was es bietet. Aber ich verstehe sehr gut, dass man als echter Spieler an einem gewissen Maß an Komplexität festhalten will. Ich tue mich selbst schwer, einzusehen, wenn etwas überflüssig ist. Aktuell gab es in der Form vor allem zu wenig Bewegung auf dem „Waggonmarkt“. Mal sehen, was uns da weiterhin erwartet.

Als nächstes waren die beiden (Rolf und Jeff) immer noch nicht müde mein Pergamemnon ein weiters Mal zu testen. Die Spieldauer passte jetzt, allerdings gibt es immer noch zu viele Gefechte ohne Sieger, die das Spiel nicht voranbringen, abgesehen vom Austarieren der einzelnen Völker und Kreaturen... das scheint der größte Brocken zu werden. Ideen sind natürlich im Hinterkopf.

Während wir spielten, hatte sich eine Gruppe von Franzosen breitgemacht und wollte mit ihrer fetten Kamera einen Filmdreh starten. Zum Glück blieben wir drei davon verschont und Günter musste „herhalten“, was er glaube ich gerne gemacht hat. Er erzählte denen was übers Spieleverlegen, über das Autorentum, über mehrere seiner Spiele (vor allem Kahuna und Packeis am Pol) und schließlich über die traditionelle Deutsche Spielelandschaft. Die Franzosen machten einen interessierten Eindruck, allerdings auch einen ziemlich unwissenden – genauso unwissend, wie meinereiner zu den Hintergründen der Aufnahmen. Vielleicht klärt sich das ja noch auf.

In der Zwischenzeit kam noch einmal Jeffs Netherland Kartenspiel auf den Tisch. Nach ein paar Änderungen zu letzter Woche, wollte dieses Mal die eigene Auslage nicht kleiner werden, was zur Folge hatte, dass die Karten fast ausgingen und das Spiel zu 50 % seiner Möglichkeiten beraubt wurde. Ich denke, hier lässt sich leicht Abhilfe schaffen.

Dienstag, 3. August 2010

Testen für den Verlag

Da wir heute wenigstens zu dritt waren, konnte die Runde entspannt steigen.
Wir (Jeff und ich) bekamen den „Auftrag“ noch einmal Artifact zu testen, bevor es irgendwann (?) veröffentlicht wird. Vom Verlag kamen Änderungsvorschläge, die es galt auszuprobieren. Das Spiel gewinnt dadurch an Tiefe, allerdings nimmt auch die Spieldauer zu. Uns fiel dabei noch eine bedenklich starke Kombination auf und eine zu schwache Aktion, ansonsten gibt es nichts groß zu bemängeln.
Bin gespannt, was der Verlag für ein Feedback gibt und wann es dann soweit sein soll mit der Veröffentlichung.

Als nächstes testeten wir noch einmal mein Pergamemnon. Die Änderungen seit letzter Woche wirkten sich positiv aufs Spiel aus, allerdings gibt es noch ein paar Dinge, die es zu entschlacken gilt, dass man sich wirklich aufs Spielvergnügen konzentrieren kann und nicht ständig Verwaltungs- und Regelfragen stellen muss.

Da Rolf los musste, testeten wir noch Jeff's ganz neues Netherland – The Cardgame zu zweit. Leider war es vom Ablauf her wenig aufregend. Ganz OK, aber nichts Besonderes. Des weiteren ist es regeltechnisch so zwischen gut und böse... will sagen für ein einfaches Spiel zu kompliziert und für ein strategischeres Spiel zu Fleischlos. Mal sehen, in welche Richtung es jetzt geht.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Einsam zweisam

Obwohl sich Peer und Jeff angekündigt hatten, war doch nur Peer gekommen. Letzte Woche war wohl Rolf alleine dagesessen.

Nun gut. Wir wollten die Zeit trotzdem nutzen und starteten mit einem sehr einfachen Deduktionsspiel von Peer, bei dem es gilt zwei von drei verdeckten Karten des Gegners rauszubekommen. Mithilfe der Handkarten grenzt man die Werte ein, bis man glaubt es zu wissen. Wirklich toll, wie man mit solch einfachen Mitteln ein schönes Spiel kreieren kann, das selbst mir, als "Deduktionsspielgegner" gefallen hat. Nur leider taugt die Idee wohl nur als "print'n play" Spiel. Welcher Verlag würde schon ein Spiel mit 20 Karten auf den Markt werfen?

Zum Glück war Michael ein wenig von seinen Ladengeschäften abkömmlich, sodass wir zu dritt mein Pergamemnon testen konnten.
Ich hatte das Spiel wesentlich interaktiver gemacht und dafür gesorgt, dass es nun richtige Duelle gibt. Leider war noch zu wenig Gold im Umlauf, dass man sich nicht die mächtigen Kreaturen leisten kann. Hier gilt es noch zu feilen.

Peer hatte noch ein größeres Spiel dabei, welches in Irland angesiedelt ist. Die Idee für ein solches Spiel hatte er schon lange, aber erst jetzt fanden sich interessante und funktionierende Mechanismen. Der Grundmechanismus ist ein typischer Peer: wir steigern mit Karten um einen lukrativen Platz auf dem Feld, aber auch die unterlegenen Spieler bekommen etwas. So ist kaum ein Bereich gänzlich zu vernachlässigen. Die Ansätze sind durchaus vielversprechend, wenngleich etwas das "Besondere" fehlt und die Wertungen das Spiel jedes Mal in die Pause schicken.
Mal sehen, ob nächste Woche wieder volleres Haus in der Spielwiese herrscht.

Hier gibts noch neue Eindrücke zu Ra - Das Würfelspiel.

Montag, 26. Juli 2010

Neues zu Porto Carthago

Am Freitag ist mir leider kurzfristig was dazwischen gekommen - hatte mich doch so auf den Spieletreff gefreut, dafür bin ich heute Abend auf die Autorenrunde gespannt. Wer wohl alles vor Ort sein wird und welche neuen Schätzchen auf dem Tisch landen.

Wie versprochen gibt es hier wieder Infos zur Entstehungsgeschichte von Porto Carthago!

Montag, 19. Juli 2010

Wann ist ein Spiel ein gutes Spiel?

Angeregt von einer der Interviewfragen, die uns beim Filmdreh letzte Woche gestellt wurde möchte ich diese Frage einmal aufgreifen.

Wann ist ein Spiel ein gutes Spiel?

Eine Frage, die gar nicht leicht zu beantworten ist.

Einer der beiden interviewten meinte: wenn ein Spiel eine breite Zielgruppe anspricht und sich dementsprechend gut verkauft, dann ist es ein gutes Spiel.

Dem möchte ich weitestgehend wiedersprechen. Dann müsste alles, was sich in den Charts tummelt auch gute Musik bzw. sein. Im Falle der Musik ist es aber oft nur "Wegwerfware".

Wenn sich ein Spiel gut verkauft, dann würden vor allem Mensch ärgere dich nicht, Monopoly und Risiko gute Spiele sein, also Spiele, die ein wirklicher "Spielerkenner" eher belächelt.

Man muss die Frage einmal anders angehen, nämlich aus Sicht einer jeden Zielgruppe:

Für den "Feierabendspieler" ist möglicherweise wirklich ein "Roll and Move" Spiel ein gutes Spiel, denn er will nicht auch noch in seiner Freizeit viel denken und ist froh, wenn ihm das Spiel sagt, was er zu tun hat. Ihm geht es weniger ums Spiel an sich, als eher um das Zusammensitzen und nebenbei Quatschen. Dieser Spielertyp ist damit auch rundherum glücklich, wird aber auch seltenst Interesse haben, seinen Spielhorizont zu erweitern.

Für den Taktiker muss ein gutes Spiel viele Möglichkeiten bieten, sich zu entfalten, viele Wege zum Ziel und durch ein variables Setting langen Spielspaß garantieren. Dabei kaum einen Glücksfaktor, damit alles von der eigenen Entscheidung abhängig ist.

Und es gibt gute Spiele für die Spieler dazwischen, also den "Familienspielern", die sich ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit wünschen, die gerne eines der vielen Spiele des Jahres auf dem Tisch haben, die auch ein Carcassonne, Siedler von Catan und Dominion nicht überfordert.

Also halten wir abschließend fest, dass fast jedes Spiel für die richtige Zielgruppe ein gutes Spiel sein kann, genauso kann fast jedes Spiel für die falsche Zielgruppe ein schlechtes Spiel sein. Objektiv schlechte oder gute Spiele gibt es daher kaum, solange wie Spaß nicht wirklich messbar ist und sich Gott sei dank auch nicht am Reißbrett auf Kommando kreieren lässt.

In diesem Sinne… eine schöne Woche und beinahe hätte ich's vergessen: Zwei kleine Grafiken für Porto Carthago stehen bereit.

Dienstag, 13. Juli 2010

TV Berlin

So, nach dieser intensiven Fußball WM hat uns das normale Leben zurück und so auch die Montagsrunde in der Spielwiese.

Diesen Montag sollte wie angekündigt ein Filmteam seine Zelte aufschlagen, uns beim Spielen filmen und zum Thema Spiel/Spiele erfinden ein paar Fragen stellen. Aus dem Grund waren auch Günter Cornett und Mario Coopmann vor Ort, dazu noch Rolf und sein Patenkind Jonas, sodass wir eine illustre 5er Runde hatten. Wir starteten mit Günters (und Peers) "Indienspiel". Immer noch werden kleinere Änderungen getestet. Nach der Partie fragte das Filmteam nach unseren Meinungen zum Spiel... Vielleicht dauert das Spiel zu fünft einen Tick zu lange, vielleicht muss man zu viel Überblicken, vielleicht hat man zu wenig Einflussmöglichkeiten, aber vor allem Günter (und der potentiell interessierte Verlag) ist gefragt, in welche Richtung das Spiel tendieren soll.

Danach sollte noch ein kurzes Spiel (gerne etwas fertiges) gefilmt werden, also kam Zack und Pack auf den Tisch, um den Zuschauern etwas Action zu demonstrieren nach der ruhigen Denkaufgabe zuvor.

Danach gab es die beiden Interviews mit Günter und Mario (ich konnte mich mit Erfolg drücken, bin ich doch ziemlich medienscheu, außerdem war zu den Fragen schon alles gesagt, nur nicht von jedem). Bin mal gespannt, wie das jeztt zusammengeschnitten wird, denn von knapp 3 Stunden sollen nur 3 Minuten übrig bleiben.

Als Absacker testeten wir noch mein Caledonia, das dieses Mal leider gar nicht zündete, aber das macht nichts, denn nur so werden die wahren Schwächen des Spiels aufgedeckt.

Schon um 22 Uhr ging es heimwärts, denn bei der Hitze war in der Spielwiese auch sonst gar nichts los...

Montag, 12. Juli 2010

Mehr zu Irongames goes Essen

Wie versprochen auch diesen Montag wieder ein paar Zeilen zur Entstehungsgeschichte von Porto Carthago. Nächste Woche gibt's dann eine neue Grafik.

Dienstag, 6. Juli 2010

Erste Infos Irongames goes Essen 2010

So, es gibt endlich erste Infos zum neuen Spiel von Irongames geplant für Essen 2010.
Jeden Montag werde ich ein weiteres Stück der Entstehungsgeschichte posten.
Zum ersten Teil geht's hier:

Mittwoch, 23. Juni 2010

Fußballaussteiger

Heute hatte Peer zum Spieleabend gerufen und wohl nur Fußballaussteiger folgten seinem Ruf: Rolf und ich.

Erstes Spiel des Abends war... Nein, nicht Honduras gegen Chile, sondern Opera.
Wunderschön stimmungsvolle Materialien füllen den Tisch und machen viel Lust auf ein erfrischend anderes Thema.
Die Spieler führen Opern auf, erweiteren ihre Opernhäuser und puschen die eigenen Opern auf der "Rangliste". Nach jeder dritten Runde gibt es eine Wertung und nach 9 Runden ist Schluß.
Tja, soviel Lust das Material auf das Spiel macht, so schnell verfliegt diese ob der sehr gewöhnlichen Mechanismen und der thematischen Schwäche. Ich habe nie das Gefühl, mich hier im Opernmillieu zu bewegen. Nüchtern betrachtet kaufe ich Farben günstig ein, mache diese zu Punkten und Einkommen, oder stoße sie in einem günstigen Moment ab. Klar, die Mechanismen sind fein verzahnt, wie man so schön sagt, aber bis auf die Idee mit den beiden getrennten "Kassen" Budget und Bargeld macht sich Mittelmaß breit. Wir rangen Minimum 90 Minuten, um dann nur einen Punkt zwischen Sieger und letztem Platz zu sein, dabei hatte ich mehrfach den Eindruck Murks gespielt zu haben. Opera: interessant ja, außergewöhnlich nein.

Zweites Spiel war Rattus von White Goblin Games. Der Verdacht meiner ersten Partie verdichtete sich schnell: total beliebiges Rumgerücke ohne Spannungsbogen. Die Hexe wurde auch dieses Mal nie genommen, weil das Anschauen von 2 Rattenplättchen und das Sichmerkenmüssen einfach nur nervig ist und für die Gesamtheit des Spiels nur marginale Auswirkungen hat.

Entgegen der Tradition, spielten wir doch noch einen Prototypen: Chrome X von Peer und mir. Die Versteigerungen zogen sich ein wenig, weil Rolf erst mit den Abläufen vertraut gemacht wurde und es natürlich viel zu bedenken gibt. Trotzdem kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen, dass dieses Spiel noch keinen Verlag gefunden hat. Vielleicht beißt ja jemand nächste Woche bei den Münsteraner Spieletagen, die Rolf mitorganisiert an.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Die Spielwiese während der WM

Die Spielwiese wird schon ganz bald schließen und erst nach dem WM-Finale wieder zur Verfügung stehen. Da ich nächsten Montag wohl keine Zeit habe, musste es diesen Montag auf jeden Fall sein.

Wir waren noch etwas unschlüssig, was wir spielen sollten, als uns die Speicherstadt ins Auge sprang. Die Regeln sind ziemlich überschaubar und auch die Spieldauer soll unter einer Stunde liegen. Worum geht's?
In jeder Runde liegen Karten aus, die es zu erwerben gilt. Mit unseren Pöppeln melden wir reihum Kaufinteresse an, allerdings haben wir erstens nur 3 Pöppel und andererseits bezahlen wir so viel Geld, wie insgesamt Pöppel ihr Kaufinteresse angemeldet haben. Da Geld sehr knapp ist, passt man gerne mal, was den Kauf für nachfolgende Spieler billiger macht. Ein schönes Dilemma: zeige ich zu früh an, was mich wirklich interessiert, machen mir die Mitspieler die Karte immens teuer, Warte ich zu lange, kauft möglicherweise ein anderer Spieler vor mir ein. Die Karten bringen Punkte, Geld, Aufträge und Waren, um Aufträge zu erfüllen oder diese zu Geld zu machen.
Die Speicherstadt wäre kein echter Stefan Feld, wenn es nicht noch einer Katastrophe zu trotzen gilt. Hier belasten uns ab und zu eingestreute "Brandkarten", bei denen der Spieler mit den meisten Feuerwehleuten Punkte bekommt und der mit den wenigsten, Punkte abgeben muss. Das ist alles reichlich bekannt, sehr einfach gehalten und tut nicht weiter weh. Wie auch das ganze Spiel eine gewisse Spannung sowie diese "Turn-Angst" besitzt. Ob das Spiel langfristig überzeugen kann, ist noch nicht zu sagen. Die Lust auf weitere Partien ist aber in jedem Fall geweckt.

Nach letzter Woche gab es einen weiteren Test zu Pontos Egeo. Dieses Mal zu viert, dauerte das Spiel tatsächlich so lange, dass die Plättchen ausgingen. Letztlich gibt es aber noch einiges zu straffen, was mir so vorher nicht bewusst war. Na ja - es wäre ja langweilig, wenn alle Spiele gleich perfekt funktionieren würden.

Ein kleiner Erfolg für Peer und mich: wir können beide unsere eingereichten Spiele zum Wettbewerb von Spielmaterial.de schicken (Taschkent und Kronlanda). Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt... Und jetzt aber schnell wieder Fußball gucken.

Neue Eindrücke: Charly

Montag, 14. Juni 2010

Kinderpause

Seit längerem gab es mal wieder einen Spieleabend im Familienzentrum.

Da es wettertechnisch nicht unbedingt angesagt ist, die Zeit drinnen zu verbringen und dazu noch die WM gestartet ist, waren wir froh, wenigstens zu viert zu sein.

Entgegen der Tradition, dass Freitags keine Prototypen auf den Tisch kommen, starteten wir mit Porto Carthago. Da Jeff die Englische Regel übersetzt, benötigte er eine Auffrischung. Leider musste er kurz vor Schluss für eine Stunde seine Kinder ins Bett bringen.

Während dieser Zeit sollte ein Finca an der Reihe sein, denn das Spiel ist seinerzeit an Alfred, der sonst sehr viele Spiele kennt und besitzt, vorbei gegangen. Da die Spielbox mit einem Bonusteil aufwartete, wollte er natürlich wissen, ob sich das Spiel lohnt.

Nun, es ging flott, wie immer und die Entscheidungen sind relativ trivial. Der Schwachpunkt ist das zufällige Aufdecken eines neuen Plättchens, das möglicherweise genau dem Nebenmann gewaltig hilft. Die 5er Bonusplättchen sind ebenfalls schwer steuerbar, aber trotzdem sind diese Glücksfaktoren dem Spiel durchaus angemessen. In Jedem Fall schlägt Finca das kürzlich erschienene Titania vom gleichen Verlag um Längen.

Schwupps, war auch Jeff wieder zurück, um eine kleine Kartenspielidee eines Autors, den er in Essen getroffen hat vorzustellen: Companeros.

Man meint, das Stichspielgenre sei ausgereizt und bietet allenfalls neue Ideen, die mit reichlich Zusatzmaterial verbunden ist? Nein, Companeros ist ein sehr schnelles, in 2 Sätzen erklärtes Stichspiel, das gewaltig Spaß macht. Näheres will ich hier nicht verraten, denn sonst kennt ja gleich jeder die Regeln. Bleibt zu hoffen, dass der Autor damit einen angemessenen Verlag findet, der die Idee zu würdigen weiß.

Den Abschluss bildete Jeffs Netherland, das in Göttingen von einem Verlagsvertreter als „gänzlich unoriginell“ bezeichnet wurde. Das hat Jeff natürlich geschmerzt und er wollte uns seine neuen Ideen, die er einfließen ließ gleich demonstrieren.

Leider sind es jetzt wirklich zu viele Ideen, dass für ein einfaches Familienspiel viel zu viel Verwaltung drinnensteckt. Er hat das dann auch gesehen und wir haben wohl erfolgreich nach Lösungen gesucht.

Schön war's, aber viel zu schnell vorbei

Mittwoch, 9. Juni 2010

Der Kerzenmann

Wieder einmal sollten sich nur wenige Autoren zur Montagsrunde einfinden. Trotzdem bekamen wir ein Spiel zu stande, denn Annette von TV Berlin setzte sich einfach dazu. Sie spielt eigentlich kaum, möchte aber demnächst ein kleines Portrait von ein paar Spieleautoren filmen und auch senden. Gut - wir spielten mein Pontos Egeo, das letztes Mal noch einen anderen Titel hatte. Die Abläufe sind schon sehr stringent und weitestgehend gefestigt, einzig dass beim Endspiel kaum noch Geld verfügbar ist, störte etwas. Hier hatte Rolf die zündende Idee!

Während unserer Runde tauchte Jaczek auf, der von seinen ersten Göttingen-Erfahrungen erzählte: ein wenig enttäuscht sei er gewesen, weil sein Spiel nicht den erhofften Anklang fand. 'Thematisch zu heftig' hieß es von einem Verlag, 'so krank bin ich nicht, dass ich so etwas spiele' von einem anderen... Ein wenig taktvoller hätte man es schon ausdrücken können. Zufällig war er Nachbar von Jeff gewesen und so lernten sich die beiden schon einmal kennen und das außerhalb von Berlin.

Dann sollte eine weitere Person die Spielwiese betreten. Ich nenne ihn mal den Kerzenmann. Er möchte in Zusammenarbeit mit einem großen Kerzenhersteller ein einfaches Spiel entwerfen, bei dem die Kerze den Mittelpunkt darstellt. Wir quatschten eine Weile und schmissen allerhand Ideen in den Raum. Der Kerzenmann notierte und notierte. Nun will er das sacken lassen und sich in eine Richtung Gedanken machen. Bin gespannt, wie sich das Projekt weiter entwickelt.

Neue Eindrücke: Velo City

Dienstag, 1. Juni 2010

Das eine Spiel

Montag in der Spielwiese und es herrscht Flaute bei den Besuchern unserer Autorenrunde.

Einzig Rolf und ich saßen da und quatschten ein wenig, als Jaczek, ein neuer Autor mit seinem Spiel auftauchte. Das Spiel hatte grafisch schon fast Serienreife und so wollten wir gerne sein Spiel testen. Es heißt Ambulanz! Und geht darum, verletzte Personen möglichst mit seinem Krankenwagen zuerst zu erreichen und in sein Krankenhaus zu transportieren. Daneben hat jeder noch einen Arzt, der leichtverletzte gleich heilen und schwerverletzte für den eigenen Krankenwagen reservieren kann.

Schon die erste Runde zeigte Potential für ein wirklich kurzweiliges Familienspiel. Wir hatten gleich ein paar Ideen, wie man das Spiel ohne viel Aufwand verbessern kann (es waren zumeist „Anfängerfehler“). Die Spieler haben nicht alle gleiche Chancen auf den Sieg, zudem gibt es durch die Würfel zu wenig Entscheidungen und eigene Kontrolle.

Die Änderungen waren schnell provisorisch umgesetzt und wir wiederholten den Test, jetzt mit Michael, also zu viert. Dieses Mal war es wirklich sehr rund und Jaczek ist gerüstet für Göttingen (seine erste Teilnahme dort übrigens). Er braucht sich mit dem Spiel sicher keine Sorgen machen, den Nerv der Redakteure für diese Zielgruppe (Familie) nicht zu treffen. Wir sind gespannt, was er nächste Woche berichtet. Ich drücke die Daumen.


Neue Eindrücke: Fresko

Dienstag, 25. Mai 2010

Neues aus Schottland

Da wir heute nur zu dritt waren, konnten wir ohne Pause loslegen und sollten dabei sogar 4 Spiele "schaffen".

Den Anfang machte eine kleine Idee von Peer. In 10 Minuten gespielt und mit ordentlich Spielspaß. So müssen schnelle Spiele sein. Etwas Feinschliff bei der Wertung und schon hat er ein tolles kleines Spiel, das genug Raum zum Taktieren lässt.

Rolf hatte seit Längerem mal wieder eines seiner Spiele dabei. Es geht darum auf bestimmte Parteien zu wetten (hier abstrahiert durch Symbole) und diese zu pushen, dass der Einlauf möglichst dem eigenen "Auftrag" entspricht. Leider war das Spiel durch die ständigen Änderungen zu beliebig und zu unsteuerbar. Auch ist die Wertung sehr rechenintensiv und mathematisch-trocken.

Peers "Polynesienspiel" war als nächstes an der Reihe. Ich kannte das Spiel bereits, allerdings hatte es ein paar Änderungen gegeben. Leider ist das Spiel immer noch zu wenig dynamisch und der Fortschritt für den einzelnen Spieler eher schleppend. Wir konnten aber genügend Vorschläge machen, das zu verbessern.

Da ich nicht zwingend etwas hatte, das nach einem Test schrie, wollten wir einhellig das neue Aleaspiel Glen More antesten, das druckfrisch in der Spielwiese eingetroffen ist:

Wir erwerben mit unserm Gefolgsmann aus der zentralen Auslage jeweils ein Plättchen, das wir unserer persönlichen Auslage zufügen. Das aktiviert umliegende Plättchen und sorgt für Erträge. Nach und nach kommen immer stärkere Plättchen ins Spiel, die zunehmend auch Siegpunkte bringen.

Bei 3 Zwischenwertungen vergleichen sich die Spieler in 3 Bereichen. Hier erhält man Punkte für das, was man besser ist als der Schwächste. Nach einer Stunde gibt es noch ein paar Extrapunkte und das Spiel ist vorbei.

Glen More verfügt gleich über eine Reihe von Mechanismen die toll sind und Spaß machen (der Plättchenrundlauf, das Aktivieren benachbarter Plättchen, das Management mit den Figuren, der Marktplatz), dazu kommt natürlich auch Gewohntes (Produktion, Ressourcenumtausch in Punkte, Orte/Gebäude mit Sonderfunktionen). Leider zerstört das fizzelige Material einen Teil des Spielspaßes. Viele Grafiken sind so winzig, dass sie wirklich nur der Spieler selbst erkennen kann. Aus diesem Grund schaut kaum ein Spieler wirklich den anderen bei ihren Zügen zu (warum auch, man erkennt es sowieso nicht). Mir ist klar, dass hier Alea gewissen Zwängen erliegt, was Materialmenge und Preiskorsett angeht, allerdings hätte man hier auch mal eine mutige Produktion fahren können, das Spiel ein paar Euro teurer sein lassen, dafür aber auch den Spielspaß merklich fördern können. So wird Glen More trotz des unverbrauchten wirklich schön umgesetzten Themas seine Stammkäufer finden und nach einem halben Jahr wieder Spinnweben ansetzen.

Samstag, 15. Mai 2010

Berliner Stelldichein

Sagenhafte 7 Leute sollten wir heute zur Autorenrunde werden, dabei fast alles was Berlins Spielerszene zu bieten hat: Jeff Allers, Peer Sylvester, Günter Cornett (mit Vollbart kaum wiederzuerkennen), Thorsten Gimmler...

Wir starteten mit Jeffs Modelleisenbahn. Er hatte ein paar Änderungen vorgenommen, allerdings kam es mir jetzt komplexer vor. Das Problem welches auftauchte: es ist keine Entwicklung über die Spieldauer festzustellen, sodaß der Spannungsbogen nicht ansteigt. Danach diskutierten wir eifrig und haben den guten Jeff glaube ich mit Vorschlägen fast erschlagen. Mal sehen, was er davon umsetzen wird.

Danach mussten wir unsere Gruppe teilen. Ich konnte mein überarbeitetes Pergamemnon präsentieren. Wir führen ein mächtiges Volk der Antike (natürlich) und hauen uns Schwerter, Speere und Pfeile um die Ohren. Mit den besiegten Gegnern erwerben wir Kreaturen aus der Tischmitte, die uns im Kampf helfen und vor allem Punkte bringen.

Das Spiel war wesentlich besser, als das erste mal, allerdings waren einige Dinge noch nicht so optimal. Beispielweise kommt es viel zu selten zu intensiven Duellen, die zugegebenermaßen den größten Spaß bereiten. Hier gilt es anzusetzen.

Zum Abschluss stellte uns Thorsten ein upcoming Schmidtspiel vor (für Nürnberg 2011, also noch genügend Vorlauf). Hier möchte ich noch nicht zu viel verraten, aber es handelt sich um eine Art Wettrennen, bei dem die Spieler allerdings ständig andere Figuren führen und damit Punkten wollen. Ein wenig erinnerte das Geschehen an Velocity, ist aber deutlich straighter. Ein Königsmacherproblem kann es auch hier geben, aber vielleicht bekommt es Thorsten noch in den Griff. Zur Not gibt es eben noch eine Revanche...