Dienstag, 26. März 2013

Übervolle Hütte

Nachdem wir letzte Woche nur zu zweit waren, sollte uns heute sogar der große Tisch nicht reichen. Johann und Rolf warteten schon und wir starteten mit Johanns neuem Spiel, das er für die Schülerzeitung entworfen hatte. Leider merkte man schnell, dass die Elemente in der Form nicht funktionieren wollten. Aber das ist ja oft so, dass Theorien in der Praxis Scheitern.
Inzwischen war Michael Menzel vor Ort, der Donnerstag in der Spielwiese die Neue Andor-Erweiterung vorstellen möchte zusammen mit Thorsten "Schmidt" Gimmler, Mario Coopmann und einem neuen Autor blieben die Vier eigentlich für sich. Jeff und Peer gesellten sich dazu und ich wollte meine neuen Änderungen zu Pandora Titania testen. Auch hier zeigte sich schnell, dass Theorie nicht gleich Praxis ist. Meine Änderungen gingen in die falsche Richtung und wir brachen nach 3 Runden ab.
Jeff hatte sein Early Bird etwas vereinfacht, allerdings hakt es noch immer bei einer"Familiengerechten" Wertung. Ich denke, das bekommt er aber noch in den Griff.
Kleine Änderungen hatte ich auch bei Pelagos vorgenommen. Das Plättchenverteilen ging nun flotter, aber es könnte noch mehr Zug bekommen. Zum ersten Mal endete die Runde mit einem Sieg durch Erreichen aller Häfen. Kleinigkeiten gibt's trotzdem noch zu tun.

Freitag, 22. März 2013

Zweisam

Nachdem wir montags zuletzt keine Probleme hatten, eine größere Runde zusammenzubekommen, sollte mich Rolfs Absage nicht schocken.
Da dann aber Walter gleich wieder nach Hause zog, weil er sich nicht gut fühlte, war ich dankbar, dass mit Till ein neu zugezogener Bremer Neuautor vor Ort war.
Er zeigte mir seine beiden Projekte: beim Ersten ging es darum, seine Handkarten loszuwerden. Die Karten zeigen Kunstwerke. Beim Ablegen geht es darum Gemeinsamkeiten der Bilder zu definieren. Das fördert die Phantasie und die Kommunikation. Kleines Problem stellt die letzte Runde Dar, aber vom Grund her ist das Spiel schon recht fertig und auf jeden Fall originell.
Mein Pelagos wollte zu zweit getestet werden. Der Neue Plättchenteilmechanismus kam hier wenig zum Tragen, da er zu zweit nicht viel anders war, als zuvor. Till hatte schnell Probleme den Windgott milde zu Stimmen, sodass ich ihn in den letzten Runden in der Richtung ärgern könnte. Ich weiß noch nicht, ob das so nicht zu krass sein wird. Ich muss auf jeden Fall noch größere Testrunden konsultieren.
Dann versuchten wir Tills zweites Projekt. Es geht darum nachzuweisen, dass man von Karl dem Großen abstammt indem man sich auf dem Stammbaum dementsprechend positioniert. Das funktionierte zwar, machte aber so gut wie keinen Spaß. Es braucht noch eine weitere Ebene und weder alle Informationen offenlegen noch alle Informationen verdecken.
Für einen Zweierspieleabend war das absolut Klasse, trotzdem darf die Runden nächste Woche gerne etwas größer sein.

Montag, 18. März 2013

Wegen Überfüllung geöffnet

Was sich den Tag im Familienzentrum zusammenbraute war enorm. Jeff hatte den Spieletreff weiter publik gemacht und so hatten sich 12 Leute angemeldet. Insgesamt sollten wir dann so 20 Leute werden!

Wir starteten mit Goldland, das ich zwar seinerzeit schon einmal gespielt hatte, aber mich null mehr daran erinnern könnte.
Wir bewegen uns über Wege der ausliegenden Plättchen, decken Neue Plättchen auf und verbessern/vermehren unsere Ausrüstung. Auf einigen Plättchen müssen wir Abenteuer bestehen, sprich bestimmte Gegenstände abgeben und dafür dort ein Camp errichten. Sehr schön gelöst ist die Ablage der persönlichen Ausrüstung: je mehr man trägt, umso weniger Schritte darf man sich bewegen. Gegen Ende will man das Zielfeld anschließen und dort ein Amulett und Münzen abstauben. Danach erhöht sich der Druck auf die anderen Spieler: wer das Feld einmal erreicht hat, erhält fortan eine Münze... sind alle Münzen verteilt, endet das Spiel. Inzwischen weiß ich, warum ich mich an nichts mehr erinnerte. Das Spiel ist einfach sowas von Durchschnittlich: Die Wartezeit ist unerträglich, die Übersicht über die Camp-Mehrheiten schwierig und nervig. Mit zunehmender Spieldauer reduzieren sich die sinnvollen Aktionen, sodass man das Ende herbeisehnt. 2 schöne Elemente machen eben noch kein gutes Spiel.

Danach wollte uns Jeff eine Kinderspielidee zeigen namens Early Bird. Es wird gewürfelt und alle Spieler versuchen gleichzeitig einen Wurm in der gewürfelten Farbe und Größe zu greifen. Natürlich reichen die Würmer nicht aus. Vom Ansatz her wirklich erfrischend, allerdings ist die Wertung nicht ganz zu Ende gedacht, aber das galt es ja zu testen.

Nächstes Spiel war Jeffs kommerziell erfolgreichstes Spiel Aber bitte mit Sahne an der Reihe. Hier sollten sogar gleich zwei Partien anstehen, was ich absolut gut heißen könnte :-)

Weil der Abend noch recht Jung war, ging es an Die Speicherstadt dieses Mal mit dem frisch erworbenen Kaispeicher.
Die Erweiterung fügt einige Zusatzkarten bei. Jede Runde liegen jetzt doppelt so viele Karten aus, wie gewöhnlich, allerdings kann man eine Kartenreihe jetzt direkt mit seiner Figur reservieren. Man zählt eben vermutlich deutlich mehr, wenn man früh reserviert, dafür hat man die volle Auswahl. Neben diesem neuen Element dauert das Spiel vor allem viel länger, was eigentlich dem Grundgedanken der Speicherstadt widerspricht. Wenn ich ein Zweistundenspiel will, dann wähle ich nicht die Speicherstadt.
Komischerweise könnte ich das Spiel gewinnen, obwohl ich ständig das Gefühl hatte total abgehängt zu werden... das ging vor allem über die Feuerwehrleute.
Fazit: Der Kaispeicher muss nicht wirklich sein und schon gar nicht macht er das Spiel besser.

Donnerstag, 14. März 2013

Seefahrt ins Erzgebirge

Da ich vorher was zu erledigen hatte, was schneller ging, als angenommen, war ich der erste. Aber das war nicht schlimm, wollte ich doch noch einen Pelagos-Test mit mir selbst durchführen, bevor es in der größeren Runde Stand halten muss.

Dann trudelten die Leute ein und ich musste 3 mal anfangen zu erklären, bevor wir zu fünft beginnen konnten. Der Teilungsmechanismus der Plättchen ist an Aber bitte mit Sahne oder San Marco angelehnt, aber schnell zeigte sich, dass das Teilen und Auswählen viel zu lange dauert, auch wenn es für einige Spannung sorgt und Möglichkeiten eröffnet boshaft zu sein. Ich war dann auch der Erste, der ausscheiden musste, weil mir der Gott des Windes nicht mehr hold sein wollte. Nach und nach mussten noch andere die Segel streichen, bevor Rolf der letzte war, der übrig blieb, ohne die Zielhäfen zu erreichen. Da gibt es noch einiges zu tun, aber es macht Freude, die Fortschritte zu sehen.

Danach tauchte eine Dame von Spieltz auf und machte Werbung in eigener Sache: es ging um einen Autorenwettbewerb zum Thema "Phantasie". Der Sieger wird dann produziert, aber nicht im herkömmlichen Sinne, sondern nach dem "print on demand" System. Die Spielpläne werden auf robuste LKW Pläne gedruckt... ein tolles Feature. Ansonsten sind noch Standardpöppel, Würfel und Mühlesteine möglich. Na ja - Abgabe ist auch schon am 24. März, also da sollte man schon etwas im Petto haben so man dabeisein will.

Jetzt konnten wir noch Jeffs Erzgebirge Spielen. Es gab keine großen Änderungen und so blieben die Probleme bestehen, auch wenn sie nur Details betreffen. Ob Punkte während des Spiels, oder am Ende bleibt sich letztendlich gleich: Der Punktesalat nervt! Vielleicht fällt Jeff ja noch etwas schöneres ein, denn das Spiel ist wirklich sehr thematisch verpackt und hätte es verdient das letzte Stück abgeschliffen zu werden.

Mittwoch, 6. März 2013

Eine Erkältung zieht auf

Heute sollten wir nur zu dritt sein, auch wenn uns um die Wartezeit auf ihre Leute zu verkürzen noch Sophia verstärkte.

Wir starteten mit Palmyra, das ich nach dem letzten Test fast nicht verändert hatte (mit Ausnahme der Startaufstellung). Ich bin nach wie vor begeistert, auch wenn ich dieses Mal Opfer der während der Runde ausgehenden Punkte war.

Inzwischen war Sophias Truppe eingetroffen und so blieben wir zu dritt. Ich merkte, dass in mir langsam eine Erkältung aufzog, die ich zwar am Wochenende nur schwach gemerkt, aber nun immer mehr zu spüren bekam. Trotzdem wollte ich den Abend noch durchhalten.

Hartmut hatte eine weitere “Abart” seines Finito dabei: Alles i.O. Auf Plättchen stehen bestimmte Persönlichkeiten, die wir dann auf unser Tableau legen müssen. Dabei soll deren Geburtsdatum (steht auf der Rückseite) aufsteigend gelegt werden. Sind alle Plättchen vergeben, kann man in weiteren Durchgängen die fehlerhaften Personen “umlegen” bis man glaubt alles richtig zu haben.
Der “Nimm”-Mechanismus macht Spaß, auch wenn man oft keine Chance hat, die Plättchen korrekt in Reihe zu bringen, denn ein Würfel gibt vor, in welchem Bereich man legen darf. In der vorliegenden Form hat man die Geburtsjahre allerdings schnell zumindest halbwegs drauf, dass man immens viele Personen bräuchte, um dauerhaft Spaß zu haben. Des weiteren sinkt die Spannungskurve, je mehr sich die Tafel füllt, denn zu oft kann man nicht sinnvoll agieren, auch wenn man glaubt das Geburtsjahr zu wissen.

Zweites Spiel von Hartmut war schon etwas älter: Nanga Parbat. Es geht darum, mit seinen Pöppeln verschiedene ausliegende 8000er als erstes zu besteigen. Mit Würfeln kommen die Pöppel vorwärts. Manchmal nur mit bestimmten Zahlen, bestimmten Kombinationen, einer bestimmten Summe.
Hier stellte sich heraus, dass es meist keinen Sinn macht, einen Berg überhaupt zu betreten, auf dem ein anderer Spieler schon ziemlich weit gekommen war. Das Endspiel war ebenfalls wenig prickelnd und nur noch eine Würfelorgie. Hier sollte man früher zum Ende kommen, als alle Berge durchzuspielen. Weiterhin fehlt etwas Varianz und Finesse, die das Spiel wirklich interessant macht.

Für einen Absacker war noch Zeit und inspiriert von Peer’s Blog mit den minimalistischen Spielen hatte ich mir direkt an dem Tag etwas ausgedacht: Pelagos. Wir wollen von Griechenland verschiedene Ziele ansteuern. Wer zuerst alle 5 Ziele erreicht hat, gewinnt das Spiel. Einziges Material sind 14 Spielkarten und ein paar Holzsteine. Allerdings zeigte sich schnell, dass das vorliegende Werk überhaupt keinen Spaß machte. Trotzdem hilft mir der Test, aus dem Spielziel ein besseres Spiel zu machen, wenn auch mit mehr Material, aber mehr Material... das kann ich ja gut!

Gegen Ende wollte die Nase gar nicht mehr aufhören zu laufen und ich war froh, den Nachhauseweg antreten zu können.

Dienstag, 26. Februar 2013

Geschafft und doch nicht geschafft

3 x musste ich anfangen mein Palmyra zu erklären, bis wir zu fünft beginnen konnten. Leider verspätete sich Jeff, aber er fand schnell 2 Mitspieler.

Die letzten Vorschläge hatte ich umgesetzt und vor allem der Vorschlag von Hartmut, alles über eine zentrale Auslage zu Steuern war Gold Wert. Nun hat man endlich eine schöne Interaktion, schöne taktische Möglichkeiten bei kurzer Spielzeit und für meine Verhältnisse überschaubarer Regeln. Die Fragen die sich jetzt noch stellen: hat der Startspieler einen Vorteil, oder gar einen Nachteil? Sollen die Punkte wirklich ausgehen, sobald alle 120 vergeben sind? Rolf hätte noch 5 Punkte bekommen so denn noch welche da gewesen wären und hätte damit gewonnen.

Weil Jeff geistig nicht bei der Sache war, wollte er sich lieber zurücklehnen als bei Pontos Egeo mitzuspielen. An vielen Schrauben habe ich immer wieder gedreht, aber es hakt ständig an anderen Bereichen. Ich denke, dass ich wieder einmal in einer Sackgasse stecke und sollte momentan nicht zu viel Energie in dieses Spiel stecken. Schwebt mir doch schon ein großes Projekt vor, für das ich mir bisher nur einzelne Notizen gemacht habe und bald wird auch Pandora Titania von den externen Testrunden zurück sein, dass das natürlich oberste Priorität besitzt.

Ein paar unserer Mitstreiter am Tisch waren wohl enttäuscht, dass wir uns so zeitig auflösten, aber wenn man früher beginnt, denkt man doch, man hat einiges geschafft.

Dienstag, 19. Februar 2013

Viele kleine Spiele

Heute hatten wir wieder Gäste in der Spielwiese. Die beiden waren aus Belgien für 'ne Woche in der Hauptstadt und da ihre Unterkunft nur einen Katzensprung von der Kopernikusstraße entfernt ist, liegt es nah, dass für die beiden Spielebegeisterten hier das Mekka vorzufinden ist.

Wir starteten mit meinem Palmyra. Aus dem einstigen Kartenspiel hatte ich ein Plättchenlegespiel gemacht. Die Grundprobleme sind allerdings geblieben, wenn auch nicht ganz so stark. Hartmut hatte einen tollen Vorschlag für mehr Interaktion. Freue mich schon, das zu Ändern.

Danach war Hartmuts Spiel Gedrängel an der Reihe: Verschiedene große und kleine Tiere wollen die Arche erreichen, allerdings gibt es von jedem Tier 3 Stück und nur der Erste und besser der zweite erhalten Punkte. Mithilfe von Würfeln wird sich bewegt. Das Steuern der Tiere birgt viel Spannung gepaart mit dem cleveren Punktemechanismus. Einziger Kritikpunkt vielleicht die lange Vorlaufzeit, bis die Spannung ansteigt, ansonsten tolles einfaches Spiel!.

Hartmuts zweites Spiel an dem Abend hieß Finitissimo und ist an Finito angelehnt. Ein zentraler Würfelwurf gilt für alle Spieler. Aus diesen Zahlen bilden die Spieler Zehner und Einer, um sie auf einem Block einzutragen - Immer aufsteigend. Ist das nicht möglich, muss man Felder Streichen, was Punkte kostet. Mein Spiel ist das definitiv nicht, aber es macht in der lockeren Runde Spaß wenn man die nicht vorhandene Interaktion ab kann.

Zum Schluss hatte Rolf noch sein Recyclingspiel dabei. In einem weiteren Test zeigte sich, dass die vielen Verbesserungsvorschläge aus dem letzten Test gar nicht unbedingt nötig sind. Das Spiel ist einfach ein sehr schnelles Spiel, bei dem es mehr auf den Spaß, als auf Einfluss und Gewinnen ankommt. Vielleicht schafft er es einem hiesigen Müllabfuhrunternehmen als Werbespiel schmackhaft zu machen.

Neue Eindrücke zu Hotel Samoa
Neue Kinokritik zu Paradies: Liebe und Die Köchin und der Präsident

Mittwoch, 13. Februar 2013

Elfe rein

Sagenhafte 11 Leute waren wir den Montag in der Autorenrunde. Neben einem Arbeitskollegen von Rolf war auch ein Pärchen aus München vor Ort. Die beiden hatten sich im Vorfeld ihres Berlintouristikbesuchs nach einer Möglichkeit zum Spielen erkundigt - und da waren sie.

Wir starteten mit einem sehr einfachen, neuen Kartenspiel von Rolf. Es geht darum seine Handkarten - sprich Müll in den richtigen Recyclingtonnen unterzubringen. Ob das alles thematisch so korrekt ist, sei dahingestellt, aber der grundsätzliche Ablauf macht Spaß, auch wenn er vom Anspruch her natürlich in der untersten Liga angesiedelt ist. Kleine Änderungen sollten den Startspielervorteil beheben und vielleicht etwas mehr Einfluss zufügen.

Ich hatte nach der letzten Runde Pannonia ein paar Änderungen vorgenommen, die noch mehr Interaktion bringen, und die Abläufe verschlanken sollten. Ersteres war in dieser Form zu heftig und benötigt noch Feinschliff, ebenso die unterschiedliche Stärke der Bonuskarten... es liegt noch viel Arbeit vor mir.

Hätte ich gewusst, dass so viele Leute kommen, hätte ich noch etwas anderes eingepackt, aber so wollte ich "meiner" Tischhälfte ein Pergamemnon näher bringen. Das Spiel hatte ja zumeist nicht so dolle Kritiken bekommen, was vor allem der nicht optimalen Regel geschuldet ist und zum anderen hegt man wohl falsche Erwartungen. Wir hatten hier zu viert ein sehr ausgeglichenes Spiel, das die Römer um ein Haar gewonnen hätten - und ganz ohne Erweiterung! Nur ein zu riskantes Gefecht kurz vor Ende kostete den Sieg und ließ die Ägypter triumphieren. Mit 17:16:16:14,5 hatte ich mit den Hellen nur den letzten Platz. Die 3 stärksten Karten waren ganz unten im Deck und so war die Messe schon gelesen, bevor ich wirklich mal eine schöne Schlacht gewinnen könnte.

Weil PAX wohl verliehen war, könnte ich den Anderen noch Peloponnes vorstellen, das die beiden Münchener nicht kannten. Vor lauter Erklären und Tipps geben reichte es mir auch nur für den letzten Platz, aber der Spaß steht im Vordergrund - und den hatten wir alle.

Jetzt haben sich auch Manuel und seine Freundin verabschiedet. Die beiden gehen zurück in ihre Heimat Freiburg. Schade, war doch gerade Manuel zum festen Bestandteil der Montags- und manchmal auch Freitagsrunde geworden.

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Spieleschmiede spinnt ihr Netz

Diesen Montag war Richard "Histogame" vor Ort, um ein Spiel zu testen, das ihm die Spieleschmiede angeboten hat, unter seinem Verlag zu veröffentlichen und über die Plattform der Spieleschmiede laufen zu lassen. Dazu muss das Spiel allerdings überdurchschnittlich gut sein.
Es geht darum, am Hofe Heinrich des VIII. alle Adligen zu stürzen, dann endet das Spiel und der Spieler mit dem meisten Geld gewinnt. Da man das Geld nur sammelt kommt es Siegpunkten gleich, nur herrscht so etwas Unsicherheit über den aktuellen Stand. Die Mechanismen, wie die Aktionen ausgeführt werden weiß dabei wirklich zu gefallen, allerdings stellt sich schnell heraus, dass die Angelegenheit höchst abstrakt ist und kein thematisches Gefühl vermitteln kann. Wir diskutierten noch eine Weile, ob es sich lohnen würde, da noch mehr Arbeit reinzustecken, aber das muss dann Richard für sich entscheiden.

Da wir mittlerweile zu einer 6er Runde angewachsen sind, zeigte uns Johann eine kleine Kartenspielidee, die allerdings dermaßen banal ist in der Form, dass es noch wenig erbaulich erschien. Gleichzeitiges Blindbieten und hoffen, dass man der Einzige ist, der die betreffende Farbe gelegt hat. Das lässt quasi keine Überlegungen zu. Wenigstens war das in 10 Minuten gegessen.

Alle Leute blieben noch etwas, so könnte ich mein Pannonia in der Maximalbesetzung testen. Ich hatte ein paar Änderungen vorgenommen, die den Startaufbau entschlackte und Bonuspunkte eingeführt. Letzteres war wenig optimal, da man zu sechst wirklich sehr schwer etwas davon erfüllen kann... dazu waren die Bonuspunkte wohl etwas zu hoch. Da muss ich nochmal drüber nachdenken, sowie über andere Vorschläge. Mein Ziel ist es, den Einfluss zu erhöhen, was wohl noch eine längere Aufgabe darstellt.

Neue Eindrücke zu Saga.
Neue Filmkritiken zu More than honey und Weil ich schöner bin.

Dienstag, 29. Januar 2013

An einen Ovalen Tisch passt immer noch jemand ran...

Heute war wieder schwer abzuschätzen, wieviele Leute wir werden würden.
Mit Rolf, Hartmut und mir konnten wir zumindest schon einmal ein neues Spielvon Hartmut testen.
Er benutzt für den Prototyp die Qwirkle Steine - später sollen das wohl Spielkarten werden, wobei hier Plättchen zweckmäßiger wären, da sich einige Auslagen bilden, was viel Platz kostet. Ein Spieler zieht ein Teil mehr, als Spieler teilnehmen aus dem Sack und jeder nimmt sich davon eines. Das Übrige landet in einer Auslage, welche später die Punktevergabe vorgibt. Das Spiel spielt sich sehr leicht runter, erlaubt aber auch einige Überlegungen. Trotzdem spielt man zu Anfang sehr ins "Blaue". Der Mechanismus: ich will eigentlich genau das haben, was ich nicht nehmen sollte ist immer wieder aufs Neue fordernd und macht hier auch Spaß. Nur um den Einfluss sieht es etwas dürftig aus.

Wir freuen uns immer, wenn Neue Leute zu uns stoßen. Dieses Mal Sophie aus Potsdamm und außerdem noch eine ganze Gruppe von 5 Leuten, die gerne Prototypen kennenlernen wollten. Mit Marie, die auch schon öfter dabei war, mussten wir dann 2 volle Runden bilden und das an dem einen großen, ovalen Tisch. Zum Glück hatte Hartmut mehr als nur das eine Spiel dabei.

Wir starteten unterdessen mein Pontos Egeo. Ein paar Änderungen sollten die Geldstrategie erschweren, sie aber nicht gänzlich unmöglich machen. Sophie machte sich das am besten zu Nutze und häufte viel Geld an, ohne aber die Schiffe zu vernachlässigen. Einen Tick muss man hier noch nachbessern.

Übrigens Neue Filmkritiken zu Winterdieb und Django Unchained.
Neue Eindrücke zu VivaJava.

Freitag, 25. Januar 2013

Metropolregion Rhein-Neckar

Ein Besuch in meiner Heimat wurde in letzter Zeit auch immer ein Besuch bei „meinem“ Grafiker Matthias Catrein. Seine Frau und er sind immer tolle Gastgeber und beide genauso Spieleverrückt wie ich. Natürlich war es Zeit, Pandora Titania einem weiteren Test zu unterziehen. Dieses Mal wurde es ein sehr spannendes und enges Match und lässt kaum noch Raum für weitere Verbesserungen. Nun gilt es die Regel noch hieb- und stichfest zu formulieren, bevor es an die externen Testrunden geht.

Die beiden verfügen über eine große Spielesammlung, die gespickt ist mit Neuheiten aus Essen 2012, so kam eine davon auf den Tisch: CO2 Die Spieler schlagen Projekte vor und verwirklichen diese, um in den Kontinenten saubere Energie zu produzieren. Dafür gibt es Punkte. Man muss allerdings immer den Verschmutzungsgrad im Auge behalten, denn es kann sein, dass alle Spieler verlieren, so man es zu ungeschickt anstellt. Grundsätzlich aber ist sich jeder selbst der Nächste. In den 5 Runden haushalten wir mit Geld, verwirklichen unsere Projekte um dafür Punkte zu erhalten und entwickeln unser Wissen in den 5 verschiedenen Bereichen weiter. Dafür erhalten wir dann unser Einkommen, auf das wir immer zu Gunsten von Punkten verzichten können.
Interessante Verschachtelungen besitzt CO2 zweifellos, allerdings verlangt viel Verwaltungsaufwand ständige Aufmerksamkeit und lenkt zu sehr vom eigentlichen Spiel ab. Dafür selbst benötigt man all seine Sinne, um die Übersicht der Verstrickungen zu erhalten... dazu noch eine Endabrechnung (Punkte hier, Punkte da), die diesem unintuitiven Ganzen das letzte stringente raubt.
Hatte mir zweifellos mehr davon versprochen. Ein Spiel der Marke: kann man mal Spielen, muss man aber nicht kennen und vor Allem: muss man kein zweites Mal spielen.

Ich wollte den beiden noch ein weiteres meiner Spiele vorführen: Pontos Egeo. Nach dem neuerlichen Test in der Spielwiese hatte ich ein paar Änderungen vorgenommen. Sie sollten dafür sorgen, dass wieder die Erwerbung von Schiffen im Mittelpunkt steht. Teilweise funktionierte das auch ganz gut, nur gingen die Änderungen noch nicht weit genug. Ich bekam keine Steine in den Weg gelegt, um durch die gewaltige Ansammlung von Geld leicht den Sieg davon zu tragen. Das darf nicht ganz so leicht von statten gehen. Weitere Modifikationen müssen noch folgen.

Da noch genug Zeit war, konnten wir uns an ein weiteres „großes" Spiel von den Essenneuheiten 2012 wagen: Archipelago. Und hier trifft das Wort „groß“ den Kern der Sache sehr gut. Vor allem der Platzbedarf auf dem Tisch ist dermaßen ausufernd, dass das Spiel nah zur Unspielbarkeit wird, aber zuerst einmal Eins nach dem Anderen:
Die Spieler lassen ihre Arbeiter verschiedene Waren produzieren, mit den Aktionsschieben sorgt man für weitere Aktionen, wie Entdecken von Land, Kauf und Verkauf von Waren, Bau von Gebäuden oder Nachwuchs.
Eine Besonderheit sind die unfreien Männer (hier dargestellt mit einem schwarzen Meeple), die nie die Stärke der freien Männer erreichen dürfen, sonst endet das Spiel damit, dass alle Spieler verloren haben. Es sei denn, ein Spieler erhält zu Spielbeginn den verdeckten Auftrag zugelost, dass er in diesem Fall gewonnen hat. So verwaltet man sein Reich, vergrößert es und haushaltet mit seinen Ressourcen.
Leider hat hier keine vernünftige redaktionelle Bearbeitung statt gefunden, sodass in einigen Punkten das Spiel nicht vernünftig spielbar scheint: Die Charakterkarten, die es zu Erwerben gibt sind gerade so für einen selbst lesbar – nicht jedoch über den gesamten Tisch, was jedoch nötig ist, will man fremde Charaktere nutzen. Die Gebäudecounter bedruckt mit bunten Mikrografiken sind auf den Plänen kaum zu erkennen, die Hütten auf den Landplättchen mit der Lupe zu suchen, die Minimünzen kaum zu greifen.
Auf der anderen Seite braucht man auf dem Tisch zwangsläufig viel Platz, denn die Landplättchen sind wirklich groß und es kommt oft vor, dass große Löcher bleiben und die Landmassen sich in alle Richtungen ausbreiten. Dazu noch allerhand Tafeln für die Preise der Waren und die Auslage für die Charakterkarten... Wie so oft in letzter Zeit wurden hier zu viele Mechanismen in zu wenig Spiel gepresst, das in Summe nicht vernünftig spielbar ist. Zu viele Informationen sind nötig, um sinnvoll zu agieren, die für die Spieler nur mit Fernrohr erkennbar sind. Ich halte Archipelago für stärker, als CO2. Hier ist deutlich mehr „Spiel" enthalten, wobei es von einem „außerordentlich gut" noch ein schönes Stück entfernt ist.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Internationales Flair

Irgendwie war nicht abzuschätzen, wer in der Spielwiese aufkreuzen sollte.
So warteten Rolf, Markus und ich noch einen Moment, bevor wir mit Pontos Egeo begonnen. Inzwischen war noch Marie, eine Französin und Hartmut mit von der Partie, sodass wir Vollbesetzung vermelden konnten. Das Spiel hat zwar schon ein paar Jährchen und Entwicklungsstufen auf dem Buckel, aber die Kernmechanismen hatten mich nie losgelassen, sodass das Spiel mal wieder einige Änderungen erfahren hat. Dass nicht alles so absolut funktionieren würde war klar, aber wir schafften es unsere Partie zu Ende zu Spielen.
Leider geriet das eigentliche Ziel, nämlich neben dem Retten der Bewohner das Erwerben von Schiffen aus der Werft etwas in den Hintergrund, aber das lässt sich durch Preisänderungen noch anpassen. Grundsätzlich hat sich der Test absolut gelohnt.

Während der Runde tauchten zwei Finnen auf, die sich nach der Autorenrunde erkundigten. Sie wollten Prototypenluft schnuppern und ihr Wunsch wurde sofort erfüllt:
Markus' Zauberlehrling sollte nach kleinen Änderungen auf den Tisch kommen. Die blinde Auktion wurde durch eine offene ersetzt, die durchaus ihren Reiz hat. Wie zuvor gewinnt nur das Höchstgebot die Punkte und den Zauberspruch, aber alle anderen dürfen ihre gebotenen Karten für Aktionen nutzen. Gerade in der großen Runde lassen sich hier oft spätere Bieter raushauen. Der leicht chaotische Charakter ist geblieben, aber das wurde auch so gewünscht. Ich persönlich bevorzuge weniger Willkür, aber es gibt ja auch eine Menge anderer Spielernaturen.

Besonders schön ist, wenn man sich dann untereinander in Englisch unterhält, damit auch die Gäste alles verstehen... bis auf die deutschen Kartentexte :-)

Neue Filmkritiken zu Gnade und Der Fluss war einst ein Mensch

Sonntag, 13. Januar 2013

Angestaubtes und eine Gurke

Erster Spieleabend im Familienzentrum 2013. Da wir schnell zu viert waren, starteten wir mit Saga, einem Spiel aus 2004 von Wolfgang Kramer mit einem unbekannten Co-Autor, da wir noch Leute erwarteten und Saga in nur 45 Minuten gespielt ist. Jeder Spieler besitzt einen Satz Handkarten unterschiedlicher Werte und Farben. In einer Auslage befinden sich 6 verschiedene Burgen, die jeweils von 2 Truppen bewacht werden.
Eine Aktion ist denkbar einfach: eine Karte Spielen, doch das will gut überlegt werden: Jede Reihe die ich beginne, muss aus unterschiedlichen Farben bestehen, wobei immer die erste Karte die Farbe vorgibt, welche Burg ich beabsichtige zu erobern. Die Burgen bringen Runde für Runde Punkte und manche geben am Spielende bestimmte Vorteile. Schluss ist, wenn ein Spieler all seine Handkarten abgespielt hat.
Gut, es wird keiner erwarten, dass das Thema abgebildet wird, aber die Komposition stimmt. Die Spannungskurve steigt, da man immer stärkere Truppen benötigt, um eine Burg einzunehmen. Viel Interaktion ist geboten durch das häufige Burgen-wechsle-Dich-Spiel und auch das Spielende gilt es gut zu beobachten. Ein schöner Kniff sorgt dafür, dass dieses nicht allzu plötzlich eintritt: wird eine Burg eines anderen Spielers erobert, nimmt dieser seine bewachenden Truppen zurück auf die Hand.

Danach kam mit Dahschur – die rote Pyramide ein neues Spiel auf den Tisch. Das Spiel ist von Mückespiele anlässlich des ausgeschriebenen Autorenwettbewerbs veröffentlicht worden. Auch Jeff und ich hatten dort Vorschläge eingereicht, aber eben nur Dahschur und Peer's Taschkent wurden verlegt. Die sehr positiven Bewertungen haben neugierig auf das Spiel gemacht.
Wir befinden uns in Ägypten, erwerben dort Edelsteine, die wir in der Prachtstraße einsetzen um Punkte zu erhalten. Vor jeder Spieleraktion spielen die Mitspieler eine ihrer Handkarten in die Auslage. Diese bestimmen, wie gut oder schlecht die Möglichkeiten sind, die der aktive Spieler hat. Die Zahl ist wichtig für die Stärke der Aktionen und für die Auslage, die der Spieler damit bilden kann um zusätzliche Boni zu erhalten, oder eine Stadt zu beliefern. Es gibt noch weitere Bereiche, die man so beeinflussen kann bis hin zur Grabkammer, in der man am Ende seine Münzen zu Punkten machen kann.
Alles wirkt sehr verschachtelt und die Möglichkeiten erscheinen tief-strategisch. Schnell stellt sich heraus, dass man sowieso immer den Edelstein bekommt, den man braucht, sowieso immer die Bodenplatten der Prachtstraße bekommt, die man will, sowieso immer in der Prozession aktiv werden kann. Einzig den Bonus kann man eher beeinflussen, wenn man hinten sitzt.
Das vermeintliche Spielerlebnis wird im konfusen unintuitiven Regelwust dermaßen erstickt, dass es weh tut. Ich frage mich, wer dieses Spiel so dermaßen überschwänglich bewertet, oder haben wir nur die wirklichen Möglichkeiten nicht erkannt? Dahschur ist die erste große Graupe aus Essen 2012.

Nach diesem Desaster sollte es Hotel Samoa von White Goblin Games jetzt besser machen. Inzwischen waren wir zu fünft. Lustigerweise lagen dem Spiel Regeln auf Englisch, Französisch und Niederländisch bei. Jeff befasste sich mit der Englischen, Jerome mit der Frazösischen und so kam allmählich Licht ins Regeldunkle. 12 Koffer werden auf dem Tisch ausgelegt. Diese geben vor, wann welche Touristen ins Spiel kommen. Da überrennen uns zum Beispiel Japaner, Deutsche, Briten oder Norweger. Jede Runde gibt es eine bestimmte Zahl an Touristen dieser Nation, die verschiedene Vorteile bieten können. Die Spieler verfügen über ein Hotel mit ein paar Zimmern – dort sollen die Touristen Platz finden. Jede Runde gibt es außerdem 1 oder 2 besondere Plättchen zu erwerben (ein Pool, ein Luxuszimmer oder eine Sonderfähigkeit). Alle Spieler wählen gleichzeitig eine ihrer Handkarten aus und decken gleichzeitig auf. Die Zahlen geben einerseits das Gebot an, zu dem ein Plättchen gekauft werden kann und andererseits das Einkommen, das neue Touristen dem Spieler bringen. Das gemeine dabei ist: man muss hoch bieten, um ein Plättchen zu bekommen (aber dann auch teuer bezahlen) andererseits wollen die Touristen natürlich möglichst billig übernachten.
Hierzu kann man etliche Überlegungen anstellen, aber in unserer Runde zeigte sich wie sinnlos all diese Überlegungen sein können, denn es hat der Spieler gewonnen, der seine Karten zufällig ausgelegt hat!
Ein weiteres Problem des Spiels ist der abfallende Spannungsbogen. Gegen Ende kommt es nur noch auf die Touristen an, weil keine Plättchen mehr zu Auswahl stehen und auch keinen Sinn mehr machen würden. So ist Hotel Samoa für mich nicht ganz zu Ende gedacht und kommt über Mittelmaß nicht hinaus.

Neue Eindrücke zu Qin
Neue Kinokritiken zu Angels Share und Sushi in Suhl

Donnerstag, 3. Januar 2013

and the winner is...

Ich weiß, irgendwie verleiht mittlerweile jeder seinen eigenen Preis, aber ich nehme mir das Recht raus zu allen gespielten Spielen und zu allen gesehenen Filmen jedes Jahr das „Irongame“ und den „Ironmovie“ des Jahres zu kühren.

Bei den Spielen kommen zumeist die Neuheiten aus Essen 2011 noch für 2012 in Frage, weil sich die Spiele meistens erst mindestens ein halbes Jahr später eröffnen.

Hier gab es einige Kandidaten, wobei mich die ganz frisch gespielten Spiele noch nicht so außerordentlich überzeugen konnten. So ist das Spiel, welches mir 2012 am meisten Freude bereitet hat, also das Irongame des Jahres 2012: Trajan

Der „Mancala“ Mechanismus macht irrsinnig Spaß und ja – das Drumherum mag konstruiert wirken, ist aber nötig, um ein forderndes Spielgeschehen auf den Tisch zu bringen, bei dem es an allen Ecken und Enden brennt.

Knapp geschlagen wurde King of Tokyo
Trotz des Fun-Charakters des Spiels, lässt es doch erstaunlich Raum zum Taktieren.

Bei den Kinobesuchen war es ähnlich knapp und lange habe ich überlegt, ob der kürzlich gesehene Schwarz/Weiß Streifen Oh Boy das Rennen macht, oder der schon früh 2012 gesehene Drive.
Verdient hätten es beide, aber der zweitgenannte hat eben doch mehr „drive“ :-)

Ironmovie des Jahres 2012: Drive

Neue Eindrücke zu Oddville

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Radioday

Rolf und ich wollten gerade anfangen, ein Suburbia zu Spielen, als doch noch ein paar Leute eintrudelten.

Mit Jeff und Manuel testeten wir noch einmal Jeffs Erzgebirge. Wie schon einige Male vorher, war wieder einmal ein Radiosender vor Ort. Radio Eins suchte Stoff für den Radioday am 25.12. Da geht es den ganzen Tag ums Spielen. Die Moderatorin machte ein paar Einsprecher und ließ sich von Jeff die Regeln erklären. später fragte sie in die Runde, ob das Spiel gefallen hat... ja hat es! Die neuesten Änderungen haben dem Spiel sehr gut getan. Vor allem das Aktionsrad macht sehr viel Spaß. Jetzt stellt sich vor allem die Frage: soll man die Punkte immer gleich abtragen, oder die Verwaltung entschlacken und erst am Ende Punkte zählen. Es gibt wohl Befürworter beider Möglichkeiten. Mir persönlich macht es überhaupt nichts aus, dass man nicht genau weiß, wer denn gerade in Führung liegt. Ich denke ansonsten liegt jetzt die Hauptarbeit in der ausgewogenen Punktevergabe.

Inzwischen waren mit Markus und 3 weiteren interessierten Leuten so viele Personen am Tisch, dass wir 2 Runden bilden mussten. Während Manuel ein neues, recht komplexes Spiel testete, zeigte uns Markus seine Änderungen des Zauberlehrlings.

Dieses Mal wollten die Abläufe wirklich Spaß machen. Die Zaubersprüche würden ständig eingesetzt und sorgten für Action. Vorschläge, die Versteigerung noch spannender zu machen gab es. Das heißt, es gibt genug Stoff, das Spiel weiter zu verbessern.

Das war’s dann, bevor die Welt sich verabschiedet... wenn nicht, melde ich mich sicher zwischen den Jahren noch einmal.

Montag, 17. Dezember 2012

Kaffee in Fernost

Nach länger Zeit klappte es mal wieder mit Spieletreff bei Peer. Wir sollten sogar 6 Leute werden, aber zunächst zeigte mit Peer ein Spiel von Eggert mit Namen Qin.
Man legt immer eins von 3 Doppelplättchen von der Hand auf den Plan und darf dann, wenn sich ein Gebiet von mindestens 2 Feldern gebildet hat eine Pagode darauf setzen. 5er Gebiete erlauben eine zusätzliche Pagode. Werden Städte erreicht, darf der Spieler mit dem höchsten Nachbarschaftseinfluss eine Pagode darauf platzieren. Ihr merkt schon, es könnte gut sein, seine Pagoden loszuwerden und tatsächlich gewinnt der Spieler, der zuerst seine Pagoden verbraucht hat. Durch Verbinden von Gebieten lassen sich ein paar Gemeinheiten fabrizieren.

Qin ist ein recht schnelles taktisches Spiel wenn, ja wenn man nicht mit zu vielen Leuten spielt. Dann sinkt Einfluss und die Wartezeit kann beträchtlich steigen. Qin kann sehr ungerecht sein, denn es ist wirklich absolut von Vorteil, wenn man viele Doppelplättchen mit nur einer Farbe zieht. Ohne diese hat man kaum eine Chance, wo wir wieder bei der Taktik wären, denn die kann nichts nützen, zieht man schlechte Plättchen. So täuscht der gute Eindruck und weicht einem knapp Überdurchschnittlich, denkt man noch einmal über die Geschehnisse nach.

Zweites Spiel war dann in 6er Besetzung VivaJava, das aus der Crowdfoundingschmiede entstanden ist. Da der nötige Betrag weit übertroffen wurde, kann man sich über tolles Material und etliche Zusatzvarianten und Erweiterungen freuen.
Uns geht es aber zunächst um das Grundspiel. Es gibt verschiedenfarbige Bohnen. Zu Beginn hat jeder Spieler 2 Weiße und eine Gelbe Bohne in seinem Beutel. Später besorgt man sich andere, höherwertige Bohnen, mit denen man einen möglichst guten Kaffee herzustellen versucht. Meistens tut man das mit einem anderen Spieler zusammen. Dazu zieht man Bohnen aus seinem Beutel. In Pokermanier entstehen dann aus 5 gezogenen Bohnen Fünfling, Full House usw. Der Beutel ist so eine Art Deck, das man aus Deckbauspielen kennt. Man versucht den Beutel möglichst sortenrein zu halten und möglichst mit höherwertigen Bohnen zu bestücken. Die hergestellten Kaffeesorten müssen sich dann in einer Reihe einordnen und bringen Runde für Runde Punkte. Allerdings verschlechtern sich bereits komponierte Kaffees auch jede Runde, was bedeutet, dass ein neuer Kaffee meist besser ist, als ein alter.
Erreicht ein Spieler eine bestimmte Punktzahl, oder wurden alle Kaffees hergestellt, endet das Spiel.

Die zunächst komplexen Abläufe beschleunigen sich mit Spielerfahrung deutlich, wobei es wirklich vieles zu beachten gilt. Man merkt dem Spiel allerdings an, dass es keinerlei redaktionelle Bearbeitung erfahren hat, denn einiges ist fürs Spiel hinderlich: die Kaffeebohnen z.B. sind zwar stimmungsvoll realistisch, allerdings lassen diese sich schwer greifen...

Wir brauchten zwar mit Erklärung fast 3 Stunden, aber selbst die möglichen 2 Stunden trägt die Spannung nicht über die ganze Dauer. Originelles Thema, das allerdings über die Zeit doch zum abstrakten Siegpunktesammeln runterreduziert wird. In diesem Spieldauersegment gibt es deutlich stärkere Titel, deshalb doch nur ein solides Mittelmaß, allerdings spricht die mögliche Spielerzahl von 8 Personen dann auch wieder für das Spiel.

Neue Eindrücke zu Ginkgopolis

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Schnee

Die Frage war: wer ist bereit sich durch den Schnee zu quälen, um in der Spielwiese aufzuschlagen.
Nachdem schon Jeff abgesagt hatte, war wenigstens Rolf vor Ort. Wir wollten gerade zu zweit mit Pandora Titania loslegen, da tauchten kurz nacheinander Markus (der Neue Autor, von dem ich den Namen noch nicht kannte) und Manuel mit Freundin auf, sodass wir eine fette 5er Runde starten konnten.

Die letzten Neuerungen kamen prächtig an, auch wenn Rolf nicht so in Tritt kam und Markus etwas brauchte, die Möglichkeiten zu überblicken. Schnell war ich punktemäßig davon gezogen, aber mit zunehmender Spieldauer kamen meine Mitspieler stetig näher. Gut, die Punktequellen müssen noch einmal auf den Prüfstand, aber generell Stimmen mich die Elemente jetzt sehr glücklich.

Danach zeigte uns Markus ein einfaches Kartenspiel namens Zauberlehrling. Jede Runde wird ein neuer Zauberspruch ersteigert, der zusammen mit 5 Zaubersteinen in Besitz des Höchstbietenden gehen. Geboten wird mit Handkarten, wobei vor allem die Kartenanzahl wichtig ist. Da es nur eine Bietrunde gibt, war schnell klar, dass meist der Hintensitzende leichtes Spiel hat. Das Besondere: wer die Versteigerung nicht gewinnt, der erhält für seine eingesetzten Karten bestimmte Sachen.
Das Spiel ging schnell, verlief allerdings wenig spektakulär und könnte in der Form noch nicht überzeugen.

Neue Eindrücke zu Kemet

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Eisen Spiele

Obwohl sich andeutete, dass ich womöglich der einzige in der Autorenrunde sein sollte, machte ich mich in die Spielwiese.
Zu meiner Überraschung schmiss Rainer an dem Abend den Laden. Er saß mit einer Bekannten (Marie) an Alea Iacta Est. Natürlich erklärte ich gerne das Spiel - ein paar Details musste ich auch erst noch nachlesen, zu lange war meine letzte Partie her gewesen.

Während unserer Partie tauchten doch einige Leute unserer Stammrunde auf: Manuel, Mirko, Juma und ein neuer Gast, den ich vor 2 Wochen bereits wahrgenommen hatte. Sie testeten ein neues Spiel von Juma und danach noch Manuels Fischmarktspiel.

Es ergab sich, dass wir unsere eigene Runde beibehielten und da noch andere Spiele von mir verlangt würden, spielten wir als nächstes Zack und Pack, bei dem ich gnadenlos einging und zum Abschluss ein Pax, das die eine Mitspielerin sogar direkt mitgenommen hat.

Ein neuer Test meiner letzten Änderungen bei Pandora Titania konnte zwar nicht statt finden, aber lustig waren die 3 "Eisen-Spiele" schon.

Neue Eindrücke zu King of Tokyo

Freitag, 30. November 2012

Doppeltes Heimatspielen

Seit Mai zum ersten Mal ein paar Tage in der Heimat. Diese nutzte ich unter anderem dazu, mich mit meinem Grafiker zu besprechen und auch, um mein Spiel nach all den Änderungen zu präsentieren. Das Spiel lief nun schon sehr gut, allerdings sind noch Kleinigkeiten nötig. Nachdem er mir seine Arbeiten am PC gezeigt hatte, wollten noch 2 andere aktuelle Spiele gespielt werden:

Riff Raff von Zoch definiert das Genre der Bauklötzchenspiele neu. Die Schachtel mit der Klippe und dem Holzschiff alleine ist schon ein absoluter Hingucker und wirklich genial gelöst, dass man ein schönes Gewackel am Tisch hat. Karten geben vor, wo wir ein Teil platzieren müssen. Was runter fällt muss zurückgenommen werden, was man auffängt, kommt aus dem Spiel. Man kann hier sogar ein wenig taktieren, aber grundsätzlich dominiert natürlich die Geschicklichkeit.

Das nächste Spiel war Oddville, das ich vor kurzem bereits angespielt hatte. Nun sollten gleich 2 Partien gespielt werden. Die sehr attraktiven Mechanismen können dabei wirklich überzeugen, die recht hübsche aber unübersichtliche Grafik mindert allerdings den Spielspaß. Kennt man die Regeln sind 45 unterhaltsame Minuten wie im Flug vergangen, allerdings sind die Sonderkarten und der häufige Wechsel von diesen etwas Spielflusshemmend.

Am gleichen Abend stand bereits der nächste Spieletreff auf dem Programm. Klaus, den ich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte, will für 2013 unbedingt sein Kartenspiel Ebbes selbst veröffentlichen. Im Vorfeld hatte ich ihm schon ein paar Tipps geben können und nun wollte ich das gute Stück natürlich auch kennenlernen. Die Punkteleiste zeigt eine Karte der Pfalz und auch die Motive zeigen Pfälzer Besonderheiten. Der Titel Ebbes kann mit "Etwas" übersetzt werden. Dadurch hat man bei den Pfälzern schon halb gewonnen.
Bei dem Spiel handelt es sich um ein Stichspiel, bei dem sich Trumpf und Punktekarten erst während des Spiels klären. Dadurch ist viel Chaos im Spiel. Wir spielten gleich mehrere Varianten mit Karten drücken usw. Das Chaos bleibt trotzdem jedes mal das gleiche. Grundsätzlich ist das Spiel OK und kann in der richtigen Runde viel Spaß bereiten, aber erfahrenen Spielefreaks wird der Einfluss zu gering sein. Unter normalen Umständen würde ich dem guten Klaus von dem Projekt abraten, aber mit dem Pfälzischen Background des Spiels könnte tatsächlich eine Chance bestehen, das ehrgeizige Projekt auf eine gute Bahn zu lenken. Es blieb danach nur wenig Zeit, mein Pandora Titania zu testen, aber 3 Runden reichten, um die Erkenntnisse des Nachmittags bestätigt zu bekommen. Ich weiß jetzt, was es noch zu tun gibt.
Schää wars...

Mittwoch, 21. November 2012

Gingko oder Ginkgo?

Nachdem Rolf kurzfristig abgesagt hatte, zeichnete es sich ab, dass ich der einzig Übriggebliebene der Autorenrunde sein sollte. Doch das ist mittlerweile auch kein Problem mehr, denn die ebenfalls immer Montags anwesenden 'Couchsurfer' sind mittlerweile keinen Unbekannten mehr und so könnte ich mich einer Runde Ginkgopolis anschließen.

In der Tischmitte gibt es eine Gebäudeauslage, an die kann man entweder anbauen, oder bestehende Gebäude überbauen. Dazu braucht es Karten, welche die Aktion erlauben, Plättchen, auf denen die Gebäude aufgedrückt sind und Markierungssteine, die man sich erst in seinen Vorrat holen muss. Je höher man baut, umso mehr Steine benötigt man. Die Aktionskarten werde in "7 Wonders"-Manier “weitergedraftet”.

Erfolgreiche Aktionen bringen einen Bonus für spätere Aktionen und so sieht man einen schönen Erfolgszuwachs, je länger das Spiel dauert. Manche Karten bringen am Ende noch ordentlich Punkte und auch wenn man viele eigene Steine in den entstandenen Gebieten besitzt, kann das gewaltig Punkten.

Tja - und wie gefällt es? Das Spiel selbst kann weitestgehend gefallen, hat man erst einmal das völlig hanebüchene Thema, das weder gut passt, noch nötig gewesen wäre ausgeblendet.

Leider sorgt die ständige Verwaltungsorgie nach jeder Runde für eine gefühlte Spieldauer jenseits von Gut und Böse, zudem nervt das gewaltig. Die Punkteflut am Ende ist ebenfalls wenig erbaulich. Von Spieleleganz kann bei Ginkgopolis keine Rede sein. So haben wir ein sehr mechanisches Konstrukt, das zwar hübsch anzusehen ist, aber dieser Spielegattung nichts Besonders tolles hinzuzufügen hat.

Danach war die Frage noch ein Spiel anzufangen, oder nicht - nach 2 arbeitsintensiven Spielestunden entschloss ich mich für die zweite Möglichkeit.