Mittwoch, 12. Mai 2010

Unterirdisches im Familienzentrum 07.05.10

Da wir Anfangs noch zu viert waren, starteten wir mit Hansa Teutonica. Dieses vorzügliche Spiel hatte es mir in Oberhof angetan.
Die Partie heute deckte aber die einzige wirkliche Schwäche des Spiels auf: Man hat keine Chance, wenn man seine Aktionszahl nicht erhöht. So balgten wir uns im ersten Spieldrittel sehr um die begehrte Straße, die Aktionsentwicklung erlaubt. Vielleicht kommt man zu schnell auf die "3 - Aktionenstufe". Vielleicht hätte es dem Spiel besser getan, wenn man hier ebenfalls einen "Zwischenschritt" einlegen müsste, denn dann wäre das Spiel möglicherweise so weit fortgeschritten, dass auch andere Entwicklungen eine Chance hätten.

Übrigens hatte es das Spiel beim Pfefferkuchel sogar auf den dritten Platz geschafft. Ein Fehler bei der Stimmenauszählung hatte zuerst "nur" den vierten Platz ausgespuckt.

Zweites Spiel für die auf "6" angewachsene Spielerzahl war Cheeky Monkey. Ein Spiel, das man in dieser Runde zur guten Unterhaltung immer bringen kann, allerdings darf man vom seichten "Can't Stop" und "Heckmeck" Gefühl keine tiefergründigen Überlegungen erwarten.

Zum Abschluss hatten wir "Dig Dug am Spielbrett" auf dem Tisch: Freya's Folly von einem Australischen Kleinverlag. Wir schicken unsere 4 Zwerge mit Schubkarren in den Stollen. Dort gibt es Schätze zu heben. Die Schätze, so sie dann erst einmal das Tageslicht erreichen, werden in Schmuckstücke umgewandelt. Am Zug hat man stets nur 2 Aktionen und jeder Seufzer kostet bereits eine Aktion, sodass es dementsprechend schleppend vorwärts geht. Hilfreich sind dabei andere Zwerge im Stollen, denn die können übersprungen werden, was ein schnelleres Vorankommen ermöglicht.
Ein gewisser Druck ist zwar schon vorhanden, wer wohl welches Schmuckstück, welche ausliegende Karte wählt, aber wer dann einmal in den Tiefen des Stollens zurückbleibt, in dem gedeien Frust, Ärger und Langeweile prächtig... wahrhaft unterirdisch!

Montag, 10. Mai 2010

Beinahe in Frankreich

Der Samstagsfeiertag machte einen Besuch in meiner Heimat möglich. Nur 2 Km von der Französischen Grenze sollte der Spieleabend bei Hubert stattfinden.

Erstes Spiel war Langfinger aus dem reichen Fundus von Pegasus Spiele wurde von Knut Happel und Christian Fiore erdacht, die eigentlich als Haus und Hofautoren von Goldsieber Spiele gelten.
Wir haben einen Spielplan, der von der Größe her zwar ausreichend, aber optisch ziemlich mickrig auf dem Tisch wirkt... zudem ist er wirklich abscheulich hässlich. Dort befindet sich in der Mitte eine Zählleiste von 0 - 20 Punkten, sowie verschiedene Orte (Museum, Ruine, Hafen...). An den Orten setze ich von meinen 3 Steinen ein, um dort etwas zu erreichen. An einem Ort gibt es aus einer Auslage 2 Einbruchswerkzeuge, woanders liegen Tresore, Kisten, Vitrinen etc. aus, die jeweils andere Werkzeuge benötigen. Am dritten Ort kann ich meine Werkzeuge gegen andere (vorzugsweise zu einem günstigen Kurs) tauschen und am letzten Ort mache ich meine Beute schließlich zu Punkten.
Es gilt: wer früher einsetzt, greift früher zu. Ganz wie im wahren Leben. Erreicht ein Spieler 20 Punkte, endet das Spiel.
Langfinger ist ein sehr einfaches und reduziertes Worker placement Spiel, bei dem vor allem die Limitierung auf nur 3 Steine sehr zu schaffen macht. Der Rest spielt sich flott und unangestrengt runter und macht viel Spaß, wenn es mal nicht so sehr denkintensiv sein soll. Vor allem der Druck gegen Spielende gefällt: kann ein Spieler schon Schluss machen, oder haben wir noch eine Runde?

Morgenland - das Kartenspiel zeigt fast ein 1:1 Abbild zu dem Brettspielklassiker. Wir haben die gleichen Orte (Drachenhöhle, Karawanserei, Zauberkarten und den Palast, wo es die Spielentscheidenden Artefakte gibt), aber nur 5 Bietkarten (1-5). Das beschleunigt den Ablauf. Wurden die letzten Artefakte vergeben, endet das Spiel und das gilt es genau zu beobachten. Zu gerne sammelt man weiter Drachenschätze und vergisst die Artefakte. Obwohl das Kartenspiel die Nähe zum Brettspiel vorweisen kann, fehlt dem Kartenspiel gänzlich die Atmosphäre und somit eine richtige Seele. Das bremst die Spannung und leider auch den Spielspaß. Das Kartenspiel stellt keinen wirklichen Ersatz zur Mutter der "blind-bidding games" dar.

Danach bekamen wir noch Spielerzuwachs und mein Ikarus wollte getestet werden. Ich hatte den Upgrademotor weiter abgeschwächt und tatsächlich: dieses mal schien alles zu passen. Ein paar grafische Verbesserungen noch, dann kann es schon fast einem Verlag angeboten werden.

Den Abschluss bildete eine Runde Magister Navis. Trotz meines durchwachsenen Abschneidens jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis.

Schon einen Abend danach fand der nächste Spieleabend statt. Dieses mal mit einem weiteren Test von Porto Carthago. Die beiden anderen kannten das Spiel noch nicht, also hieß es zuerst einmal erklären. Schon nach wenigen Aktionen waren aber die Abläufe klar. Kurioserweise wurden fast nur Waren verladen, nicht selbst ein Schiff ausgeschickt. OK, die Kapitänsaktion war anfangs sehr teuer. Gegenüber der letzten Tests ging es hier auch wieder mal über die vollen 5 Runden. In der letzten Runde konnte ich noch 4 Pöppel auf dem Intrigepfad platzieren und mir so knapp den Sieg sichern. In ca. 80 Minuten war bis zuletzt unklar, wer das Spiel wohl gewinnen würde. Diese Spannung faszinierte die beiden. Da sich kaum noch Änderungen ergeben werden, konnte ich das Spielgeschehen auch genießen - sonst gibt es immer viel mehr Drumherum zu beachten.

Das zweite Spiel des Abends kannte ich noch nicht: Tobago.
Zoch stehen auch hier wieder für tolles, hochwertiges Material. Auf einer Karte mit verschiedenen Landschaften werden Hütten, Palmen und Steinfiguren platziert. Die 4 Handkarten zeigen jeweils Plätze auf der Karte mit einer bestimmten Eigenschaft (z.B. am Strand, im Gebirge, neben einer Palme...). Diese Karten ordnet man einer Schatzart zu. Je mehr Karten bei einer Schatzkarte liegen, desto genauer lässt sich ein fixes Feld bestimmen, auf dem dann der Schatz zu heben ist. Die Spieler fahren dann mit ihrem LKW zu diesem Feld, denn es lockt ein Vorteil. Wird ein Schatz gehoben, bekommen alle beteiligten Spieler Karten mit Goldstücken, aber nicht einfach so, sondern nach einem pfiffigen Mechanismus: Jeder schaut sich soviele Goldkarten an, wie er Einfluss an der Schatzentdeckung hatte, dann wird eine Goldkarte vom Stapel zugefügt, diese gemischt und nacheinander aufgedeckt. Jedes mal werden die beteiligten Spieler gefragt, ob sie das aufgedeckte Gold nehmen, oder noch warten wollen... ich liebe diesen Mechanismus! Schluss ist, wenn die letzte Goldkarte vergeben wurde.
Im Vorfeld wurde Tobago bereits als Klassefamilienspiel gelobt. Das kann ich weitestgehend bestätigen. Die moderate Spieldauer, der etwas moderatere Glücksfaktor und das immer mehr machen wollen, sorgen für großen Spielspaß. Einzig bei der Bestimmung der genauen Schatzlage ist Übersicht erforderlich und zudem etwas Verwaltungsaufwand, der möglicherweise nicht jeder Spielgruppe zuzumuten ist, gerade im Hinblick auf die Spiel des Jahres Kandidaten 2010. Man wird sehen, ob's zumindest für eine Nominierung reicht.

Dienstag, 4. Mai 2010

Oberhof Spielewoche 2010 Teil 3

So, nun kommen wir zum letzten Teil meiner in Oberhof gespielten Spielen mitsamt Eindrücken:

Magister Navis

Die Spieler entdecken und besiedeln neue Kontinente und auch die alte Welt. Zu Beginn jeder Runde wählen die Spieler ein neues Gebäude. Manche Gebäude haben einen einmaligen Effekt, andere wiederum erlauben später Aktionen durchzuführen. Danach gibt es neue Steine aus einem allgemeinen Vorrat und zugleich eine bestimmte Menge benutzte Steine aus der Vorrunde zurück. Zuletzt werden die Aktionen ausgeführt und zwar immer nur eine, wenn man an der Reihe ist. Entweder besiedelt man eine unbesetzte Stadt, segelt auf Entdeckungsreise, erwirbt eine Karte (die relativ mächtig ist, aber nur begrenzt gehalten werden darf) oder schafft sich Platz mithilfe eines Gefechts. Je mehr Steine man zu Verfügung hat, umso mehr kann man machen.

Eigentlich geht es vor allem darum, sich in dem 4 Bereichen weiterzuentwickeln: entweder bessere Gebäude erwerben, mehr Steine in den Vorrat bekommen, mehr Steine von den Gebäuden zurückbekommen oder mehr Karten behalten. Neben den Effekten im Spiel bringen diese Verbesserungen auch Punkte bei Spielende. Ebenfalls Punkte erhält man für errichtete Siedlungen auf dem Spielplan und nicht zu knapp.

Magister Navis war bereits in der "Pre-Essen 09 - Phase" in aller Munde. In einer überschaubaren Spielzeit (wie, es sind nur noch 2 Runden??) bieten sich zig Möglichkeiten und Räume Neues zu entdecken und auszuprobieren. Dabei war zu beobachten, dass verschiedene Strategien den Sieg bringen können: starke Gebäude, sowie starke Besiedelungen oder auch starke Karten. Magister Navis erfordert gute Beobachtungsgabe und Gespür für die richtige Aktion zur rechten Zeit. Es wurde bereits reichlich diskutiert, ob das Gefecht den unterlegenen Spieler nicht zu hart bestraft, aber man kann sich einerseits für die Gegner unlukrative Plätze für seine Siedlungen aussuchen und andererseits hat jeder die Möglichkeit sich selbst mit Kanonen einzudecken. Klar, ein wenig Willkür ist letztlich schon dabei, aber nicht so dramatisch, wie es anderenorts gesehen wird. Kleine Nachteile sind der große Aufbauaufwand und die nervige Punktezählerei am Ende. Trotzdem ein absolutes Topspiel.


Säulen der Erde - Duell der Baumeister

Thematisch und optisch sehr nah am großen Brettspielbruder soll das Duell der Baumeister der legendären Zweipersonenreihe von Kosmos wieder zu neuen Weihen verhelfen. In jeder Runde liegen 9 Karten in einem 3x3 Felderraster aus. Davon beanspruchen die beiden Spieler jeweils 3 Karten, die alle waagrecht, senkrecht oder diagonal liegen müssen. Bedingung ist zudem, dass der nachziehende Spieler eine Karte des Startspielers ebenfalls beansprucht. Um diese eine Karte wird ein Machtkampf ausgetragen: abwechselnd wird ein Siegel hochgeschnippt und je nachdem, wie es auf dem Tisch landet zeigt es einen bestimmten Wert (1 oder 5, 2 oder 4, 2 oder 3). Man kann noch weitere Siegel schnippen, aber meist lohnt das nicht wirklich - der Verlust der Siegel wirkt recht stark. Mit den Karten kann man zumeist Rohstoffe veredeln, Geld anhäufen, neue Siegel gewinnen, oder seine Position sonst irgendwie stärken. Spielziel ist es sein großes Gebäude als erstes fertiggestellt zu haben. Die Gebäude bestehen aus drei Teilen und jedes Teil benötigt bestimmte verarbeitete Baustoffe.

Das spielt sich zwar recht gefällig, wirkt aber thematisch absolut aufgesetzt und kann nicht nachhaltig überzeugen, schon gar nicht an die Toptitel aus der Reihe anknüpfen.


Ra - das Würfelspiel

Der Trend zu bekannteren Brettspielen eine Würfeladaption zu veröffentlichen ist nach wie vor ungebrochen. Jetzt hat es auch Ra "erwischt": Mit 5 Würfeln wirft man an der Reihe maximal 3 x um bestimmte Positionen zu verbessern. Es gibt Symbole für den Pharao, die Sonne (die das Ende eines Durchgangs näher bringt), Zivilisationen, den Nil und zuletzt die Monumente. Für alles gilt: je mehr gleiche Würfel, desto besser. Das "Ankh"-Symbol lässt sich dabei als Joker einsetzen. Die Wertungen nach den 3 Runden erinnern 1:1 an das Brettspiel. Schnell kommt einem vieles Vertraut vor, auch wenn die Optik etwas Steriles, Mathematisches hat.

Auch wenn das genialste Element von Ra hier nicht zu finden ist (das Bieten mit den Sonnen), spielt sich Ra - das Würfelspiel angenehm schnell und macht Spaß - mehr bedarf es eigentlich kaum zu sagen.


Jäger und Sammler

Nach dem Ra Würfelspiel gleich noch ein Spiel von Autorenfließbandarbeiter Reiner Knizia: Jäger und Sammler (nicht zu verwechseln mit Carcassonne - Die Jäger und Sammler). In einer Sommer- und Winterphase bewegen wir unsere Leute jeweils über den Plan und sammeln Gegenstände ein, die uns am Ende Punkte bringen sollen. Dazwischen kann man noch Waffen aufsammeln, mit denen man die lukrativen Mammuts erlegen kann. Manche Gegenstände haben einen festen Wert, andere dagegen sollte man in größerer Zahl sammeln, denn das kann beträchtliche Punkte geben. Die genommenen Plättchen verkleinern nach und nach den Aktionsradius der Spieler.

Nicht zu Unrecht wurde Jäger und Sammler schon mit Packeis am Pol verglichen. Auch dort versucht man durch geschicktes Abschneiden der Wege die Gegner zugunfähig zu machen und ihnen den Weg zu lukrativen Plättchen zu verstellen. Was aber bei Packeis am Pol schnörkellos genial einfach ist, wirkt hier sehr konstruiert und familiengerecht glattgebügelt. Irgendeinen Ausweg gibt es meist durch eine Höhle oder über feststehendes Gebirge. So befriedigen die Jäger und Sammler zwar ein Grundbedürfnis fast jeden Spielers, doch schon eine Wiederholungspartie lässt den Langeweilefaktor steigen.


Neuron

Dieses kleine, unscheinbare Spiel hat's in sich wenn es gilt, seine grauen Zellen anzustrengen: Die Spieler halten immer ein Plättchen auf der Hand, um es an eine Auslage anzulegen. Auf den Plättchen befinden sich verschiedenfarbige Leitungen. Liegen bereits ein paar dieser Plättchen in der Tischmitte aus, so kann man sich vorstellen, dass sich ein wahres Leitungswirrwarr gebildet hat. Die Spieler dürfen ihr Plättchen nicht versuchsweise anlegen, sondern müssen sich direkt entscheiden und das Teil dann so liegen lassen. Klar, dass solch eine Aktion gut überlegt sein will. Nach 15 Minuten sind alle Plättchen gelegt und der Startspieler wechselt. Nach einigen Durchgängen endet eine Partie, die sich sogar noch erschweren lässt, wenn man zu den quadratischen Plättchen greift, oder sogar erlaubt Lücken zu bilden.

Der Schwachpunkt ist eindeutig die Siegpunktzähltafel, die zwar bewusst im gleichen Design der Leitungen gehalten ist, aber dadurch sehr unübersichtlich und Fehlern Tür und Tor öffnet. Neuron ist ein sehr ungewöhnliches Vergnügen, das sicher nicht für jeden Spielertyp ein Vergnügen sein wird.


Rattus

Nachdem sich Quined Games und White Goblin Games aufgesplittert haben, nun der Beitrag von den Zweitgenannten: Rattus. Die Spieler gewinnen Einfluss durch platzieren ihrer Steine in verschiedenen Regionen Europas, doch die Rattenplage nimmt ständig zu und dezimiert die Bevölkerung. Das Nutzen von Rollen erleichtert die Ziele der Spieler, aber ein schön verzwickter Mechanismus sorgt dafür, dass die Rollenbesitzer eher von der Plage betroffen sind. Auch wer zu viele Steine in einem Gebiet hat, ist ein gerngesehenes Opfer der Ratten. Ende ist, wenn entweder alle Rattenplättchen durchgespielt wurden, oder aber ein Spieler seine ganzen Steine auf dem Brett hat. Dann schlagen in allen Gebieten noch einmal die Ratten zu.

Thematisch makaber, aber dennoch spielerisch mäßig anspruchsvoll umgesetzt entführt uns Rattus in die Zeit, in der die Pest Europa regierte. Dabei ist die Rollenwahl und clevere Nutzung dieser das größte Plus. Eine Rolle erlaubt das Sichern eines Steines bis zum Ende - diese Rolle wird gerne komplett überschätzt. Viel einfacher ist es massenweise eigene Steine aufs Brett zu bringen, wenn sich die Chance ergibt. Ein paar Überlebende gibt es immer. Rattus bietet ganz nette Unterhaltung, die allerdings nicht völlig überzeugen kann und ebenso keinen Wiederholungsaufforderungsfaktor besitzt.


Das letzte vor Ort gespielte Spiel sollte eine große positive Überraschung bescheren: Fabrikmanager. Beim Auspacken und Begutachten des Materials lästert man noch leise über die Grafik, die sich während des Spiels dann als liebevoll und mehr als zweckdienlich entpuppt.

Wir haben die Aufgabe während mehrerer Runden eine möglichst effektive Fabrik zum Laufen zu bringen, um mit dem größten Vermögen als Sieger vom Feld zu gehen.

In jeder Runde wird zunächst die Spielreihenfolge ersteigert. Gesteigert wird aber nicht mit Geld, sondern mit unseren Arbeitern. Wer später dran ist bekommt zwar Vergünstigungen, guckt bei der Auswahl aber mitunter in die Röhre. Dann „schaufeln“ alle Spieler in der Reihenfolge ein paar Maschinen frei, die in dieser Runde verfügbar sein sollen. Dabei gilt: spätere Maschinen sind normalerweise besser, als der alte angestaubte Kram. Schon hier muss man abwägen: bin ich spät dran, gebe ich den frühen Spieler keine gute Vorlage. Bin ich früh dran, versuche ich bereits „gute“ Maschinen freizubekommen, denn ich habe die erste Wahl.

Die Maschinen haben verschiedene Eigenschaften: Stromverbrauch, Produktion Kisten, Lagerraum für Paletten, Arbeitskraft nötig oder Automatismen (spart Arbeiter). Die ganze Geschichte erinnert vom Gefühl her erstaunlich an Funkenschlag, ohne natürlich die Vielfalt und Spieltiefe zu erreichen, aber dafür spielt sich der Fabrikmanager auch ziemlich flott und wie aus einem Guss rund.

Schade, dass ich zu diesem Zeitpunkt meine Wahl für den Pfefferkuchel bereits abgegeben hatte. Dieses tolle Spiel hätte sonst sicher einen Platz auf der Liste gefunden.

Donnerstag, 29. April 2010

Angriff aus Iowa!

Neben Jeff sollte noch ein Pärchen aus Iowa in der Spielwiese auftauchen – dadurch wurde es ein englischsprachiger Abend, was mir gelegen kommt, um mein rostiges Englisch zu verbessern.

Den Anfang machte Jeffs Modelleisenbahnspiel. Nach einigen Änderungen sollte es nun Interaktiver sein. Ich finde, es ist absolut interaktiv und durch die neuen Mechanismen (Personen) noch vielschichtiger. Leider ist die downtime nicht gering, da nach jedem Zug noch Verwaltungsaufgaben zu erledigen sind und die Entwicklung kommt ziemlich schwer in die Gänge. Dafür ist das Mittelspiel dann richtig rund und gut!

Nach einigen Vorschlägen und Plauderei konnte ich noch einmal mein Ikarus testen. Hatte ich doch nun ein richtiges Spielbrett aufzubieten und die Materialien überarbeitet. Dieses Mal war es schon etwas besser, allerdings ist ein bestimmter Flugzeugupgrade einfach zu stark. Wer hier leer ausgeht, läuft die ganze Zeit der Konkurrenz hinterher. Eine Änderung sollte hier noch Abhilfe schaffen. Der Weg ist jedenfalls der richtige :-)

Freitag, 23. April 2010

Oberhof Spielewoche 2010 Teil 2

Es gibt nach Teil 1 noch von einigen weiteren Spielen zu berichten, also weiter geht’s:

Hansa Teutonica

Der Plan zeigt die Karte von Mitteldeutschland mit ihren wichtigsten Städten, sowie Straßenverbindungen. Jeder Spieler besitzt ein eigenes Entwicklungstableau, auf dem die aktuelle Entwicklungsstufe in verschiedenen Bereichen angezeigt wird. Um im Spiel voranzukommen, muss man seine Einflusssteine auf den Straßen platzieren und eine Wegverbindung wenn möglich komplett belegen. Dann kann man bei einer Wertung einen wertvollen Platz in einer der angeschlossenen Städte bekommen oder je nachdem um welche Straße es sich handelt auch eine bestimmte Entwicklung vorantreiben: Mehr Steine in seinen persönlichen Vorrat holen, mehr Aktionen ausführen dürfen, mehr Steine versetzen oder einen höherwertigen Platz in einer Stadt besetzen. All das kann wichtig sein, allerdings bringt nur Entwicklung noch keine Punkte. Hier gilt es das Umdenken nicht zu verpassen und das Spielende im Auge zu behalten. Um bestimmte Straßen zu komplettieren kann man Gegenspieler auch verdrängen, allerdings sind diese nicht gänzlich gestraft, sie können sofort eine andere angeschlossene Straße belegen und bekommen dazu sogar noch einen Extrastein aus dem allgemeinen Vorrat. Sonderaktionsplättchen an manchen Verbindungen sind weiteres Salz in der Suppe. Nicht zu unrecht war Hansa Teutonica einer der Abräumer der Spiel 2009. Das hat sich mittlerweile auch in den USA rumgesprochen und so kann man dem Kleinverlag Argentum nur zu einem so großen Wurf gratulieren. Hansa Teutonica macht Spaß, ohne allzu grüblerisch zu sein und bietet dabei intensivste Interaktion – klasse! „Nur“ Platz 4 beim Pfefferkuchel ist fast schon eine Enttäuschung, könnte aber an der unaufdringlichen Optik liegen.

Titania

Rüdiger Dorn und Hans im Glück? Eine Kombination, die einiges verspricht. Zunächst einmal schreckt die düstere Optik ab. Wer soll sich bitteschön hier angesprochen fühlen? Von zentralen Feldern starten die Spieler und setzen Schiffe ein. Schiffe gibt es in 3 Farben und gleiche Farben müssen benachbart eingesetzt werden, dabei dürfen sich maximal 2 Schiffe ein Feld teilen, verschiedenfarbigte versteht sich. Soweit zu den Sachzwängen. Schiffe werden mithilfe von Handkarten eingesetzt, welche die gleichen Farben zeigen. Rings um die Startfelder befindet sich die sogenannte Nebelbank: Es liegen dort verdeckte Chips aus. Wird das erste Schiff auf ein solches Feld gesetzt, wird der Chip aufgedeckt. Dieser zeigt einen bestimmten Ertrag. Der Rest des Spielplans ist fest mit Erträgen bedruckt. Desweiteren finden sich Baufelder auf dem Plan in deren Nachbarschaft verschiedenfarbige Türme errichtet werden. Die Turmstockwerke zahlt man mit gleichfarbigen Muscheln, die man vorher bekommen hat. Dafür gibt es dann Punkte. Die nächste Art zu Punkten sind die Seesterne. Je mehr Stockwerke sich auf einem Turmfeld befinden, umso mehr Punkte bekommt man für den Seestern. Ist eine Schiffsfarbe aus, haben wir Halbzeit. Alle Schiffe kommen zurück und der zweite Durchgang beginnt.
Titania hält diverse taktische Zwänge bereit, die den geneigten Spieler zum Taktieren bewegen sollen. Leider behindern einige grafische Mängel einen flüssigen Spielablauf, so sind die Muschelfarben sehr schwer auseinanderzuhalten und noch schwerer den Farben der Türme bzw. Stockwerken zuzuordnen.
Ein einzelner Zug ist rasant schnell ausgeführt: 0-3 Karten spielen und dann in umgekehrtem Verhältnis 0-3 Karten nachziehen. Das ganze Spiel dauert dann auch nicht wirklich lange. Trotzdem verspürte niemand Lust nach einer Folgepartie: Zu abstoßend die Optik, zu unattraktiv die Mechanismen, zu belanglos das gesamte Geschehen, zu enttäuschend das ganze Spiel..

Seeland

Wenn sich Günther Burkhardt und "El" Wolfgang „Grande“ Kramer zusammentun, dann muss etwas Besonderes dabei herauskommen. In Seeland verwandeln wir die sumpfige Landschaft in ein Blumenmeer und errichten Windmühlen. Auf dem Markt gibt es entsprechende Plättchen zum Erwerb, die uns das ermöglichen. Wird eine Mühle ganz mit Plättchen umschlossen, wird sie gewertet. Schließt man ein Dorf an (das selbst null Punkte bringt), erlaubt das später einen Zusatzzug, was sehr hilfreich ist. Ravensburger garantiert einen schlanken, flotten Ablauf, ohne störend komplex zu sein. Der Marktmechanismus ist schlichtweg genial! Hier punktet Seeland am stärksten. Das restliche Spiel kann da nicht ganz mithalten, wenngleich es durchaus Spaß macht. Wer es taktischer mag, der kann eine der Erweiterungen zufügen: entweder die Spielplanrückseite mit teilweise offenen Feldern, die Vögte und die Rekordernte. Leider gaukeln die Erweiterungen mehr Spielspaß vor, als tatsächlich drinnensteckt: Die Spielplanrückseite wurde als weniger spannend angesehen und die Vögte bzw. Rekordernten lenken vom eigentlichen Spielablauf so sehr ab, dass ein Spieler, der sich zu sehr darauf konzentriert gnadenlos abgehängt wird. Zu marginal sind die dort zu vergebenden Punkte. Wer sich darum kaum schert und einfach mitnimmt, was sich anbietet fährt weitaus besser.

Samarkand

Neben dem Reißer Fresko geht Samarkand aus dem gleichen Hause etwas unter - nicht, weil es ein schlechtes Spiel ist, aber es drängt sich nicht so sehr auf.
Auf dem Spielplan starten die Karawanen verschiedener Familien an bestimmten Punkten. Von jeder Familie gibt es eine männliche und eine weibliche Person. Diese können die Spieler erwerben und versuchen danach die Karawanen so zu lenken, dass sie sich mit anderen Karawanen vereinen und noch besser: man noch selbst die Karte des Warenfelds besitzt, auf der das geschieht. Das punktet bei Spielende gewaltig. Apropos Spielende: das sollte man immer im Auge behalten, denn zu plötzlich sind entweder alle Familien mit irgendeiner anderen Familie vereint, oder eine Familie hält mit 5 anderen Familien Kaffeeklatsch. Dabei ist stets nicht zu vergessen, dass jede Münze auch einen Punkt bedeutet, denn zu gerne heiratet man sich teuer in eine unlukrative Familie ein.
Samarkand hat nichts mit dem Klassiker von Abacusspiele mit dem gleichen Namen zu tun, fühlt sich aber anders als das Wüstenthema vermuten lässt wie ein reinrassiges Eisenbahnspiel an.
Samarkand spielt sich schnell und kurzweilig, macht Spaß und lädt zur Revanche ein. Selten hört man von einem Spiel, dass es fast zu schnell zuende ist, aber das spricht eigentlich für das Spiel. Queengames haben bereits im Frühjahr 2010 zwei heiße Eisen im Feuer.

Havanna

Bereits 2009 erschienen und neben der großen Eggert-Neuheit Machtspiele etwas untergegangen. Thematisch und optisch orientiert sich Havanna an Cuba. Jeder Spieler verfügt über den gleichen Satz Handkarten. Die 10 Charaktere haben unterschiedliche Funktionen und sind auch durchnumeriert.
Im ersten Durchgang spielt man zwei davon, später überdeckt man mit einer neuen Karte eine der alten Karten. Durch die Werte auf den Karten ergibt sich direkt die Spielreihenfolge. Aber worum geht's? Es gilt verschiedene Rohstoffe, Geld und Arbeiter zu gewinnen, um Gebäudeplättchen aus der Auslage zu bauen. Die einzelnen Funktionen der Charaktere sind sehr tricky und können die Spielplanungen gehörig durcheinanderwirbeln. Da wird einmal ein Gebäude aus der Tischmitte entfernt, dann wieder werden Rohstoffe oder Geld gestohlen, oder sogar Siesta gehalten, um in der Reihenfolge ganz vorne zu sein. Für meinen Geschmack ist das ganze ziemlich beliebig, unterhält zwar eine halbe Stunde recht gut, schreit dann aber nicht nach einer Wiederholung. Das nächste mal bitte ohne mich.

Ein dritter Teil wird noch folgen...

Montag, 19. April 2010

Kurzer Montag

Einen kurzen Montag muss ich noch schnell zwischenschieben: Jeff konnte leider nicht, da er beruflich etwas vorbereiten musste und so waren mit Rolf (den ich schon in Oberhof vermisst hatte) und Florian zwei eher seltene Gäste vor Ort.
Wir testeten mein Kronlanda, das ich jetzt doch zum Autorenwettbewerb von Spielmaterial.de einreichen werde, denn dieser Test zeigte nur kleine Schwachstellen, die sich in einem Atemzug beheben lassen.
Danach sollte noch etwas "richtiges" gespielt werden: Florian schlug Frag vor, ein Brettspiel, das an die erfolgreichen Egoshooter Computergames angelehnt ist.
Jeder Spieler verteilt zu Beginn 7 Punktwerte auf Leben, Geschick und Zielgenauigkeit und ab da heißt es nur noch Gegenstände/Waffen abgreifen und Würfeln!
Das allerdings in einer solch stupiden Form dass ich mich ernsthaft frage, wer sich solch einen Schwachsinn am Spieltisch antut. Das dürfte selbst pubertären Jugendlichen zu primitiv sein. Ich erinnere mich vor vielen Jahren an Space Hulk - dort wurde auch gemetzelt, wenn auch nicht untereinander, aber dort gab es wenigstens taktische Überlegungen.
Was solls - so hat man wenigstens etwas zu berichten.

Mittwoch, 14. April 2010

Oberhof Spielewoche 2010 Teil 1

So, nun sind wir mit vielen neuen Eindrücken wieder zurück zu Hause.

Neben den Neuheiten war vor allem das Wiedersehen mit vielen Bekannten das Highlight. Der Spieletreff in Oberhof ist eine richtig heimelige Großfamilie. Und auch wenn man nicht mit jedem persönlich zu tun hat, so kennt man die Gesichter aus den Vorjahren.

Mittlerweile dürfte bekannt sein, dass Fresko, das neue große Queengames Spiel, den Pfefferkuchel (die erste große Spielumfrage des Jahres) gewinnen konnte, also möchte ich gleich hiermit beginnen.

Wir besorgen uns Farben, versuchen diese durch Mischen zu veredeln und damit Fresken zu malen, denn diese bringen uns Punkte. Den Grundstein eines Tages legen wir mit der Aufstehzeit. Hier gilt wie im richtigen Leben: der frühe Vogel fängt den Wurm, muss aber leider auch einen höheren Preis für die Farben am Markt bezahlen und darunter leidet auch die Stimmung. Zu schlechte Stimmung kostet Arbeitskraft, wohingegen ein gutes Stimmungsbarometer die Arbeiter anspornt.

Neben dem Farbenkauf und dem Mischen besorgen unsere Arbeiter neues Geld, Malen Fresken und können sogar noch die Stimmung aufhellen. Wurden alle bis auf 6 Fresken gemalt, endet das Spiel.
Zum Kennenlernen hält Fresko eine Einstiegsversion parat oder besser gesagt, das Spiel beinhaltet 3 Erweiterungen. Nach der ersten Partie in der Grundversion kam das Spiel dann etwas zweifelhaft an. Zu eindimensional waren die Möglichkeiten, aber schon die nächste Partie mit allen Erweiterungen (die für den ambitionierten Spieler kein Problem darstellen) konnte begeistern. Die Entscheidungen fordern die Spieler bis aufs Messer, aber trotz aller Konkurrenz sieht jeder Spieler den Erfolg seines Tuns. Weil neben dem Spielspaß auch die Optik stimmt, ist Fresko ein ganz großer Wurf geworden. Mir persönlich stößt einzig eine Sache auf: Landet man auf der Siegpunktleiste zufällig genau auf einem anderen Spieler, darf man sich davor oder (taktisch) dahinter setzen. Siegpunktschenkerei passt nun wahrlich nicht zu einem solchen Spiel, taktische Möglichkeiten hin oder her.

Carson City
Ebenfalls eines der Topgehandelten Spiele der Spiel 2009. Wir platzieren unsere Cowboys um damit Aktionen durchzuführen. Ein typisches Workerplacement Spiel also. Erfrischend dazu kommt vor jeder Runde die Rollenwahl, die einerseits die Spielreihenfolge vorgibt, zum anderen einen bestimmten Vorteil gibt (Extracowboy, 3 Schusswaffen, 2 Straßen und halbe Gebäudekosten...) und zuletzt den maximalen Geldbesitz bei Rundenende definiert.
Die starre Leiste, in der die Felder abgearbeitet werden erinnert stark an Caylus. Einzig die verfügbaren Gebäude ändern sich ständig. Gebäude werden dann frei auf dem Spielplan errichtet. Dafür braucht man zunächst immer eine Plattform und die meisten Gebäude benötigen eine Straßenanbindung. Was tricky ist, sind die unterschiedlichen Bedingungen, die an den Gebäudeertrag geknüpft sind. Die Ranch bracht viele freie Felder um sich, die Bank viele Minen auf dem Plan und die Mine selbst viele Bergfelder in der Nachbarschaft. Ändert sich etwas auf dem Plan, muss man die betroffenen Gebäude sofort nachjustieren, um das neue Einkommen anzuzeigen. Genau das ist das Hauptmanko an Carson City: die Unübersichtlichkeit und das fizzelige Handling. Ständig vergisst man das Justieren, oder übersieht irgendetwas. Die Möglichkeit einen anderen Spieler von seinem Feld durch ein Duell zu verdrängen ist zwar einerseits eine nette Neuerung zu anderen Spielen dieses Genres, wurde aber gerade in der letzten Runde als allesdominierend empfunden. Wer in dieser Runde über viele Waffen verfügt und eventuell noch den Banditen mit den 3 Zusatzpistolen, der kann leicht alle Spieler aus den Siegpunktertragsfeldern kicken.
So bleibt noch ein Fragezeichen hinter Carson City... gut gemeint, aber die Ausführung wirkt nicht sehr durchdacht.

Chocolatl
Von Günther Burkhardt entführt uns ins Geburtsland der Kakaobohnen. Hier gilt es während der 5 Spielrunden die meisten Punkte zu machen. Jeder Spieler hält 13 Karten mit den Werten 0-12 auf der Hand. Auf dem Spielplan finden sich 6 Stationen, die allesamt an den Spieler mit dem Höchstgebot aus 2 Karten vergeben werden. Manchmal gibt es dort für mehrere Spieler etwas abzugreifen (Punkte, bessere Handkarten, einen einmaligen Extrawürfel...), manchmal wird das niedrigste Gebot auch bestraft. Abhängig vom führenden Spieler kann sich die Art wie geboten wird ändern: einmal muss man alle Bietkarten auf einmal auslegen, einmal erst zwei pro Station, dann die nächsten beiden usw...
Chocolatl ist ein reinrassiges Blind bidding game und wenn ich sage reinrassig, dann heißt das, es wird ausschließlich verdeckt geboten. Wer das mag, ist hier richtig. Wer nicht, der wird das Spiel hassen. Wenn man mehrmals zufällig mit einem hohen Gebot rausgeboten wird, dann steigt der Ärger, oder die Gleichgültigkeit, mit der man am Tisch sitzt. Chocolatl mich ebenfalls eine gleichgültige Wertung zücken.

Velo City
In größerer Besetzung kommen außer Partyspielen nur wenige richtige Brettspiele in Frage. Velo City, ein Radrennen gehört dazu. Bis zu 7 Spieler würfeln ihr Team ins Ziel. Auf manchen Feldern gibt es Powerdosen, mit denen man einen Einzelsprint ansetzen kann, oder man fährt in einen Kanaldeckel und fällt zurück.
Beim Fahren kann man im Pulk (alle Würfel werfen und einen auswählen), im Windschatten oder eben Solo loslegen. Im Ziel gibt es 8 Felder. wer hier mit den meisten eigenen Fahrern vertreten ist, gewinnt. Bei Gleichstand gewinnt der, der das letzte Zielfeld erreicht hat.
Velo City spielt sich einfach runter und sorgt in der richtigen Runde für positive Unterhaltung, wenn, ja wenn da nicht das Spielende wäre. Meistens haben mehrere Spieler zwei Fahrer im Ziel, dann wird gebremst und verzögert, bis sich jemand erbarmt und dann zufällig der folgende Spieler gewinnt. Das ist selbst für ein so anspruchsloses Spiel wie Velo City der Genickbruch.

Charly
Die Spieler halten Karten auf der Hand mit einem oder mehreren Knochen, Möhren, Käsestücken etc. In der Tischmitte liegen ein paar Karten, die jeweils eine bestimmte Menge an Futter aufnehmen können, außerdem hat jeder Spieler eine weitere Karte davon verdeckt vor sich liegen, die nur er kennt. Ist man am Zug, darf man eine der Handkarten austauschen, oder man ruft "Mahlzeit". Dann wird die letzte Tauschrunde eingeläutet. Jetzt startet die Ablegerunde. Am Zug legt man nun eine seiner Handkarten an eine entsprechende Karte aus der Tischmitte, bis die Futterforderung voll erfüllt ist und das möglichst so lange, bis man alle Handkarten losgeworden ist. Futterstücke auf der Hand sind immer schlecht, denn dann muss man von seinem Honigvorrat abgeben. Es werden mehrere Durchgänge gespielt bis ein Spieler keinen Honig mehr hat - dann gewinnt der Spieler mit dem meisten Honig.
Eigentlich spielt man bei Charly weitestgehend ins Blaue hinein, versucht die Futterstücke auf seiner Hand zu reduzieren und dann eben in der richtigen Reihenfolge abzulegen. Leider kann sofort ein Spieler, der gute Handkarten hat "Mahlzeit" rufen und man hat keine Chance seine Hand zu verbessern. Das ist höchst übel und zerstört den netten Grundgedanken des Spiels. Schade

Von den bekannten Spielen kam nur Egizia (immer noch zäh, aufgeblasen, sperrig und zu regellastig) auf den Tisch - zu sehr stand die Gier auf Neuheiten bzw. Unbekanntes im Vordergrund.

Mit Torsten Gimmler hatte sich dieses Mal außer einem Plausch nichts Spielerisches ergeben, aber dafür hatte ich endlich die Gelegenheit Ralph Bruhn kennen zu lernen. Nachdem sich bei der Spielemesse ständig eine Traube Loyang-Interessierte um ihn gescharrt hatte und wir nur sporadischen E-Mailverkehr hatten. Er wollte sich Peloponnes erklären lassen. Gesagt, getan... leider ergab sich in der letzten Runde eine ungünstige Katastrophenkonstellation und zudem fehlte noch ein Schutzplättchen, sodass das Spielende für die Beteiligten etwas unbefriedigend verlaufen ist. Na ja - vielleicht hatten Ralph und Co. wenigstens ein Bisschen Spaß.

Wampum hatte mir Jeff eine Woche vor Ostern druckfrisch von Pegasus mitgebracht. Ich konnte mich nicht mehr detailliert an die Regeln erinnern, doch das war recht schnell gelöst. Leider ist das Spiel insgesamt wohl durchwachsen angekommen, obwohl ich das Spiel in seiner Einfachheit überzeugend finde, weil es seine Zielgruppe bestens bedient. Da spielt bei mir vielleicht der "Jeff-Bonus" eine Rolle :-)

Mittwoch, 31. März 2010

Trio zu viert

Es zeichnete sich ab, dass wir wieder nur als "Dreigestirn" auftreten sollten (Peer, Jeff und ich). Die beiden wollten ihre Prototypen testen, mit denen sie am Autorenwettbewerb von Spielmaterial.de teilnehmen. Wenn das so weiter geht, muss ich bis Ende April wohl auch noch eines meiner Spiele umfrisieren :-) Überraschenderweise setzte sich noch eine Neuberlinerin dazu und erklärte sich interessiert, die Spiele mitzutesten.
Den Anfang machte Peers Taschkent, das er frisch aufgepeppt hatte und wirklich: die Schwächen scheinen ausgemerzt und so könnte man fast von einem fertigen Spiel sprechen. Warum nur fast? Es gab Diskussionen über die Wertung bei Spielende. Wie schon bei Kleopatra und die Baumeister oder Livingstone kommt ein Spieler nicht in die Wertung und zwar der mit dem wenigsten Geld. Das war zwar spannend, hinterließ aber ein unbefriedigendes Gefühl beim Ausgeschiedenen. Vielleicht findet Peer noch eine bessere Lösung, die sich eventuell vom gewöhnlichen Punktezähleinerlei abhebt.
Jeffs Spiel Iko Iko thematisiert den Wettbewerb rivalisierender schwarzer Indianer in New Orleans, die sich mit Kostümen, Tanz und Gesang gegenseitig übertreffen wollen. Zuerst sammelt man Kostümteile, verteilt sich möglichst weit auf dem Spielplan und versucht im direkten Duell mit seinen Handkarten besser zu sein, als sein Gegner, denn das bringt Punkte. Zuerst dachte ich "wow - das klingt irrsinnig schlüssig und interessant und schaut mal wieder sehr ausgereift aus". Leider zeigte schon die erste Runde, dass das Spiel total überladen wirkt und die Spieler von ihren Möglichkeiten erschlagen werden. Das sorgt für einen sehr zähen Spielverlauf und mitunter für verdammt viel downtime. Hier sind eigentlich Ideen für 2 Spiele reingepackt und so muss man feststellen, dass Peer in Sachen Wettbewerb schon ein großes Stück weiter ist.
Danach musste Peer los und wir spielten Jeffs brandneu auf Pegasus veröffentlichte Wampum. Ich erinnerte mich nur noch wage an die Details, muss aber sagen, dass Wampum die gleiche geniale Leichtigkeit (ohne zu trivial zu sein), wie Aber bitte mit Sahne vorweisen kann.
Den nächsten Blogeintrag gibt es dann nach unserer Spielewoche in Oberhof mit sicherlich haufenweise neuen Eindrücken.

Montag, 29. März 2010

Essen-Highlight auf dem Tisch

Seit längerem konnte ich einem Treffen bei Peer beiwohnen. Mit Felix waren wir dann auch zu dritt. Treffen bei Peer stehen zumeist im Zeichen ungewöhnlicher und seltener Kleinverlagsspiele. Umso erstaunter war ich, als wir Vasco da Gama auf dem Tisch hatten.

Da ich bisher nur recht wenige Neuheiten der Messe Essen 2009 kannte, war ich natürlich sehr gespannt auf das Spiel, gerade weil es einer der Top-Renner gewesen ist und auch danach sehr gute Bewertungen bekommen hatte.

Wir besitzen pro Runde 4 Aktionssteine, die wir auf dem Spielplan verteilen um bestimmte Aktionen ausführen zu dürfen. Das Wichtigste dabei ist natürlich, wer die betreffende Aktion zuerst ausführen darf, denn den späteren Spielern steht eine geringere Auswahl zur Verfügung.

Der Mechanismus über den das gesteuert wird ist höchst originell und spannend.

Grundsätzlich wollen wir Schiffsaufträge erwerben, diese mithilfe verschiedenfarbiger Matrosen zu fertigen Schiffen umfunktionieren und diese schließlich zu Wasser lassen, was nur mit einem Kapitän möglich ist.

Schiffe, die in See gestochen sind, segeln nach einem bestimmten System Runde für Runde weiter und bringen ihrem Besitzer dabei ständig Punkte und Geldeinkünfte. Da das Spiel "nur" 5 Spielrunden dauert, kann es gut sein, bereits in der ersten Runde ein Boot vom Stapel zu lassen und damit lange zu Punkten. Doch viele Faktoren und nicht zuletzt die anderen Spieler können dem Treiben ein Ende bereiten.

Es bleibt viel Raum zum Taktieren und diverses auszutesten, z.B. viele Schiffe auf einmal zu wässern, aber das kann auch schnell nach hinten losgehen. Nach gut 2 Stunden hatten wir den Sieger in einer recht spannenden Partie ermittelt. Auffällig ist, dass man Vasco da Gama wohl kaum zügiger spielen kann, denn es gibt wirklich sehr viel zu bedenken und wer einmal einen groben Fehler in der Reihenfolge seiner Aktionen macht, kann schon fast die Segel streichen.

Eine genauere Einschätzung gibt es wie immer bei meinen "Eindrücken" zu lesen.

Da nur noch wenig Zeit war, starteten wir noch einen kleinen "nobrainer" mit R-Eco in der Urfassung von Japon Brand. Zu Recht jetzt endlich einer größeren Publikumsschicht durch die Auflage von Amigo als R-Öko zugänglich gemacht.

Sonntag, 21. März 2010

Neuling

Heute war die Spielwiese zwar voll (fast alle Tische besetzt oder reserviert), aber von unserer Autorenrunde wollte außer Jeff niemand auftauchen. Wir begannen Jeffs Netherland aufzubauen, als noch ein neuer Spieler dazustieß. Die letzten Änderungen sollten Netherland vor allem übersichtlicher und einfacher machen, was auch gelungen ist. Leider uferte die Spielzeit ziemlich aus, aber dem ist leicht beizukommen. Was noch negativ aufstößt sind die vielen Punkte, die ständig zu vergeben sind. Hier schickt sich eine Reduktion an. Interessant war zu beobachten, welch immense Schwierigkeiten unser Neuling (der wenig Spielerfahrung mitbrachte) mit den Abläufen hatte. Nach ein paar Durchgängen klappte es zwar besser, aber die sinnvollsten Aktionen zu erkennen blieben sein Problem. Interessant deshalb, weil Jeffs Spiel eigentlich die Familien- und Wenigspieler ansprechen soll. Setzen wir, als Spielerprobte doch zu viel Grundspielverständnis voraus? Möglicherweise ja...
Danach saßen wir wieder zu zweit da, sinnierten ein wenig über unsere Projekte und spielten mein altes Zweipersonenspiel Tug of War, ein einfaches Würfelspiel, das mit wenig Standartmaterial auskommt und kurzweiligen Spaß bereitet. Die Spielregeln dazu werden demnächst hier in Deutsch und Englisch veröffentlicht.

Eindrücke zu 11 Nimmt gibts hier!

Samstag, 13. März 2010

Große Runde

Im Familienzentrum waren wir heute ratzfatz 6 Leute. Da sich noch eine siebte Person eine Stunde später angekündigt hatte, wollten wir so lange einen kurzen Aufwärmer starten. Zack und Pack wurde gewünscht – kein Problem. Da ich in der finalen Runde der lahmste war, erwischte ich einen schlimmen LKW vom Stapel und somit, gar nicht mal so schlecht gelegen auf einen Schlag mit über 40 Miesen unter Null gerutscht. So schnell kann's gehen, aber das macht ja bei dem Spiel nicht so viel aus.

Da erst eine halbe Stunde um war, wollte ein weiteres Spiel für 6 Personen gefunden werden. 11 Nimmt, was sich optisch/thematisch an 6 Nimmt anlehnt kam auf den Tisch. Jeder Spieler startet mit 10 Zahlenkarten. Diese gilt es als erster loszubekommen. Am Anfang gibt es nur einen Ablagestapel, aber später werden es immer mehr. Auf diesen Stapeln wird jeweils eine Karte abgelegt, die maximal 10 höher ist, als die letzte liegende Karte. Wird die 100 erreicht, startet man wieder bei 1. Kann (oder will) man nicht ablegen, nimmt man einen beliebigen Ablagestapel. Warum sollte man das freiwillig tun? Nun, es gibt noch Ochsenkarten, die man immer bekommt, wenn man einen Stapel mit mindestens 3 Karten nimmt. Diese Ochsenkarten erlauben mehrere Karten auf einen Schlag abzulegen, wenn sie sich im Bereich von 10 höher, als die letzte liegende Karte bewegen. Mehrere Ochsenkarten erlauben dies sogar auf mehreren Stapeln. So kann man zwei Taktiken fahren: entweder schnell seine Karten loswerden, oder ab und zu ein paar Karten aufnehmen (= Ochsenkarten) und diese dann noch schneller losbekommen. Beides kann funktionieren. Es ist ein gutes Beobachtungs- und Merkvermögen vonnöten, will man einen vernünftigen Stapel an sich nehmen, denn man sieht logischerweise nur immer die oberste Karte. Hat der erste Spieler seine Handkarten weg, zählen die übrigen Spieler die Hornochsen auf ihren Handkarten. Einen Eindruck dazu gibt’s die Tage.

Inzwischen waren wir dann auch zu siebt. Da es schwer fiel, sich zu trennen, war Ohne Furcht und Adel an der Reihe, was in der Vollbesetzung der Hammer sein sollte. Schlimm allerdings, wenn einen Spieler 2 Runden hintereinander der Meuchler heimsucht, dann heißt es Sitzfleisch beweisen.

Zum Abschluss teilten wir uns doch noch und spielten Notre Dame mit einem immens knappen Ergebnis (45, 46, 47) während am anderen Tisch die Welt versucht wurde vor der Pandemie zu bewahren.

Sonntag, 7. März 2010

Erstversuche (01.03.2010)

Endlich schaffte es Peer mal wieder in die Spielwiese. Mit Jeff waren wir dann zu dritt und sollten das auch bleiben.

Peer stellte uns sein neues Spiel vor: Taschkent. Auf einem in Gebiete unterteilten Spielplan errichten wir Handelsstationen und Hütten. Daneben befinden sich in den Gebieten bereits aufgedruckte Hütten. Am unteren Teil des Spielplans haben wir die Karawane, auf der man neue Waren, neue Handelsstationen und Vorteilskarten bekommt. Nach jeder Spielrunde verkaufen wir Waren an die Hütten, müssen dann aber eine Handelsstation abreißen. Es gilt: wer früh verkauft, bekommt mehr! Entweder Geld oder Edelsteine. Für den Sieg zählen die Edelsteine, allerdings fliegt der Spieler mit dem wenigsten Geld raus.
Ein Spiel, welches leider in der vorliegenden Form sehr statisch daherkommt. Die gegen Spielende weniger werdenden Möglichkeiten viel Geld oder Edelsteine zu verdienen ist höchst ungewöhnlich. Da aber einiges noch verbesserungswürdig ist, kann man noch kein richtiges Urteil abgeben.

Zweites Spiel war Jeffs Netherland. Man greift mithilfe von Karten Blumenplättchen ab und umschließt mit ihnen die Windmühlen auf dem Spielplan. Jeff war ziemlich entsetzt, als er hörte, dass Seeland thematisch exakt das gleiche bietet. Allerdings gehören bei Seeland die Mühlen den Spielern - hier gehören den Spielern die Blumenfelder. Spielerisch erinnerten einige Elemente an Eine Frage der Ähre und für ein schönes Familienspiel sind ein paar Regeln zuviel enthalten, die den Spielfluss und die Übersichtlichkeit stören. Wie sagt man so schön: Ein Spiel mit Potential.

Mein neues Spiel Pergamemnon sollte dann den ersten Test am Menschen erfahren. Das Spiel funktionierte zwar, war aber stellenweise wenig aufregend und das was es sein will konnte es so leider nicht erfüllen. Nähere Details kann ich in dem Stadium noch keine Preis geben, aber es wird mit Nachdruck überarbeitet.

Montag, 1. März 2010

26.2.2010 Familienzentrum "Zusammenwachsen"

Nachdem wir vor zwei Wochen sogar zu acht waren, fanden sich dieses Mal nur 4 Leute im Familienzentrum Prenzlberg ein.

Wir starteten mit einem fast schon Klassiker: Pfeffersäcke von Goldsieber. Es geht darum Handelsstationen zu errichten und sich Netzartig immer weiter auszubreiten und wenn nötig in einer Stadt die Handelsmehrheit zu erlangen, um lukrative Siegpunkte abzugreifen. Hat man die möglichen Aktionen verinnerlicht, stellen sich nur kurze Wartezeiten ein. Das cleverste ist der Mechanismus zum Geldverdienen. Hier zerreißt es einen förmlich: doch noch mal Geld nehmen, oder seinen Einfluss erhöhen. Wegverbindungen zwischen großen Städten sind teuer, aber sie sorgen für ein flottes Ausbreiten. Wer finanziell klamm ist, muss den billigen Weg über die Dörfer nehmen. Das mögliche Spielende ist genau im Auge zu behalten und unfertige Städte noch schnell zu werten.

Pfeffersäcke kann trotz seiner Jahre immer noch gefallen. Was damals an Komplexität und Originalität noch fast alleine war, müsste sich heute einer viel größeren Spielekonkurrenz erwehren.

Und so kommt es, dass man diese schöne Spiel nur noch selten anfasst.

Seit längerem konnten wir mal wieder die Blue Moon City errichten. Hier entwickelte sich ein sehr spannendes Rennen um die meisten Plätze auf der Säule. Immer noch ein äußerst gefälliges Spiel.

Als Neuheit sollte Keltis-das Kartenspiel unsere Aufmerksamkeit wecken: Mit den Handkarten sind in Keltis-gewohnter Weise Reihen zu bilden, dazu versucht man noch in der Tischmitte ausliegende Steinkarten zu ergattern. Immer wieder heißt es gut beobachten, wenn man eine Handkarte abwerfen will um "Zeit zu gewinnen", denn zu gerne bedienen sich die Mitspieler von den Abwurfstapeln. Die Punktevergabe ist wie bei Keltis sehr bösartig. Man muss gut überlegen, ob sich eine neue Reihe noch rechnet. Am schlimmsten kommen die minus 4 Punkte, wenn man gar keine Steinkarte bekommen konnte.

Keltis - das Kartenspiel kommt ohne den Schnickschnack des Brettspiels aus, ist aber letztlich nur ein fader Abklatsch des unerreichten Lost Cities für bis zu 4 Personen.

Da immer noch etwas Zeit war, versuchten wir uns an San Juan mit der Erweiterung aus der Alea Schatzkiste. Neu sind natürlich massig Gebäudekarten, wobei manche nervig überflüssig sind (Park, Wachstube) und andere wiederum für Abwechslung sorgen, wenn man das Grundspiel schon rauf und runter auswendig kennt. Die offen ausliegende Kathedrale sorgt für reichlich Druck, denn wer sie zuerst baut, mahlt zuerst... und das bringt Punkte für die großen Gebäude der Gegenspieler.

Etwas zweifelhaft wirken dann aber die Ereignisse der zweiten Erweiterung, die anstatt einer Rolle genommen werden können. Das entzerrt das spielerische Dilemma eine der 5 Rollen nehmen zu müssen. Dazu sind die meisten auch wenig sinnvoll, zumal der Spieler auf den Vorteil einer Rollenwahl verzichten muss.

Fazit: Nette Zierrat, aber nicht zwingend erforderlich. Das hervorragende Grundspiel wird komplizierter, aber nicht besser.

Neue Eindrücke zu Sumeria, Thunderstone und Lascaux gibt's hier!

Dienstag, 16. Februar 2010

Carthago zum letzten...

Jeff war kurzfristig wegen Krankheit ausgefallen, aber das hinderte mich nicht, trotzdem in die Spielwiese zu gehen.
Nach etwas Wartezeit trudelten noch Rolf und Sam ein um zusammen mit Michael eine finale Testrunde Porto Carthago zu starten. Rolf legte einen furiosen Start hin und konnte die ersten beiden Runden perfekt verschiffen. Das blieb den Mitspielern natürlich nicht verborgen und so wurden seine Schiffe Opfer der "Leuchtturmwärterwillkür" und auch von einem seiner Speicher wurde er verdrängt. Im Mittelspiel kamen so Sam und ich mächtig auf. Nur Michael kam nicht in die Gänge (wohl auch, weil ihn die Kunden von der Spielkonzentration abhielten. In der letzten Runde war noch nicht klar, wer denn nun wirklich den Sieg einfahren sollte. Wir waren zu dritt gleichauf, was den Einfluss im Palast angeht. Sam hatte einen Handelspunkt zu wenig und Rolf "leider" etwas Geld zu wenig. So konnte ich doch noch gewinnen, obwohl man als Autor lieber seinen Mitspielern ein Erfolgserlebnis gönnen sollte ;-)

Rolf musste dann schon gehen und Sam testete mit uns noch einen Mechanismus seines Spiels, der sich aber als wenig spannend herausstellte, wie er selbst zugeben musste.

Sonntag, 31. Januar 2010

Ein Spiel wie ein Donnerhall

Nach längerer Zeit fand ich mal wieder die Gelegenheit, bei Peer zum Spielen aufzukreuzen. Da er zur Zeit nur wenig Möglichkeiten hat, seine Prototypen zu testen, stellte er uns sein neues Polynesia vor. Auf den Polynesischen Inseln versuchen wir zum einen Verbindungen durch eine Art Versteigerung zu bekommen und während der Aktionsrunden unsere Steine auf die erreichbaren Felder zu bewegen. Diese bringen Einkommen und natürlich auch Siegpunkte. Die Besonderheit sind die beiden verschiedenen „Währungen“, von denen der Startspieler in jeder Runde eine verrotten lässt. Dem Spiel fehlt noch etwas Dynamik, kann aber mit seinem einfachen Ablauf und doch recht großer Spieltiefe punkten.

Zweites Spiel des Abends war Thunderstone, welches bewusst an Dominion angelehnt ist: wir kaufen uns Karten, die unser Deck verbessern. Mit den 6 Handkarten dürfen wir uns neue Karten kaufen. Allerdings hält Thunderstone neben einer schönen thematischen Einbettung eine weitere Ebene bereit: Die Siegpunktkarten werden nicht einfach nur gekauft und behindern unser Deck, sondern bestehen aus Ungeheuern, die im Dungeon besiegt werden wollen. Hierzu helfen uns Helden, Miliz, Waffen und Ausrüstungsgegenstände auf der Hand.

Die besiegten Monster wandern natürlich auch in unser Deck, allerings helfen uns diese Karten auch im weiteren Spiel. Neben den Siegpunkten bekommt man fürs Monsterschlachten auch Erfahrungspunkte, mir denen man seine Helden upgraden kann.

Wer Dominion + Erweiterungen schon satt hat und eine Art Dominion für Experten sucht, der wird bei Thunderstone fündig. Vielleicht ähnlich wie Race for the Galaxy im Vergleich zu San Juan bietet Thunderstone längere Spieldauer und wesentlich größere Spieltiefe. Dazu sind die Illustrationen wirklich sehr schön gelungen...

Ein tolles Spiel wie ein Donnerhall!

Montag, 25. Januar 2010

Steinzeit trifft Antike

Nachdem am Montag neben Prototypen auch ein „richtiges“ Spiel gespielt wurde, schaffte ich es Freitag noch zu Jeff's Familienzentrum zum Spieleabend.

Da sich noch Leute angekündigt hatten, starteten wir mit einem Kurzen Aufwärmer:

Lascaux von Phalanx Games, das ich seinerzeit verpasst hatte. Für Phalanx ein recht untypisches Spiel und stammt auch noch aus der Zeit, bevor sich Phalanx wieder rückbesann auf das wofür solch ein Name wie „Phalanx“ steht... auf anspruchsvolle Spiele.

Nun gut. Betrachtet man Lascaux einmal näher, fällt das sehr schöne und qualitativ hervorragende Material auf. Die Spieler besitzen Steine zum Bieten und jeweils eine Bietscheibe einer der 6 Farben, um bestimmte Kartenfarben zu beanspruchen. Jede Runde steht eine bestimmte Kartenauslage zur Verfügung. Alle Spieler legen zugleich verdeckt eine ihrer Bietscheiben, bevor der Startspieler anfängt und einen Stein bietet. An der Reihe kann man entweder einen seiner Steine bieten, oder alle bisher gebotenen Steine nehmen und ist dann eben erst zuletzt dran mit dem Nehmen der beanspruchten Karten. Der zuletzt verbliebene Spieler nimmt seine beanspruchten Karten und dann die anderen Spieler in der umgekehrten Reihenfolge, wie sie ausgestiegen sind. Klar, dass der letzte zumeist leer ausgehen wird. Die Karten sammelt man, um in bestimmten Tierarten bei Spielende die meisten gesammelt zu haben.
Wir spielten mit verdeckten Bietsteinen, was sich als Vorteilhaft herausstellte.
Lascaux besitzt dieses geniale „Geschenkt... ist noch zu teuer“-feeling, wobei Lascaux aber mehr „Fleisch“ besitzt – einfach vielschichtiger ist. In einer knappen Dreiviertel Stunde wird der Sieger ermittelt. Lascaux ist zwar kein großes Spiel, aber es bereitet großen, kurzweiligen Spaß.

Zweites Spiel war wie schon am Montag Cyclades, dieses Mal allerdings in Vollbesetzung. Der Vorteil hier, dass in jeder Runde alle Götter zur Verfügung stehen. Das verhindert in ungünstigen Konstellationen nicht den militärischen Sieg.

Diese Runde bestätigte den sehr positiven Eindruck und den Spannungsbogen, der sich durch den Spielverlauf zieht. Leider ist das Problem von Cyclades das Spielende: Bei uns hatten 3 Spieler die Chance das Spiel zu gewinnen. Der erste Spieler wurde ausgeboten, sodass er entweder dem nachfolgenden Spieler den Sieg liegen lässt, oder durch seine Aktion Königsmacher spielen kann und einem der anderen beiden Spieler den voraussichtlichen Sieg ermöglicht.
Das sorgt für einen faden Beigeschmack, der auch den Aufstieg in den höchsten Spielolymp verhindert.

Dienstag, 19. Januar 2010

Mythologie mit Tücken

Endlich mal wieder eine schöne Montagsrunde, nachdem es einige Male nicht geklappt hat, oder zu wenig Leute vor Ort waren. Zuerst wollte uns Rolf einen alten Prototypen vorstellen - eigentlich zum Ausschlachten von Ideen: Der Mäusefänger von ...(hier Rolfs Heimatdorf eintragen - mir ist der Name entfallen). Dann lief die Testrunde aber doch nicht so enttäuschend, dass es sich vielleicht lohnt dranzubleiben.
Danach war es Zeit für Cyclades, nachdem die Plastikminiaturen jetzt da sind sollte einem epischen Erlebnis nichts im Wege stehen. Die Spieler kontrollieren 2 Inseln und versuchen ihren Machtbereich effizient zu vergrößern um dann das Spielziel, den Besitz von zwei Metropolen als erster zu erreichen. Zuerst opfern wir den verschiedenen Göttern, was nichts anderes ist als ein Überbieten. Der Mechanismus ist zwar schon aus Amun Re bekannt, aber das macht nichts - auch hier spannend und einfach großartig. Danach dürfen wir die Fähigkeiten der Götter nutzen: Truppen, Schiffe bewegen und anwerben, Priester- und Philosophenkarten erwerben und mystische Kreaturen beschwören. Für alles benötigen wir Geld. Viel Besitz bedeutet normalerweise auch hohe Einkünfte, aber auch Begehrlichkeiten. Cyclades ist kein Spiel für zartbesaitete, denn es wird gekämpft, gestohlen und den Gegnern geschadet wie es nur geht. Das alles aber in mäßig komplizierten Abläufen, sodass sich die Spieldauer mit 90 Minuten angenehm kurz gestaltete. Problem bei dieser Art Spiel: es gewinnt meist der, der am wenigsten in Kämpfe und andere Mißgünste verwickelt wird. Ein kleiner Wermutstropfen für ein doch sehr gutes Spiel. Eine Anmerkung noch zum Thema: So atmosphärisch und genial die Grafik und das Material ausgefallen sind, so albern ist dagegen die Hintergrundgeschichte: Sparta und all die anderen antiken Stadtstaaten sind keine Inseln. Hier hätte man die Inseln einfach benennen sollen (es gibt ja genügend namhafte bei Griechenland) und die Völker sich um die Vorherrschaft in diesem Raum streiten.
Aber was solls - ich will Cyclades jedenfalls so bald als möglich noch einmal spielen.
Zum Abschluss noch eine Runde National Zoo, bei der sich zum Glück das bestätigte, was vor zwei Wochen bereits eingetreten ist: ein Spiel, das man nicht mehr verbessern kann :-)

Mittwoch, 6. Januar 2010

Auf nach Macao...

... aber zunächst sollte noch ein Prototypentest anstehen: Aus Galery National (was seinerzeit thematisch als Artifact-Kartenspiel entwickelt wurde), wurde National Zoo. Neues Thema und im Detail auch Änderungen im Ablauf. Die Spieler versuchen mit ihren Helfern an möglichst tolle Tiere zu kommen, um diese dann dem Publikum zu präsentieren, was Punkte bringt. In mehreren Runden sammelt man Tiere, um diese dann im richtigen Moment zu präsentieren. Wer zu lange sammelt, sitzt am Ende noch auf jeder Menge "Handtiere", welche letztendlich alle Minuspunkte bringen. Ich muss sagen, Das Spiel ist jetzt noch besser und auch schlüssiger geworden. Jeff hat da wirklich viel mehr Arbeit rein gesteckt, als ich es zu Beginn getan habe. Jetzt gilt es nur noch einen Verlag zu finden, der das Potential sieht... wenn nicht - selbst Schuld!
Leider waren wir dann nur noch zu zweit und da wollte doch Macao mal auf den Tisch kommen, zumal ich es immer noch nicht gespielt hatte.
In einer wechselnden Spielreihenfolge nimmt sich jeder Spieler eine verfügbare Sonderkarte. Diese muss aber zuerst "freigespielt" werden, bevor sie genutzt werden kann. Herz des Spiels sind aber Aktionswürfel, die um eine Art Windrose platziert werden. In jeder Runde werden Zahlenwürfel geworfen, welche den Spielern erlaubt je nach Wert diese Summe an das entsprechende Feld seiner Windrose zu legen. In jeder Runde wird die Windrose dann ein Feld weiter gedreht und man hat die Aktionswürfel zur Verfügung, die man vorher an der Stelle ablegen konnte. Mit Aktionswürfel kann man Karten freispielen, diese nutzen, sich Plätze auf dem Spielplan sichern und somit auch Handelswaren ergattern, mit seinem Schiff zu den Handelsplätzen bewegen oder einfach in der Spielreihenfolge weiter nach vorne kommen. Nach 12 Runden ist das Spiel dann vorbei, wobei es einen richtigen Showdown gibt, da die Spieler naturgemäß viele Aktionswürfel zur Verfügung haben und noch mehr Karten, die es zu nutzen gilt. Das Spiel jetzt bereits zu bewerten, dafür ist es weiß Gott zu früh, nur dass es zu zweit ziemlich Langweilig und fast ohne Berührungspunkte dahinplätschert - das lässt sich sehr wohl sagen. Der Mechanismus mit der Windrose und den Aktionswürfeln ist wirklich sehr genial: wenige Aktionen in naher Zukunft oder viele Aktionen in weiterer Zukunft, dazu natürlich noch die Passenden. Leider ist das restliche Spiel thematisch ein übles Konstrukt, was offensichtlich um den Kernmechanismus geschustert wurde. So etwa nach der 6. Runde hat man aufgrund der angewachsenen Möglichkeiten auch eine immer größer werdende Downtime. Zu zweit natürlich nicht wirklich schlimm, aber zu viert könnte das nervtötend werden. Die vielen Kartentexte fördern dabei nicht den flotten Ablauf, sondern sorgen ständig für Verzögerungen. Also bleibt abschließend nur das Warten auf eine Partie mit mehr Spielern, denn für zwei ist Macao nun wirklich nur notdürftig geeignet.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Kurztrip in die Heimat

... natürlich auch mit einem Spieleabend.
Zuerst wollte Porto Cartago nach den letzten Änderungen getestet werden. Heute hatten wir auf jeden Fall das beste Porto Carthago, das es je gab, allerdings auch nicht ohne Fehler. Der Test deckte immer noch Schwächen auf, aber es werden weniger :-)
Dann endlich mal wieder ein neues Spiel von der Messe: Assyria vom Ystari-Verlag und als Autor von Emanuele Ornella, der vor ein paar Jahren mit seinem Eigenverlag "Mind the Move" teils großartige Spiele veröffentlichte (Oltre Mare, Il Principe, Hermagor). Momentan tritt er ausschließlich als Autor auf.
Achso - zum Spiel selbst gibt es natürlich auch ein paar Worte zu verlieren: Beginnend mit einer Basis breiten wir uns Runde für Runde aus, indem wir auf den Spielplanfeldern Hütten errichten. Diese müssen wir jede Runde versorgen, was eigentlich nicht möglich ist. So gibt es ständige Positionswechsel. Die Hütten geben uns schnelle Siegpunkte, bestimmte Konstellationen erlauben den Brunnenbau (= viele Punkte) und Hütten auf Flussfeldern bringen Kamele (= Währung).
Diese Kamele gibt man dann für seine Aktionen aus. Manche bringen Vorteile im Spiel, die meisten aber bringen Punkte, manche sofort ein paar, andere später eventuell mehr.
Ein weitverzweigtes Geflecht von Abhängigkeiten und großer Mangel sollten für ein überdurchschnittliches Spielvergnügen sorgen. Der erste Eindruck bestätigt diese Annahme allerdings nicht zweifelsfrei. Mehr dazu demnächst bei meinen "Eindrücken".
Leider war der Abend wieder viel zu kurz, um noch mehr anzutesten.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Autorenflut

Heute hatte endlich auch Florian seinen lange angekündigten Prototypen fertig konstruiert. Das Wort "konstruiert" ist dabei wörtlich zu nehmen, denn es ist eine große Holzkonstruktion mit eingelegter Glasplatte und einem Schachbrettartigen Feld. Die Spieler wissen anfangs noch, wo ihre Steine stehen, dann aber wird es immer mehr ein Merkspiel, denn die Steine sind in kleinen Röhren versteckt. Wenn man auf seine Bewegung verzichtet kann man gemeinsam mit seinen Gegnern einen Knopf drücken. Eine spezielle Beleuchtung macht die Steine kurz sichtbar (solange, bis der erste Spieler wieder loslässt). Ziel ist es, 4 Steine der Gegner zu schlagen. Die Grundidee und die Konstruktion ist einfach genial. Leider krankt das eigentliche Spiel noch ziemlich an Regeldetails, aber aufbauend auf dem System sind schier endlose Regelvarianten möglich.
Zwei neue Jungautoren gaben sich die Ehre und wollten ihr Kartenspiel vorstellen. Die Karten alle selbst entworfen und liebevoll im Siebdruckverfahren bedruckt - Respekt! Mehr als ein kürzeres Antesten war allerdings nicht drin. Es stellte sich heraus, dass es wohl nur eine eigene Variante eines Spiels, das die beiden rauf- und runtergespielt haben ist (Gras). Voraussetzung für ein wirklich eigenes Spiel ist die Kenntnis von sehr vielen verschiedenen Spielen und hier fehlte es den beiden bei allem Engagement doch ziemlich.
Nach den letzten Änderungen konnte ich mein Porto Carthago in Vollbesetzung testen. Leider war die letzte Runde bei aller Spannung recht unbefriedigend, sodass noch gröbere Bearbeitungen nötig sind.
Zum Abschluss testeten wir noch einmal Sam's Spiel von letzter Woche. Er hat vor allem den Spielplan überarbeitet und das Kartensystem leicht geändert. Das Spiel gewann dadurch ziemlich an Klasse, allerdings sind ein paar "Krankheiten" geblieben.
Ein langer Abend war's, aber ein sehr schöner!

Mittwoch, 25. November 2009

Neuheiten müssen weiter warten

Gut besucht war heute unsere Montagsrunde... ein neuer Autor namens Sam (wie Jeff auch Amerikaner) wollte sein Spiel vorstellen. Wir mussten ihn leider "nach hinten schieben", da Jeff nicht viel Zeit hatte und wir noch einmal Artifact testen wollten, bevor es endlich zum Verlag geht. Wir hoffen weiterhin auf eine Veröffentlichung. Vor allem durch die letzten Änderungen hat das Spiel deutlich an Tiefe und Güte gewonnen. Nun müssen es auch die Verlagsvertreter so sehen.

Dann war es wie versprochen soweit, Sam's Spiel zu testen. Da ein paar Leute schon weg mussten, waren wir nun mehr zu dritt. Ein schnelles Entwicklungsspiel hatte er angekündigt. Der Spielplan war schonmal sehr groß, aber die grundmechanismen waren durchaus gefällig und originell. Leider wurde vieles über zufällige Karten (die man mit Ressourcen aktivieren konnte) gesteuert, was zum Einen länger aufhielt, denn die Karten beinhalten sehr viel Text und zu Anderen war dadurch das Glückselement einfach unangemessen hoch. Desweiteren war die Vernetzung der Orte zu spärlich, sodass nur wenig Bewegung auf dem Spielplan entstand. Ein Spiel mit durchaus guten Ansätzen, dem aber noch eine Überarbeitung gut tut.

Tja - wieder war es nichts mit den unzähligen Essen-Neuheiten in den Regalen, aber das läuft ja nicht wirklich davon :-)

Mittwoch, 11. November 2009

Nordisches Flair 09.11.2009

Nach längerer Abstinenz ging es mal wieder in der Spielwiese ans Eingemachte. Endlich hatte Rolf seinen lange angekündigten Prototypen mitgebracht, um ihn unserer kritischen Runde vorzustellen. Hans im Glück heißt das Spiel, aber nicht in Anlehnung an den Verlag, sondern weil es darum geht Gegenstände zu tauschen und dadurch glücklicher zu werden.

Das ganze geschieht über Tauschkarten, Geld und als Erlös eben die Glückssymbole, die (punktemäßig) Mittelpunkt des Geschehens sind. Ein Spiel, das durchaus Spaß macht und Spannung verspricht, wären da nicht die letzten beiden Durchgänge, die etwas abfallen, da die Auswahlmöglichkeiten keine Taktik mehr zulassen. Außerdem gibt es etwas zu viele Optionen, was den Überblick erschwert. Rolf hat aber gute Hinweise bekommen, wie er das Spiel besser und auch schneller machen kann. Damit gebührt ihm wirklich Respekt!

Wir hatten Besuch von einem Finnischen Brettspielbegeisterten, Markku, der zudem sehr gut deutsch spricht. Die Spielerklärung haben wir dann aber in Englisch gemacht, denn das lag ihm noch mehr.

Vor allem bei dem Spiel, was jetzt auf dem Tisch lag: Egizia. Mit reichlich Vorschußlorbeeren aus Essen gekommen fahren wir mit unseren Schiffen den Nil herunter. Dabei bekommen wir Karten, die uns im weiteren Spielverlauf helfen, bauen Bauwerke, machen unsere Bautrupps stärker und versuchen unsere Arbeiter stets zu ernähren.

Sehr viele kleine Nebenmechanismen haben uns „Acchitocca“ hier serviert. Typisch italienisch könnte man fast sagen: zu viele. So bedingt auch die Spieldauer von 2 Stunden (möglicherweise sind 90 Minuten möglich), was schon etwas zu viel ist. Dazu die „Vielwerterei“... hier ein Siegpunkt, da einer und am Ende noch einige Verdeckte, bevor nach 5 Runden der Sieger gekührt wird.

Ein Spiel, das zu überzeugen weiß, allerdings nicht in allen Punkten. Näheres gibt es die Woche bei meinen Eindrücken.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Die Spielemesse aus Verlagssicht

Nun ist sie also schon wieder vorbei, die Spielemesse 2009.

Zum ersten Mal konnte ich komplett hinter die Kulissen schauen und das Treiben vom eigenen Stand aus beobachtet.

Ich muss sagen, ich war schon sehr nervös, als der Messetermin immer näher kam. Mit solchen Sachen, wie Pressekonferenz, Neuheitenschau, Aufbauzeiten etc. hatte ich noch nie vorher zu tun gehabt. Vor allem brannte ich darauf, wie mein Spiel ankommen würde. Die größte Angst, in der Masse an Neuerscheinungen unter zu gehen und nicht wahrgenommen zu werden bestätigte sich nicht. Nach der Zahl meiner Vorbestellungen war das auch nicht wirklich zu erwarten.

Tja – nur ein halber Messestand, das sind 5 Quadratmeter, sind schon sehr wenig. Dort muss ein Spieltisch und ausreichend Spiele untergebracht werden (nicht dass man während eines Messetages nachladen muss), außerdem ein Pult, von dem aus die Kunden bedient werden können.

Das ist Platzmäßig schon sehr grenzwertig, funktionierte dann aber doch recht gut.

So eine Spieleveröffentlichung ruft natürlich auch viele Händler, Onlineshops und nicht zuletzt Spielekritiker, Spieleclubs auf den Plan. Hier verdichteten sich die Probleme, die ich mit einem zu niedrig angesetzten Verkaufspreis bekommen sollte im Bezug auf die Zahlbereitschaft der Händlerschaft. Trotzdem denke ich, dass ich das im nachhinein ganz gut gelöst habe und sich ein drastischer Preisverfall (der unfair meinen Direktkäufern gegenüber gewesen wäre) nicht einstellen wird.

Mir wurde vor Augen geführt, wie viele Spielekritiker es geben muss. Hier ist es schwer einzuschätzen, wer für mich wichtig ist und mich weiterbringt, und wer eher nur ein günstiges Exemplar abstauben will.

Am ersten Messetag war ich wohl ein wenig zu freigiebig, aber das hat mich für die restlichen 3 Messetage gestählt, sodass es die Nachfragenden deutlich schwerer hatten, ihr Rezensionsexemplar günstig zu bekommen.

Ein paar Worte muss ich auch noch zum Juryabend (Spiel des Jahres) verlieren, zu dem wir überraschenderweise eingeladen wurden. Im Vorfeld war ich da eher skeptisch, weil es nicht unbedingt meine Welt ist, sich gutgekleidet zu präsentieren, vor allem auch, weil ich noch viel zu wenig Leute kenne. Das who is who der Spieleszene gibt sich dort ein Stelldichein. Ob Autoren (Andreas Seyfarth, Michael Schacht...), Grafiker (Michael Menzel, Matthias Catrein), Verleger (Peter Eggert, Torsten Gimmler) oder Presse (Online- oder Printmedien). Da kam man sich natürlich anfangs etwas verloren vor.

Zuerst hat die Jury Spiel des Jahres über ihre Arbeit berichtet und danach ihren Mitbegründer Tom Werneck verabschiedet, bevor es zum gemütlichen Teil überging (Buffet und freies Neuheitenspielen). Wir hatten einen netten Tisch mit Leuten, die alle selbst zum ersten Mal dem Juryabend bewohnten. Das schweißte zusammen und half, die Unsicherheit zu besiegen.

Wir hatten dann mit einer Partie Die Tore der Welt viel Spaß (Eindrücke davon gibt' an anderer Stelle) und mussten leider viel zu früh den Abend beenden.

Weitere tolle Erlebnisse zeichneten sich am letzten Messetag ab, als zum Beispiel besagter Tom Werneck bei mir am Stand auftauchte, um locker aus dem Nähkästchen zu plaudern und auch interessiert meiner ersten Verlagserfahrungen lauschte, oder als Klaus Jürgen Wrede sich interessantes zu seinen Carcassonneveröffentlichungen entlocken ließ. Das alles zeigt nur, dass im Grunde alle Spieler gleich sind und dieselbe Sprache sprechen, egal wie renomiert sie mittlerweile auftreten.

Was zu kurz gekommen ist, sind die Neuheiten, aber irgendwie hatte mir gar nichts gefehlt – so sehr hat mich die Messe in den Bann gezogen und als Verlag gefangengenommen. Die nächsten Wochen kommen dann die Spiele dran.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Wertvoller Montag!

Heute, in der Viererbesetzung schafften wir es, gleich mehrere Spiele hintereinander wegzuzocken.

Wir wollten eigentlich noch ein wenig am Hauptmann von Köpenick arbeiten und diverse Ideen ausprobieren, aber dazu ist noch etwas mehr Vorarbeit nötig. Da die beiden anderen (Rolf und Florian) Jeffs vorzügliches Aber bitte mit Sahne noch nicht kannten, spielten wir gleich 2 Runden durch. Ich liebe das Spiel und auch die anderen waren sehr angetan.

Dann wollte Jeff noch einen älteren Prototypen testen, denn er möchte ihn einem Kleinverlag vorstellen. Es geht darum mit Fröschen auf Seerosen zu ziehen und diese dabei einzusammeln. Durch das Ziehen beeinflusst man auch den Wert der Farben, die später dann für die Endwertung wichtig sind. Ein nettes, flottes Spiel, das allerdings sehr abstrakt ist. Es funktioniert und macht auch ziemlich Spaß, allerdings fehlt das besondere Etwas.

Danach konnte ich noch einmal Takla Makan, mein Wüstenlaufspiel testen, bevor die letzten Regeldetails ausgearbeitet werden und das Spiel beim Hippodice Autorenwettbewerb eingereicht werden kann. Hier kam es noch zu wertvollen Tipps, wie man dieses sehr runde und ansprechende Spiel noch einen Tick besser machen kann. Das schaffe ich noch in dieser Woche.

Als letztes testeten wir Jeffs Pisa, eigentlich von den Grundzügen her ähnlich zu dem Froschspiel: man sammelt etwas, pusht damit allerdings andere Farben... ein Dilemma! Leider ist das Ende noch unausgegoren und die Taktik kommt doch etwas kurz.

Ich glaube, das war dann erstmal der letzte Spieleabend vor der Spielemesse, denn für mich ist nächsten Dienstag in aller Frühe hier Abfahrt – zuerst die restlichen Spiele direkt vom Werk abholen, dann einen kleinen Abstecher bei meiner Mutter in der Heimat (zum Übernachten) und schließlich Mittwoch Morgen wieder in aller Frühe Richtung Essen.

Ich bin total nervös und tierisch gespannt!

Montag, 12. Oktober 2009

Doppelblog die Zweite

Das Veröffentlichen im Eigenverlag, so positiv die Reaktionen bis jetzt sind hat einen großen Nachteil: man kommt zu nichts mehr... sei es die Entwicklung neuer Ideen (ich sehe die Deadline des Hippodice Autorenwettbewerb bedrohlich näher kommen), sei es das Berichten von seinen Spieleabenden, sei es das Laben abseits vom Spielen.
Nun habe ich wieder einmal den letzten Montag in der Spielwiese und den Donnerstag bei Peer zusammengefasst.
Montag waren wir nur zu dritt, aber es waren andere Leute wie sonst, sodass ich neue Reaktionen und anderes Spielverhalten zu meinem neuen Prototyp Caledonean Laird beobachten konnte. Außerdem funktionierten die Änderungen seit der Vorwoche wirklich sehr gut. Es ist Zeit, die Regel zu Papier zu bringen.
Danach wollte bei Pandemie einmal mehr die Welt gerettet werden, was uns recht entspannt gelang.
Es war zwan noch recht früh und die Zeit hätte noch für ein weiteres Spiel gereicht, aber ich wollte an dem Tag einfach nach Hause.

Peer ist ja dafür bekannt, sich vor allem Importspiele zuzulegen. Ich dachte die letzten beiden Spiele Steel Driver und Saigo no Kane seien die letzten ungespielten überbleibsel aus dem Spielejahr 2008, aber da öffneten sich noch weitere Pforten:
Confucius von JKLM-Games mutet von den Mechanismen ganz wie ein italienisches Spiel an, aber hier stecken wirklich nur Engländer dahinter! Bei seinem Erscheinen sorgte Confucius mit seinen originellen Mechanismen für Aufsehen. Wir befinden uns in China, versuchen Minister zu bestechen, Armeen zu rekrutieren um in angrenzende Länder zu Marschieren und senden Flotten aus. Das alles bringt Siegpunkte... manche sofort, die Meisten bei Spielende. Was soll daran originell sein? Ich kann meinen Mitspielern Geschenke machen, die dadurch in meiner Schuld stehen. Wenn irgend ein Machtkampf entbrennt, muss mich dieser Mitspieler unterstützen. Er darf mich auch nicht bei der Zahl bestochener Minister übertreffen. Natürlich kann man diese Schuld auch durch ein besseres Gegengeschenk abgelten. Die Art, wie man seine Aktionen einsetzt ist ebenfalls sehr gelungen. Mindestens zu viert sollte man aber schon sein, sonst kommen die einzelnen Elemente nur bedingt zum Tragen. Allerdings frage ich mich, wer bei der Mechanismenflut den Überblick behalten soll? Das wirkt sich natürlich auch auf die Spieldauer aus. Elegantes Spieldesign sieht anders aus. Die mäßig ansprechende Grafik verstärkt noch die durch und durch abstrakte Abhandlung. So steht ein zwar in Ansätzen interessantes, aber im Endeffekt zu arbeitsintensives "Spiel", dem eben das "Spielerische" fehlt.
Ein "Nobrainer" wollte den Abend aber noch gespielt werden und so packte uns Peer Scripts and Scribes vom Miniverlag Doctor Finns Card Company auf den Tisch. Der Kartenstapel besteht aus Geldkarten mit den Werten 1-3, sowie Karten von verschiedenen "Ständen", die ebenfalls unterschiedliche Werte aufweisen. Auf einer zentralen Ablage befindet sich zu jedem Stand ein Würfel. Dieser zeigt an, wieviel die Kartenmehrheit bei Spielende Wert ist. Der erste Durchgang ist flott gespielt: der aktive Spieler schaut sich nacheinander eine bestimmte Zahl Karten an und entscheidet bei jeder einzelnen, ob er sie behält, auf einen verdeckten Stapel legt, oder offen in die Tischmitte. Danach nehmen die anderen Spieler reihum eine der Karten aus der Mitte. In einem zweiten Durchgang werden die verdeckt gelegten Karten versteigert: Um Geldkarten wird mit "Ständekarten" geboten, um Ständekarten mit dem Geld.
Was wir hier haben, ist ein Spiel, das leider nur in einer recht kleinen Auflage als Importspiel erhältlich ist. Das ist sehr schade, denn Scripts and Scribes bietet sehr kurzweilige Unterhaltung, ohne allzu trivial zu sein. Man muss gut beobachten, was die anderen Spieler sammeln und wo es Sinn macht, seine Karten beim Bieten auszugeben. Sicher, das Glück spielt eine Rolle, passt hier aber wunderbar zur Leichtigkeit des Spiels. Vielleicht erkennt das ein hiesigerVerlag und macht diesen Geheimtipp einem größeren Publikum zugänglich.

Dienstag, 29. September 2009

Doppelblog

24.09.2009

Endlich hat es mal wieder geklappt bei Peer zu spielen. Wir waren zu viert und Peer wollte unbedingt sein La Conquista testen, denn ein Verlag hat ernsthaftes Interesse. Mit den neuesten Änderungen spielt es sich jetzt noch flüssiger und auch schneller. Wirklich gut! Ich würde es Peer wünschen, dass er mal ein „großes Spiel“ bei einem Verlag unter bekommt und so ein wenig Reputation aus der Spielerszene erhält. Zu innovativ waren in der Vergangenheit seine Ideen, die oft an der optischen Gestaltung und an der Präsentation scheitern.

Ein „richtiges Spiel“ wollte natürlich auch noch gespielt werden. Space Alert, welches seinerzeit an mir vorbei gegangen ist, aber sehr gute Kritiken bekommen hat. Das liegt wohl daran, dass ich um Weltraumspiele zuerst einmal einen größeren Bogen mache... und jetzt nach Planet Steam gleich das nächste Spiel mit diesem Thema.

Bei Space Alert spielen wir allerdings kooperativ zusammen und versuchen unser Raumschiff am Laufen zu halten und die Gegner abzuwehren, bevor sie uns zerstören können. Die ganze Planungsphase dauert 10 Minuten und wird durch beiliegende CD gesteuert (hier gibt es verschiedene Szenarien und Schwierigkeitsstufen). Das ist höchst innovativ, spannend und spaßig!

In meinen Eindrücken werde ich näher auf das Spiel eingehen.

28.09.2009

Und wo wir gerade dabei sind, war Montag natürlich „Spielwiesentag“. Dieses mal waren wir wenigstens zu fünft und so kurz vor Abgabeschluss beim Hippodice Autorenwettbewerb geht’s natürlich intensiv ans Prototypentesten, wobei vermehrt die gleichen Spiele auf den Tisch kommen.

Ich hatte Jeffs Hauptmann von Köpenick mit nach Hause genommen, um ein paar eigene Ideen einzustreuen. Die Ansätze waren gut, jedoch dauerten die einzelnen Spielzüge zu lange. Hier gilt es noch weiterzuarbeiten. Nach zwei Runden haben wir dann abgebrochen.

Danach zeigte uns Olaf sein hmm – irgendwas mit Moyen im Namen.

Das Spiel kannte ich bereits in veränderter Form. Allerdings konnte das Spiel trotz angenehmer Spieldauer von 60 Minuten wenig überzeugend. Zu sehr dominieren die Wertungsprozesse und zu sehr kostet es Anstrengung das Spiel zu überblicken. Hier tut Entschlackung Not, aber ich weiß nicht, ob Olaf wirklich dazu bereit ist – hängt er doch sehr an seinen Wertungsmonstern.

Nachdem mein neues Spiel (das, das vor 2 Wochen noch keinen Namen hatte), letztes Mal zwar funktionierte, jedoch eine weitere Ebene benötigte, konnte es dieses Mal erneut getestet werden.

Das Thema ist (wen wundert's – nach unserm Urlaub) in Schottland angesiedelt und heißt Caledonean Laird. Wir sind Schottische Grundbesitzer und legen Plättchen auf unser Tableau, um möglichst günstige Wegeverbindungen zu schaffen. Das Spiel dauert nicht sonderlich lange, aber es gibt eine offensichtliche Gewinntaktik. Das muss noch ausgeräumt werden.

Ansonsten war's ein toller Spieleabend!

Mittwoch, 23. September 2009

Einsame Spielwiese

Nachdem wir übers Wochenende Besuch hatten und dementsprechend viel gespielt wurde (unter Anderem 5 Partien Peloponnes - meine erstem Mehrspielerpartien mit dem fertigen Spiel), wollte ich meine neue Errungenschaft Planet Steam mit mehr als nur 2 Personen spielen. Die Zweierpartie am Vortag hat zwar das Potential des Spiels angedeutet, jedoch fehlte es ein wenig am Spielspaß (Versteigerungen zu zweit sind nunmal nicht optimal). Bis nach 20 Uhr musste ich warten, bis sich noch ein williger Mitspieler (Nicolai) fand. Ansonsten war die Spielwiese mit reichlich Partyspielern ganz passabel gefüllt. Da Michael (der Dritte im Bunde) öfter Bedienen musste, stockte natürlich der Spielfluss merklich.
Trotzdem beendeten wir unser Planet Steam in respektablen 2 Stunden. Die meiste Zeit verschlangen erwartungsgemäß die Versteigerungen. Erste Eindrücke und die Spielbeschreibung werde ich im Laufe der Woche verlauten lassen.
Ich hoffe mal auf mehr Spielwütige nächsten Montag.

Mittwoch, 16. September 2009

Back from holidays

Nach zweiwöchiger Urlaubspause (entspannendes Schottland und stressiges London) hat uns der Alltag nun wieder und natürlich endlich auch ein Besuch der Spielwiese.
Da die erste Ladung Peloponnes nun zum Versand/Verkauf bereit steht, warteten an dem Heimkehrwochenende natürlich Tonnen auf Arbeit auf mich. Die ganzen Vorbestellungen wollten zur Post gebracht werden. Wer das Spiel zum Versand bestellt hat, wird es diese Woche sicher bekommen (Auslandsbesteller müssen wohl ein paar Tage länger warten).

Unglaublich voll war es in der Spielwiese und auch wir hatten an dem Tag Zuwachs gehabt. Neben Benji, Olaf, Jeff und Rolf (der etwas mit Lookout Games zu tun hat und demnächst ganz nach Berlin zieht), hatten wir noch einen englischsprachigen Gast (owei - mein Namensgedächtnis). Da wieder jeder seine Prototypen testen wollte, konnte ich mein neues Spiel (dessen Name ich nicht verrate, weil sich das Thema noch ändert) vorstellen. Ein leichteres "Puzzle/Legespiel". Für den ersten Test durchaus schon funktionierend, aber mit einem wenig unterstützenden Thema und optisch im Detail unglücklich gestaltet warten hier jetzt Aufgaben auf mich, das Spiel für den Hippodice Autorenwettbewerb fit zu bekommen.

Jeff forciert gerade sein Modelleisenbahnspiel, da es ihm möglicherweise einen Autorenvertrag beschert. Die Verkleinerung des Spielbrettes und Beschleunigung der Abläufe haben dem Spiel gut getan. Viel fehlt jetzt nicht mehr, um ein schönes Familienspiel, das auch für Strategen seinen Reiz hat (ähnlich wie Eine Frage der Ähre) fertig zu haben.
Ich wollte nicht so spät los, und so sah ich, dass in der Spielwiese nach 22 Uhr sogar alle Außenplätze besetzt waren - freut mich für den Betreiber (Michael).