Dienstag, 26. Juni 2012
EM-Pause
Endlich bekamen wir mal wieder eine komplette Runde zusammen und mit Ronny, der wie Rolf bei Lookout aushilft, einen neuen wertvollen Mitspieler hinzu. Mit Olaf und Jeff waren wir zu fünft und testeten erstmals eine komplette Runde meines neuen “großen” Brettspiels: Pandora Titania.
Lange hatte ich mit mir selbst Testgespielt und etliches geändert, bis ich es als Reif für einen richtigen Test erachtete. Mir war klar, dass nicht alles perfekt harmonieren konnte, aber generell waren die Abläufe schon flüssig. Der Bruch zwischen den beiden Haupttaktiken wurde bemängelt und auch ein paar Elemente, die nur als “Chrom” bezeichnet werden konnten. Nach gut 90 Minuten inklusive Erklären waren wir durch und nur ein grober Fehler meinerseits bescherte Rolf den Sieg. Wir diskutierten noch eifrig über mögliche Änderungen und einige davon werden tatsächlich noch Einzug halten. Ich bin über die weitere Entwicklung selbst gespannt.
Jeff war ebenso fleißig und hatte sein Modelleisenbahnspiel heftig vereinfacht und gestrafft. Die Holzklötzchen sind weggefallen, sodass jetzt alles mit den Handkarten gespielt wird... was vom Ansatz her ein guter Gedanke ist. Leider war die Interaktion sehr gering... man nimmt nicht teil an den Zügen der Anderen - sie beeinflussen so gut wie gar nicht meinen nächsten Zug... bis auf das Wegkaufen eines Gebäudes kann da nichts passieren. Auch hier diskutierten wir noch eifrig und sammelten Ideen. Jeff wird sicher auch eigene Gedanken haben, damit er hier weiter vorwärts kommt.
Und Mittwoch wieder Fußball gucken :-)
Dienstag, 5. Juni 2012
Berliner Spiele
Endlich hatte ich die Chance Peers Singapore zu spielen. An den Prototyp damals konnte ich mich quasi überhaupt nicht mehr erinnern.
Rund für Runde wählt man ein bestimmtes Gebäude und bringt es auf den Spielplan. Die Bauplätze werden stets vom punktemäßig hintenliegenden Spieler bestimmt und kosten unterschiedlich viel Geld.
Durch Wege werden die Gebäude verbunden und wenn man dann an der Reihe ist, kann man bis zu 3 Schritte mit seiner Figur laufen und insgesamt 3 unterschiedliche Gebäude nutzen.
Ein schöner Kniff sorgt dafür, dass zwar der Startspieler die erste Wahl bei den Gebäuden hat, aber seinen Zug komplett zu Ende ausführt und somit nicht die neuen Gebäude der anderen Spieler nutzen kann. Ein weiterer schöner Mechanismus ist der „illegale Sack“: jedes mal, wenn man ein illegales Gebäude baut oder nutzt, muss man einen Stein aus dem Sack ziehen. Ist es ein schwarzer Stein, geschieht nichts weiter, bei einem weißen muss der mit den meisten schwarzen Steinen (und gelben Waren) für jeden Stein Geld bezahlen und die Steine zurück in den Sack werfen. Reicht das Geld nicht aus, zahlt man mit Punkten, was empfindlich sein kann.
An Singapore ist das Erstaunlichste, wie wenig Regeln nötig sind und welche Spieltiefe sich dadurch trotzdem entwickelt. Bemängelt wurde von den Mitspielern, dass eine Person alle Bauplätze bestimmt und dass man mit seiner einen Figur sehr eingeschränkt ist im späteren Verlauf, welche Gebäude man noch erreichen kann. Dazu sorgte ein Spielfehler meinerseits dazu, dass der spätere Sieger als einziger eine zweite Figur einsetzen konnte. Ich selbst hatte auch zu früh meine Steine und Geld verbraten, bevor die richtig guten Gebäude auftauchten.
Sicher nicht Peer's bestes Spiel, aber trotzdem interessant genug, um es noch einmal zu probieren und zu sehen, wie es sich da entwickelt.
Zweites Spiel des Abends war Pala von Jeff erschienen auf Cambridge Games Factory – einem kleinen US-Verlag, der lange gebraucht hatte, die Übersichts- und Biettafeln zu produzieren. Jetzt ist es aber endlich verfügbar und weil ich mich gerade dran machen wollte, die Deutschen Regeln dafür zu schreiben, wollten beide Versionen (Pointillism und Impressionism) gespielt werden.
Ich kannte davon nur eine Version und das auch nur im Groben, da der Verlag doch einige Änderungen vorgenommen hat.
Pointillism erinnert doch an andere „Stichansage“ Spiele, wie Wizard und Canyon, allerdings ist der Grundmechanismus des Grundfarben/Mischfarbenspiels gänzlich neu und sehr originell.
Die zweite Version, bei der es darum geht Punkte zu vermeiden war das eigentliche Spiel, das bekannt war. Wir spielten ein paar Durchgänge und schon war die Zeit wie im Fluge vergangen.
Inzwischen ist die Regel übersetzt und das Spiel kann bei mir im Shop erworben werden: http://irongames.de/onlineshop/
Dienstag, 29. Mai 2012
Spielen in der Heimat
Im Anschluss musste noch einmal Trajan zeigen, ob es wirklich kein überfrachtetes Spiel ist. gute 2 Stunden rangen wir um Punkte und vor allem mit der optimalen Verteilung der eigenen Steine auf dem Tableau.
Danach war die einhellige Meinung (auch von dem einen Neuling): tolles Spiel!
Es ergibt sich ein spannendes Ringen um Plätze und Punkte, das vielleicht einen Tick zu lange geraten ist. Für die Kosmos 2er Reihe ein Supervertreter und neben Rapa Nui ein zweiter Volltreffer im aktuellen Spielejahr.
Am nächsten Tag sollte ich meinen Grafiker Matthias Catrein treffen zum einen, um uns über die aktuellen Projekte zu unterhalten (ich bekam vorab wieder einmal phantastische Grafiken zur Pergamemnon Erweiterung zu sehen) und zum anderen die beiden neuen Völker dieser Erweiterung zusammen mit den neuen Fähigkeiten zu testen. Möglicherweise sind die Germanen einen Hauch zu stark und wenn man diese aufgrund ihrer besonderen Fähigkeit nicht angreift, dann ist das weniger optimal.
Nach einem Blick hinter die Kulissen des "Ateliers" zeigte ich Matthias und seiner Frau mein geplantes Projekt womöglich fürs nächste Jahr. Leider war nicht mehr drin außer Anspielen, aber das half mir bereits noch weitere Verbesserungen vorzunehmen.
Dienstag, 22. Mai 2012
Oberhof: Teil 3
Arbeiter einsetzen im antiken Rom: an diversen Plätzen gibt es Geld, Ausrüstungsgegenstände und natürlich Punkte. Für das Bauen benötigt man Geld und oft auch Sklaven. In der Arena kämpfen die Gladiatoren um Kupfer, im Circus Maximus die Pferdegespanne um Gold und Silber. Das Besondere an diesen „Währungen“: sie haben keinen bestimmten Wert, sondern müssen wenn verlangt exakt so aufgebracht werden.
Für die Kämpfe braucht man Sklaven, Gegenstände und Pferde, oder aber man manipuliert etwas mit Würfeln, die man sich vorher besorgt hat.
Wichtig beim Bauen: Manche Viertel bringen während des Spiels Punkte, andere nur, wenn man eine Multiplikationskarte erwirbt... dafür kann es da aber auch richtig abgehen.
Zunächst fällt das für diesen Verlag ungewöhnliche Material auf: Schnöde Pöppel, Farbwürfel und ein viel zu bunter Spielplan, doch Aquileia richtet sich, was wieder ungewöhnlich für den Verlag ist an erfahrene Spieler.
Es spielt sich gut und lässt viel Raum zum Mitfiebern und in den Arenen zum Ärgern.
Was ich mir gerade im Spiel mit 5 Personen gewünscht hätte: ein Alternativfeld, auf dem man wenigstens etwas sinnvolles machen kann oder bekommt. So bleiben einem oft nur sinnlose Felder am Ende übrig.
Die Multiplikatoren können am Ende ganz schön für Überraschung sorgen. Ein solides Spiel ohne viel Neues.
Jeder Spieler verfügt über 4 verschiedene Figuren. Welche das sind, das wird vor der Partie ausgelöst. Die Figuren sind herrlich bizarr modelliert und verfügen alle über eine bestimmte Sonderfähigkeit.
Es liegen 3 Boote vor Anker, die aber erst auslaufen, wenn es einen Kapitän gibt. Welche Beute ein Schiff macht, das ist bereits 2 Beutegänge im vorraus bekannt. Der Kapitän greift 2 Stücke ab, die im Schiff dahinter platzierten nur ein Stück. Die Beutestücke bringen am Ende Punkte, allerdings manche nur, wenn man ein bestimmtes Zusatzteil bekommt (z.B. Dosenöffner zur Dose).
Ein Zug geht schnell: Karten ziehen oder Karten spielen, um eine Figur auf einem Schiff einzusetzen oder vorwärts zu bewegen.
Das Material macht sofort riesig Laune auf das Spiel: dickste Plättchen, die Figuren und die abgefahren düstere Grafik. Allerdings ist das Spiel bei uns völlig gefloppt. Ständig muss man nachschauen, welche Figur welche Fähigkeit besitzt. Durch die Modelle und das aufgedruckte Bild auf der Übersicht lässt sich nicht sofort sehen wer wer ist. Außerdem kommt es verdammt oft zu Blockaden... niemand will auf den Platz vor dem Kapitän, denn das könnte eine Vorlage für den Folgespieler sein - bis sich dann jemand opfert, einfach dass es voran geht. Ne ne...
Africana
Wir befinden uns auf dem Afrikanischen Kontinent und reisen umher, um Geld zu erhalten und Aufträge zu erfüllen. Um von einem Ort zum anderen zu kommen ist zumeist eine von 2 Wegekarten nötig. Wer einen Auftrag annimmt bekommt schonmal eine Münze, oder eine Karte extra. Wer den Auftrag dann zuerst erfüllt, erhält auch die Karte dazu (= Punkte bei Spielende). Die Holzbücher aus Valdora erleben dabei ihre Wiederauferstehung. Hier erwirbt man (für Geld) Gegenstände, die bei Spielende ebenfalls Punkte bringen.
Africana ist also ein Reisespiel, das einerseits durch seine Einfachheit punktet, bei dem allerdings ob der mangelnden Übersicht (von wo nach wo muss ich reisen?) bei den Karten eine sehr nervige Komponente enthält. Leider überwiegt das Nervige in meinen Augen, dass ich hier nur das Prädikat: durchschnittlich erteilen kann.
Indigo
Der Meister himself, Dr. Reiner Knizia hat wieder zugeschlagen. Wie so oft in letzter Zeit haben wir mit Indigo ein eher einfaches Spiel, aber das macht ja nicht unbedingt etwas. Man legt ein Wegplättchen und bewegt einen Edelstein, der sich an dem Weg befindet auf das neue Plättchen. Ziel ist es, möglichst viele Edelsteine durch ein eigenes Tor zu befördern. Manche Tore (zu viert sogar alle) teilt man sich mit einem Mitspieler. Zumeist ist es so kaum zu schaffen ohne Mithilfe einen Edelstein wie gewünscht zu bewegen. Es empfiehlt sich sofort mit der Expertenregel zu spielen, dass jeder Spieler immer 2 Wegeplättchen hält und eines auswählen darf (es könnten sogar 3 sein). Eine Regel im Ablauf sorgt dafür, dass der potenziell letzte Edelstein der wertvollste ist.
Erinnerungen an Tsuro oder Metro werden wach, allerdings besitzt Indigo seine Eigenständigkeit. Das Spiel ist sehr schnell erklärt und kann einfach losgespielt werden. Vor allem das Spiel zu viert scheint die beste Wahl zu sein, denn hier muss man zwingend mit allen Spielern im Wechsel koalieren. Durch die sehr verschlungenen Wege und die leichten Regeln hält sich allerdings auch der Einfluss in Grenzen. Die Zauberfomel heißt: zum richtigen Zeitpunkt an der Reihe sein und dann auch noch ein richtiges Plättchen auf der Hand haben. Indigu bereitet Freude, allerdings wohl nur wenige Male.
Stefan Feld ist aktuell und schon seit einer Weile in aller Munde, kreiert er doch regelmäßig sehr gute bis großartige Spiele. Trajan gefällt sofort mit seinem grandiosen Cover und auch das Spielmaterial ist aller erste Güte. Worum geht’s? Mittels des„Mancala“-Mechanismus auf einem eigenen Tableau löst man seine Aktion aus. Diese ist oft an eine Nebenaktion gekoppelt, wenn man es klug anstellt. Leider ist es nicht immer klug anzustellen, aber es gelingt doch erstaunlich oft. Mit seinen Aktionen wird man in verschiedenen Bereichen das Spielplans tätig, was uns immer wieder Punkte bringt und auch am Ende kann es ganz schön Punkte regnen. Trajan wäre aber kein Feld-Spiel ohne eine „Opfer“-Komponente. Hier werden in jeder Runde Brot, Spiele oder Feuer gefordert, was sich erst nach und nach genau aufschlüsselt. Wer das nicht vorweisen kann wird empfindlich mit Minuspunkten bestraft.
Trajan dauert seine Zeit, keine Frage, allerdings trainiert sich der Überblick bereits zur zweiten Partie deutlich, was für flüssigeres Spiel sorgt. Einige Kritiker schimpfen über die überfrachteten Möglichkeiten, ich finde allerdings Trajan ziemlich genau richtig gefrachtet. Vor allem der Verteilmechanismus auf dem eigenen Tableau weiß zu begeistern. Das Spiel drumherum bietet nicht unbedingt viel Neues. Trotzdem reicht das, um in einem Jahrgang ohne eindeutiges Überspiel eine Spitzenposition einzunehmen.
Stone Age - mit Stil zum Ziel
Zum Ausnahmespiel aus der Hans im Glück Schmiede gibt es jetzt (endlich! Werden einige sagen) eine aufwändige Erweiterung, die das Spiel auch mit 5 Spielern spielbar macht. Dazu gibt es neue Einsetzfelder und einen neuen Rohstoff (Elfenbein).
Im Gegensatz zu Säulen der Erde, wo durch die Erweiterung auch ein deutlicher Mehrwert bei weniger als 5 Spielern erzeugt wurde, sollte man die Stone Age Erweiterung auf jeden Fall mit 5 Spielern spielen. Durch den neuen Rohstoff wird es etwas einfacher seine Ziele zu erreichen, was nicht unbedingt den Spannungsbogen erhöht. Wer nur mit maximal 4 Spielern im Steinzeitalter zu Hause ist, der sollte die Erweiterung erst einmal genauer antesten, denn sonst könnte er enttäuscht werden.
Welcome to Walnut Crove
Das Spiel kannte ich schon vorher und wurde bei der ersten Partie für Gut befunden. Umso erstaunlicher war die Tatsache, dass es dieses mal ziemlich floppte. Das Anlegen der Plättchen und Verteilen seiner Gefolgsleute macht nach wie vor Spaß, aber die Mangelwirtschaft und das relativ langweilige Umhergelaufe in der Stadt sägen doch bedenklich an den Nerven.
Den Freitag 17 Uhr war dann Zeit, seine Favoriten für den Pfefferkuchel zu benennen, was dieses Mal ziemlich schwierig war. Blöd nur, dass man danach noch 2 Spiele kennenlernte, die es womöglich auch auf die persönliche Liste geschafft hätten :-/
Ruhm für Rom
Das Spiel schlummert schon seit Essen 2011 in meinem Schrank... wegen des Themas und der vielen Vorschusslorbeeren. Versuche, sich das Spiel zu erarbeiten schlugen Fehl, bzw. fielen der Faulheit zum Opfer. Gut, dass man in Oberhof gerne mal gewünschte Spiele erklärt bekommt:
Das Herz des Spiels sind die Multifunktionskarten. Diese dienen entweder als Rolle (Aktion), als Baumaterial, als Gebäude (Funktion) oder als Punkte für das Spielende.
Ist ein Spieler an der Reihe füllt er entweder seine Kartenhand auf, oder er spielt eine Karte als Rolle und führt diese aus. Reihum können alle Mitspieler dieser Rolle folgen, so sie auch über eine solche Karte auf der Hand verfügen. Das verhindert große Wartezeiten und bindet geschickt alle Spieler ins Geschehen mit ein.
Ebenfalls sehr clever gelöst sind die Änderungen für die verschiedenen Spielerzahlen. Hier wird einzig mit der Zahl an offenen Bauplätzen gearbeitet – sehr elegant.
Gut, dass wir an dem Abend sogar eine zweite Partie gespielt haben, denn die braucht man, um die Zusammenhänge zu verinnerlichen und die Übersicht zu behalten.
Ruhm für Rom ist tatsächlich ein ausgewachsenes Ausnahmekartenspiel, so man es mit komplexeren Spielen hält.
King of Tokyo
Die Spieler verkörpern Monster, die sich entweder in Tokyo austoben wollen, oder das eine Monster aus Tokyo vertreiben wollen, um selbst dort zu wüten. Punkte gibt es einerseits, wenn man es lange in Tokyo aushält und andererseits kann man durch seine Würfel Punkte bekommen. Gewonnen hat, wer zuerst 20 Punkte aufweisen kann, oder wer zuletzt noch am Leben ist. Dabei fügt das Tokyomonster immer allen anderen Schaden zu, während alle anderen auch dem Tokyomonster Schaden zu fügen. Oft stellt sich die Frage: riskiere ich es, noch eine Runde in Tokyo zu bleiben, oder überlasse ich einem anderen Spieler diesen Platz, damit ich mich selbst erholen kann - davon lebt das Spiel und davon, dass man mal das Gehirn auf Sparflamme stellen kann und es einfach mal krachen lassen will.
Das wusste man allerdings schon vorher aus diversen Rezensionen. Wie sich das Spiel dann aber wirklich spielt, das hat mich doch positiv überrascht. Mit den Magiewürfeln und den Sonderkarten wird noch zusätzlich für Pfeffer gesorgt.
Mittwoch, 16. Mai 2012
Abend der Rohrkrepierer
Donnerstag, 10. Mai 2012
Invasion auf die Spielwiese
Nach ewigen Zeiten sollte Olaf mal vor Ort sein. Das letzte mal hatte ich ihn kurz in Essen gesprochen und ansonsten hat er sich sehr rar gemacht in der Spieleszene... ja ja, das Zeitproblem.
Mit Rolf und Johann waren wir 4 und konnten noch einmal mein Ikarus testen nach den kleinen Regelanpassungen. Das Ende verlief etwas schleppend, aber sonst ist kaum noch was Negatives zu sagen.
Nachtrag: kein Wunder, dass das Ende schleppend verlief - wir hätten ja auch nur 2 anstatt 3 Quadranten abräumen müssen :-/
Das sollte jetzt gut sein, um es einem Verlag vorzustellen.
Danach zeigte uns Johann sein Elbflorenz. Einen ähnlichen Aktionsradmechanismus wie auch sein Goldsucherspiel, wollte das Ganze aber leider in keinster Weise einen Entscheidungsspielraum geben – ja nicht wirklich funktionieren. Ich gehe mal nicht näher auf Details ein, denn hier bedarf es mehr als nur kleiner Änderungen um ein gutes Spiel daraus zu machen.
Ebenfalls noch vor Herne stellte uns Rolf sein Hans im Glück vor. Ich hatte es nur noch bedingt in Erinnerung, sodass es einer Auffrischung bedurfte, damit er mit Ideen rechnen konnte. Der Schwachpunkt ist wie schon von Rolf angekündigt die Wertung. Zum einen ist sie zu starr und zum anderen ist es ein leichtes für die Mitspieler einem Spieler ein bestimmtes Plättchen zu verwehren.
Die magische Idee sollte lauten: Wertungskarten erst während des Spiels nach und nach integrieren. Und das könnte dann wirklich der Durchbruch eines sehr flotten und runden Spiels sein.
Donnerstag, 3. Mai 2012
Oberhof - Teil 2
Sieht man die Schachtel, den Spielplan und die Plättchen kommt einem gleich vieles bekannt vor. Cuba und Havanna sei Dank... na ja – mich stößt dieses „Grafik-Recycling“ eher ab. Aber was kann das spielerisch?
Alle Spieler bewegen einen Truck auf einem Rundkurs durch die Stadt. Wo der Truck zum Stehen kommt, darf der Spieler zum einen das zugeordnete Gebäude nutzen und zum anderen in einem bestimmten Viertel ein weiteres Gebäude nutzen oder reservieren. Für das Reservieren bekommt man immer einen Punkt, wenn ein anderer Spieler das Gebäude nutzt, oder man selbst kann in einem Zug 2 Gebäude nutzen, wenn es gerade mal passt. Und das ist der Hauptsatz: wenn es gerade mal passt... und wenn nicht, dann macht man eben was anderes oder ärgert sich. Zu beeinflussen ist das Ganze nur bedingt und mithilfe von enormem Geldaufwand. So plätschert diese Tauschorgie eine Dreiviertelstunde so dahin und man fragt sich nur: war's das? Ja das war's!
Kalimambo
Sehr witzig ist dieses Spiel aufgemacht und auch die Geschichte dahinter. Das Nashorn Kali stuppt die Reisegruppe mit seinem Horn an und der freche Mambo stiftet Chaos. Dazu kommen noch unzählige Kackhaufen, in die man nicht treten will, denn für alles und jeden gibt es Minuspunkte. Diese werden addiert und am Ende gewinnt der mit den wenigsten. Das Spiel selbst besitzt gleichzeitiges Bieten einer Zahlenkarte. Die Höchste Karte beginnt usw. Allerdings wandert man keine Felderanzahl vor, sondern einfach direkt an die Spitze der Gruppe. Kleine Zusatzdetails stiften noch mehr Chaos und so verkommt die ganze niedliche Idee zu Zeit totschlagen in Reinform. Gerade hier zeigt sich einmal mehr die große Klasse von 6 Nimmt, das mit ähnlichem Grundmechanismus Spannung erzeugt und etwas Planbarkeit besitzt.
Santa Cruz
Auf dem Spielplan sieht man eine große und 2 kleine Inseln. Auf etlichen Feldern werden zu Beginn verdeckte Plättchen ausgelegt, nur die Randfelder sind sichtbar. Dadurch entströmt Santa Cruz ein schönes Entdeckermoment. Mithilfe von Wegkarten besetzen wir die Plättchen mit Hütten, Türmen und Kirchen. Dafür gibt es Punkte. Die Kartensätze sind ziemlich unterschiedlich und werden am Anfang je nach Wertungskarten ausgesucht. Diese Wertungskarten sind dann auch das Salz in der Entdeckersuppe – können doch alle Spieler von den Wertungen profitieren. Als weitere Besonderheit gibt es in einem zweiten Durchgang einen anderen Kartensatz und eine andere Wertungskarte. Die aufgedeckten Plättchen sind derweil inzwischen bekannt.
Tja, einerseits überzeugt der sanfte „flow“ von Santa Cruz, wobei der geneigte Strategiespieler nach mehr Tiefgang schreit und andererseits sind Gelegenheitsspieler spätestens bei der Vorbereitung der zweiten Phase sicherlich überfordert. Meiner Meinung nach ein Spiel an allen Zielgruppen vorbei.
Gab’s als „Grimoire“ schonmal und wurde nach den überschwänglichen Bewertungen nun von Schmidt Spiele wiederaufgenommen. Der Hingucker neben der stimmungsvollen Grafik sind natürlich die Zauberbücher. Anfangs stehen den Spielern nur wenige zur Verfügung und jede weitere Runde kommt einer dazu, den man wählen kann. Eine schöne Sache, um Neulinge in das Spiel einzuführen, denn so erklären sich die Sprüche nach und nach während des Spielens.
Einen dieser Sprüche kann man also wählen und dann wird geschaut, wer was gewählt hat. Davon ist dann auch die Spielreihenfolge abhängig, was nicht unwichtig ist auf die frühe Auswahl bei den Charakteren usw.
Natürlich sind die mächtigsten Sprüche fast immer ganz am Ende dran, außer wenn mehrere Leute den gleichen Spruch gewählt haben, dann müssen sich diese mit der späteren Auswahl begnügen.
Bis zu einem gewissen Punkt macht Grimoria wirklich Spaß: Viele (auch ich) empfinden allerdings die destruktiven Elemente als wenig erbauend. Vor allem das Geld wegnehmen kann einem das ganze Spiel verleiden. Hat sich ein Spieler lange einen kleinen Geldvorrat erkämpft und dafür auf etliche andere Dinge verzichtet, muss er in den letzten 3 Spielrunden fast zwingend auf ein Schutzfeld setzen, das seine Entwicklung hemmt... Das ist sehr schade, für ein ansonsten recht gutes Spiel.
Montag, 30. April 2012
Steam - eine schwere Geburt
OK, die reichhaltigen Materialien inspiziert, geordnet und den Aufbau für 4 Personen gestartet. Inzwischen war Alfred da... Jeff kam zurück, aber sonst niemand. Wir warten noch 10 Minuten – niemand, also das Spielbrett umgedreht, das Spiel für 3 Personen neu vorbereitet, Regeln erklärt und vor dem ersten Zug tauchte Anja auf.
Steam basiert auf dem zu Anfänmgerspielern sehr harten Age of Steam und ist dazu quasi die „Kuschelversion“. Man nimmt sich eine Rolle, die zum einen eine Sonderaktion ermöglicht und zum anderen die Spielreihenfolge für die nächste Runde vorgibt.
Danach dürfen alle Gleise Bauen und zuletzt Warensteine liefern. Alternativ lässt sich noch die Lok aufrüsten. Das klingt eigentlich sehr einfach und ist es auch in der Theorie.
In der Praxis dauert es oft sehr lange, bis jeder Spieler seinen optimalen Zug gefunden hat und gerade mit zunehmender Spieldauer wird es bei 5 Spielern extrem voll auf dem Brett, dass man kaum noch sinnvolle Bauaktionen machen kann.
So schleppt sich das Monster laaaange dahin, obwohl es eigentlich gar kein Monster sein will – durchwachsen.
Danach waren wir bereits zu sechst, also teilten wir uns lieber.
Seit langer Zeit kam endlich mal wieder Havoc - das tolle Kartenspiel in Pokermanier von Sunriver Games auf den Tisch.
Schnell ging der Einstieg und die Spannung gerade beim Ausrufen eines Gefechts war immer immens groß. Leider kann das Spiel mit 3 Personen nicht seine gesamte Qualität ausspielen, da zu wenig Karten im Spiel sind. So werden fast ausschließlich Mehrlinge gesammelt, der Kartenstapel ist ziemlich schnell durch und dann kommen ständig die gleichen Karten wieder – schade, aber diese Auffrischung schreit nach einer baldigen Wiederholung mit mehr Personen.
Samstag, 28. April 2012
6 Spieler und nichts zu Spielen?
Da tauchten zwei Frauen auf, die nach der Autorenrunde fragten... perfekt!
Bis wir mein Ikarus aufgebaut hatten, waren wir mit Jacek zu fünft - Vollbesetzung... da musst sich Johann, der 10 Minuten zu spät war etwas gedulden.
Das Spiel verlief sehr flüssig, trotz der Übersichtsmängel, die einer zu unruhigen Grafik geschuldet sind. Nach gut einer Stunde waren wir durch und selbst die Neulinge hatten keine Probleme mit den Regeln - ein gutes Zeichen auch im Hinblick auf das Präsentieren des Spiels für einen Verlag.
Danach die Frage, ob denn jemand noch etwas dabei hatte, aber weder Johann noch Jacek waren mit voller Tasche da... so musste mein brandneues Spiel herhalten, obwohl es eigentlich noch nicht ausreichend “selbstgetestet” war, um es auf eine echte Testrunde loszulassen. Bei so etwas habe ich immer ein ungutes Gefühl.
Diana und Susanne (?) wollten derweil lieber etwas “fertiges” spielen und zogen sich auf ein Qwikle zurück, während wir dann zu viert meine neue Kreation probierten (den Namen verrate ich erst später).
Der erste Teil des Spiels funktionierte recht gut und einige (recht innovative) Mechanismen konnten überzeugen. Leider waren die einzelnen Bereiche nicht in gleicherweise attraktiv und im Hinblick auf das unfertige Endspiel verlief die Partie auch recht seltsam. Wir zogen das Ganze dann noch so durch, wie es angedacht war und unterhielten uns sehr konstruktiv darüber, wie ich die beiden Teile flüssig miteinander verknüpfen kann und wo es noch Verbesserungspotential gibt. Danke für den tollen Test!
Dienstag, 24. April 2012
Oberhof - Teil 1
Hawaii
Der Winkel der persönlichen Auslage erinnert etwas an Wikinger vom gleichen Verlag. Tricky ist hier, dass nur Gebäudereihen in die Wertung kommen, die eine bestimmte Länge haben. Diese lässt sich allerdings auch verkürzen.
Hawaii bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die zu gefallen weiß. Ich suche zwar die großen Innovationen ebenso, wie die echte Thematik, trotzdem sollte sich das Spiel nachhaltig einbrennen.
Waka Waka
Nicht von ungefähr ist der Autor von Waka Waka auch Autor von Jambo gewesen. Das Thema ist ähnlich, allerdings spielen wir hier maximal zu viert. Die Spieler besitzen 6 Lagerplätze für Waren, die am and des Spielplans abgedruckt sind. Durch Ausspielen von Karten bekommt man neue Waren, Geld oder die Möglichkeit Waren zu tauschen oder eine Stufe aufzusteigen. Darauf kommt es vor allem an: Stufen aufzusteigen (= bestimmte Waren abgeben, um einen Platz vorzuziehen). Wer als erstes eine bestimmte Stufe erreicht gewinnt, also kein ermüdendes Punktezählen.
Die Zutaten scheinen zu stimmen und auch die Dauer hält sich mit 45 Minuten im Rahmen, trotzdem kommt Waka Waka nie an Jambo (wenn man das überhaupt vergleichen kann) ran. Es fehlt irgend etwas, als dass man als Spieler wirklich berührt wäre.
7 Wonders Leaders
Den Abschluss des ersten Abends bildeten gleich 2 Runden 7 Wonders mit der Leaders-Erweiterung, die ich noch nicht totgespielt habe.
Was kurios war: sämtliche Karten waren in dicken steifen Plastikhüllen geschützt. So kann definitiv nichts dran kommen, allerdings will man diesen Riesenberg nicht wirklich mischen und die Schachtel hat dadurch sicher 3 Kilogramm auf der Waage.
Neuer Tag, neue Spiele:
Man wählt eine von vielen verschiedenen Aktionen aus und benötigt dafür zum einen einen eigenen Gefolgsmann, zum anderen auch eine bestimmte Menge Zeit. Das wird symbolisiert durch einen Zählstein, der ständig um das eigene Tableau herumwandert. Nach jeder Umrundung stirb ein Gefolgsmann und landet bestenfalls in der Dorfchronik. Hier kann es gute Punkte geben, allerdings ist die irgendwann voll und man wird dann in anonymen Gräbern verscharrt.
Die Wahl der Aktionen ist zum einen begrenzt und zum anderen nimmt man dafür stets einen Würfel einer bestimmten Farbe. Mit diesen Würfeln lassen sich dann auch einige Dinge anstellen - ein ordentliches Dilemma. Dazu kommen noch Pestwürfel - die will man eher nicht, weil sie 2 Zeitsprünge kosten.
Village ist ein thematisch sehr schick eingekleidetes Spiel, bei dem es wie so oft um die schnöden Punkte geht. Das Spielende kann sich in ungünstigen Konstellationen deftig ziehen, was die Weihen zu einem Spitzenspiel kostet. Ansonsten ein guter Vertreter des aktuellen Jahrgangs.
Kingdom Builder
Von "Donald X. Dominion" erdacht sorgt Kingdom Builder natürlich gleich für viel Aufmerksamkeit. Der Spielablauf ist eigentlich sehr einfach: man spielt seine einzige Karte aus und platziert im angezeigten Terrain ein bis 3 seiner Häuser.
Zusätzlich bekommt man Bonusmöglichkeiten, wenn man bestimmte Felder als erstes erreicht. Zufällig vor dem Spiel gezogene Aufgabenkarten zeigen an, wofür es aktuell Siegpunkte geben wird. Dadurch ist reichlich Varianz in den Partien.
Es erschließt sich nicht sofort, wie man mit diesen limitierten Möglichkeiten taktisch vorgehen kann, allerdings ist der Einfluss doch wesentlich höher, als zuerst vermutet. Man kann sich bewusst Möglichkeiten nehmen, um so an einer anderen Stelle des Spielplanes neu zu siedeln.
Durch die Zusatzplättchen gibt es weitere Varianz, da nicht alle Plättchen davon im Spiel sind. Davon hängt allerdings auch die Komplexität ab. Sind in einer Partie eher die einfachen Plättchen im Spiel: zusätzlicher Einsatz von Hütten in bestimmtem Gelände, können es in einer anderen Partie wesentlich komplexere Plättchen sein, allen voran der “Springer” - damit bekommt Kingdom Builder einen gewaltig verkopften touch, worunter der Spielspaß deutlich leidet.
Pictomania
Man zeichnet gleichzeitig einen zugelosten Begriff und versucht nebenbei noch herauszufinden, welchen Begriff die anderen Spieler zeichnen. Dazu legt jeder verdeckt “Tippkarten” vor die anderen Spieler. Für richtige Tipps gibt’s ebenso Punkte, wie dafür, dass viele Leute meine Zeichnung richtig raten.
Zeichenspiele gibt es inzwischen schon einige, aber nur wenige besitzen solch einen Hektikfaktor. Durch das Lesen der ganzen Begriffskarten, das an einem großen Tisch naturgemäß etwas anstrengend ist, wird der Stressfaktor noch verstärkt. Trotzdem macht das Ganze in der richtigen Runde viel Spaß.
Für Problematisch halte ich die recht komplizierte (wenn auch sinnvolle) Wertung. Hier könnte die eigentliche Zielgruppe in die Knie gehen.
Quebec
Ein Mehrheitenspiel... diese Klassifizierung lässt in der heutigen Zeit nichts Gutes erahnen und so hegte ich viele Zweifel vor Spielbeginn:
Auf einem Spielplan, der schön anzuschauen ist werden zufällig große runde Plättchen platziert... nun ist es vorbei mit dem „schön“ - Knallbunt und unübersichtlich lautet das Urteil jetzt.
Diese Plättchen geben einerseits vor, in welche von 4 Spielplanecken die Klötze geschoben werden, die sich bei der Wertung auf dem Plättchen befinden. In Nachbarschaft zu diesen Plättchen befinden sich andere Plättchen, die eine bestimmte Sonderaktion vorgeben. Ein Zug sieht einfach aus: neues Plättchen in Besitz nehmen, oder ein Teil eines Plättchens bauen. Sind 3 Stufen eines Plättchens gebaut bekommt der Besitzer Punkte und die darauf platzierten Klötze wandern in eine der 4 Spielplanecken. Nachdem eine bestimmte Zahl Plättchen „fertig gebaut“ wurde endet ein Durchgang. Dann werden alle Klötze in den Ecken gewertet, allerdings in einer wechselnden Reihenfolge. Der Clou hier: Wer die Mehrheit hat, von dem wandern die Hälfte der Klötze in die nächste Spielplanecke und kann dort noch einmal Punkten.
Der wahre Spielreiz lässt sich hier nur schwer rüber in Worte fassen, aber ich war dann doch überrascht, wie sehr man dem Geschehen mitfiebert und wie toll die Möglichkeiten kombiniert werden können.
Es empfiehlt sich hier einfach mal die Skepsis überwinden und eine Partie wagen – es lohnt sich.
Vegas
Aleaspiele im Frühjahr, das heißt stets einfach Kost – wie hier mit Vegas, einem Zockerspiel.
An 6 verschiedene Plätze, die bestimmte Würfelaugen verlangen (1-6) werden vor jedem Durchgang zufällig Geldkarten gelegt. Die Stückelung ist höchst unterschiedlich: an manchen Plätzen gibt es nur einen Schein, an anderen sogar 3. Man würfelt einmal und platziert dann alle Würfel einer Augenzahl an dem betreffenden Platz. Das geht so lange, bis alle Spieler ihre 8 Würfel eingesetzt haben, dann werden die Geldkarten vergeben. Die meisten Würfel erhalten die wertvollste Geldkarte usw. Gibt es allerdings Gleichstand, freut sich der nächste, der alleine auf diesem Platz sitzt.
Es war klar, dass Vegas sehr leichte Zockerkost bietet. Als Absacker kann das sogar gefallen, aber mit dem Namen Alea verbinde ich andere Kaliber, sogar in der Frühjahrskollektion. Ein abgespecktes Alea Iacta Est reicht mir da nicht... da konnte ein Glen More zum Beispiel andere Maßstäbe setzen.
Donnerstag, 19. April 2012
Auf Oberhof folgt die Spielwiese
Pannonia hatte kleinere Änderungen erfahren und musste noch einmal getestet werden. Die neue Möglichkeit 2 Einzelkarten auszulegen bewährte sich auf jeden Fall.
Was immer noch nicht passend war, war die sechste Sonderkarte... diese bremste nur die Mitspieler aus, ohne mir selbst zu nützen - das wurde als störend angesehen. Hier muss ich meine grauen Zellen noch weiter befragen.
Da wir mittlerweile zu sechst waren, mussten wir uns teilen.
Jeff wollte noch einmal sein Niew Amsterdam testen, denn er hatte kleine Wertungsänderungen vorgenommen und brauchte erfahrene Spieler (dass Regelerklären wegfällt). Wir schafften das 3er Spiel in 70 Minuten und auch die Änderungen hatten eigentlich wirklich positive Einflüsse.
Ich bin mal gespannt, in wieweit der Verlag das noch anpassen kann vor Essen 2012.
Hier wird ein tolles Spiel auf die Gemeinschaft losgelassen... zum Glück bin ich dieses Jahr nicht wirklich in Konkurrenz :-)
Leider war die Müdigkeit einiger zu spüren, dass wir uns schon um 21.30 Uhr auflösten.
Mittwoch, 4. April 2012
Kurzer Auftritt
Wir starteten mit meinem Kartenspiel Pannonia, bei dem ich einen kleinen Kniff eingefügt habe, damit man möglicherweise etwas taktischer agieren kann. Die Rechnung ging weitestgehend auf, nur über die Sonderkarten muss ich mir noch ein paar Gedanken machen.
Johann wollte noch einmal sein Goldsucherspiel testen, denn er kann es einem Verlag zuschicken. Ein paar Kleinigkeiten wurden geändert (Wertung für Gold, Materialverbesserung) aber grundsätzlich ist der schöne Druck des näherkommenden Spielendes geblieben. Einige Details sind vielleicht noch verbesserungswürdig, aber so macht das auch schon Spaß.
Leider mussten wir uns kurz vor 21 Uhr schon auflösen wegen diverser Verpflichtungen..
Nächsten Montag geht’s dann endlich zur Spielewoche nach Oberhof... All das nachholen, was man seit Essen nicht mehr geschafft hat. Ich hoffe mit einem guten Überblick zurück zu kommen.
Donnerstag, 29. März 2012
Schiff ahoi
Peer hatte noch einmal sein Spiel von letzter Woche dabei. Der Name war Trading Post (originelle Namen sind nicht Peers Stärke). Das Spiel konnte mit den neuen Überarbeitungen noch mehr überzeugen, aber kleinere Problemchen gab es immer noch (Startspieler, Aktionen). Trotz meines letzten Platzes ein tolles Spiel.
Diese Woche hatte ich mir viele Gedanken zu Pannonia gemacht und das Spiel völlig umgekrempelt. Was nun auf dem Tisch lag war ein recht einfaches und schnelles Kartenspiel, was aber noch etwas mehr Entscheidungsvielfalt benötigt. Ich denke aber wenn ich eines gut kann, dann ist es Regeln zufügen :-)
Montag, 26. März 2012
Bella Italia und die Weltwunder
Mit einem Stein bewegen wir uns rund um das Spielfeld. Wie weit, entscheidet der Würfel (das lässt sich mit Hilfe von Einflusspunkten allerdings noch beeinflussen).
In der Reihe, wo wir landen, stellen wir einen Baustein unserer Farbe hin. Ergibt sich so ein tragfähiges Fundament, dürfen wir eine Plattform darauf platzieren, die dann Geld (Punkte) bringt. Hier gilt: je höher, desto besser. Sind alle Bausteine eines Spielers verbaut, endet das Spiel und das meiste Geld entscheidet.
Für ein abstraktes Spiel ist Casa Crande ein wirklicher Hingucker. Wenn sich das Spiel in 3D entwickelt... das macht schon was her. Die Bausteine sind clever designt, dass sie sich gut stapeln lassen. Mit weniger Spielern geht es nicht ganz so hoch hinaus, aber im späteren Spiel wird es durch Blockaden immer schwerer seine großen Plattformen unterzubringen.
Das Spiel geht recht flott und macht Spaß – etwas Gefühl für Formen sollte man allerdings schon mitbringen.
Da zwischenzeitlich 4 weitere Leute aufgetaucht sind, die ihrerseits eine Runde aufmachten, hängten wir einen Klassiker von Günter Cornett hinten dran: Canaletto.
Ich kannte das Spiel noch nicht und war auch interessiert am Ablauf. Es handelt sich um ein trickreiches Versteigerungsspiel. Die Höhe des Gebotes bestimmt gleichzeitig das nächste zu versteigernde Feld. Auf den Feldern liegen Gegenstände aus und sobald von einem Gegenstand alle (2 – 4 Stück) versteigert sind, gibt es dafür Punkte. Wie viele hängt von den Punktplättchen ab, die eine zufällige offene Reihe bilden.
Je nach Grübelfreudigkeit der Spieler dauert die Geschichte ca. 45 - 60 Minuten. Vor der letzten Versteigerung empfiehlt es sich den Rechenschieber zu bemühen. Das kann so weit gehen, dass ein Spieler zum Königsmacher wird.
An sich kein wirklich schlechtes Spiel, allerdings wer diese „Grafik“ verbrochen hat gehört noch bis heute bestraft. So etwas bastelt ein Hinterhofgrafiker an einem Nachmittag schöner dahin. Und das im Jahr 2005, wo die Siedler von Catan Brettspielgeschichte schrieb. Das verleidet ein durchschnittliches Spiel kommenden Generationen vollends.
Danach schmissen wir uns zusammen und was könnte bei 7 Leuten besser passen als 7 Wonders? Endlich einmal keine Karten aussortieren. Nach einer Partie ließen wir eine weitere mit den Leaders folgen. Ja – wer das Grundspiel schon abgespielt hat, für den bieten die Leaders willkommene Zusätze und der kommt sicher auch nicht an der geplanten City-Erweiterung vorbei.
Leider war für mich schon Ende, während die anderen sich über Sun, Sea and Sand hermachten.
Mittwoch, 21. März 2012
7 auf 2 Streiche
Mit Rolf starteten wir Peers neues Spiel (schon wieder Namen vergessen!). Im "Singapore“-Universum schiffen wir Waren zu verschiedenen Häfen und erhöhen unsere Fähigkeiten. Dazu nutzen wir Handkarten und Plättchen (die weitergegeben werden). In nur 10 Runden wird der Sieger gekürt. Sehr attraktive Mechanismen sorgen für einen ständigen Druck alles machen zu wollen. Die einzelnen Aktionen sind zwar noch nicht ganz ausgewogen zu einander, aber der Ansatz lässt einiges hoffen. Schön auch der an Singapore angelehnte "Beutelziehmechanismus".
Während unserer Session tauchten 3 weitere Leute auf: Julia, Kerstin (das erste mal) und Juma (nein, das ist keine Figur aus Star Wars!). Die Jumas Ökologie- und Wirtschaftsspiel testeten.
Unser zweites Spiel war Pannonia, das beim letzten Test noch nicht gezündet hatte. Mit den Änderungen war es nicht wirklich viel besser. Mehr als ein "funktioniert" sprang nicht heraus, dafür Anregungen und Ideen, das Spiel (möglicherweise unter über Bord werfen einiger Mechanismen) ein gutes Spiel daraus zu machen. Es geht ja schließlich auch nicht darum an Mechanismen festzuhalten, sondern schöne Spiele zu kreieren.
Den Abschluss bildete eine weitere Partie National Zoo, damit wir das Spiel endlich beim Verlag einreichen können.
Donnerstag, 15. März 2012
Zu zweit und 3 x "J"
Wir unterhielten uns eine Weile über Julias Familienbande-Spiel und erläuterten ihr verschiedene Änderungsideen. Sie war glaube ich wenig begeistert und ist glaube ich kaum bereit, das Spiel so umzukrempeln. Mal sehen, was dann wirklich noch in das Spiel einfließt.
Dann zeigte uns Johann sein Goldsucherspiel, was diverse Ähnlichkeiten zu Cuba und Havanna aufweist, dabei aber sehr flott gespielt ist. Das macht es sehr attraktiv, wenn auch die verschiedenen Punktewertigkeiten noch nicht passten.
Jacek hatte ein wieder mal sehr hübsches neues Spiel: Pronto Pronto.
Dabei erhält man am Anfang 4 Aufgabenkarten, mit welchen Tellern ein Tisch im Lokal gedeckt sein muss. Durch einen langen Gang von Küche zur „Retoure“ werden blind aus dem Beutel gezogene Teller mit Salat, Pasta, Pizza oder Fisch geschoben, um dann irgendwann auf einem Tisch zu landen.
Schnell entpuppte sich das Ganze als überhaupt nicht beeinflussbar und die Tatsache, dass bei den hinteren Tischen fast nichts ankam, sowie dass bestimmte Aufträge einfach zu schwer zu erfüllen sind, ließen uns schnell gleichgültig werden und das Spielende herbeisehnen.
Kein Gutes Zeichen für das Spiel. Wir überlegten noch ein wenig über Verbesserungen und dann ging es auch schon wieder auf den Nachhauseweg.
Dienstag, 13. März 2012
Neues, Altes und Schlechtes
Die Würfel zeigen verschiedene Bohnensorten in unterschiedlicher Häufigkeit. Jeder Spieler hat eine Art Auftragskarte vor sich liegen und erfüllt die dort abgebildeten Aufträge der Reihe nach, wobei es stets schwerer wird. Erreicht man eine bestimmte Stufe, hat man die Wahl, ob man die Karte sofort zu Geld macht, oder die noch schwereren Aufgaben erfüllt und im Verhältnis noch mehr Geld dafür erhält. Danach gibt es immer gleich einen neuen Auftrag.
Dabei merzt das Bohnanza Würfelspiel eine große Schwäche der meisten Würfelspiele geschickt aus: Würfelt der aktive Spieler, so können alle anderen Spieler auch mit dessen Wurf ihre Aufträge erfüllen – so ist gesichert, dass jeder stets ins Geschehen eingebunden ist.
Trotz diesem schönen Kniff ist die Würfelei höchst Zufallsbestimmt und ermüdet bereits während der ersten Partie. Mit Bohnanza hat das Spiel überhaupt nichts gemein. Das Thema wurde übergestülpt, um Bohnanzafreunde auf das Spiel aufmerksam zu machen. Diese könnten enttäuscht werden.
Jeff hatte eine neue Spielidee für eine Art Partyspiel. Das wollte er an uns austesten. Jeder erhält ein paar Handkarten, auf denen Tanzbewegungen abgebildet sind. Sobald sich jeder einen Partner gesucht hat, wird auf Kommando gleichzeitig eine der Bewegungen ausgeführt. Dadurch erhält man Karten des Partners dieser Sorte. Wieder einmal ist es beeindruckend, wie vielschichtig Jeffs Ideen sind, auch wenn es kein Spiel für mich ist. Soweit funktionierte es gut, aber eine kleine Änderung würde noch mehr Pfiff reinbringen.
Danach teilten wir uns auf und es kam Kampf der Gladiatoren vom Meister himself Reiner Knizia auf den Tisch.
Das Spiel ist schon 10 Jahre alt und ich erinnere mich vage, es schon einmal gespielt zu haben, kurz nachdem es erschienen ist. Schnell entpuppte sich der Grund, warum ich mich kaum noch daran erinnerte: es ist schlichtweg eine ziemliche Gurke und kann mit aktuellen Spielen überhaupt nicht mithalten und konnte damals schon kaum mithalten, deshalb geriet es zurecht in Vergessenheit.
Zum Abschluss schmissen wir uns auf eine Runde Zoff im Zoo zusammen. Bis man den Dreh raus hat und vor allem wer mit wem koaliert, ist das Spiel auch schon wieder vorbei. Ein Evergreen!
Donnerstag, 8. März 2012
Seltene Gäste
Wir starteten mit Jeff's Kolchose um das Zweipersonenspiel zu testen. Es dauerte doch etwas lange, sodass es nicht schwer war einen Auftrag von jeder Farbe zu erfüllen. Wir entfernten 12 Karten und spielten noch einmal - jetzt passte es!
Danach dann zu dritt National Zoo mit den neuen Arbeiterkarten und den Sonderausstellungen in der letzten Runde. Diese Runde war so gut, wie wir uns das vorgestellt hatten, nur hatte man irgendwie zu viele Arbeiter. Hier gilt es noch etwas zu modifizieren.
Nachdem Jaceks Rennen zum Nordpol beim letzten Test noch sehr unfertig war, sollte es frisch geliftet noch einmal auf dem Tisch landen. Es entpuppte sich schnell, dass die Anfangsphase, das Zusammenstellen des Teams zu lange dauert und zu wenig Spaß machte... Dafür konnte das Losschippern in Richtung Nordpol wirklich gefallen. Hierauf sollte vor allem das Augenmerk gerichtet sein.
Da noch Zeit war, wollte uns Peer noch seine neue Idee zeigen, die nur mit ein paar Karten und bei 6 Personen mit 10 Minuten auskommen soll. Die Spieler bekommen verdeckt eine Rolle zugeordnet (Mensch, Vampir oder Lycanthrop). In mehreren Abstimmungsrunden sterben nach und nach immer Figuren, bis am Ende eine Rasse übrig bleibt. Na ja-ansatzweise funktionierte das, machte aber kaum Spaß. Das Verhältnis von Informationen zu Einfluss stimmte nicht, zudem fehlt irgendwie der besondere Pfiff gegenüber Spielen wie Werwölfe, The Resistance und Co.
Ein schöner Abend war's aber allemal
Donnerstag, 1. März 2012
Schwere Geburt
Inzwischen waren wir zu vier und endlich schafften es die Erweiterungskarten für Pergamemnon auf den Tisch.
Bewusst spielte ich die Römer, während die beiden neuen Völker, sowie Carthago noch im Spiel waren.
Was soll ich sagen... ich bin begeistert – nicht nur vom grandiosen Sieg der Römer :-) aber dass alles, was die Erweiterung bezwecken sollte eingetreten ist.
Mit 27 zu 15:12,5:11 dominierten die Römer das Feld, ohne jetzt wirklich tolle Gefechte gewonnen zu haben. Es tat gut zu sehen, dass mehr möglich ist, als Schlachtvieh zu sein.
Leider zog sich das Ganze fast 90 Minuten in die Länge, was aber vor allem an einer Person lag – ich nenne sie mal „S“ - die wirklich überhaupt kein Spielverständnis für die einfachsten Abläufe mitbringt und dazu noch ständig mit den Gedanken sonst wo ist (wie, ich bin dran??).
Ich weiß nicht, wie lange das mit dieser Person noch weitergehen soll, aber die Toleranzgrenze liegt hier ziemlich niedrig, da sie uns beim Spiele Testen nicht weiter bringt.
Anders wie seinerzeit Josef, der ein ungeheures Spielverständnis mitbrachte und so eigentlich ein wertvoller Baustein der Testrunde war um Designmängel aufzudecken. Er hatte nur den Fehler, dass er sich einfach nicht entscheiden konnte, wenn er nicht alle kleinen Details gegeneinander abgewogen hat. Das sorgte dafür, dass er alleine die Spielzeit aller anderen Personen für sich benötigte.
So war es diesen Montag nicht verwunderlich, dass wir und bereits um 21 Uhr auflösten.
Montag, 27. Februar 2012
Schummeln und Klassiker
Den Anfang machte ein kleines neues Spiel von den Kindern der “Brand’s” (Im Schutze der Burg...): Mogel Motte.
Es geht darum seine Handkarten loszuwerden. Nach einer bestimmten Regel darf ich eine Karte in der Tischmitte ablegen, oder aber ich versuche sie anderweitig loszuwerden. Hier ist es ratsam große Hemdsärmel zu haben, oder sie auf den Boden fallen zu lassen... Nur erwischen lassen sollte man sich dabei nicht, denn stets ist ein Spieler quasi der Aufpasser und dem sollte nichts entgehen, auch nicht das Geschehen in der Tischmitte, denn hier gilt es ab und an schnell zu sein, wenn bestimmte Sonderkarten gespielt werden. Nach so vielen Runden, wie Spieler teilnehmen endet das Ganze und die Punkte (Minuspunkte) werden aufaddiert.
Tja - Kinder dürften hier mächtig Spaß haben und auch Leute, bei denen nur selten Spiele auf dem Tisch landen scheinen sich hier wohl zu fühlen. Für mich allerdings war das Stress pur, denn das Spiel spricht Instinkte an, die mir höchst zuwider sind: Schummeln beim Spielen oder andere beim Schummeln erwischen und darauf hinweisen. So ist für mich Mogel Motte ein absolutes Spiel für die besagte Tonne.
Da Jeff die Karten unseres National Zoo modifiziert hat, nutzten wir die Chance und testeten noch einmal und siehe da: es klappte tatsächlich viel flüssiger. Einzig bei der letzten Runde gab es noch Probleme, denn niemand will mehr zwingend bieten, um nicht vielleicht noch Minuspunkte abzuräumen.
Danach war “Klassikerzeit”: Das Amulett landete doch tatsächlich 2001 auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres. Damals war Goldsieber noch ein Verlag, der ernsthaft gute Spiele im Programm hatte.
Nach so langer Zeit waren nur noch Bruchstücke in meinem Kopf übrig, aber die Regel offenbarte doch einen recht leichten Einstieg und vor allem einen einfachen Spielverlauf. Schon nach 20 Minuten Nettozeit hatte ich die Runde gewonnen. Mancher schob es auf meine guten Zaubersprüche zu Beginn, also musste eine Revanche her. Nun mit besserer Kenntnis ausgestattet hatten wir doch das gleiche Ergebnis. Die andern beiden hatten sich in der vorletzten Runde ziemlich blank geboten, sodass ich die fehlenden Edelsteine ohne Mühe abgreifen konnte. Sicher wirkt das Amulett ein wenig angestaubt, kann aber trotzdem noch für viel Spaß sorgen.
Den Abschluss bildete das King Arthur Kartenspiel aus dem Hause Ravensburger. Auch hier spielt man flott dem Ende entgegen, wobei die “Expertenregel” nicht wirklich komplex ist und kaum ihren Namen verdient. Es begann ein ausgeglichenes Rennen um die Aufträge und der letzte Auftrag vor Spielende sollte dann auch über den Sieg entscheiden. Ich hatte das Spiel doch besser in Erinnerung. Dieses Mal kam es höchstens durchschnittlich an.
Mittwoch, 22. Februar 2012
Immer wieder "J"
Jeff sowieso und auch Jacek waren vor Ort. Dazu noch ein Freund von Josè, der – na ihr ahnt es schon... Joe heißt. Mit Sabine und mir waren wir dann zu fünft.
Ich traf mich mit Jeff schon etwas früher, um die neueste Peloponnes Erweiterung(en) zu testen. Zu zweit war das zwar nicht sooo optimal, aber es reichte doch für die Erkenntnis, dass man so eher eine Chance hat nach einem Schicksalsschlag ins Spiel zurückzufinden. So kam es, dass ich aussichtslos das Nachsehen zu haben schien und dann waren wir doch nur 4 Punkte auseinander.
Bei Jeffs Kartenspiel Kolchose waren wir dann bereits zu viert. Ein kleiner Kniff machte das Spiel jetzt wirklich gut und rund, sodass man es wohl einem Verlag anbieten kann.
Joe wollte uns sein Spiel vorstellen: ein abstraktes Zweipersonenspiel, das wohl auch zu viert spielbar sein soll. Leider haben Zweierspiele kaum eine Chance bei uns auf dem Tisch zu landen, wir wollten Joe aber die Chance geben uns eine kleine Proberunde zu erklären. Thematisch hübsch eingekleidet in einer Fantasiewelt mit Drachen und anderen Kreaturen geht es in Schachmanier darum den Gegner zu schlagen, zugunfähig zu machen oder ein bestimmtes Plättchen abzuräumen.
Wir spielten ein paar Züge und diskutierten noch darüber, wie man das Spiel weniger symmetrisch/abstrakt anlegen kann. Günters Wort „organisch“ wäre hier richtig am Platz gewesen.
Da wir aber zu fünft waren, sollte noch ein anderes Spiel zum Zug kommen: Pergamemnon mit der für 2012 geplanten Erweiterung. Leider kannten nicht alle das Grundspiel, sodass als einziges Erweiterungselement die beiden neuen Völker zum Einsatz kamen.
Gut, dass ich die vermeintlich schwächsten Römer hatte, denn auch in dieser Runde hatte ich nicht die Spur einer Chance und jeder andere wäre frustig vom Tisch aufgestanden. So endete die Partie auch damit, dass ich nur noch 2 Karten übrig hatte. Die anderen 4 Völker (inklusive der beiden neuen) waren Punktemäßig recht dicht beisammen (21, 18,5, 15, 11 und meine 7), sodass mit Gewinn eines wichtigen Gefechts auf der einen oder anderen Seite alle Chancen auf den Sieg hatten.
Die vollständige Erweiterung hätte den Römern immens geholfen – dazu aber hoffentlich nächstes Mal.
Zum Abschluss sollte noch eine Runde National Zoo von Jeff und mir folgen. Wir wollten einen neuen Mechanismus versuchen, der aber zum Scheitern verurteilt war, also frischten wir unser Gedächtnis mit den ursprünglichen Regeln auf. Leider spielten wir eine Runde zu wenig, dass die Punktausbeute ausgesprochen mager daher kam. Danach kam uns endlich die Erleuchtung, wie man den einen „hakeligen“ Mechanismus noch glätten kann.
Freitag, 17. Februar 2012
Der Frost geht, der Spielspaß kommt
Für heute hatte sich eine Interviewerin von Radio Fritz angekündigt, die auch schon da war, als ich dort ankam.
Es ging ihr vor allem um die Atmosphäre in der Spielewiese und dazu hielt sie einigen Leuten das Mikrofon unter die Nase (auch mir). Mal sehen, was sie aus dem Beitrag machen – ich hoffe mehr, als kürzlich den unsäglichen WDR-Beitrag Brett- versus Computerspiele.
Gespielt wurde natürlich auch: Wie letztes Mal versprochen kam Julias Spiel auf den Tisch, wenn auch Julia selbst nicht anwesend sein konnte. Rolf betreut das ganze Projekt ein wenig.
Man lässt seine Familienmitglieder Berufe erlernen und mithilfe dieser bestimmte Rohstoffe ranschaffen, oder Vorteile für das weitere Spiel kreieren. Nicht unwichtig ist der Nachwuchs, denn jede Runde altern sämtliche Personen.
Viele Personen zu haben erlaubt zwar viele Aktionen, braucht aber auch viel Nahrungsnachschub.
Daneben kann man sich in seinem Beruf verbessern und disziplinieren.
Durch das Verheiraten ist ein interaktives Element vorhanden, das für meinen Geschmack aber das Spiel ziemlich bremst.
Die Spielzeit ist OK, allerdings mir persönlich doch einen Tick zu lange. Vielleicht haben die Personen einfach zu viele Möglichkeiten – klar, viele Entscheidungsmöglichkeiten sind wichtig, allerdings auf der anderen Seite grübellastig.
Trotz der Kritik, die auch meine persönliche Vorlieben ausdrückt merkt man, dass das Spiel bereits viele Testphasen durchlaufen hat und viel Feinschliff bekommen hat.
Zweites Spiel des Abends war ein Rennen zum Nordpol von Jacek, einem Autoren, der uns seinerzeit einmal einen optisch perfekt designten Prototyp vorgesetzt hat, bei dem man Verletzte bergen musste und dafür Punkte erhielt.
Leider hatte er das Spiel noch nie zuvor getestet... auch nicht mit sich selbst. So stellten sich ständig Fragen, wie denn diese und jene Situation zu lösen sei. Thematisch klang das Spiel sehr gut und auch optisch machte es bereits einiges her. Aber ein Bisschen mehr Vorbereitung und Klarheit seinerseits hätte es schon bedurft, um das Spiel vernünftig testen zu können und ein entsprechendes Feedback abzugeben. In der vorliegenden Form war mir das dann doch etwas zu wenig.
Dienstag, 7. Februar 2012
Eisenstein würfelt nicht
Mein Pontos Egeo wartete nach der jüngsten Überarbeitung auf einen weiteren Test.
Der Partie wohnten auch 2 Leute bei, die es eher mit einfacheren Spielen halten. Dementsprechend zäh gestaltete sich der Einstieg und auch der Spielverlauf zog sich länger hin, als erwartet.
Trotz diesem Manko gab es noch genügend Angriffspunkte für weitere Veränderungen. Irgendwie macht es immer noch nicht „klick“.
Danach ging es darum, welches Spiel als nächstes auf den Tisch durfte. Julia hatte ein Spiel entwickelt, das wohl auf Lookout erscheint und wollte es auch in der Spielwiese testen. Rolf hatte bereits viel Lob darüber ausgeschüttet und so war ich auch gespannt.
Auch Peer wollte sein Atlantisspiel nach kleinen Änderungen noch einmal testen. So entschlossen sich die beiden das auszuwürfeln. Peers „2“ stand ebenfalls eine „2“ von Julia gegenüber. Das Stechen gewann dann Peer mit einem 5:1. Julia war sichtlich enttäuscht, wird aber nächsten Montag auf jeden Fall den Vorzug erhalten.
Peers Atlantisspiel benutzte jetzt einen schöneren Mechanismus für die Spielreihenfolge und auch einige Wertigkeiten der Gebäude wurde verbessert. Viel scheint nun nicht mehr zu fehlen – das Spiel macht aber nach wie – und immer noch vor viel Spaß.
Mittwoch, 1. Februar 2012
Chaos in Prenzelberg
Da ich der erste war, nahmen mich Jeffs Rabauken voll in Beschlag... zeigten mir ihr Zimmer und ihre Spielsachen :-) Hätte ich als Kind auch so gemacht.
Bis Jeff die beiden in den Schlaf gewiegt hatte, spielten wir schnell eine Partie Sutakku:
Man würfelt mit 3 Würfeln und muss dann mindestens 2 davon auftürmen. Dabei müssen die Zahlen (in dem Fall hier Chinesische Schriftzeichen) aufsteigend gestapelt werden. Man darf so oft 3 Würfel werfen, wie man riskieren will, denn sobald nicht mindestens 2 Würfel aufsteigend getürmt werden können, ist das ganze Ergebnis futsch. Punkte gibt es immer Anzahl der gestapelten Würfel multipliziert mit der obersten „Augenzahl“.
Es gibt noch Sonderpunkte für ganz mutige Erfolgswürfel und nach 5 Durchgängen ist Schluss.
Das Ganze macht Spaß mit seinem „Can't Stop“ - Mechanismus.
Jeff war noch nicht so weit, also begannen wir mit einem weiteren Rapa Nui, was in letzter Zeit ob seiner Klasse sehr oft auf dem Spieltisch landete. Endlich gab es auch eine Viererrunde. Hierbei kommen die Spieler mit deutlich weniger Punkten ins Ziel, als zu dritt oder gar zu zweit. Gegenüber dem Spiel zu dritt konnte ich kaum eine große Verschiebung der Wertungsgewichtung feststellen. Also geht es auch hier sehr ausgewogen zu.
Die Geschwindigkeit, in der der Stapel abnimmt und das Spielende näher rückt, übt einen ordentlichen Druck auf die Spieler aus.
Danach waren wir komplett zu fünft und erarbeiteten uns den neuen Friedemann: Fun
In Funkenschlagmanier bildet sich eine Auslage von Kraft... ääh Jagd-/Erntehilfsmitteln, nur die Versteigerung fällt hier weg und ist sehr schlank und innovativ gelöst. Dann ernähren wir unseren Stamm, vermehren uns und ernten am Ende mit unseren Gefolgsleuten. Die Mechanismen und das Grundtaktikelement ist schon stark an Funkenschlag angelehnt. Durch die Vereinfachung der Versteigerung herrscht hier mehr Tempo vor, allerdings erschwert die Nahrungswertetabelle das Zusammenzählen der Werte (anders, wie mit Geldscheinen).
Die ersten Funken besitzen trotz aller Klasse nicht diese Spieltiefe, die Funkenschlag zu einem Klassiker der Brettspielwelt gemacht hat. Was auf jeden Fall fehlt, ist eine Übersicht über die einzelnen Spielphasen – bei dieser Materialansammlung wäre eine Zusatzkarte dafür sicher nicht zu viel verlangt gewesen.
Da für mich wie bekannt Samstag Arbeitstag ist, ging es für mich heimwärts, während die andern noch auf eine Runde zusammen blieben.
Donnerstag, 26. Januar 2012
Friede auf Atlantis
Eine Woche Krank geschrieben sein hat den Vorteil, dass man sich seinen Projekten widmen kann. Der Kopf funktioniert ja auch, wenn man eingemummelt unter der Decke liegt.
Wir starteten mit einem Test der neu geplanten PAX - Erweiterung. Die zusätzlichen Karten sorgen für mächtige Zusatzfunktionen, sind aber auch schwerer zu "Aktivieren". Die Spieldauer erhöht sich so leicht, aber vielerorts hört man eh, das Spiel sei zu schnell vorbei.
Ein weiterer Effekt: Rom wird etwas gestärkt (so die Spieler es darauf anlegen).
Dementsprechend knapp war die Geschichte. Kurioserweise hätte der Punktsieger auch gewonnen wenn Rom gewonnen hätte.
Zweites Spiel war Peers Atlantis-Spiel das letztes Mal schon mit kleinen Abstrichen gefallen konnte. Gut, wenn man die Gebäude schon kennt :-)
Trotzdem ändert sich die Spielreihenfolge zu spät im Spiel. Hier muss sich unbedingt früher etwas bewegen.
Wir quatschten noch ein wenig und dann ging es an den Heimweg.
Freitag, 20. Januar 2012
Schnelle Reise von Italien zu den Osterinseln
Jeff kannte den Klassiker Die Fürsten von Florenz noch nicht und auch an Alfred ist das Spiel damals vorbei gegangen. Grund genug, die Zeit zurück zu drehen. Schnell erklärt konnten wir die ersten Aktionen durchführen, bis Verstärkung kam und wir noch einmal neu begannen... Nach erneutem Start, kam noch ein Nachzügler und wir begannen ein weiteres Mal - jetzt in Vollbesetzung. Ich sagte den Beteiligten, dass die Gaukler nicht so billig weggehen sollten und schon in der zweiten Runde musste ich dafür auch kräftig bluten, sodass am Ende doch nur der zweite Platz zu Buche stand.
Inzwischen waren wir zu siebt und mussten uns aufteilen.
Gleich ging es an das für sehr gut befundene Rapa Nui, auch in einer Dreierrunde. Zu viert wurde mir das Spiel noch nicht vergönnt, aber es steht auf jeden Fall noch auf dem Plan.
Weil es danach nicht mehr so recht aufgehen wollte, und es mir für ein längeres Spiel zu spät werden würde, klinkte ich mich aus und fuhr zufrieden Richtung Heim.
Freitag, 6. Januar 2012
Erstes Treffen im Neuen Jahr
Ich traf mich wieder etwas früher mit Jeff, um sein Nieuw Amsterdam zu zweit zu testen – dieses mal ohne Sonderregel und es klappte prima – also Sonderregel gestrichen.
Inzwischen trudelten zig Leute ein mit Johann, seinem Bruder und seiner Mutter und ein Neuautor mit Juma wollte sein Spiel vorstellen. Das klappte natürlich nur mit Aufteilen der Gruppe.
In Jumas Spiel schaffen wir Jobs, tun was für den Umweltschutz, Forschen, Entwickeln. Dafür versuchen wir unser Einkommen zu erhöhen und Moralpunkte zu bekommen.
Jede Runde beginnt mit einem gleichzeitigen Gebot um die erste Wahl bei den ausliegenden Karten. Nach 3 Runden gibt es eine größere Wertung.
Die Jobs und anderen Projekte werden durch Plättchen dargestellt, die auf dem Plan abgelegt werden. Kommen gleichartige Plättchen in die Nachbarschaft, kann man mit dem Nachbarn (anderer Spieler) koalieren (bringt beiden etwas) oder konfrontieren (bringt dem besseren Projekt etwas).
Das Spiel ist clever designt und bis auf das dröge optische bekommt man schnell ein Gefühl für die Möglichkeiten. Allerdings sind diese Zahlenspielereien nicht für jeden geeignet.
Danach musste Johann samt Family losdüsen und Josè tauchte noch auf.
Nun konnten wir nochmal mein Palmyra testen. Diese Runde krankte nicht am schnell leerwerdenden Kartenstapel, sondern etwas an der Schlusswertung, aber das ist nichts aufregend unlösbares.
Da noch Zeit war, packte Jeff noch einmal sein Legespiel (Kolchoses) aus. Die Wertigkeiten hatten sich leicht verändert und es machte bis auf eine Kleinigkeit großen Spaß. Ein aufgewertetes Plättchen soll nicht sofort den anderen Spielern zur Verfügung gestellt werden – das ist Jeffs Hausaufgabe bis zum nächsten Autorentreff :-)
Montag, 2. Januar 2012
Spielerischer Jahreswechsel
Ich weiß nicht, aber sicher hat es der ein oder andere schon einmal erlebt: da durchlebt man tolle Partien eines Spieles und legt sich das gute Stück dann zu, um zu sehen, dass es in einer anderen Runde gnadenlos floppt. So geschehen bei The City. Nach 3 Durchgängen hatte jeder ein Einkommen von 10 Karten und es ist nur noch Zufall, ob man die guten Punktekarten noch auf die Hand bekommt. Die Arbeit, seine gnzen Karten sinnvoll durchzusehen, was man abwirft, macht man sich sowieso nicht mehr.
Na ja - eine Chance wird das Spiel sicher noch bekommen.
Was die 7 Wonders-Leaders Erweiterung angeht bin ich ja Spätzünder, aber dann war es endlich soweit: Vor jeder Runde hat jeder die Möglichkeit einen Anführer zu spielen der einem während des Spiels, oder am Ende einen Vorteil gibt. Die Anführer selbst werden in altbewährter Manier vorab "gedraftet". Die Leaders setzen gute Kenntnis des Grundspiels voraus. Dann aber will man sie wohl nicht mehr missen. Klasse Erweiterung für ein Klassespiel.
Den Abschluss bildete das Luxus Puerto Rico. Das macht verdammt viel Spaß, wenn den Augen so geschmeichelt wird. Die Goldmünzen, so schön sie sind lassen sich aber schlechter greifen, doch das ist Jammern auf hohem Niveau.
Am 31.12. sollte
Von Klaus Jürgen ”Carcassonne” Wrede kommt zu Essen 2011 Rapa Nui vom Kosmos Verlag.
Die kleine Schachtel suggeriert zunächst ein Zweipersonenspiel, aber es handelt sich um ein vollwertiges Spiel für 2-4 Spieler.
Wir sammeln Opferkarten (in 4 verschiedenen Sorten), legen Rapa Nui Karten vor uns aus - diese helfen uns beim Einkommen und verbilligen den Opferkartenkauf und füllen am Zugende unsere Kartenhand auf 3 Karten auf. Danach gibt es immer eine kleine Wertung, sprich es gibt Einkommen, oder Punkte. Wird ein Moai gebaut (kostet 7 Holz), dann wird eine Opferrunde eingestreut: jeder Spieler legt eine seiner Opferkarten in die Mitte. Der Moaibauer legt seine Opferkarte verdeckt und fügt eine weitere von den allgemeinen Stapeln hinzu. Am Ende bestimmt die Zahl der geopferten Sorten über den Wert der verbliebenen Opferkarten auf der Hand.
Nach einigen eher durchschnittlichen “Wrede-Spielen” muss ich sagen, dass Rapa Nui wirklich ein richtig schönes Spiel ist. Man punktet während der Partie, oder auch am Spielende, das ziemlich schnell eintreten kann. Durch seine kleinen Entscheidungen und die kurzen Regeln erreicht Rapa Nui trotzdem einen ansprechenden Tiefgang die Einflussnahme ist für ein solch “kleines” Spiel recht hoch.
Wir spielten 2 Partien (zu dritt und zu zweit) dabei fiel auf, dass es überhaupt keine Änderungen bei der Vorbereitung und den Regeln gibt, lediglich dauert es länger bis der Kartenstapel durch ist (=Spielende) und die Wertigkeiten sind zu zweit beträchtlich anders: während es zu dritt ausgeglichen scheint, ob man Moais baut und Punkte während der Partie kassiert, ist es zu zweit vor allem wichtig, dass man am Ende viele Karten möglichst der wertvollsten Sorte besitzt.
Durch die unterschiedliche Kartenauslage gibt es wirklich völlig unterschiedliche Partien. Das hängt vor allem an der Verfügbarkeit von Holz. Rapa Nui konnte wirklich überzeugen.
Mit unserm Besuch konnte ich ein paarmal mein 2er Würfelspiel Tug of War testen, dabei offenbarte sich wohl doch ein Startspielervorteil. Das wird demnächst nochmal angegangen und behoben, bevor das Spiel einem Verlag angeboten wird.
Bis noch weiterer Silvesterbesuch eintrudeln sollte, war noch Zeit. Also musste noch eine Partie Pantheon her. Das Spiel hatten wir zuletzt in Oberhof gespielt und weil es so gut gefallen hat, wurde es in Essen erworben. Die erste Partie war zum Wiedereinstieg ganz passabel und wir ließen gleich noch eine weitere folgen... immer noch ein Knallerspiel in meinen Augen - und dann war es auch bald Zeit zum Knallern!
Rein in die gute Stube konnten noch ein paar Spiele begeistern, die auch Nichtspieler ansprechen: Kuhhandel, Wie ich die Welt sehe und Blokus!
Frohes neues Jahr
Donnerstag, 22. Dezember 2011
Spanien – Deutschland 2:3
Heute sollte mit Isaak aus Barcelona ein zweiter spanischsprechender unserer Runde beiwohnen, neben José, der schon eine Institution geworden ist, aber aus Kolumbien stammt. Mit Rolf und Peer waren wir zu fünft.
Wir starteten mit einem neuen Spiel von Peer, bei dem es thematisch um das untergegangene Atlantis geht, allerdings ist das Thema hier sehr dünn geraten. Man kauft sich Gebäude für Geld, die einem jede Runde einen Vorteil bringen, oder opfert den Göttern Steine, um dafür eine einmalige Gunst zu erhalten. Der Clue bei dem Spiel sind eindeutig die Siegpunkthürden, die erst genommen werden dürfen, wenn man sich selbst ein bestimmtes Handicap auferlegt.
Natürlich war das Spiel noch nicht ganz austariert, aber es ist vom Potenzial her Peers wohl beste Neukreation in 2011. Da freue ich mich schon auf die überarbeitete Version.
Danach ging es dran mein neues Spiel Palmyra dem ersten Test zu unterwerfen. Es war ziemlich klar, dass es zu fünft nicht ganz funktionieren konnte wie gedacht – dazu war der Kartenstapel viel zu schnell durch. Trotzdem offenbarten sich gute Hinweise, in welche Richtung das Spiel weiterzuentwickeln ist. Ich sitze inzwischen bereits an den Änderungen.
Danach war noch Zeit für ein fertiges Spiel: Hattari von Moonster Games.
Es handelt sich hier um ein Deduktionsspiel mit einem großen Bluff-Faktor. Die raffinierte Wertung sorgt dafür, dass man quasi bluffen muss, um gewinnen zu können. Das macht den Reiz des Spiels aus.
Es geht darum in jeder Runde den Mörder zu finden in Form von verdeckten Plättchen mit aufsteigenden Punktwerten. Man schaut sich 2 der 3 ausliegenden Personen an und gibt dann einen Tipp ab, welcher die höchste Zahl zeigt (= Mörder). Es sei denn, die 5 ist unter den dreien, dann ist die niedrigste Zahl der Mörder. Vorab sieht jeder Spieler bereits 2 der Personen, dass man nicht ganz im Dunkeln tappt. Wir spielten einmal zu viert und einmal zu dritt, wobei das Spiel zu viert eindeutig mehr Spaß bereitet, da man seine Bluffs eher einmal durchbringt. Ein gutes Spiel mit minimalistischen Material und design, aber sicher einen näheren Blick wert.
So – das war's für 2011 von der Spielwiese und ich schließe mich den allgemeinen Weihnachtswünschen und Rutschen ins Neue Jahr an und komme wohl auch dann erst wieder.
Wir bekommen Besuch über Silvester, sodass der Spieltisch bestimmt nicht ungenutzt frei bleibt.
Montag, 19. Dezember 2011
Vorweihnachtliche Spielwiese
Ich traf mich schon früher mit Jeff, weil er sein Niew Amsterdam zu zweit testen wollte. Der Kniff bei der Versteigerung ist wirklich toll, sodass das auch zu zweit zu gefallen weiß. Ein klein wenig Feinschliff ist hier wohl noch nötig, für ein absolut tolles Spiel. Das wird zu Essen 2012 einschlagen wie eine Bombe. Ich glaube, ich werde ob der Konkurrenz kein eigenes Spiel produzieren ;-)
Inzwischen war José noch eingetrudelt und ich konnte noch einmal mein Pontos Egeo testen. Leider waren die Änderungen nicht alle positiv. Die Vereinfachung an der Werft sehr wohl, aber nicht die feste Rundenzahl – dadurch war zu ausrechenbar, welche Bewohner noch zu retten sind und welche nicht. Ich muss mir hier noch was einfallen lassen.
Jeff hatte noch ein Kartenspiel dabei, das unter anderem Namen und mit anderem Thema bereits auf unserm Tisch lag. Inzwischen haben sich Kleinigkeiten geändert, sodass das Spiel schon auf dem richtigen Weg zu sein scheint.
Viel mehr gibt es nicht zu vermelden, nur dass gemeinerweise der Schinken aus war, dass ich mir kein „Torres“-Toast gönnen konnte :-)
Dienstag, 13. Dezember 2011
Jahresendspurt
Wir starteten mit der Lookout-Neuheit Walnut Grove.
Auf dem Zentralen Plan in der Stadt, werden die Aktionen ausgeführt. Jede Aktion kostet eine bestimmte Art und Menge an Rohstoffen. Insgesamt gibt es nur 8 Runden und dementsprechend auch 8 Aktionen. In jeder Runde gibt es bestimmte Vorgaben, welche Warensorte möglichst günstig produziert wird, was die Gefolgsleute an Nahrung verlangen und und und. Auf einem eigenen Spielertableau verwalten die Spieler ihre Produktion, ihr Hab und Gut, ihre Bauten und auch ihre Gefolgsleute, die Runde für Runde versorgt werden wollen.
Anfangs fragt man sich noch, wie man hier überhaupt auf einen grünen Zweig kommen soll, aber wenn man mal die ersten Rohstoffe erwirtschaftet, die nicht sofort in Versorgung der Gefolgschaft investiert wird, stellt sich ein positiveres Spielgefühl ein. Es kribbelt ständig, da man so viel machen will und unbarmherzig schreiten die Runden voran.
Walnut Grove ist eine Art Arbeitereinsetzspiel mit Mangelverwaltung, macht Spaß und fordert heraus. Einzig denke ich, dass die Bonusplättchen nicht ausgewogen genug sind. Speziell der Punktertrag für Warensteine scheint zu mächtig, da man am Ende nicht mehr wirklich ein Problem hat, viele Steine zu produzieren.
So gewann Jeromè mit diesem Plättchen vor 3 anderen punktgleichen Spielern.
Wir teilten uns neu auf und ich durfte bei einer 5er Runde Notre Dame beiwohnen. Immer noch kann dieses Spiel total begeistern. Wir hatten die neuen Adligen aus der Alea-Schatzkiste im Einsatz und so stellte sich trotz des bekannten Spiels ein großer Reiz des Neuen ein.
Sehr schön wars – wir sehen uns im nächsten Jahr wieder im Familienzentrum, was aber nicht heißt, dass die Montagsrunde in der Spielwiese für 2011 schon beendet ist.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
2+1=3
Wieder einmal sollten wir nur sehr wenige werden. Rolf war bereits anwesend, aber um mein Pontos Egeo zu testen, braucht es nunmal 3 Spieler. Zum Glück tauchte noch José, der seit ein paar Wochen Stammgast in der Spielwiese ist auf und wir konnten uns ans Werk machen.
Nach den letzten größeren Änderungen war nicht klar, ob das Spiel jetzt wirklich besser geworden ist, aber schon schnell nahm man die Verbesserungen wahr und das Spiel konnte gefallen. Einzig das Ende zog sich ein wenig, gerade weil man da nicht mehr zwingend alle Aktionen vorteilhaft nutzen kann. Außerdem war das Spielen auf Geld etwas zu stark (was mir den Sieg brachte), aber ich bin doch ziemlich zufrieden und darauf lässt sich mit kleinen Änderungen aufbauen.
Da wir uns ein wenig verquatschten, brachen die beiden schon auf – ausgerechnet, wo ich noch etwas Zeit hatte... also schaute ich mir Friedemanns neues Solospiel Freitag an. Wir starten mit einem Deck Kampfkarten (Werte -1 bis 2) und müssen damit Gefahren abwehren. Natürlich gelingt das nicht immer. Dafür kann man Lebenspunkte zum Abwehren einsetzen – gleichzeitig lassen sich damit die schlechten Minus 1 Karten loswerden.
Nach und nach wird das Deck besser, aber auch die Gefahren wesentlich schlimmer.
Ein cleverer Kniff sorgt dafür, dass man sein Deck nicht zu klein werden lässt, denn immer wenn man alle Kampfkarten durch hat, bekommt man eine sehr schlachte Karte (zufällig) in sein Deck.
Leider kam ich noch nicht sehr weit, aber nach einer Weile hat man etwas ein Gefühl dafür, wie man sinnvoll spielt. Das muss auf jeden Fall nochmal ausprobiert werden.
PS: ich hoffe, dass zum nächsten Wochenende mein PC wieder am laufen ist, damit sich auf der Homepage auch wieder was tun kann... aber unser Umzug zusammen mit dem ganzen laufenden Betrieb hat wirklich seinen Tribut gefordert.
Donnerstag, 24. November 2011
Die Schweiz grüßt
Runde für Runde versuchen wir neue Gebäude in unserem Dorf zu errichten, neue Bürger zu gebären und eventuell noch in Nachbardörfern einzuheiraten.
Wie oft man eine Aktion ausführen darf ist von der Anzahl der Münzen abhängig, die man dafür einsetzt (maximal 6). Am Ende einer Runde zählt jeder seine Punke, aber man addiert sie nicht, sondern muss (→ Spielende) die nötigen 20 Punkte auf einen Schlag erreichen.
Neben Gebäuden gibt es noch diverse andere Möglichkeiten an Punkte zu kommen, vor allem durch Liefern von (hochwertigen) Waren an den Markt.
Helvetia besticht durch einen schönen „flow“ ohne lange Wartezeiten. Vor allem das Ende einer Runde kann überraschend schnell kommen und einem die geplanten Aktionen versagen.
Insgesamt haben wir es hier mit einem weiteren Arbeitereinsetzspiel zu tun, das um mehrere Dimensionen erweitert wurde und mit einem sympathischen Thema geschmückt wurde. Trotzdem kommt es über ein gutes „Solide“ nicht hinaus.
Da ich gesundheitlich leicht angeschlagen war, düste ich bereits um 21 Uhr los.
Samstag, 19. November 2011
Irongames Abend
Endlich mal wieder in der Spielwiese. Mit Rolf und Daniel waren wir nur zu dritt. Da Daniel PAX noch nicht kannte und sehr interessiert war, starteten wir gleich eine Runde. Früh zeichnete sich ab, dass Rom wohl recht stark werden würde. Rolf hatte eine komfortable Intrigenmehrheit und mir fehlte am Ende nur ein Aureus, um ihn doch noch zu überbieten. Und so kam es, wie es selten kommt: Rom gewann und mit Rom auch Rolf.
Testen wollte ich eigentlich eine neue Idee für Peloponnes, was wir dann im Anschluss taten. Etwas suboptimal dabei war, dass Daniel auch Peloponnes noch nicht kannte und so war für ihn die Erweiterungsversion nicht von großer Bedeutung. Viel will ich hier noch nicht verraten, aber der Test verlief sehr positiv :-)
Den Abschluss bildete eine Partie Tschakk.
In mehreren Durchgängen bieten wir auf positive und negative Gegenstände. Dazu haben wir einen Satz Handkarten zur Verfügung. Das heißt, wir wollen natürlich die positiven Gegenstände, müssen aber mit den negativen Vorlieb nehmen, wenn wir das Bieten verlieren.
Wie bei den meisten "blind-bidding" Spielen ist auch hier nicht so viel zu beeinflussen. Was den Einfluss aber erhöht, ist dass der Kartensatz zusammen bleibt und immer den Spieler wechselt. So gewinnt man einen Eindruck, welcher Kartensatz besonders Stark und welcher eher schwach ist.
In Summe ganz OK, aber kein Reißer. Sobek vom gleichen Verlag konnte mehr gefallen.
Samstag, 12. November 2011
Erste Entspannung nach dem großen Chaos
Für alle, die mich online vermisst haben: wir sind gerade mit unserm gesamten Hab und Gut umgezogen und nachdem das erste Chaos beseitigt ist, kann man auch wieder seinen Musen frönen, allerdings erst schrittweise ein wenig mehr und mehr.
Zum Spielen im Familienzentrum bei Jeff waren wir anfangs zu viert.
Jeff hatte sein Nieuw Amsterdam mit der finalen Grafik versehen, wie es zu Essen 2012 erscheinen soll. So macht das Ganze natürlich noch viel mehr Spaß.
Nach einer ausgiebigen Erklärung gings los. Die letzten feinen Veränderungen haben das Spiel noch gestärkt.
Äußerst spannend ging es zu und vor allem die letzten beiden Runden hatten es in sich. Dies ist Jeffs mit Abstand anspruchvollstes Spiel und kann sich locker mit der Elite dieser Spiele messen. Ich freue mich wirklich aufs fertige Produkt.
Dazwischen eine lockere Aufwärmrunde Beer & Pretzels:
Die Spieler werfen einen Satz Bierdeckel in eine mit einer Schnur abgesteckte Fläche. Was am Ende eines Durchgangs noch sichtbar ist, bringt Punkte.
Ein lockeres Spiel für jede Partyrunde-Einfach, schnell und ohne große Ansprüche.
Da wir zu viele geworden waren, teilten wir uns. Zunächst wollten wir uns an Ruhm für Rom versuchen, aber Alfreds Regelkenntnisse wiesen doch zu viele Lücken auf. Die Zeit ist an diesen Abenden stets so knapp, dass man sich nicht mit Regellektüre aufhalten will, also lag da noch das zugegebenermaßen recht hässliche und optisch unattraktive The City auf dem Tisch.
Nach den Vorabmeinungen einiger Spieler war das Interesse dennoch groß.
Man hält Karten auf der Hand, die einerseits Gebäude darstellen (mitsamt Baukosten) und andererseits Zahlungsmittel sind.
Die errichteten Gebäude geben uns dann Runde für Runde Punkteeinkommen und neuen Kartennachschub. Das klingt seit San Juan nicht unbekannt und nicht von ungefähr ist Tom Race for the Galaxy Lehmann der Autor. The City hat sich dabei jeden Ballastes entledigt und sorgt für sehr kurzweiligen Spielspaß, so man sich auf die eingeschränkten taktischen Möglichkeiten einlassen kann. Wenn man hier nicht mehr erwartet und auch vor der Interaktionslosigkeit nicht zurück schreckt, bekommt man hier ein sehr gutes Spiel, bei dem es selten bei nur einer Runde bleibt. Vor allem das Rennen auf die 50 Punkte erweist sich als sehr spannend. Viele hassen es, ich finde es für so ein kleines Kartenspiel äußerst famos!