Mittwoch, 20. April 2011
Neue Autoren
Man durchläuft Stationen aus ihrem Leben und bekommt auf einigen Feldern Kunstwerke. Davon gilt es am Meisten zu haben. Bewegt wird sich über einfache Laufkarten (2 Felder vorwärts...). Auch glücksabhängige Laufspiele haben ihre Daseinsberechtigung und das hier soll wohl für ein Museum verlegt werden, allerdings sind keinerlei Entscheidungen zu treffen, dass das Spiel in der vorliegenden Form weder irgendetwas Pfiffiges, noch einen Anflug von Spielreiz besitzt. Trotzdem versuchten wir dem Jungen konstruktive Kritik zu liefern. Er zeigte sich zwar aufgeschlossen, aber inwieweit er die Kritik wirklich annimmt bleibt abzuwarten.
Danach zeigte uns Peer seine Flucht von Alcatraz. Vor Jahren hatte ich ihm mal einen Spielplan dafür gelayoutet, allerdings funktionierte das Spiel damals noch nicht. Jetzt hatte er es komplett neu überarbeitet: Gefängniswärter gegen Gefangene, also ein etwas kooperatives Spiel. Die Mechanismen, vor allem das Planen eines Zuges weiß zu gefallen und macht wirklich Spaß - auch die Spieldauer passt. Was nicht passt, sind die Chancen auf den Sieg für die Gefangenen, aber da lässt sich sicher noch was Ändern.
Jeff tauchte ungewöhnlicherweise nicht auf, dafür nach Johannes ein weiterer Neuautor mit Rainer. Er hatte ein Spiel entwickelt, bei dem die Spieler das Stadtzentrum planen, Aufträge erfüllen und an der Börse Geschäfte mit Edelsteinen machen. Positiv fielen die sehr straffe Spielzeit und die interessanten Entscheidungen auf. Auf der anderen Seite hatten wir hier ein komplett abstraktes Spiel, bei dem sich ein Spieler ins Abseits manövrieren kann, wenn er nicht aufpasst. Hier hilft noch eine Möglichkeit Geld zu verdienen und die Vertiefung einer Strategie, die es ermöglicht über gute Geschäfte zu gewinnen - trotzdem schon recht ansprechend.
Mittwoch, 13. April 2011
Sonne über Berlin
Seltsam ruhig war es in der Spielwiese. Ob es am guten Wetter lag (selbst ich bin mit dem Fahrrad gekommen – und das soll was heißen!). So quatschte ich noch ein wenig mit Daniel (Michael sollte erst später auftauchen), bevor Sebastian den Raum betrat.
Wir spielten sein Hochzeitsspiel zu zweit (was vom Ablauf her verbessert wirkte, allerdings Spannung vermissen ließ – vermutlich lag es an der kleinen Besetzung) und danach ein flottes Partacus, was nun scheinbar wirklich gut austariert scheint (Rom hatte knapp verloren, aber es hätte auch anders laufen können, wenn Sebastian die Möglichkeiten und die Punkteregel erfasst hätte. Die letzten Tests gingen eindeutig in die richtige Richtung. Ich bin schon sehr gespannt auf den von meinem Grafiker gebastelten Prototyp mit den Endgrafiken :-)
Inzwischen war auch Jerome da und so versuchten wir noch einmal Sebastians Hochzeitsspiel. Es bewahrheitete sich: zu dritt war es richtig spannend und auch das Tippen auf eine Farbe ist wesentlich interessanter, als nur zu zweit. Mit Daniel testeten wir zu viert noch mein Arals'k. Ich hatte die Aktionsvergabe völlig überarbeitet. In der Praxis stellte sich aber schnell heraus, dass das Spiel viel zu wenig drive hat. Der Aufbau geht zu schleppend und das Abarbeiten der Aktionen dauert viel zu lange. Wir brachen nach ein paar Runden ab. Das reicht mir, für weitere Überarbeitungen.
In Ermangelung an Prototypen und wegen der frühen Stunde sollte noch ein Aber bitte mit Sahne folgen mit Michael für den an den anderen Tisch abgewanderten Daniel. Einfach ein tolles, aufs nötigste reduziertes Spiel, bei dem ich als zweimaliger „Teiler“ doch deutliche Nachteile hatte, aber was soll’s. Der Spaß ist wichtiger, als das Gewinnen... bei dem Spiel zumindest.
Montag, 11. April 2011
Schwarzer Mittwoch
Die Aktionen sind denkbar einfach: entweder Aktien (in Form von kleinen Holzkoffer) kaufen, oder verkaufen oder Silberbarren kaufen. Die Kurse der 5 Aktien werden auf einem großen Zahlengitter angezeigt. Preise für Silberbarren, diverse Verkäufe/Käufe in verschiedenen anderen Leisten. Jeder Kauf/Verkauf zieht bestimmte Verwaltungsaufgaben nach sich, die weder intuitiv, noch leicht zu merken sind. Ständig versuchen die Spieler daran zu denken, was denn noch verwaltet werden muss und ob nicht doch noch etwas vergessen wurde... DAS NERVT und zwar gewaltig! Diese vielen kleinen Regeln machen ablauftechnisch zwar Sinn, sind aber eben einfach nur Regeln.
Das Spiel an sich würde wirklich Spaß machen, wenn ein Computer die Verwaltung übernehmen würde. So ist die Geschichte eine abstrakt trockene anstrengende Angelegenheit.
Zweites Spiel war Intrigo von Hazgaard Editions (Frankreich).Wir repräsentieren eine Adelsfamilie in Venedig und versuchen mit unseren Karten die Nachbarorte so zu beeinflussen, dass wir dafür Gold, oder bestimmte Gegenstände erhalten. Die Orte liegen in einem Rundkurs aus. Zwischen zwei Orte passt immer ein Adliger. Besondere Adlige erlauben ziemlich dreiste Aktionen, das kostet allerdings und wird später immer teurer.
Gewinner ist, wer jeden Gegenstand einmal oder einen Gegenstand 4 Mal sammeln konnte. Den Anfang einer Runde macht ein... Ja was wohl? Natürlich ein Draft-Mechanismus (eine Karte behalten und die anderen weitergeben, bis jeder 4 Karten hält). Dann werden diese Karten reihum ausgespielt.
Anfangs dachte ich: das kann ja nur völlig chaotisch werden mit den ganzen Sonderkarten, hielt sich dann aber doch im Rahmen, dadurch dass Gold knapp ist, die Plätze limitiert und die Sonderkarten teurer werden.
So muss man gerade gegen Ende höllisch aufpassen, wer kurz davor steht zu gewinnen. Das Ganze ist sehr ansprechend gestaltet und dauert nach Rundenzahl 30-45 Minuten. Sehr schöner... Na ja - Geheimtipp.
Leider war’s das schon wieder, weil wir uns mit dem Schwarzen Freitag so lange aufgehalten haben (Abbruch nach Spielregelfehler und Neuanfang).
Dienstag, 5. April 2011
Internationales Flair
Anfangs waren wir nur zu dritt. Sebastian (Zuspieler) hatte ein eigenes Spiel dabei, welches ihm eine Hochzeitsplanungsagentur quasi bereits abgekauft hat - um dieses einfache Spiel als Giveaway verteilen zu können.
Natürlich müssen auch einfache Spiele getestet werden. Die Spieler bekommen zu Anfang eine Farbe zugelost, die sie aber nicht offenbaren sollen. Durch Bewegungsaktionen geht es dann darum, möglichst seine Farbe weit nach vorne zu bringen. Gibt man sich aber zu früh zu erkennen, bremsen einen die anderen Spieler aus und außerdem kann man einen Tipp abgeben. Dafür erhält man noch die Hälfte der Punkte (sollte der Tipp richtig sein).
Anfangs dauerte es etwas, bis das Spiel Fahrt aufnahm. Hinten raus entpuppte es sich dann doch als relativ spannend. Mit ein wenig Feinschliff sollte das zu machen sein.
Danach hatte Jeff ein neues (altes) Spiel mitgebracht: Iko Iko. Ich erinnere mich noch wage an unsere damalige Testrunde. Gut - dieses hier war ja von Grund auf überarbeitet. Durch Platzieren von Würfeln melden wir Ansprüche auf Plättchen an, die sich in einzelnen Stadtvierteln befinden. Die Plättchen zeigen Teile eines aufwändigen Kostüms, das man möglichst komplettieren soll. Außerdem erwirbt man noch Fähigkeiten (Tanz, Gesang...), um sich mit den anderen Spielern messen zu können. Zudem kann man noch eine Parade abhalten, wodurch man eigene Zuschauer auf den Wegen platzieren kann, was punktemäßig einträglich sein kann. Leider hakte es an mehreren Ecken: Der Plan war viel zu unübersichtlich, der Ablauf zu träge und zäh und die Restriktionen beim Platzieren der Würfel zunehmend anstrengend. Trotzdem gab es auch viel positives, so dass Jeff zuzutrauen ist, den richtigen Hebel anzusetzen.
In der Zwischenzeit wurde es sehr international: Mariano (What's your Game?) tauchte mit Begleitung aus Italien auf und noch ein weiteres Pärchen gesellte sich an unseren Tisch, wo er frisch aus Schweden nach Berlin gezogen ist.
Wir splitteten uns auf für ein weiteres Spiel: mein Partacus, gerade von den externen Tests zurück gekommen sollte einer Dreierrunde standhalten. Es ging vor allem darum zu testen, ob es wirklich zu leicht ist Rom zum Sieg zu verhelfen. Ich spielte gezielt auf Roms Gewinn und sollte in der Tat kaum Probleme haben. Hier wartet noch etwas Arbeit auf mich, das Ganze ausgeglichener zu gestalten.
Mariano hatte auch noch einen zugegebenermaßen recht guten Namensvorschlag für das Spiel, denn Partacus wollte nicht so wirklich gefallen. Ich schlafe mal noch eine Nacht drüber.
Mittwoch, 23. März 2011
Der Gast von der Küste
Ein großes Werk, epischen Ausmaßes. Deshalb mussten wir uns den größten Tisch sichern. Sogar 6 Leute hatte die Autorenrunde dabei und Marvin, so heißt der "Gast", beschränkte sich aufs Beobachten und Anleiten. Der Rat von Andoria heißt sein Werk.
Wir bieten auf zufällig ausliegende Gegenstände, Tiere, Berufe, Werkstoffe, errichten Gebäude, die Einkommen geben und schaffen Wohnraum, um wieder freie Arbeiter zur Verfügung zu haben. Marvin hat sich sichtlich Mühe mit der Gestaltung gegeben, allerdings waren klare Regeln weniger vorhanden. Es gab keine richtige Spielreihenfolge und so war Chaos vorprogrammiert. Eine große Übersichtstafel zeigte Kosten und Nutzen der Gebäude an. Bei Jahreswechsel müssen sich die Spieler einem Angriff von Außerhalb erwehren... Also thematisch sehr dicht... Zu dicht. Das Spiel erinnerte an die Echtzeit PC Spiele wie Siedler, Age of Empires... Es ist klar, dass es sehr schwer ist, so etwas in ein Brettspiel zu packen, ohne die Spieler zu Überfordern und sich in friggeligem Handling zu verlieren. Bei Spielen wie Le Havre oder aktuell Sid Meyers Civilization wurde Ähnliches hervorragend gelöst.
Nach einigen Durchgängen konnten wir Marvin (so hoffe ich) wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Er war auch sehr dankbar und zufrieden, über diesen Test und die konstruktiven Vorschläge.
Ich hatte mein Ikarus von einem Verlag zurück bekommen und ein paar Änderungen vorgenommen; das galt es zu Testen.
Leider versuchte keiner, seinen Motor zu Verbessern, denn das wäre wichtig zu sehen für die Spielbalance. Ansonsten gab es hoch Handlingprobleme und die Sache mit dem dreimaligen Überfliegen der Sehenswürdigkeiten stellte sich als etwas öde heraus. Ich sitze bereits dran, Änderungen vorzunehmen und umzusetzen.
Neue Eindrücke zu K2 gibt's hier
Donnerstag, 17. März 2011
Schmale Autorenrunde
Ich hatte mein Aral'sk überarbeitet. Vor allem Jeromes Kritik: I wanna play! Hatte mir zu denken gegeben. Er hatte recht - zu oft findet eine Aktion wegen Überbietens nicht statt, außerdem herrschte durch das Ziehen aus dem Beutel ein zu großes Glücksmoment, was auch dazu führen konnte, dass zwischen 30 Minuten und 120 Minuten jede Spieldauer eintreten kann.
Das alles konnte ich entschärfen und es war bei weitem schon besser. Leider war die "Fischen"-Aktion viel zu mächtig. Das zeigte sich schon nach ein paar Runden. Zudem passierte auf dem Wasser zu wenig. Es war nicht sonderlich wichtig, wann man eine Aktion ausführt. Trotzdem, ich weiß um die Stellschrauben.
Zweites Spiel sollte Peers Viva la Revolution sein. Er hatte das Spiel geschlagene 2 Jahre bei Verlagen unterwegs und nun galt es zu sehen, ob das Spiel noch auf der Höhe der Zeit ist. Das Wählen der Personen in die Ämter, das Intrigieren, das Verteilen der Gelder und das Verhandeln sind auf jeden Fall auf der Höhe der Zeit - mehr noch, es strotzt vor Interaktion und wirkt auch heute noch äußerst originell. Da sollte sich sicher ein Verlag für finden, auch wenn es nicht ganz mein Spiel ist.
Zu guter Letzt hatte auch Jerome etwas Neues fertig. Irgendwie scheint er keine Namen für seine Spiele zu haben, aber was sind schon Namen, wenn die Spiele überzeugen können.
Dieses Mal gilt in jeder von vier Jahreszeiten eine andere "Währung" mit der man auch dann nur in dieser Jahreszeit einkaufen darf. Zur Verfügung stehen diverse Industrien, Gleise, Waren oder Multiplikatoren davon fürs Spielende. Dazwischen sollen die Spieler mit Währungskarten handeln und tauschen. Leider entpuppte es sich als zu leicht, die Industrien etc. zu erwerben, sodass man zu selten Handeln musste. Trotzdem, die Grundgedanken wirkten wieder einmal interessant und überzeugend.
Freitag, 11. März 2011
Wer den Berg besteigen will, muss Opfer bringen
Offerings wurde von einem französischen Kleinverlag Ludonaute veröffentlicht. Dafür besticht es mit tollem Material: Massig Holztiere (Ochsen, Schafe, Ziegen, Hühner und Schweine, die allerdings beim vorliegenden Exemplar fehlten), schöne dicke Plättchen, Münzen, diverse Spielpläne und Standardmarkierungsscheiben.Es gilt über Versteigerungen in den verschiedenen Bereichen vorwärts zu kommen. Thematisch befinden wir uns in der Antike und wollen den Göttern möglichst viele und wertvolle Tiere opfern, um dafür mit Punkten belohnt zu werden. Die Entwicklungsstufen in den Bereichen bestimmen dann welche und wie viele Tiere ich an welchem Altar opfern darf.
Das ist wahrlich wohldurchdacht, besitzt allerdings null thematisches Flair. Die Versteigerungen bieten sehr viel Grübelpotenzial (was will ich versteigern und wann biete ich wie hoch), so ist es nicht verwunderlich, dass wir anstatt der angegebenen 60 sogar knapp über 120 Minuten lagen. Ein detaillierterer Ersteindruck folgt noch.
Da wir noch Energie hatten, wollte der K2 bestiegen werden.
Die Spieler verfügen über zwei Expeditionsteilnehmer, die sie über Handkarten bewegen und ihre Ausdauer erhöhen können. Wetterkarten sorgen für Modifikationen, allerdings ist immer eingewisses Maß an Tagen vorhersehbar. Ein kleiner Unsicherheitsfaktor bieten Negativplättchen, die der Spieler treffen, der die wertvollsten Karten in einer Runde ausgespielt hat. Man kann zusätzlich ein Zelt errichten, um sich besser zu akklimatisieren. Mit das wichtigste Element sind die Blockaden: es darf immer nur eine bestimmte Anzahl Expeditionsteilnehmer auf einem Feld stehen. Hier muss man zum einen das Mitspielerchaos und zum anderen die Spielreihenfolge bedenken.
Ich hatte mich da etwas zu früh in Richtung Gipfel aufgemacht, sodass mir ein Expeditionsteilnehmer erfroren ist. Der andere sollte es dann aber schaffen. Für den Spielsieg ist es aber wichtig, mit beiden Leuten weit oben im Spiel zu bleiben. Sehr spannend und wirklich gut, thematisch umgesetzt gibt K2 einen hohen Standard für Bergsteiger- und Expeditionsspiele vor, von denen es nur wenige gibt, die allesamt (noch) nicht überzeugen können... Hier rede ich auch von Prototypen, die in der Vergangenheit auf dem Tisch lagen.
Dienstag, 8. März 2011
Journalisten geben sich die Klinke in die Hand
Widmen wir uns den beiden Tests: Jeff hatte weitere kleine Änderungen vorgenommen, die das Spiel kaum merklich veränderten, aber im Detail eleganter wirkten und es bestätigte sich, dass man nun mit jedem der drei Wege eine Siegchance zu haben scheint. Ein weiterer wichtiger Test auf dem Weg zum veröffentlichten Spiel bereits diesen Oktober. Man darf gespannt sein!
Jerome arbeitet noch an einem neuen Spiel, wurde aber nicht rechtzeitig fertig und so konnte ich ein brandneues Spiel auf den Tisch bringen, an dem ich vergangene Woche getüftelt hatte.
Sein Name ist Aral'sk und handelt vom austrocknenden Aralsee durch die maßlose Bewässerung von relativ unfruchtbarem Boden, um die Getreide- und Baumwollplantagen zum Gedeien zu bringen. Es war klar, dass das Spiel noch Probleme zeigte - und zwar in allen Bereichten. Die einzelnen Mechanismen aber boten gutes Potenzial für Spielspaß. Nach einigen ersten Anregungen sitze ich bereits wieder an den Änderungen.
Montag, 28. Februar 2011
Oldies but no goldies
Wir starteten mit Fiasko aus dem Jahre 1997: von einem Kartenstapel zieht man immer eine Karte. Alternativ kann man seine gesammelten Handkarten werten, aber nur jede Kategorie einmal. Zu dumm, wenn eine der untergemischten Sonderkarten zum Vorschein kommt, die sagt, dass man all seine Handkarten abgeben muss, oder eben alle anderen Spieler. Welch eine Schadenfreude!
Tja, es gibt einige andere Spiele, bei denen das Risiko (nehme ich noch eine Karte, oder werte ich lieber gleich) sehr schön umgesetzt wurde (Kleine Fische…), aber hier beschränkt sich das Spiel auf teilnahmsloses Hoffen und Bangen.
Kann ja nur besser werden.
Zweites Spiel war Gaunertrio vom fleißigen, aber unterbewerteten Autor Heinz Meister.
Ein Spieler legt eine Gaunerkarte und gibt die Zahl der Übereinstimmungen zu seiner Handkarte (0-2) preis. Die anderen Spieler sollen herausfinden, um welche Handkarte es sich handelt. Entweder man wartet, bis genügend ausliegende Karten, sowie Hinweise die Handkarte zweifelsfrei identifiziert, oder man riskiert etwas, damit man der erste ist, der die Handkarte identifiziert. Das Ganze erinnert stark an Mastermind - wenn das kein "running Gag " ist Herr Meister… Also der Name ist bei allem Wohlwollen hier nicht Programm.
Da Jeff noch ein ungespieltes Der Turmbau zu Babel zu liegen hatte, wollte das einhellig probiert werden. Meine einzige Partie liegt schon Jahre zurück und danach wurde das Spiel als Schwach abgehakt und aus meinem Gedächtnis gestrichen. Man will ja kein Spielverderber sein und gibt dem Ding noch eine Chance.Das Ringen um die Plätze auf dem Spielplan und das Sammeln von Chips ist zwar mit einigen Zwängen verbunden und gerade das Anbieten von Karten bzw. das Akzeptieren eines Angebots ist mit reiflichen Überlegungen verbunden. Eigentlich spricht einiges für das Spiel und trotzdem wirkt es kalt, trocken und öde - schleppt sich aufs Spielende zu und weiß nicht zu überzeugen. Meine Meinung von damals hat sich durch die neuerliche Runde nicht geändert.
Mittwoch, 23. Februar 2011
Dreigestirn
Nach seinen Änderungen wollte noch einmal Jeff's Niew Amsterdam getestet werden. Die Verschlankungen haben dem Spiel sichtlich gut getan, sodass wir mit auffrischender Erklärung die 120 Minuten halten konnten. Leider hatte eine ungünstige Konstellation Jeff einen leichten Sieg geschenkt, aber man hat nun wirklich das Gefühl, dass jede Gewinnstrategie aufgehen kann.
Ich hatte unter der Zeit ein wenig an einem neuen Würfelspiel namens Economist gebastelt. Die beiden erklärten sich bereit zum ersten Test. Für mich bedeutete das: entweder funktioniert das Spiel zum Großteil bestens, oder es macht sich Langeweile breit. Leider war eher letzteres der Fall. Nun gilt es das Spiel von Grund auf neu zu gestalten und den Kernmechanismus mitzunehmen - das wird seine Zeit benötigen.
Den Abschluss bildete ein weiteres Kartenspiel von Jerome.
Dieses Mal verschlägt es uns in die europäischen Königshäuser des Mittelalters. Unsere Personen wollen verheiratet werden, um beim Tod der Eltern möglichst ein Stück Land zu erben. Wie auch bei Jeromes letzten Kartenspielen, beinhaltet das aktuelle Werk einen Verhandlungsmechanismus. Sodaß dieses Kartenspiel ebenfalls im Kern überzeugen kann. Leider ist die erste Spielrunde noch eine Art Vorbereitungsrunde und der Hauptkritikpunkt ist das unbefriedigende Spielende. Man weiß genau, wann Schluss ist und so platziert man seine Personen nur noch, um bei der Schlusswertung zu Punkten...
Uff - viel zu spät ist es wieder geworden, aber das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen.
Montag, 14. Februar 2011
Braucht man immer eine Überschrift?
Normalerweise ist ja die Freitagsrunde Prototypenfreie Zone, aber weil wir Montag nicht dazugekommen sind, wollten wir heute nachholen Jeffs Niew Amsterdam, das für Essen 2011 angekündigt ist noch mal Probezuspielen.
Es geht darum zu schauen, ob die Möglichkeiten ausbalanciert sind, oder ob eine Strategie bevorteilt ist.
Näheres kann ich hier nicht publik machen, nur soviel, dass es Jeffs anspruchsvollstes Spiel bislang ist und wirklich tolle Mechanismen mit starkem Thema beinhaltet.
Bleibt zu hoffen, dass der Verlag trotz der vielen geplanten Essenneuheiten die redaktionelle Arbeit für die einzelnen Spiele ernst genug nimmt.
Nach dem Eintreffen von Alfred starteten wir auch gleich zu dritt durch.
Danach trudelten doch noch weitere Besucher ein.
Was spielt man aktuell vernünftigerweise in größerer Runde? Na klar - 7 Wonders.
Ich kann wirklich nicht genug davon bekommen und kann Kritiken die den hohen Glücksfaktor bemängeln nicht nachvollziehen. Ein Spiel, das nicht den strategischen Anspruch eines Civilization hat, darf gerne eine Spur seichter sein, wenn es dazu so herrlich downtimelos Spaß bereitet.
Als Absacker versuchten wir uns noch einmal an Pueblo, da Jerome ein bekennender Liebhaber dreidimensionaler Bauspiele ist. Er bemängelte, dass dem Spiel ein Thema übergestülpt wurde, sonst war er genauso angetan, wie wir Rest.Neue Eindrücke zu Regatta gibt's hier
Mittwoch, 9. Februar 2011
Neues Blut
Über mehrere Einzeletappen, die lediglich eine Art Vorbereitung sein sollen für den finalen Gipfelsturm.
Nach knappen 2 Stunden brachen wir ab und unterhielten uns über das Spiel.
Thematisch sehr dicht, aber auch mit vielen kleinen Regeln überladen ist das eigentliche Geschehen überwiegend zufallsgesteuert und bietet wenig Raum für echte Entscheidungen. Hier muss man sich die Frage stellen, für wen das Spiel sein soll. Familien sind von der Dauer und Regelflut gewiss überfordert und Freaks sind die Würfel und Karten zu dominant. Man darf gespannt sein, welche unserer Tipps die beiden nun bereit sind umzusetzen.
Jerome hatte danach ein kleines Kartenspiel, das wie auch sein letztes Spiel Raum für Verhandlungen lässt. Es geht darum Beute zu machen und diese mit einem sehr cleveren Mechanismus zu Verteilen. Da man optimalerweise den "Coup" nicht alleine bewältigt, braucht man helfende Mitspieler. Das Verhandlungselement kommt hier viel klarer zum Ausdruck, weshalb das Spiel noch besser scheint, als sein letztes. Einzig das Spielende konnte nicht völlig überzeugen.
Neue Eindrücke zu Asara gibt's hier
Dienstag, 1. Februar 2011
Doppelblog
Wir sollten nur zu zweit sein an dem Freitag. Jeff hatte Pueblo mitgebracht, nach den anderen 3D-Bauspielen den Montag zuvor. Wir spielten gleich 2 Partien, wobei Pueblo immer noch begeistern kann, wenn es auch mit mehr Spielern interessanter ist. Möglicherweise hätten wir die schwerere Variante mit den blockierten Bodenteilen wählen sollen.
Jeff wollte danach noch eine Partie Goa folgen lassen, zu der man mich nie überreden muss. Nach der zweiten Runde kamen noch 2 der "Freeze-Mädels" (wer aufmerksam mitliest, wird wissen, von wem die Rede ist).
Wir brachen das Goa ab und begannen eine 4er Runde Hamburgum. Da meine einzige Partie von der Spielemesse 2007 herrührt und Jeff auch nicht regelfest war, mussten wir uns das Spiel erarbeiten.Wir hatten beide das Nachsehen hinter diesen beiden cleveren Mädels. Nina gewann mit Riesenvorsprung... Für mich ging es nur darum, vor Jeff ins Ziel zu kommen :-)
Unsere Montagsrunde war dieses Mal weitaus besser besucht: Jerome war wieder vor Ort, Rolf, Peer und auch Sebastian von Zuspieler mit einem Bekannten.
Wir starteten mit meinem Apetito, das schon länger nicht mehr aus meiner Schublade geholt wurde. Das Problem, dass keine Spannung aufkommt und auch kein echter Bluff bestätigten sich. Es gibt aber Ideen, wie man dem Herr werden kann.
Jerome, der letzte Woche mit einem abstrakten Bauspiel aufhorchen ließ, hatte ein Piratenkartenspiel dabei, das Ähnlichkeiten zu Meuterer aufweist. Vielleicht ist es deshalb schon so hervorragend gut, wenn auch etwas zu frei in der Verhandlungs- und Tauschphase. Jerome kannte das echte Meuterer gar nicht, umso höher ist ihm sein Spiel anzurechnen. Er bringt wirklich frischen Wind in unsere Montagsrunde.
Peer hatte sein Rennen zum Südpol wieder belebt. Geblieben sind nur Thema und die Wetterleiste. Der Rest ist total neu - Ein Deckbuilding Mechanismus, der für Vorwärtskommen und Deckverbesserung sorgt, allerdings mit zunehmender Spieldauer für Deckverschlimmbesserung... So kam es, dass wir gar nicht mehr vorwärts kamen und zusammen mit dem ebenfalls schleppenden Start eine sehr zähe Angelegenheit aus dem Rennen wurde, das wir dann abbrechen mussten. Ich denke aber, Peer wird seine Lehren gezogen haben und das Spiel anzupassen wissen, denn gegen das alte Rennen zum Südpol hat die neue Version bei weitem gewonnen.
Dienstag, 25. Januar 2011
ARTE in der Spielwiese
Während wir noch auf die Filmleute warteten, zeigte uns Jeff ein kleines neues Partyspiel. Es geht darum, Übereinstimmungen mit anderen Spielern zu bestimmten Aussagen (z.B. Ich gehe meisten auswärts Essen) zu haben. Findet man mehr Leute, die Übereinstimmen, bekommt man Punkte. Es ist dabei von Vorteil, wenn man seine Mitspieler etwas kennt - unbekannte Personen lernt man dadurch vielleicht etwas kennen. Schöne Idee, die zum Ende noch nicht ganz ausgereift war, aber sehr viel Potenzial besitzt.
Inzwischen war das Drehteam vor Ort und rückte uns in gutes Licht.
Zuletzt mussten wir noch ein paar Schachfiguren, Backgammonsteine und "Mädn"-Pöppel bewegen... Quasi zur Einstimmung auf das Thema.
Bin mal gespannt, was die aus dem Material machen.
Danach testeten wir mein Ikarus, bevor es zur Verlagsvorstellung geht. Irgendwie werde ich immer Letzter bei dem Spiel, aber egal. Das Handling ist noch nicht optimal und die Reduzierung der Tankanzeige wird gerne vergessen. Sonst müssen noch ein paar Kleinigkeiten in den Regeln genauer erklärt werden, dann passt es wohl.
Wir hatten einen Neuberliner zu Gast: Jerome aus dem Französischen Teil Kanadas. Er ist ebenfalls Autor und will bestimmt ein Jahr in Berlin verweilen. Er hatte ein sehr interessantes abstraktes Zweierspiel dabei, welches recht hohe Anforderungen an räumliches Denken stellt. Wir hatten noch ein paar Änderungsvorschläge, bevor wir abschließend eine Partie Rumis (nicht ganz von ungefähr) folgen ließen.
Donnerstag, 20. Januar 2011
Mit dem Segelboot nach Asara
Wir starteten mit einem neuen Asmodee Spiel: Regatta.
Jeder Spieler steuert ein Boot über einen vorher frei auf dem Tisch abgesteckten Parcours. Bewegt wird sich mit Bewegungskarten. Die Karten werden tatsächlich vor das eigene Boot gelegt und dann das Boot ans Kartenende (Pfeilspitze) gestellt. Es gibt auch Karten, die erlauben eine weitere Karte zu spielen, oder man kann einen Teil seiner Karten tauschen. Ein überaus amüsantes Spiel, das sehr viele Freiheiten erlaubt und mit ganz wenigen Regeln auskommt. Leider gibt es hier die gleichen Probleme wie mit ähnlichen Spielen (Zauberstauber...): wer das Spiel allzu ernst spielt, der findet keine Freude daran.
Asara vom Erfolgsduo Kramer/Kießling sollte danach für Spannung sorgen.Man platziert seine Handkarten auf dem Spielplan, um dafür Turmteile zu bekommen (Sockel, Spitzen oder Mittelstücke). Diese sammelt man hinter seinem Sichtschirm, um dann daraus eigene Türme vor sich auszulegen. Dafür gibt es dann Punkte. Die Erweiterung, die gleich im Spiel implementiert ist bietet weitere Möglichkeiten an bestimmte Turmteile zu kommen.
Von der Beschreibung her klingt Asara äußerst unspektakulär. Tatsächlich handelt es sich hier um ein weiteres "Worker placement" Spiel, nur dass man hier Karten einsetzt und die erste eingesetzte Karte in einem Bereich die Farbe für folgende Karten vorgibt. Das macht den Hauptspielreiz aus und sorgt für ein Kribbeln während des Spiels. Der Rest einschließlich Wertung ist sauber designt, aber wenig innovativ (Punkte für höchste und meiste Türme) - trotzdem macht Asara komischerweise Spaß (hätte ich vorher so nicht vermutet).
Rolf wollte dann schon aufbrechen, konnte aber noch zu einer schnellen Runde Bluff überredet werden, wo ich im Endspiel mit meinem einen Würfel keine Chance haben sollte gegen die 4 Würfel von Steffi.
Ganz nebenbei war noch ein Moderator vom englischen Teil der Deutsche Welle vor Ort, der uns zum Spielen befragte, Michael zur Spielwiese und mich persönlich dann noch zum Spiele designen und Spiele Verlegen. Unser Englisch war zwar ein ziemliches Gestammel, aber der Moderator war zufrieden und meldet sich, wenn man sich den Podcast zu Gemüte führen kann (denn wer hört sonst schon Deutsche Welle?).
Montag, 17. Januar 2011
Altes im Neuen Jahr
Nach längerer Zeit war endlich mal wieder Spielen bei Jeff angesagt. Wie viele Leute dort aufkreuzen ist immer eine richtige Wundertüte. Mal waren es 16, mal auch nur 2. Heute bewegten wir uns nahe dem niedrigsten Wert.
Zum ersten Mal gesellte sich eine gewisse Doro zu uns. Da sie offensichtlich nicht so spieleerfahren war, begannen wir mit einfacheren Spielen.
Den Anfang machte Laguna von Queen Games. Ich hatte zuvor noch nie von dem Spiel gehört. Recherchen ergaben, dass das Spiel im Jahr 2000 erschienen ist und seinerzeit wohl wenig Aufmerksamkeit erwecken konnte.
Auf einem Meerstück bewegen wir unsere Flöße, die 6 Aussparungen für Kugeln haben. Manche der Meeresfelder haben Riffe bzw. Richtungspfeile aufgedruckt. Diese sorgen dafür, dass wir entweder unseren Zug beenden, oder eine möglicherweise ungewollte Richtung einschlagen sollen. Während des Zuges dürfen wir unsere Ladung (die immer aus 2 - 4 Kugeln besteht) umsetzen. Warum? Weil wir durchaus über Riffe und Pfeile schippern dürfen - sie müssen eben nur von Kugeln überdeckt und nicht zu sehen sein. In der Meeresmitte ist eine Art Abladeplatz für die Kugeln. Wer zuerst eine bestimmte Anzahl Kugeln abgeliefert hat, gewinnt. Sonst hat man eine Sanduhrlänge (30 Sekunden) für seinen Bewegungszug Zeit.
Originalität kann man Laguna nicht absprechen. Warum es wohl seinerzeit schnell auf Flohmärkten gelandet ist, dazu meine Eindrücke zu späterer Zeit.
Zweites Spiel war Tobago, mit dem man bei Neulingen nicht viel falsch machen kann… zu groß ist der Aufforderungscharakter. Jeff und Doro sollten mit derselben Punktzahl gewinnen. Ich hatte mich in zu vielen nichtseinbringenden Aktionen verzettelt, trotzdem mag ich das Spiel, bis auf die abfallende Spannung, wenn die beiden Flüche bereits durch sind.
Da Doro nun los musste, starteten wir eine Zweierrunde Goa, das Jeff immer noch nicht kannte. 2 spannende Stunden schlugen wir uns die Gewürze um die Ohren… leider viel zu selten gespielt, fand auch Jeff großen Gefallen an dem Spiel.
Neue Eindrücke zu Sobek gibt es hier
Donnerstag, 23. Dezember 2010
Last before X-mas
Wir testeten mein Pergamemnon in Vollbesetzung. Einen kleinen Schock hatte ich zu verdauen, als ich die Meldung über das neue Eggert-Spiel Pergamon vernahm – zu ähnlich sind doch beide Namen, allerdings wird das Eggertspiel ja bereits im Frühjahr 2011 erscheinen und zum Anderen geht’s komplett um etwas anderes.
Bedenken gab es vorher wegen der Wartezeiten und tatsächlich, durch die ständig wechselnde Spielreihenfolge sind manche Spieler einfach öfter dran als andere und müssen zudem noch länger warten. Hier wird ein kleiner Kniff noch Wunder wirken.
Was kurios war: die Perser, eigentlich das offensiv stärkste Volk, verloren schon recht früh mit Xerxes ihren Anführer, was eine deutliche Schwächung darstellen sollte und bereits hier klar war, dass der Persien-Spieler keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen wird. Ansonsten war die Geschichte sehr spannend und hätte auch mit einem anderen Sieg, als dem der Römer ausgehen können.
Als zweite Testrunde bestritten wir Jeffs neues Spiel, das letztes Mal noch Dragonmine hieß, nun aber der Drachen entledigt wurde. Einen neuen Namen gibt es noch.
Das Spiel wirkt nun deutlich entschlackt und kann als Familienspiel recht gut gefallen. Zu ändern gibt es vielleicht noch die Endbedingung und das Entrümpeln einiger zu schwacher Karten.
Zum Abschluss wurden noch einmal die Sieben Weltwunder errichtet und zum ersten Mal konnte Michael von der Spielwiese sogar mitspielen – sonst kam ihm immer Kundschaft dazwischen, oder es hat sich einfach nicht ergeben.
Er sollte dann sogar zusammen mit Jeff auf dem Siegerpodest stehen... ein Erlebnis war's wieder, auch wenn die Rote Laterne für mich reserviert war dieses Mal.
Ich wünsche meinen Lesern und all meinen Kunden ein fröhliches Weihnachtsfest und verspielte Festtage.
Ich melde mich möglicherweise noch mal zwischen den Jahren.
Dienstag, 14. Dezember 2010
Caesar, Cleopatra und die sieben Weltwunder
Die letzten kleinen Anpassungen eines meiner beiden Kartenspiele wurden nun ausprobiert. Treffend standen sich mit den Ägyptern und den Römern Caesar und Cleopatra gegenüber. Das Spiel entwickelte sich sehr schnell, was allerdings an den Eigenschaften der beiden Völker gelegen hat. Beide verfügen über reichlich Charisma, um die verfügbaren Kreaturen zügig anzuwerben. Das Gemetzel kam dabei etwas kurz. Und so schlug mich Rolf mit 20 : 19 Punkten denkbar knapp. Er bemängelte etwas, dass man nicht genau sieht, wo man punktemäßig steht, also ob man das Spiel verzögern oder beschleunigen soll. Ich finde diese Tatsache nicht unbedingt negativ.
Danach gesellten sich noch Steffi und Rainer (2 meiner Essen-Erklärer) zu uns, um 7 Wonders zu spielen. Die anderen kannten das Spiel alle noch nicht. Jeder war überrascht, wie schnell die Aktionsrunden vergingen und schon waren wir bei der Endwertung. Auch hier schlug mich Rolf mit nur einem Punkt. Trotzdem - für mich immer noch ein klasse Spiel. Ich verstehe nicht ganz, warum manche Leute zur Zeit unken, man hätte keinen Einfluss und die Entscheidungen wären trivial... 7 Wonders will kein Hardcorestrategiespiel sein. Man darf sich ab und zu mal Ärgern, einmal schütteln und schon geht's weiter. Dazu ist 7 Wonders noch so was von sexy - soviel Aufforderungscharakter muss ein anderes Spiel erst einmal haben!
Toll war's...
Neue Eindrücke zu Die Verbotene Insel (forbidden Island) gibt's hier
Mittwoch, 8. Dezember 2010
Back "in de Palz"
Am ersten Abend weilten wir zu viert in SAP-City Walldorf. Ich hatte meine beiden Kartenspiele für 2011 dabei. Das erste wusste ich ja, dass es passt und so war es auch dieses Mal - nur, dass ich mich zu früh und alleine auf die "andere" Seite geschlagen hatte, was ziemlich in die Hose ging. Trotzdem konnte das Spiel auch dieses Mal Punkten.
Danach spielten wir mal wieder Fresko, denn zwei von uns kannten die 3 Zusatzmodule noch nicht, die aber eigentlich Pflicht sind. In der Letzten Runde war ich mit meinen Gedanken woanders, dass der sicher geglaubte Sieg noch verschenkt wurde.
Den Abschluss des Abends machte mein anderes Kartenspiel, bei dem die beiden Völker zum Einsatz kamen, die noch nicht so gut austariert schienen. Es wurde sehr spannend, aber die Perser erschienen doch noch einen Tick zu stark.
Am nächsten Abend sollte es nach Schweigen (nur unweit der Französischen Grenze) gehen.
Zu dritt starteten wir gleich mit Sobek: von einer Kartenauslage nehmen sich die Spieler eine Karte, um gleiche Sorten zu sammeln und auszulegen. Daneben gibt es auch Personenkarten, die mit Sonderfunktionen glänzen. Aus den ersten 4 Karten der Auslage darf man wählen, bekommt aber Strafkarten, wenn man nicht die erste Karte nimmt. Gegen Ende eines Durchgangs (=Kartenstapel) will man seine Handkarten loswerden, denn die kommen ebenfalls zu den Strafkarten. Hier bekommt aber nur der Spieler mit den meisten Karten auch Minuspunkte. Es wird gewertet und der nächste Durchgang beginnt.Sehr schlank und schnell nehmen sich die Karten auf die Hand. Personen können für etwas Ärger sorgen und gegen Ende jedes Durchganges wächst die Spannung und das Kribbeln steigt. So muss ein schönes Spiel sein, auch wenn sich der Einfluss ziemlich in Grenzen hält.
Danach wollten die beiden meine Kartenspiele kennenlernen. Da ich schon so viel dazu geschrieben habe nur soviel: beide sind irre gut angekommen und ich denke, dass das eine Spiel von dem ich dachte, es wäre einen Tick schwächer, wohl doch in der gleichen Liga spielt, wie das andere... Nur vergleichen kann man beide nicht.
Da einer der beiden Mitspieler jetzt erst Hansa Teutonica erworben hat samt Erweiterung, wollte er das unbedingt kennen lernen. Kein Problem, ist es doch für mich mit Magister Navis eines DER beiden Spiele 2009.
Leider machten wir einen Flüchtigkeitsfehler: wir trugen die Siegpunkte für Cölln sofort ab, was das Spiel natürlich erheblich beschleunigte. Bei der Schlusswertung wurde uns das klar. Trotzdem hat das Spiel Anklang gefunden und es ging ja vor allem um das Kennen lernen. Da die Zeit bereits merklich fortgeschritten war und draußen Niederschläge Unheilvolles verhießen, machten wir uns auf den Nachhauseweg.
Inzwischen bin ich wieder zurück im winterlichen Berlin.
Neue Eindrücke zu Freeze findet ihr hier.
Mittwoch, 24. November 2010
Goblin Supremacy :-)
Den Anfang machte ein neues Familienspiel von Jeff: Die Spieler bewegen eine Lore in einem Stollen und schürfen Edelsteine, um sie dann zu einem möglichst guten Kurs zu verkaufen. Für ein Familienspiel ist es noch zu aufgeblasen und dauert zu lange. Hier muss Jeff noch deutliche Änderungen vornehmen, trotzdem: schöne Mechanismen und Würfel sind auch dabei.
Danach eines meiner beiden Kartenspiele, die für 2011 geplant sind. Das erste Mal hatte ich Erfolg durch bewusstes Spielen auf den Sieg Roms. Die beiden anderen ließen mich auch ziemlich unbehelligt agieren und die Vorzeichen waren ziemlich positive dafür. Tobias hat die Spieldauer etwas überschätzt und rechnete mit noch ein paar Spielrunden. Das Dreierspiel scheint also ausgelotet, jetzt geht's an die anderen Besetzungen.
Wie versprochen, versuchten wir uns jetzt an Gosu, welches in Essen sehr gut aufgenommen wurde. Die Illustrationen sind klasse und sympathisch, aber worum geht's?Die Spieler legen Karten verschiedener Goblin - Klans aus, die ihnen positive Effekte, aber auch Stärke verleihen. Manche Karten müssen noch aktiviert werden, was in einer Runde 2 x möglich ist. Wenn alle Spieler passen, ist die Runde zuende und der stärkste Spieler erhält einen Siegchip. Wer zuerst 3 Siegchips hat, gewinnt. Ungewöhnlich scheint zunächst, dass man keinen automatischen Kartennachschub erhält. Man muss sehen, wie man Karten bekommt und hier liegt auch das Problem: man neigt dazu sich blank zu spielen und kann die Folgerunde fast nur zuschauen, oder muss warten, bis durch einen Effekt alle Spieler Karten erhalten.
Mir missfallen eigentlich Spiele, bei denen sich zig ausgelegte Karten gegenseitig beeinflussen und hier ganz besonders, denn wer kann schon die kleinen Kartentexte überblicken? Das strengt an und nervt. Taktik wird meines Erachtens nur vorgegaukelt. Man legt eben aus, was die Kartenhand hergibt und guckt, ob es reicht. Dazu kommt ein großes Maß an Willkür, da man völlig frei ist in seiner Entscheidung, wem man eine Karte vernichtet. Ich hätte es gerne gemocht, aber so konnte Gosu nicht meine Gunst gewinnen.
Neue Eindrücke zu den Minen von Zavandor gibt's hier