Mittwoch, 24. November 2010

Goblin Supremacy :-)

Jeff und ich, am großen reservierten Tisch? Das ist Platzverschwendung, also fragten wir Tobias am Nachbartisch, ob er joinen wollte. Da ihn sein Partner versetzt hatte, willigte er ein, allerdings wollte er unbedingt (auch) Gosu spielen... Kein Thema!

Den Anfang machte ein neues Familienspiel von Jeff: Die Spieler bewegen eine Lore in einem Stollen und schürfen Edelsteine, um sie dann zu einem möglichst guten Kurs zu verkaufen. Für ein Familienspiel ist es noch zu aufgeblasen und dauert zu lange. Hier muss Jeff noch deutliche Änderungen vornehmen, trotzdem: schöne Mechanismen und Würfel sind auch dabei.

Danach eines meiner beiden Kartenspiele, die für 2011 geplant sind. Das erste Mal hatte ich Erfolg durch bewusstes Spielen auf den Sieg Roms. Die beiden anderen ließen mich auch ziemlich unbehelligt agieren und die Vorzeichen waren ziemlich positive dafür. Tobias hat die Spieldauer etwas überschätzt und rechnete mit noch ein paar Spielrunden. Das Dreierspiel scheint also ausgelotet, jetzt geht's an die anderen Besetzungen.

Wie versprochen, versuchten wir uns jetzt an Gosu, welches in Essen sehr gut aufgenommen wurde. Die Illustrationen sind klasse und sympathisch, aber worum geht's?
Die Spieler legen Karten verschiedener Goblin - Klans aus, die ihnen positive Effekte, aber auch Stärke verleihen. Manche Karten müssen noch aktiviert werden, was in einer Runde 2 x möglich ist. Wenn alle Spieler passen, ist die Runde zuende und der stärkste Spieler erhält einen Siegchip. Wer zuerst 3 Siegchips hat, gewinnt. Ungewöhnlich scheint zunächst, dass man keinen automatischen Kartennachschub erhält. Man muss sehen, wie man Karten bekommt und hier liegt auch das Problem: man neigt dazu sich blank zu spielen und kann die Folgerunde fast nur zuschauen, oder muss warten, bis durch einen Effekt alle Spieler Karten erhalten.
Mir missfallen eigentlich Spiele, bei denen sich zig ausgelegte Karten gegenseitig beeinflussen und hier ganz besonders, denn wer kann schon die kleinen Kartentexte überblicken? Das strengt an und nervt. Taktik wird meines Erachtens nur vorgegaukelt. Man legt eben aus, was die Kartenhand hergibt und guckt, ob es reicht. Dazu kommt ein großes Maß an Willkür, da man völlig frei ist in seiner Entscheidung, wem man eine Karte vernichtet. Ich hätte es gerne gemocht, aber so konnte Gosu nicht meine Gunst gewinnen.

Neue Eindrücke zu den Minen von Zavandor gibt's hier

Mittwoch, 17. November 2010

Mit Spieleneulingen auf die Verbotene Insel

Da sich heute keine weiteren Autoren eingefunden hatten, dafür aber zwei interessierte Spielunerfahrene Damen, machten wir uns daran die Verbotene Insel zu testen. Die Englische Ausgabe ist ja schon eine Zeit alt und nun hat sich Schmidt Spiele der Deutschen Version angenommen mit richtig bemalten Figuren und herrlich stimmungsvollen Grafiken.

Das Spiel lehnt sich nicht von Ungefähr an Pandemie an, ist es doch vom gleichen Autor. Mithilfe von Plättchen wird die Verbotene Insel ausgelegt. Die Spieler starten von bestimmten Feldern. Nach und nach werden immer mehr Felder überflutet oder versinken komplett im Meer. Hier muss man aufpassen, dass man nicht komplett abgeschnitten wird, oder gar selbst rettungslos versinkt, oder der Hubschrauberlandeplatz versinkt, womit wir schon zwei Bedingungen haben, bei denen die Spieler verlieren. Die Spieler gewinnen, wenn sich in 4 verschiedenen Bereichen jeweils 4 Karten sammeln und auf bestimmten Inseln "einlösen" um eines von 4 Elementen zu bekommen. Danach gilt es gemeinsam auf dem Hubschrauberlandeplatz zu stehen und mit der Sonderkarte Hubschrauberflug davon zu fliegen.

Auch in der leichtesten Stufe ein schweres Unterfangen. Wir spielten gleich 2 Runden, da wir die erste recht unachtsam durch das Versinken des Landeplatzes verloren hatten. Das zweite Spiel sollten wir dann ganz knapp gewinnen.

Fazit: tolle Variante von Pandemie - quasi ein Pandemie "light", wenn es mal etwas schneller gehen darf und die Spieler nicht ganz so spielerfahren sind.

Montag, 15. November 2010

Die ersten echten Neuheiten

Als kleiner Aufwärmer starteten wir mit Sh't happens von Queen Games.
Die Spieler setzen ihre Würfel auf bestimmte Felder diverser Karten und erhalten dort entweder sofort einen Gegenstand, oder bei Rundenende Siegpunkte. Es gibt beim Einsetzen diverse Zwänge und so hält sich der Einfluss in Grenzen. Nach 4 Durchgängen in denen alle Kartendurchgespielt sind zählen wir unsere Punkte. Gegenstände punkten nur, wenn wir mehrere davon sammeln konnte. Ein schönes lockeres Familienspiel, allerdings in Summe nichts spektakulär aufregend Neues.

Da es inzwischen voll geworden war im Familienzentrum, mischten wir uns und die zu spielenden Spiele neu:

Was wurde nicht schon alles über dieses Spiel geschrieben? 7 Wonders, der ungekrönte König der Neuheiten 2010 und endlich sollte ich in den Genuss kommen, das Spiel kennen zulernen.

Die Erklärung der Regeln und die Vorbereitung dauert wirklich länger, als das eigentliche Spiel. Durch den „draft-Mechanismus“ der Karten und dem zugleich Auslegen der Karten ist man wirklich ständig an der Reihe. Man muss nur einerseits aufpassen, dass man noch in der richtigen Runde ist und andererseits hat man nicht wirklich die Kontrolle, ob jeder Spieler auch korrekt seine Rohstoffe abrechnet. Das gleiche „Problem“ gab's ja auch bei Peloponnes.

Der Druck nimmt gegen Ende einer Epoche merklich zu... was will ich noch alles machen, welche Karten bekomme ich noch? Und vor allem ist es ärgerlich, wenn man mehrere gute Karten weitergeben muss, weil man nur eine benutzen darf. Hier ist die Ähnlichkeit zu Fairytale gegeben, allerdings ist das 7 Wonders-setting weitaus attraktiver (für mich zumindest :-)).

Die Schlusswertung ist dann noch mal aufwändiger als das eigentliche Spiel, aber man fiebert mit, ob es reicht oder eben nicht.

Wie in anderen Spielegruppen, schoben auch wir eine weitere Runde hinterher, gerade auch weil jetzt die Bedeutung der Icons klarer war und es noch flotter von der Hand ging. Tolles Spiel!

Zweites Spiel des Abends war the Resistance. Der neue Verlag Indie Boards and Cards hat dieses Jahr gleich 3 Kartenspiele aufgeboten: The Resistance, Haggis und Triumvirate.

The Resistance liegt nun vor uns. Im Groben ist es ein kooperatives Deduktionsspiel. Anleihen zu den Werwölfen von Düsterwald sind zwar vorhanden, doch spielt sich the Resistance deutlich weniger rollenspiellastig.

Abhängig von der Spielerzahl gibt es eine bestimmte Anzahl an Verrätern und der Rest sind loyale Gefolgsleute. Jede Runde wird ein Team zusammengestellt, das eine Mission zu erfüllen hat. Erfüllen heißt dabei nichts anderes, als dass keine "scheitern"-Karte gelegt werden darf.
Sobald die dritte Mission gescheitert bzw. erfüllt wurde gewinnen entweder die Resistance- oder die Verräterspieler. Aktionskarten sorgen für zusätzliche Würze und so darf natürlich auch zwischen den Missionen ordentlich angeklagt und diskutiert werden.
Nach und nach kristallisiert sich heraus, wer ein Verräter sein könnte und wer nicht.
Wer sich auf die Diskussionen und das Setting einlässt, bekommt hier ein höchst originelles und gerade für die große Runde sehr schönes Spiel. Auch ruhigere Naturen können bei Kombinieren ordentlich mitwirken und Spaß haben. Für Leute, denen die Werwölfe zu Rollenspielartig sind, ist the Resistance als "Zwischending" absolut geeignet.

Donnerstag, 11. November 2010

Prototypen - keine Neuheiten

Heute waren wir wenigstens zu dritt und wenn nicht plötzlich so ein Ansturm eingesetzt hätte, dann hätte sogar Michael dem Vergnügen frönen können.

Jeff hatte sein neues Spiel Siege Dice dabei. Die Spielschachtel ist hier kunstvoll integriert... Und wie! Man schnippt Würfel von bestimmten Startfeldern, um wiederum bestimmte Felder zu erreichen, oder Ritter "umzuschnipsen". Soweit klingt das nicht viel anders als Tumblin Dice, allerdings kommt es hier weniger darauf an, was die Würfel zeigen, als vielmehr wo sie zu liegen kommen. Eine kleine taktische Komponente kommt hinzu, denn man würfelt zu Beginn seine ganzen Würfel und kann fast nur mit den Würfeln punkten, die man noch nicht zum Schnipsen eingesetzt hat. Von daher... Tolles Spiel und ich kann jedem Verlag, der einfache Spiele mit attraktiver Ausstattung produziert, hier mal anzuklopfen.

Als nächstes war mein neues "P"-Spiel noch einmal an der Reihe, oder besser gesagt gleich zweimal, denn eine kleine Änderung konnte so gleich umgesetzt werden. Die endgültigen Regeln scheinen sich langsam zu verfestigen. Die Hauptaufgabe besteht jetzt darin, das Spiel in jeder Besetzung spannend zu machen. Hier kann ich sehr gut mit mir alleine Testen.
Kurz war's, aber trotzdem hilfreich. Ich freue mich auf erste richtige Neuheiten am Freitag.

Neue Eindrücke zu Derringer

Dienstag, 2. November 2010

(noch) wenig Neues

Nachdem ich leider nur kurz in die "After Essen Party" in der Spielwiese schnuppern konnte (die vergangene Woche hat ihren Tribut eingefordert), war es heute ein sehr ruhiger Montag. Ich konnte mich mit Michael ausgiebig austauschen und sogar mein neues Spiel mit "P" testen. Die Vereinfachungen greifen gut, nur die Spielbalance muss noch optimiert werden.

Tja, die Messe ist nun schon eine Weile vorbei und all die schönen Neuheiten müssen halten, was sie optisch versprechen. Das wird sich in nächster Zeit zeigen. Die Verkäufe von Porto Carthago liegen auf ähnlichem Niveau, wie letztes Jahr Peloponnes und dieses Jahr konnte man noch stärker beobachten, dass die Messe Samstags und Sonntags für den Aussteller kaum noch Laune macht, wenn man nicht ein Familienspiel in Petto hat. Die Freaks sind oftmals gar nicht mehr auf der Messe und Vorbestellungen werden überwiegend gleich am Donnerstag eingefordert.

Da nach der Messe bekanntlich vor der Messe ist, laufen die Planungen bereits jetzt für 2011.
Allerdings erscheint vorher zu Nürnberg das neue Spiel von Jeff und mir, allerdings ist es noch zu früh, um da nähere Details preiszugeben - nur soviel, dass die Grafik schon mal klasse aussieht und das Thema sich nicht im klassischen Mainstream-Mittelalter-Aufbau bewegt.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Zielgerade...

... Zur Spiel 2010 und was tun wir? Prototypen testen natürlich. Heute war es megamäßig voll in der Spielwiese, sodass uns ein halber Tisch genügen musste zu viert.

Die ganze Woche über hatte ich weiter an meiner neuen Spielidee getüftelt und befand das Spiel nun für soweit, dass man es mit Menschen spielen konnte :-). Nachdem ich mich bei Monumento etwas verrannt habe und zuletzt nicht mehr so glücklich damit war (zumindest nicht so, dass es für eine Irongames Veröffentlichung 2011 in Frage kommt), soll es jetzt womöglich das neue Spiel richten. Zum Namen sage ich noch nicht so viel, nur er fängt mit "P" an und das Spiel passt thematisch wieder in die Antike. Die Spieler sind als Sklaven der Römischen Obrigkeit entflohen und scharen für sich nun weitere Unfreie um sich, der Römischen Unterdrückung zu trotzen. Das geht mit eigenen Truppen, Land, Schiffen, einem gewissen Maß an Wohlstand und für den Fall der Fälle kann man sich immer noch als Verräter heimlich wieder Rom zuwenden. Der Sieg hängt dann entscheidend davon ab, wie stark Rom bei Spielende wird. Das Spiel dauert gerade mal 30 Minuten. Es war noch zuwenig Einfluss auf die Macht von Rom vorhanden und die Spielrundenzahl war etwas sehr wenig, also packten wir die Karten für den fünften Spieler ins Deck und testeten noch einmal. Ich war doch überrascht, wie viel Spaß diese frühe Version schon machte. Ein paar Ideen sind noch zu investieren, dann könnte es was werden.

Zweites Spiel des Abends war Jeff's Modelleisenbahn. Ich kann kaum noch aufzählen, die wievielte Version wir heute vor uns haben, aber ich kann schon mal sagen, das ist jetzt das beste Modelleisenbahn ever. Sicher gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten (ich weiß nicht, ob man die Passagiere wirklich braucht...), aber ansonsten läuft die Sache jetzt schon zügiger auf den Punkt.

Danach musste ich mich verabschieden, während die bleibenden sich noch einem Absacker (ein Geschicklichkeitsspiel von Jeff) widmeten.

Für meinen Teil ziehe ich mich jetzt bis nach der Messe zurück und lasse mich auf der "After Essen Party" am 26.10. Wieder sehen.

Neue Eindrücke zu Langfinger

Übrigens (die Erste): Das Vorbestellfenster für Porto Carthago (mit kostenloser Beigabe der Hellas-Erweiterung und der (noch) geheimen Mini-Erweiterung für Peloponnes) ist nur noch bis zum 16.10. geöffnet, also ranhalten!

Übrigens (die Zweite): Seit heute ist der Status für Peloponnes auf "Ausverkauft"!

Dienstag, 5. Oktober 2010

Autorenfreie Zone

Irgendwie scheint es sich einzupendeln: wenn Jeff montags nicht da ist, dann sind auch sonst keine anderen Spieleautoren vor Ort.

Nun ja, dafür sind drei meiner Essen-Erklärer da gewesen und das einzig vorhandene Porto Carthago Muster hat für eine Woche den Besitzer gewechselt.

Ich war zwar die Woche über kreativ und fleißig gewesen, aber meine neueste Kreation ist doch nicht ganz fertig geworden, als dass man sie aufs spielende Volk hätte loslassen können. Zu viele Details waren noch nicht konkret regelrelevant erfasst. Ich hoffe mal, dass es bis nächste Woche klappt.

Was macht man so kurz vor der Messe, wenn noch keine Neuheiten verfügbar sind? Genau - man spielt etwas "Älteres". So geschehen mit Le Havre, das seinerzeit an mir vorbei gegangen ist ob der horrenden Spieldauer (gerade in größerer Besetzung). Heute ergab sich die Chance einer Zweierrunde. Mein Gegenüber besaß bereits viel Le Havre Erfahrung und so war klar, dass ich kein echter Gegner sein kann.

Die Aktionsauswahl scheint ziemlich simpel: von einem Feld alle Ressourcen nehmen, oder ein Gebäude nutzen (das kann auch der Kauf eines neuen Gebäudes sein). Für all das braucht man die wertvollen Güter und später auch die veredelten Güter dazu (aus Eisen wird z. B. Stahl). So werden die verfügbaren Gebäude stärker und man entwickelt sich weiter, hat dadurch auch viel mehr Möglichkeiten. Den Überblick zu behalten, was wann am meisten Sinn macht, das ist die große Problematik. Die erste Spielhälfte ist man vor allem damit beschäftigt, die Nahrungsversorgung sicherzustellen, während man später vor allem wertvolle Gebäude baut und seine Waren veredelt. Nach genau 150 Minuten waren die 14 Runden für uns vorbei und mir schwante Böses, als ich die mindestens 20 Gebäude meines Gegners sah. Trotzdem war das Ergebnis mit 211 zu 238 knapper, als erwartet.

Verdammt viel Spaß hat's gemacht, wenn man sich darauf einlässt und den Alltag völlig ruhen lassen kann. Leider wird sich nicht oft die Chance bieten auf eine solche Runde.

Am Nebentisch ging dann auch die Porto Carthago - Runde zu Ende... klasse zu sehen, dass andere Leute mein Spiel spielen :-)

Samstag, 2. Oktober 2010

Weltpremiere die Zweite

Nach Freeze letzten Freitag folgte nun die erste Partie mit meinem einzigen Vorabhandmuster Porto Carthago.

Hintergrund, warum ich mich an dem Tag vom Autorentisch mit Jeff, Peer, Rolf und Günter abnabeln musste war der, dass vier meiner Essen-Erklärer vor Ort waren, um sich regelfest zu machen. Natürlich lief die Partie schleppend an, bis die Zusammenhänge durchblickt und Entscheidungen zügiger getroffen werden konnten. Einstimmiger Tenor: Porto Carthago ist besser als Peloponnes. Das vermag ich nicht voll zu beurteilen, aber auf jeden Fall besitzt es viel mehr komplexe Spieltiefe. Nach gut 2 Stunden wurde in einem spannenden Finish der Sieger gekürt.

Günter hatte die beiden Spiele dabei, für die er den Vertrieb von Indie Boards and Cards übernommen hat: Triumvirate und Haggis. Auf den ersten Blick sehr hübsch, aber von der Schachtelgröße kleiner als erwartet. Aber es kommt sowieso eher auf die innere Größe an und dazu kann ich noch nichts sagen.

Sonntag, 26. September 2010

"Welt"-Premiere...

Freeze von Andrea Meyer und natürlich Hans Peter Stoll (den ich noch aus meiner Spielrunde beim Hall9000 Treff kenne).

Aber zunächst, als wir noch zu dritt waren, wurde Fresko mit allen Erweiterungen (natürlich) zum Besten gegeben. Die beiden anderen kannten das Spiel noch nicht und diesen Mangel galt es zu beseitigen. Ganz knapp sollte ich die Oberhand behalten aufgrund meiner größeren Barreserve. Jeff und Alfred waren sehr angetan und ich finde das Spiel immer noch richtig gut, sofern man es nicht allzuoft spielt.


Dann war es soweit: 4 Mädels aus Jeff's Jugendgruppe tauchten im Familienzentrum auf und da das brandneue BeWitched-Spiel gerade frisch konfektioniert wurde, schien es perfekt für die Runde zu siebt.

Worum geht's? Vier der Spieler führen ein kleines improvisiertes Stück auf, wessen Thema zufällig durch eine Karte bestimmt wurde. Zuvor bekommt jeder Mime eine Karte (1-4), welche die Wichtigkeit seiner Rolle ausdrückt und nach dieser Wichtigkeit gilt es möglichst zu agieren. Die anderen Spieler (in unserm Fall 3) schauen sich das ganze an. Nach einer Sanduhrlänge (60 Sekunden) ist Schluss und einer der Zuschauer ruft: “Freeze”. Jetzt müssen alle Mimen in der letzten Stellung innehalten.

Der Punktschlechteste hat zuerst die Chance, das Thema der Szene zu erraten. Dann wird eine bestimmte Wichtigkeitsrolle erwürfelt und jetzt müssen alle Spieler gleichzeitig versuchen den Mimen zu erraten, der diese Rolle ausgefüllt hat. Dafür gibt's Punkte oder eben auch nicht.

Nachdem mindestens ein Spieler 16 Punkte erreicht hat, ist Schluss.

Was soll ich sagen? Im Vorfeld wusste ich: das Spiel stresst mich mehr, als ein komplexer Strategiekracher. Wenn unter den Mimen das Eis erstmal gebrochen ist, schafft es eigentlich jeder, etwas darzustellen. Die Zeit ist so kurz, dass man nicht großartige Dialoge zum Besten geben muss.

Für Hans Peter Stoll, der in seiner Freizeit Improvilationstheater spielt ist diese Idee ein naheliegender Segen. Für Andrea Meyer, die vor allem ungewöhnliche, originelle und vor allem kommunikative Spiele liebt ist Freeze ebenfalls perfekt geglückt. Freeze ist ganz viel Spiel und ganz wenig Mechanik. Bei der Gruppe der 12 – 16 jährigen Mädchen hat Freeze voll gezündet und wollte eigentlich sofort gekauft werden. Bis zu 10 Spieler können am “bewitchten” Improvisationstheater teilnehmen und sorgt in der richtigen Runde für mordsmäßig Gaudi und Spaß.

Klar, dass grübelnde Strategiespieler nicht die richtige Zielgruppe sind, höchstens sie öffnen sich für ein sehr originelles Spielerlebnis.


Nach einer Absackerrunde Reibach & Co traten wir den Nachhauseweg an.

Dienstag, 21. September 2010

Essen wirft seine Schatten

Zunächst waren wir nur zu zweit und so kam nur mein Monumento in Frage. Nach etlichen Änderungen war ich gespannt auf das Ergebnis. Tatsächlich, bis auf den Überfluss zu Spielende wirkt Monumento nun wesentlich organischer, flüssiger und stimmiger. Ein letzter Kick (gerade zu zweit) fehlt noch.

Danach akquirierten wir noch ein Pärchen vom Nachbartisch um Rolfs Hans im Glück zu testen. Er hat nun die Glückssymbole um eines reduziert und den Schluss reformiert. Außer Mängeln in der Übersicht, die allerdings schwerlich zu beseitigen sind hakt nun nichts mehr - eine runde Angelegenheit.

Zum Schluss noch mit den Minen von Zavandor eine Neuheit von Lookout Games. Die Spieler schürfen nach Edelsteinen (Einkommen), um durch verdecktes Bieten Ansprüche auf die ausliegenden Karten zu erheben. Daneben gibt es noch Punkte zu ergattern und seine Errungenschaften aufzuwerten. Man muss schon genau aufpassen, wo sich ein Gebot noch lohnt und wo man eine Karte nicht mehr zu Ende entwickeln kann (= keine Punkte). Ganz Zepter-like kann man mithilfe bestimmter Karten bestimmte Bereiche punkteträchtig aufwerten. In Summe ein wenig kompliziertes Spiel mit schönem Geflecht und Tiefgang. Die Zavandor-Welt ist um einen würdigen Vertreter erweitert. Einzig die Handelsphase untereinander wurde bei uns eigentlich nie genutzt, was aber an unserer "Kommunikationslosigkeit" liegen konnte.

Donnerstag, 16. September 2010

Neues zum Neuen

Nach unserm wohlverdienten Erholungsurlaub geht's jetzt mit Volldampf auf die Zielgerade für die Messe in Essen.

Erste Nachricht: Die Peloponnes Hellas-Erweiterung ist endlich (mit Zweiwöchiger Verspätung) eingetroffen. Vorbesteller der "Expansion only" haben diese bereits, oder bekommen sie in den nächsten Tagen, so die Post will.

Zweite Nachricht: Porto Carthago wird definitiv erst direkt zur Messe präsentiert und den Vorbestellern direkt danach verschickt.

Neue Eindrücke zu Opera gibt's auch
Viele Grüße
Bernd

Mittwoch, 1. September 2010

Jeff ruft... und seine Jünger hören :-)

Total volle Hütte in der Spielwiese. Ob es daran lag, dass Jeff frisch aus dem Urlaub gekommen ist und einen Tag zuvor eine Rundmail geschrieben hat?

Nachdem wir ausgiebig Neuigkeiten ausgetauscht hatten, ging's auch gleich ans erste Spiel: Monumento.
Da wir zu sechst waren, beschränkte ich mich aufs Verwalten und Beobachten.
Eigentlich dachte ich, das Spiel sei fertig, aber wie so oft, wenn man diesen Gedanken hegt, tauchen doch einige Unzulänglichkeiten auf, vor allem die komplizierte Wertung kann so nicht bestehen bleiben.
Es gab allerdings so viele Verbesserungsvorschläge, dass ich den Stift zücken musste und auch gleich an die Arbeit mache.

Da wír inzwischen sogar zu siebt waren, und auch die Spielwiese bis zum letzten Platz gefüllt war (das schlechte Wetter zieht die Leute nach drinnen), schauten wir nun zu zweit zu (Jeff und ich), wie sich sein Modelleisenbahnspiel entwickelt. Ich hatte das Spiel ja bereits in jeder Entwicklungsstufe getestet und deshalb wollte ich den Neulingen den Vortritt lassen.
Irgendwie machten die letzten Änderungen das Spiel weder einfacher, noch schneller. Umso mehr störte in voller Besetzung die nicht vorhandene Interaktion und den geringen Einfluss.
Mir fällt aber momentan auch keine Verbesserung ein, bin aber sicher, dass Jeff da noch was im Hinterkopf hat.
Schwupps, war es auch wieder Zeit den Nachhauseweg anzutreten.

Außerdem mit kleiner Verspätung das Ende der Porto Carthago Entstehungsgeschichte.

Neue Eindrücke zu Freya's Folly

Montag, 23. August 2010

Porto Carthago Cover und Vorbestellungen

Endlich kann ich das Cover von Porto Carthago präsentieren.
Außerdem ist der Onlineshop für Vorbestellungen geöfnet.
... und weitere Eindrücke zu Hansa Teutonica gibt's auch noch.

Mittwoch, 18. August 2010

Tag der "kleinen" Spiele

Zum Glück hat Peer Jörn erreicht, der spontan vorbeikommen konnte, denn Günter war geschäftlich ziemlich eingespannt.

Wir starteten mit Peers Kolibri. Man nimmt von einer Auslage immer zwei Plättchen. Maximal eines davon darf man hinter seinem Sichtschirm sammeln. Mit dem anderen Plättchen versucht man seine "Kolibriart" zu pushen. Das Spiel greift das gerne genommene Dilemma auf: ich will eigentlich etwas sammeln, was ich gleichzeitig pushen möchte. Das Spiel dauert nur 20 - 30 Minuten, weckt allerdings nur wenig Emotionen.

Ganz anders das nächste Spiel, von dem ich den Namen schon wieder vergessen habe (aber das Spiel wird sowieso anders heißen, sollte es noch veröffentlicht werden).
Ich möchte nicht zuviel verraten, aber was Peer hier gezaubert hat, ist wirklich klasse: vom Regelaufwand im Verhältnis zum Spielspaß/Spieltiefe vergleichbar mit dem ebenfalls tollen Big Points. Hier sind nur noch Nuoncen zu glätten... Sehr schön!

Nach gefühlten tausend Testrunden war es einmal mehr Zeit für Pergamemnon. Das Schwierigste, jetzt wo die Regeln nahezu stehen ist das Austarieren der Völker. Zum ersten Mal hatten wir eine Spannung, die offen ließ, wer das Spiel für sich entscheiden sollte. Bei diesen drei Völkern (Hellenes, Egyptians und Carthagians) stimmt die Balance wirklich.

Montag, 16. August 2010

Porto Carthago - Die Geschichte geht weiter...

Die Geschichte geht weiter...

und nächsten Montag wird dann endlich das Cover von Porto Carthago enthüllt :-)

Neue Eindrücke zu Seeland

Mittwoch, 11. August 2010

Französisches TV-Team

Wieder einmal waren wir „nur“ zu dritt. Da Günter für Michael am Tresen Vertretung machte, spielte er zumindest die erste Runde noch mit.

Jeffs Modelleisenbahnspiel sollte es sein. Er hatte bereits im Vorfeld des Autorentreffs in Göttingen einiges modifiziert und danach weitere Änderungen vorgenommen. Trotz aller Versuche das Spiel zu vereinfachen, besitzt es noch etliche Regeldetails – eigentlich zu viele für das was es bietet. Aber ich verstehe sehr gut, dass man als echter Spieler an einem gewissen Maß an Komplexität festhalten will. Ich tue mich selbst schwer, einzusehen, wenn etwas überflüssig ist. Aktuell gab es in der Form vor allem zu wenig Bewegung auf dem „Waggonmarkt“. Mal sehen, was uns da weiterhin erwartet.

Als nächstes waren die beiden (Rolf und Jeff) immer noch nicht müde mein Pergamemnon ein weiters Mal zu testen. Die Spieldauer passte jetzt, allerdings gibt es immer noch zu viele Gefechte ohne Sieger, die das Spiel nicht voranbringen, abgesehen vom Austarieren der einzelnen Völker und Kreaturen... das scheint der größte Brocken zu werden. Ideen sind natürlich im Hinterkopf.

Während wir spielten, hatte sich eine Gruppe von Franzosen breitgemacht und wollte mit ihrer fetten Kamera einen Filmdreh starten. Zum Glück blieben wir drei davon verschont und Günter musste „herhalten“, was er glaube ich gerne gemacht hat. Er erzählte denen was übers Spieleverlegen, über das Autorentum, über mehrere seiner Spiele (vor allem Kahuna und Packeis am Pol) und schließlich über die traditionelle Deutsche Spielelandschaft. Die Franzosen machten einen interessierten Eindruck, allerdings auch einen ziemlich unwissenden – genauso unwissend, wie meinereiner zu den Hintergründen der Aufnahmen. Vielleicht klärt sich das ja noch auf.

In der Zwischenzeit kam noch einmal Jeffs Netherland Kartenspiel auf den Tisch. Nach ein paar Änderungen zu letzter Woche, wollte dieses Mal die eigene Auslage nicht kleiner werden, was zur Folge hatte, dass die Karten fast ausgingen und das Spiel zu 50 % seiner Möglichkeiten beraubt wurde. Ich denke, hier lässt sich leicht Abhilfe schaffen.

Dienstag, 3. August 2010

Testen für den Verlag

Da wir heute wenigstens zu dritt waren, konnte die Runde entspannt steigen.
Wir (Jeff und ich) bekamen den „Auftrag“ noch einmal Artifact zu testen, bevor es irgendwann (?) veröffentlicht wird. Vom Verlag kamen Änderungsvorschläge, die es galt auszuprobieren. Das Spiel gewinnt dadurch an Tiefe, allerdings nimmt auch die Spieldauer zu. Uns fiel dabei noch eine bedenklich starke Kombination auf und eine zu schwache Aktion, ansonsten gibt es nichts groß zu bemängeln.
Bin gespannt, was der Verlag für ein Feedback gibt und wann es dann soweit sein soll mit der Veröffentlichung.

Als nächstes testeten wir noch einmal mein Pergamemnon. Die Änderungen seit letzter Woche wirkten sich positiv aufs Spiel aus, allerdings gibt es noch ein paar Dinge, die es zu entschlacken gilt, dass man sich wirklich aufs Spielvergnügen konzentrieren kann und nicht ständig Verwaltungs- und Regelfragen stellen muss.

Da Rolf los musste, testeten wir noch Jeff's ganz neues Netherland – The Cardgame zu zweit. Leider war es vom Ablauf her wenig aufregend. Ganz OK, aber nichts Besonderes. Des weiteren ist es regeltechnisch so zwischen gut und böse... will sagen für ein einfaches Spiel zu kompliziert und für ein strategischeres Spiel zu Fleischlos. Mal sehen, in welche Richtung es jetzt geht.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Einsam zweisam

Obwohl sich Peer und Jeff angekündigt hatten, war doch nur Peer gekommen. Letzte Woche war wohl Rolf alleine dagesessen.

Nun gut. Wir wollten die Zeit trotzdem nutzen und starteten mit einem sehr einfachen Deduktionsspiel von Peer, bei dem es gilt zwei von drei verdeckten Karten des Gegners rauszubekommen. Mithilfe der Handkarten grenzt man die Werte ein, bis man glaubt es zu wissen. Wirklich toll, wie man mit solch einfachen Mitteln ein schönes Spiel kreieren kann, das selbst mir, als "Deduktionsspielgegner" gefallen hat. Nur leider taugt die Idee wohl nur als "print'n play" Spiel. Welcher Verlag würde schon ein Spiel mit 20 Karten auf den Markt werfen?

Zum Glück war Michael ein wenig von seinen Ladengeschäften abkömmlich, sodass wir zu dritt mein Pergamemnon testen konnten.
Ich hatte das Spiel wesentlich interaktiver gemacht und dafür gesorgt, dass es nun richtige Duelle gibt. Leider war noch zu wenig Gold im Umlauf, dass man sich nicht die mächtigen Kreaturen leisten kann. Hier gilt es noch zu feilen.

Peer hatte noch ein größeres Spiel dabei, welches in Irland angesiedelt ist. Die Idee für ein solches Spiel hatte er schon lange, aber erst jetzt fanden sich interessante und funktionierende Mechanismen. Der Grundmechanismus ist ein typischer Peer: wir steigern mit Karten um einen lukrativen Platz auf dem Feld, aber auch die unterlegenen Spieler bekommen etwas. So ist kaum ein Bereich gänzlich zu vernachlässigen. Die Ansätze sind durchaus vielversprechend, wenngleich etwas das "Besondere" fehlt und die Wertungen das Spiel jedes Mal in die Pause schicken.
Mal sehen, ob nächste Woche wieder volleres Haus in der Spielwiese herrscht.

Hier gibts noch neue Eindrücke zu Ra - Das Würfelspiel.